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Plattenspieler-Tonarme

Der Tonarm trägt die Phonokapsel und führt den Diamanten in der Schallplattenrille. Als entscheidendes Element für die Klangqualität gibt es ihn in verschiedenen Bauarten (Kardan, Unipivot, Tangential) und Längen (9 oder 12 Zoll). Der Austausch des Tonarms einer Plattenspielers ermöglicht die Optimierung der Leistung, indem Vibrationen und Verzerrungen während der Wiedergabe reduziert werden. Mehr erfahren

Die Rolle des Tonarms in der Wiedergabekette

Der Tonarm bildet die mechanische Verbindung zwischen Plattenspieler und Phonokapsel. Seine Aufgabe besteht darin, die Kapsel unter optimalen Bedingungen in der Rille zu führen: korrekter Winkel, passende Auflagekraft, maximale Stabilität. Ein hochwertiger Arm muss zugleich steif sein, um keine Störvibrationen an die Kapsel zu übertragen, und leicht, um die Trägheit zu minimieren, die dem Rillenverlauf abträglich sein könnte. Diese scheinbar widersprüchlichen Anforderungen erklären, warum Materialwahl und Konstruktion des Arms den Klang direkt beeinflussen.

Der Arm muss außerdem ermöglichen, die Kapsel zu montieren, einzustellen und je nach Bedarf zu wechseln. Drei Befestigungssysteme koexistieren: P-Mount (vereinfachter Direktanschluss), Standard (Verschraubung auf einem Headshell) und Ortofon/SME (modulares System für schnellen Kapselwechsel). Diese mechanische Kompatibilität zwischen Arm und Kapsel bestimmt die möglichen Upgrades des Plattenspielers.

Die verschiedenen Tonarm-Typen

Der Kardantonarm ist der am weitesten verbreitete Typ. Mit zwei Lagern für horizontale und vertikale Bewegungen bietet er einen guten Kompromiss aus Effizienz, einfacher Einstellung und Fertigungskosten. Reibungskräfte sind jedoch in beiden Lagern vorhanden, was Störvibrationen und leichte Verzerrungen verursachen kann. Einstiegsmodelle verwenden meist Metalllegierungen, während höherwertige Modelle Aluminium oder Carbonfaser aufgrund ihrer Steifigkeit und geringen Masse bevorzugen.

Der Unipivot-Arm nutzt statt zwei nur ein einziges Gelenk. Ausbalanciert auf einem einzelnen Pivot (manchmal aus Rubin oder auf einem Silikon-Gelbad) minimiert er die Reibung und bietet volle Bewegungsfreiheit, sodass die Kapsel der Rille mit hoher Präzision folgen kann. Diese Konstruktion erfordert jedoch eine sorgfältige Azimut-Einstellung, da sich der Arm in alle Richtungen drehen kann. Anspruchsvoller in der Justage und generell empfindlicher, bleibt der Unipivot-Arm bei Audiophilen wegen seiner Musikalität geschätzt.

Der Tangentialarm reproduziert die Bewegung des Stichels, der die Matrizen schneidet. Er bewegt sich linear, senkrecht zur Rille, und hält den Diamanten konstant in der idealen Abtastachse. Diese Konstruktion eliminiert theoretisch jeden Spurfehlwinkel und reduziert Verzerrungen drastisch. Man findet diesen Armtyp vor allem auf High-End-Plattenspielern aufgrund der Komplexität des Servomechanismus. Einige Modelle verwenden eine Luftlagerung, um eine reibungsfreie Bewegung zu gewährleisten. Die Plattenspieler von Technics, Marantz, Revox und B&O aus den 70er-80er Jahren boten Tangentialarme, die heute auf dem Gebrauchtmarkt gesucht sind.

Länge und Geometrie des Arms

9-Zoll-Arme (ca. 23 cm) sind auf den meisten Plattenspielern zu finden. Diese Standardlänge ist ein Kompromiss zwischen Spurfehlwinkel (nimmt mit der Länge ab) und Platzbedarf des Plattenspielers. 12-Zoll-Arme (30 cm) verringern den Winkelversatz zwischen der Position des Diamanten und der idealen Schneidachse. Einige esoterische Plattenspieler von Marken wie Transrotor, Thorens, Clearaudio oder Pro-Ject akzeptieren 12-Zoll-Arme anstelle der Standardarme und bieten so eine Aufrüstoption.

Die Form des Arms (gerade oder S-förmig) beeinflusst nicht den Spurfehlwinkel, wirkt sich aber auf andere Parameter aus. Ein gerader Arm bietet theoretisch eine höhere Steifigkeit dank seiner einteiligen Struktur, während ein S- oder J-förmiger Arm den Spurfehlwinkel bei kompakten oder DJ-Plattenspielern mit begrenztem Platz besser kompensieren kann. Die zusätzlichen Winkel eines gekröpften Arms erzeugen jedoch Materialdichte-Variationen, die Resonanzerscheinungen begünstigen können.

Einstellungen und Parameter des Arms

Das Gegengewicht am hinteren Ende des Arms dient zur Einstellung der Auflagekraft, die die Kapsel auf die Platte ausübt. Diese Einstellung, in Gramm angegeben, sollte den Empfehlungen des Kapselherstellers entsprechen, um vorzeitigen Verschleiß von Diamant oder Rille zu vermeiden. Eine vorherige Ausbalancierung des Arms (Position, in der er waagerecht schwebt) ist der Ausgangspunkt vor jeder Auflagekrafteinstellung.

Das Antiskating kompensiert die Zentripetalkraft, die den Arm während der Wiedergabe natürlicherweise zur Plattenmitte zieht. Dieser Parameter wird in der Regel auf den gleichen Wert wie die Auflagekraft eingestellt und verhindert eine ungleichmäßige Belastung der Rillenflanken sowie vorzeitigen Diamantverschleiß. Je nach Modell erfolgt die Einstellung über ein Skalenrad, einen Magneten oder ein Gegengewicht.

Der VTA (Vertical Tracking Angle) definiert den Winkel, den der Nadelträger der Kapsel zur Plattenoberfläche bildet. Der Azimut entspricht der seitlichen Neigung der Kapsel zur Plattenebene. Diese Feineinstellungen, bei hochwertigen Armen verfügbar, optimieren die Kanaltrennung in Stereo und minimieren Verzerrungen. Eine Wasserwaage, eine Testplatte und eine Tonarmwaage erleichtern diese präzisen Justagen.

Den Tonarm des Plattenspielers tauschen

Der Austausch des Tonarms ist ein bedeutendes Upgrade zur Leistungsoptimierung eines Plattenspielers. Dabei muss die Kompatibilität der Bohrung der Tonarmbasis geprüft und der vom jeweiligen Hersteller spezifizierte Abstand zwischen Plattentellerachse und Tonarmpivot eingehalten werden. Marken wie Rega, Pro-Ject, Ortofon, Thorens oder SME bieten Tonarme als Ersatz oder Ergänzung an – vom mittleren Preissegment bis hin zu audiophilen Referenzen.

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