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AV2: Der Codec, der das Videostreaming revolutionieren wird

26. September 2025

Die Entwicklung der Videonutzung, angetrieben durch die Verbreitung von 4K, den Aufschwung des Streamings und das Aufkommen immersiver Formate, stellt beispiellose Anforderungen an die Kompression. Vor diesem Hintergrund steht die Alliance for Open Media (AOMedia) kurz vor der Finalisierung von AV2, dem Nachfolger von AV1, mit dem Anspruch, das Gleichgewicht zwischen Bildqualität, Effizienz und technologischer Zugänglichkeit zu optimieren.

AV2 knüpft an den offenen und kollaborativen Ansatz von AOMedia an, das führende Akteure der Branche vereint (Google, Apple, Netflix, NVIDIA, Microsoft usw.). Das erklärte Ziel: die Kompressionseffizienz im Vergleich zu AV1 um rund 30 % zu verbessern, was zu einer signifikanten Reduzierung der Videodateigröße bei gleichbleibender Qualität führt. Dieser Fortschritt ist insbesondere für UHD-Inhalte (4K, 8K) relevant, bei denen Bandbreite und Speicher zu kritischen Faktoren werden.

Die technischen Fortschritte von AV2 basieren auf mehreren Säulen:

  • Fortschrittliche Intra-Bild-Prädiktion: bessere Antizipation räumlicher Variationen innerhalb eines Bildes, um Redundanz zu minimieren.
  • Optimierte Blockpartitionierung: feinere Anpassung der Größe der Kodierblöcke, wodurch Bilddetails genauer abgebildet werden.
  • Verbesserte Bewegungsschätzung: präzisere Handhabung von Bewegungen zwischen aufeinanderfolgenden Bildern – essenziell für dynamische Szenen oder Sportinhalte.

Diese Innovationen zielen darauf ab, die wahrgenommene Qualität bei gleicher Bitrate zu halten oder sogar zu steigern und gleichzeitig den Bandbreitenverbrauch zu reduzieren – ein zentrales Anliegen für Streaming-Plattformen und Telekommunikationsanbieter.

Funktionen: der Vielfalt der Nutzung gerecht werden

AV2 beschränkt sich nicht auf reine Kompression. Der Codec integriert nativ Funktionen, die auf neue Nutzungsszenarien zugeschnitten sind:

  • Unterstützung von HDR10+: erweiterte Handhabung dynamischer Metadaten für eine originalgetreue Wiedergabe von Kontrasten und Farben.
  • 360°-Video-Kompatibilität: Optimierung für immersive Inhalte, Virtual-Reality und interaktive Erlebnisse.
  • Adaptives Multi-Resolution-Streaming: dynamische Anpassung der Qualität an die verfügbare Bandbreite für ein flüssiges Erlebnis in allen Netzen.
  • Reduzierte Latenz: ein Plus für Live-Übertragungen und interaktive Anwendungen, bei denen die Reaktionszeit entscheidend ist.

Diese Vielseitigkeit positioniert AV2 als ein relevantes Werkzeug sowohl für allgemeine Streaming-Plattformen als auch für immersive oder professionelle Anwendungen.

Technische Herausforderungen und Adoption

Die Verbesserung der Kompression geht mit einer erhöhten Komplexität einher. Das AV2-Encoding erfordert deutlich mehr Rechenleistung als AV1, was für den großflächigen Einsatz den Rückgriff auf dedizierte Hardwarelösungen nahelegt (GPUs der nächsten Generation, spezielle Video-Beschleuniger). Derzeit gibt es noch keine öffentlichen Benchmarks zu den tatsächlichen Kodier- oder Dekodierleistungen, noch Erfahrungsberichte aus der Praxis seitens Gerätehersteller.

Eine flächendeckende Hardwarekompatibilität wird erst in einigen Jahren erwartet. Dennoch scheint die Adoptionsdynamik gut in Gang zu sein: Laut einer Umfrage unter den AOMedia-Mitgliedern planen 53 %, AV2 innerhalb von 12 Monaten nach dem offiziellen Release zu integrieren, und 88 % innerhalb von zwei Jahren. Diese Entwicklung erinnert an AV1, das heute auf zahlreichen Geräten und Plattformen weit verbreitet ist.

Perspektiven: ein Codec für die Vielfalt der Bildschirme

AV2 ist darauf ausgelegt, sich an eine breite Gerätepalette anzupassen – von Smartphones über vernetzte Fernseher bis hin zu Virtual-Reality-Headsets. Ziel ist es, dem kontinuierlichen Wachstum von hochwertigem Videostreaming gerecht zu werden, bei gleichzeitig geringerem Druck auf Netzwerke und Speicherinfrastrukturen.

Der offene und lizenzgebührenfreie Ansatz von AOMedia begünstigt eine schnelle, breite Adoption, auch wenn die Frage nach Drittpatenten für bestimmte Anwendungsfälle im Blick behalten werden muss. In einer Zeit, in der Video sich als dominantes Format im Web und in den Medien etabliert, zeichnet sich AV2 als strategischer Hebel ab, um Innovation, Zugänglichkeit und Ressourcenbewusstsein zu vereinen.

Wird die Einführung von AV2 einen Wendepunkt bei der Verbreitung von UHD- und immersiven Inhalten markieren? Erste großflächige Rollouts, die ab 2026 auf den großen Plattformen erwartet werden, werden es ermöglichen, die konkreten Auswirkungen auf das Nutzungserlebnis und das digitale Ökosystem zu messen.

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