Der Advance Paris PlayStream A5 ist ein vernetzter Verstärker mit einer Leistung von 2 x 80 W an 8 Ohm. Er verfügt über High-Bias-Technologie und vereint klassische Audioeigenschaften mit Netzwerkfunktionen. Der Preis liegt bei etwa 900 bis 1000 Euro und richtet sich an das mittlere Segment der PlayStream-Reihe.
Ein Design, das sein Erbe stolz zeigt
Die Front des PlayStream A5 zieren zwei blau hinterleuchtete VU-Meter – das visuelle Markenzeichen von Advance Paris, das ebenso polarisiert wie begeistert. Diese ästhetische Entscheidung ist keineswegs rein dekorativ, sondern bietet eine sofortige visuelle Rückmeldung über die abgegebene Leistung. Das Metallgehäuse vermittelt mit seinen 8,1 kg Solidität, während die Front aus getöntem Plexiglas einen modernen Akzent setzt.
Besonderes Augenmerk wurde auf die Ergonomie gelegt: Der zentrale Drehregler bietet ein präzises und angenehmes Bediengefühl, ergänzt durch ein Touch-Bedienfeld im unteren Bereich für die schnelle Quellenauswahl. Das mittig platzierte Display ist zwar kompakt, zeigt aber alle wichtigen Informationen klar an. Mit den Maßen 430 x 135 x 370 mm lässt sich das Gerät problemlos in die meisten Hi-Fi-Möbel integrieren.
Ein geschätztes Detail: Der High-Bias-Schalter auf der Rückseite ist leicht zugänglich und ermöglicht das Aktivieren oder Deaktivieren dieser Funktion je nach Hörvorliebe.
Technische Architektur: Die Raffinesse des High-Bias
Im Herzen des PlayStream A5 arbeitet eine AB-Verstärkung mit 2x80 Watt an 8 Ohm (2x130 Watt an 4 Ohm). Die eigentliche technische Besonderheit ist jedoch die High-Bias-Technologie. Durch die Erhöhung des Ruhestroms der Ausgangstransistoren kann der Verstärker auf den ersten Watt quasi im Class-A-Betrieb arbeiten.
Konkret bedeutet das einen wärmeren und detailreicheren Klang bei moderater Lautstärke – genau in dem Bereich, in dem das menschliche Ohr besonders empfindlich auf Verzerrungen reagiert. Die Messwerte sprechen für sich: eine Verzerrung von weniger als 0,004 % bei 1 kHz und 24 Watt, ein Signal-Rausch-Verhältnis von 98 dB und ein Frequenzgang von 20 Hz bis 80 kHz.
Die Stromversorgung basiert auf einem großzügig dimensionierten Ringkerntrafo (11,5 x 7 cm), unterstützt von zwei Siebkondensatoren mit jeweils 10.000 µF. Diese üppige Stromreserve sorgt für eine stabile Leistungsabgabe auch bei schwierigen Lasten. Die Phonostufe verdient eine besondere Erwähnung: Sie ist für MM- oder MC-Tonabnehmer konfigurierbar (mit zwei Gain-Stufen) und setzt auf rauscharme NJM2068-Operationsverstärker.
Für die digitale Wandlung verwendet Advance Paris einen Cirrus Logic WM8740 DAC in Kombination mit einem AK4113-Empfänger. Diese bewährte Kombination verarbeitet PCM-Signale bis 24 Bit/192 kHz (koaxial) und 24 Bit/96 kHz (optisch).
Konnektivität: Das Beste aus zwei Welten
Die Anschlussvielfalt des PlayStream A5 ist in dieser Preisklasse selten zu finden. Im analogen Bereich gibt es sechs Cinch-Eingänge, darunter einen konfigurierbaren Phono-Eingang, ergänzt durch Rec Out, Pre Out und sogar zwei aktiv gefilterte Subwoofer-Ausgänge. Der Amp-In-Eingang ermöglicht die Nutzung ausschließlich der Endstufe, während der Pre-Out den Anschluss einer externen Endstufe erlaubt.
Auch digital ist der A5 bestens ausgestattet: vier Eingänge (ein koaxial, drei optisch) und ein USB-A-Port für hochauflösende Dateien. Das Fehlen eines USB-B-Eingangs für den direkten Anschluss an einen Computer ist eine der wenigen Schwächen der Anschlusssektion.
Das integrierte Netzwerkmodul unterstützt sowohl kabelgebundenes Ethernet als auch WLAN und ist nativ kompatibel mit DLNA und AirPlay. Die Liste der unterstützten Streaming-Dienste ist beeindruckend: Spotify Connect, Qobuz, Tidal, Deezer, TuneIn, Napster, iHeartRadio, vTuner… Ein FM/DAB+-Tuner rundet das Angebot ab, mit drei separaten Antennen (FM, DAB, WLAN) für optimalen Empfang.
Bemerkenswert: Bluetooth ist nicht serienmäßig integriert, sondern über optionale Module X-FTB01 oder X-FTB02 (letzteres unterstützt aptX HD) nachrüstbar. So bleibt der Preis attraktiv und das Gerät für Interessierte flexibel erweiterbar.
Inbetriebnahme und Alltagserfahrung
Die Ersteinrichtung des PlayStream A5 gestaltet sich äußerst einfach. Die Advance Paris App, verfügbar für iOS und Android, führt Schritt für Schritt durch die Netzwerkanbindung und die Konfiguration der Streaming-Dienste. Über das zentrale Drehrad sind alle Einstellungen leicht zugänglich: Klangregler (Bass, Höhen), Balance, Loudness und eine Bypass-Funktion für Puristen.
Im Alltag zeigt sich der Verstärker absolut stabil und reaktionsschnell. Das Umschalten zwischen den Quellen erfolgt augenblicklich, und die Steuerung der Streaming-Dienste läuft ohne wahrnehmbare Verzögerung. Die mitgelieferte Fernbedienung ist zwar unspektakulär, erfüllt aber mit klar unterscheidbaren Tasten zuverlässig ihren Zweck.
Die Anzeige von Metadaten (Titel, Künstler, Bitrate) beim Streaming oder über Bluetooth ist ein willkommenes Detail. Die Klangregler, von manchen Puristen verschmäht, sind praktisch, um akustische Schwächen eines Raums auszugleichen oder die Klangsignatur an die eigenen Vorlieben anzupassen.
Positionierung innerhalb der PlayStream-Reihe
Der PlayStream A5 nimmt die Mittelposition zwischen den Modellen A1 (2x52W) und A7 (2x115W) ein. Im Vergleich zum A1 bietet er deutlich mehr Leistung, zusätzliche analoge und digitale Eingänge sowie einen konfigurierbaren MM/MC-Phono-Eingang. Gegenüber dem A7 verzichtet er auf 35 Watt pro Kanal, den HDMI ARC-Eingang und ein zweites Paar Lautsprecherklemmen für Bi-Wiring oder Bi-Amping.
Diese Positionierung ist besonders stimmig: Der A5 bietet die wichtigsten Funktionen der Serie, ohne die Mehrkosten für die Heimkino-Features des A7. Für den reinen Stereo-Betrieb mit Lautsprechern mittlerer bis hoher Empfindlichkeit sind seine 80 Watt in den meisten Wohnsituationen mehr als ausreichend.