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4. Januar 2026

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Unter 600 € dominieren zwei Streamer die Diskussionen in Audio-Foren: der Bluesound Node 2025 und der WiiM Pro +. Der erste baut auf einem Jahrzehnt Erfahrung im hochwertigen Multiroom-Bereich auf, während der zweite 2023 den Markt mit einem schwer zu ignorierenden Preis-Leistungs-Verhältnis aufgemischt hat. Zwei Philosophien, zwei Preisklassen, aber ein gemeinsames Ziel: eine klassische Hi-Fi-Anlage in ein vernetztes System zu verwandeln.

Weiße niedrige Wohnzimmerablage mit Büchern, Hi‑Fi-Lautsprechern und Dekoration, Mann in Jeans steht daneben

Die Preisdifferenz

Der WiiM Pro + ist für etwa 249 € erhältlich. Der Bluesound Node 2025 liegt bei 599 €. Diese mehr als doppelt so hohe Preisdifferenz wirft sofort die Frage auf: Wofür genau zahlt man beim Node?

Der Unterschied liegt weniger in den reinen Funktionen – beide Geräte decken das Wesentliche des modernen Streamings ab – als in Integrations- und Verarbeitungsentscheidungen. Der Node setzt auf eine hochwertigere Konstruktion, ein bewährtes Multiroom-Ökosystem (BluOS unterstützt bis zu 64 Zonen), einen echten Kopfhörer- Verstärker sowie Heimkino-orientierte Funktionen wie den HDMI-eARC-Eingang mit Dolby-Digital-Decoder.

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Digital-Analog-Wandlung: zwei Ansätze

Im Node 2025 arbeitet ein ESS SABRE ES9039Q2M DAC, Erbe der Hyperstream-IV-Technologie. Bluesound hat die gesamte Audiostufe überarbeitet, um Jitter und Störeinflüsse zu minimieren, mit einer optimierten Stromversorgung. Der Quad-Core-ARM-Cortex-A53-Prozessor mit 1,8 GHz sorgt für ein flüssiges System.

Der WiiM Pro Plus verwendet einen AKM AK4493SEQ-Chip aus der Velvet-Sound-Familie. Die angegebenen Spezifikationen sind beeindruckend: Signal-Rausch-Abstand von 120 dB und THD+N von -110 dB (also 0,00032 %). Diese Werte positionieren das kleine Gerät in der Liga deutlich teurerer Wandler.

Auf der ESS-Seite weist der ES9039Q2M ebenfalls einen SNR von 120 dB auf und setzt auf eine für Jitter-Reduktion optimierte Architektur. Beide Chips gehören zum oberen Segment der jeweiligen Hersteller. Der Unterschied liegt eher in der Implementierung – Qualität der Stromversorgung, Leiterplatten-Layout, Auswahl der Peripheriekomponenten – als im Chip selbst.

Schwarzer, quadratischer Wiim Netzwerk-Audioplayer auf TV-Möbel, verbunden mit moderner Soundbar und weißer Deko-Vase

Anschlüsse und Flexibilität

Die beiden Geräte teilen eine gemeinsame Basis: optische, koaxiale und Cinch-Ein- und Ausgänge, WiFi- und Bluetooth- Konnektivität, Gigabit-Ethernet.

Der Node 2025 hebt sich durch mehrere wesentliche Zusätze ab:

  • Einen HDMI-eARC-Eingang mit Dolby-Digital-Decoding zur TV-Integration
  • Einen THX-AAA-78-Kopfhörerverstärker mit 6,35-mm-Klinke (230 mW an 32 Ω, Verzerrung 0,1 %)
  • Einen dedizierten Subwoofer-Ausgang mit Crossover-Verwaltung
  • Einen USB-A-Port zur Wiedergabe lokaler Dateien
  • Bluetooth 5.2 aptX Adaptive bidirektional (Empfang und Sendung)

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Der WiiM Pro Plus kontert mit:

  • Kompatibilität zu Chromecast Audio (beim Node nicht vorhanden)
  • Einem Line-Cinch-Eingang mit integriertem ADC, praktisch zum Digitalisieren eines Plattenspielers oder CD-Players
  • Einem 12V-Trigger zum automatischen Einschalten des Verstärkers
  • Einem deutlich zugänglicheren Preis

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Die Frage der Raumkorrektur

Das ist vielleicht der bedeutendste Unterschied. Der WiiM Pro Plus verfügt kostenlos über eine Raumkorrekturfunktion namens RoomFit. Sie nutzt das Smartphone-Mikrofon zur Analyse der Raumakustik und wendet automatisch eine Korrektur über den integrierten parametrischen Equalizer an. Der Vorgang dauert nur wenige Minuten und die Ergebnisse können – ohne an ein professionelles System heranzureichen – häufig die typischen bassbezogenen Probleme in Wohnräumen deutlich abmildern.

Der Node 2025 ist mit Dirac Live kompatibel, einer renommierten, aber kostenpflichtigen Korrekturlösung: zwischen 100 und 200 € je nach Version (Limited oder Full), zuzüglich des separat von Bluesound angebotenen Kalibrierkits mit dediziertem Mikrofon. Die Korrekturqualität von Dirac übertrifft in der Regel jene des RoomFit von WiiM, mit einer ausgefeilteren Behandlung von Phase und Zeitabgleich. Doch die Gesamtkosten (Streamer + Lizenz + Mikrofon) überschreiten dann die 800 €.

Apps und Ökosysteme

BluOS, die Softwareplattform des Node, profitiert von jahrelanger Entwicklung und einer Integration mit anderen Marken (NAD, Dali, Roksan, Cyrus). Die App läuft auf iOS, Android, Windows und macOS. Sie bietet Zugriff auf mehr als 23 Streamingdienste (Qobuz, Tidal, Spotify, Amazon Music, Deezer) und Internetradios. Die Stabilität ist im Allgemeinen gegeben, auch wenn einige Nutzer gelegentlich von Erkennungsproblemen beim Start berichten, die oft mit Konflikten mit VPN oder Bluetooth des Smartphones zusammenhängen.

Die WiiM-Home-App ist jünger, hat aber deutlich an Reife gewonnen. Sie bietet einen 10-Band-Grafik-EQ, einen parametrischen Equalizer und die oben erwähnte Raumkorrektur. Die Oberfläche reagiert flott und die Integration der Streamingdienste ist vollständig. WiiM genießt zudem einen guten Ruf für schnelle Reaktionen im Support und regelmäßige Firmware-Updates.

Beide Streamer sind Roon Ready zertifiziert und unterstützen AirPlay 2, Spotify Connect und Tidal Connect.

Schwarzes Tablet in der Hand, auf dem eine Musik-Streaming-App angezeigt wird, mit deutlich sichtbarem Albumcover „Little Town“

Formate und Auflösungen

Der Node 2025 verarbeitet PCM-Dateien bis 24 Bit/192 kHz, dekodiert MQA und unterstützt DSD256. Der WiiM Pro Plus akzeptiert theoretisch Streams bis 32 Bit/768 kHz und DSD512, doch diese extremen Auflösungen sind im realen Einsatz eher akademisch.

An den Digitalausgängen (optisch oder koaxial) liefern beide Geräte ein bitgenaues Signal. Wer bereits einen hochwertigen externen DAC besitzt, kann eines der beiden Geräte als reinen Netzwerk-Transport verwenden; die Frage des internen Wandlers wird damit zweitrangig.

Der Kopfhörerverstärker: ein klarer Vorteil für den Node

Der Node 2025 verfügt über einen THX-AAA-78-zertifizierten Kopfhörerverstärker mit 6,35-mm-Klinkenausgang. Diese Sektion liefert 230 mW an 32 Ω und 53 mW an 250 Ω bei einer angegebenen Verzerrung von 0,1 %. Damit lassen sich die meisten audiophilen Kopfhörer ohne externe Verstärkung angemessen betreiben.

Der WiiM Pro Plus besitzt keinen Kopfhörerausgang. Für diese Funktionalität muss man zum WiiM Ultra (399 €) greifen, der zudem ein Farbdisplay und XLR-Ausgänge bietet.

Weißer Bluesound Node Netzwerkplayer auf einem Regal, Kopfhörer am Kaktus hängend und großer grauer Hi-Fi-Lautsprecher daneben

Wann man welches Gerät wählen sollte

Der WiiM Pro Plus drängt sich als rationaler Einstieg in das Hi-Fi-Streaming auf. Für 249 € bietet er gemessene Leistungswerte, die mit deutlich teureren Geräten mithalten, eine kostenlose Raumkorrektur und eine umfassende App. Wer eine bestehende Anlage modernisieren oder Streaming ohne große finanzielle Verpflichtung ausprobieren möchte, findet hier eine schwer zu widerlegende Option.

Der Bluesound Node 2025 ist in bestimmten Szenarien nachvollziehbar: Heimkino-Integration über HDMI eARC und Dolby Digital, Bedarf an einem hochwertigen Kopfhörerverstärker (der THX AAA-78 ist kein Gimmick), Wunsch nach Einbindung in das etablierte BluOS-Multiroom-Ökosystem oder eine Präferenz für die Dirac-Live-Korrektur trotz Mehrkosten. Seine Verarbeitungsqualität und die gereifte Software sind zudem ein Argument für alle, die eine langfristige Nutzung planen.

Die Frage des internen DAC wird sekundär, wenn ohnehin ein externer Wandler vorgesehen ist. In diesem Fall sind beide Geräte als digitale Transports gleichwertig, und der Preisunterschied spricht deutlich für den WiiM.

Letztlich hat der WiiM Pro Plus den Zugang zu hochwertigem Streaming demokratisiert. Der Bluesound Node 2025 bleibt eine verlässliche Wahl für alle, die eine weitergehende Integration, eine echte Kopfhörersektion und ein ausgereiftes Multiroom-Ökosystem suchen – vorausgesetzt, man ist bereit, das entsprechende Budget zu investieren.

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