Primare PR35 schwarz
Primare PRE35: modularer Stereo-Vorverstärker
Massives Gehäuse, minimalistische Front, zwei große symmetrische Drehregler: Der PRE35 reiht sich ein in die Linie der Primare-Vorverstärker, bei denen nichts übersteht und jedes Element seinen genau definierten Platz hat. Diese rein analoge Version bildet den Ausgangspunkt für ein ausbaufähiges System, das später je nach Bedarf und Entwicklung der Höranlage um einen D/A-Wandler (Modul DM36) oder einen Netzwerkspieler (Modul SM35 Prisma) erweitert werden kann.
Eine vollständig symmetrische Topologie
Der PRE35 setzt auf eine konsequent symmetrische (balanced) Architektur von den XLR-Eingängen bis zu den Vorverstärker-Ausgängen. Dieses Konzept verdoppelt das Signal und eliminiert auf dem Signalweg eingestreute Störungen, was sich in einem besonders niedrigen Rauschpegel (Signal-Rausch-Verhältnis über 100 dB) und einem Klirrfaktor von unter 0,002 % über den gesamten hörbaren Frequenzbereich niederschlägt.
Das vierlagige Mainboard, von denen eine Lage ausschließlich der Masse vorbehalten ist, ermöglicht extrem kurze Signalwege. Die kleinformatigen SMD-Bauteile verringern ihre Antennenwirkung und tragen zur Wahrung der Signalintegrität bei. Die Eingangswahl erfolgt über mechanische Relais statt über CMOS-Schaltungen – ein kostenintensiverer Ansatz, der jedoch eine bessere Kanaltrennung zwischen den Quellen sicherstellt.
Linearnetzteil und optimierte Lautstärkeregelung
Die Stromversorgung basiert auf einem maßgefertigten R-Core-Transformator. Dieser im Vergleich zu klassischen Ringkerntrafos weniger verbreitete Typ zeichnet sich durch ein geringeres elektromagnetisches Streufeld und einen hohen Wirkungsgrad aus. Im Standby-Betrieb kommt ein Schaltnetzteil zum Einsatz, um die Leistungsaufnahme auf 0,3 W zu begrenzen; beim Einschalten schaltet das Gerät dann auf das Linearnetzteil um.
Besondere Beachtung verdient die Lautstärkeregelung. Primare setzt einen 8-kanaligen IC (2 × 4 im symmetrischen Betrieb) ein, der aufgrund seiner Kanalgleichheit und Präzision bei niedrigen Pegeln ausgewählt wurde. Diese Schaltung liegt außerhalb des Signalwegs, solange sie nicht aktiv genutzt wird. Die Lautstärke wird zwischen den Stufen 21 und 54 in 1-dB-Schritten, von 55 bis 99 in feineren 0,5-dB-Schritten angepasst – so ist dort eine präzisere Kontrolle möglich, wo das Gehör Pegeländerungen besonders deutlich wahrnimmt.
Umfangreiche Anschlüsse und multiple Ausgänge
Die Rückseite bietet zwei symmetrische XLR-Eingänge (Impedanz 30 kΩ) und drei unsymmetrische RCA-Eingänge (Impedanz 15 kΩ), um mehrere Analogquellen gleichzeitig anzuschließen. Auf der Ausgangsseite stehen zwei XLR-Paare und ein RCA-Paar für die Vorverstärkung sowie ein RCA-Line-Ausgang mit festem Pegel zur Verfügung, der sich etwa für einen Recorder oder ein Zweitsystem anbietet.
Ein WiSA-Ausgang ermöglicht die Verbindung zu kompatiblen Aktivlautsprechern per Funk, mit hochauflösender Audioqualität (24 Bit/48 oder 96 kHz) und nahezu latenzfreier Übertragung. Diese Funktion, in dieser Vorverstärker-Klasse noch selten anzutreffen, eröffnet Installationsmöglichkeiten ohne Lautsprecherkabel.
Jeder Eingang lässt sich individuell konfigurieren: Gain justierbar von -30 bis +30 dB, fester oder variabler Modus, frei wählbarer Name (Alias). Im Fixmodus (0 dB, entspricht Lautstärkestufe 66) wird der Eingang zum Bypass, um den PRE35 in ein mehrkanaliges Heimkino-System zu integrieren, bei dem der Prozessor die Lautstärke regelt.
Bedienung und Haussteuerungs-Integration
Die Front aus gebürstetem Aluminium beherbergt ein kleines monochromes OLED-Display, zwei Drehregler mit sorgfältig abgestimmter Rastung (Quellenwahl und Lautstärke) sowie vier unauffällige Tasten. Das Display kann wahlweise nur den Namen der aktiven Quelle anzeigen oder – falls das System später um Streaming erweitert wird – die Metadaten der aktuell wiedergegebenen Titel.
Die Systemfernbedienung C25 bietet Zugriff auf alle Funktionen. Für die Einbindung in eine Haussteuerung verfügt der PRE35 über eine RS-232-Schnittstelle sowie IR-Ein- und -Ausgänge für Drittanbieter-Steuerungssysteme. Die automatische Abschaltung in den Standby-Modus greift nach einer konfigurierbaren Inaktivitätszeit, und das Einschaltverhalten (letzte verwendete Lautstärke oder voreingestellter Pegel) kann nach persönlichen Vorlieben angepasst werden.
Modularität und Systemausbau
Die modulare Architektur ist eines der zentralen Merkmale der Primare-35er-Serie. Der PRE35 in seiner analogen Grundversion kann mit zwei optionalen Modulen erweitert werden:
Das DM36-Modul ergänzt eine D/A-Wandler-Sektion auf Basis eines ESS ES9068A-Chips, mit optischen Eingängen (4 × TOSLINK), koaxialen Eingängen (2 × RCA), asynchronem USB-B sowie AES/EBU. Unterstützt werden PCM bis 384 kHz/32 Bit und DSD bis DSD256, mit Optionen für Upsampling und MQA-Decodierung.
Das SM35-Prisma-Modul verwandelt den Vorverstärker in einen vollständigen Netzwerkspieler mit Zugriff auf Spotify Connect, TIDAL, Qobuz, Deezer, Roon Ready, AirPlay 2, integriertes Chromecast und Bluetooth. Die spezielle Prisma-App erlaubt die Steuerung per Smartphone oder Tablet sowie die Verwaltung von Multiroom- und Multizonen-Setups.
Diese Module können direkt beim Kauf oder später nachgerüstet werden, sodass sich die Investition an den wachsenden Anforderungen orientieren lässt, ohne das Gerät ersetzen zu müssen.
Integration in ein Primare-System
Der PRE35 harmoniert ideal mit der Endstufe A35.2 (200 W an 8 Ω, UFPD-2-Class-D-Technologie), vorzugsweise symmetrisch per XLR verbunden, um die balanced-Architektur voll auszuschöpfen. Vinyl-Enthusiasten können das System mit dem Phono-Vorverstärker R35 ergänzen, der für symmetrischen Betrieb ausgelegt und optisch passend gestaltet ist.
Als natürliche Zuspieler innerhalb dieses Ökosystems bieten sich das CD-Laufwerk DD35 oder der CD-Player CD35 an (letzterer ebenfalls Prisma-kompatibel). Die einheitliche Formensprache mit klaren Fronten und den charakteristischen Drehreglern spiegelt die skandinavische Designphilosophie des schwedischen Herstellers wider.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Audio-Leistungen
- Analoge Frequenzgang: 20 Hz - 20 kHz : ± 0,1 dB
- Gesamte harmonische Verzerrung + Rauschen: < 0,002 %, 20 Hz - 20 kHz
- Signal-Rausch-Verhältnis: > 100 dB (AES17-Filter)
Verstärkung
- Vorverstärkerausgang: 16,5 dB
- Line-Ausgang: 0 dB
- Lautsprecherausgang: 42,5 dB
Anschlüsse
- Symmetrische Eingänge: 2 × XLR, Impedanz 30 kΩ
- Unsymmetrische Eingänge: 3 × RCA, Impedanz 15 kΩ
- Vorverstärkerausgang
- 2 × XLR, Impedanz 380 Ω
- 1 × RCA, Impedanz 100 Ω
- Line-Ausgang: 1 × RCA, Impedanz 100 Ω
- 1 × kabelloser Stereoausgang WiSA
Steuerungsschnittstellen
- Systemfernbedienung C25
- RS-232
- Infrarot (IR)-Eingang / -Ausgang
Physikalische Eigenschaften
- Abmessungen (B × T × H): 430 × 420 × 106 mm
- Gewicht: 11 kg
Stromverbrauch
- Ausgeschaltet: 0 W
- Standby: 0,3 W
- Betrieb: < 28 W
Häufig gestellte Fragen
Verfügt der PRE35 über einen Phono-Eingang für Plattenspieler?
Nein, der PRE35 besitzt keine integrierte Phono-Stufe. Primare hat diese Entscheidung bewusst im Hinblick auf die Klangqualität getroffen: Ein Phono-Vorverstärker profitiert von einer eigenen Abschirmung und einer optimierten Stromversorgung in einem separaten Gehäuse, fern von den potenziell vorhandenen Digitalschaltungen der optionalen Module. Der R35, der Phono-Vorverstärker aus derselben Serie, ist die naheliegende Ergänzung.
Was ist der Unterschied zwischen den Vorverstärkerausgängen und dem Line-Ausgang?
Die Vorverstärkerausgänge (XLR und RCA) folgen der Lautstärkeeinstellung und sind dafür vorgesehen, eine oder mehrere Endstufen zu speisen. Der Line-Ausgang liefert einen festen Pegel (Gain 0 dB) und umgeht die Lautstärkeregelung – ideal für einen Recorder, einen eigenständigen Kopfhörerverstärker oder ein Zweitsystem, bei dem die Lautstärke an anderer Stelle geregelt wird.
Kann der PRE35 Aktivlautsprecher ohne externe Endstufe ansteuern?
Nicht direkt über seine klassischen Analogausgänge, die ein Line-Level-Signal ausgeben. Über den WiSA-Ausgang lassen sich jedoch kompatible WiSA-Aktivlautsprecher kabellos mit hochauflösender Audioübertragung verbinden. Diese Option setzt allerdings Lautsprecher voraus, die mit dieser Technologie ausgestattet sind.
Wie funktioniert der Bypass-Modus (SSP) für die Heimkino-Integration?
Wird ein Eingang auf festen Gain konfiguriert, leitet der PRE35 das Signal ohne Pegeländerung durch. So kann ein Heimkino-Prozessor die Frontkanäle eines Mehrkanalsystems über den PRE35 und die dazugehörige Endstufe steuern, während weiterhin die Möglichkeit besteht, reine Stereoquellen unabhängig davon wiederzugeben.
Können die Module DM36 und SM35 vom Benutzer selbst installiert werden?
In der Regel übernimmt ein autorisierter Fachhändler die Installation, um eine korrekte Inbetriebnahme zu gewährleisten und die Garantie zu erhalten. Die Module werden in vorgesehene Steckplätze im Geräteinneren eingesetzt, doch hierfür muss das Gehäuse geöffnet und mit empfindlichen elektronischen Bauteilen gearbeitet werden.
Ist der PRE35 mit Haussteuerungssystemen kompatibel?
Ja, über den RS-232-Anschluss und die IR-Ein- und -Ausgänge lässt sich der PRE35 in zentrale Steuerungssysteme (Control4, Crestron usw.) einbinden. Grundfunktionen wie Lautstärke, Quellwahl und Standby lassen sich so über eine einheitliche Haussteuerungsoberfläche bedienen.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 7350104710224





