Der Advance Paris X-i1100 ist ein Vollverstärker, der 2 x 220 W an 8 Ohm liefert. Er verfügt über eine High-Bias-Funktion, die einen Betrieb in Klasse A bis zu 45 W ermöglicht. Das Gerät beinhaltet eine Digitalsektion mit einem Burr Brown PCM1796 Wandler sowie einen intern in fünf isolierte Bereiche unterteilten Aufbau. Es ist darauf ausgelegt, alle aktuellen Audioquellen aufzunehmen. Das Design greift die markentypischen ästhetischen Elemente auf, wie eine schwarze Glasfront und blau beleuchtete VU-Meter.
Mechanischer Aufbau für höchste Performance
Das Chassis des X-i1100 zeugt von einem konsequenten Ansatz in der Audiokonstruktion. Die Stahlstruktur ist in fünf separate Kammern unterteilt, die jeweils eine galvanische Isolierung bilden und elektromagnetische Störungen zwischen den verschiedenen Schaltkreisen begrenzen. Diese Segmentierung trägt auch zur Steifigkeit des Gehäuses bei und reduziert unerwünschte Vibrationen. Massive schwarze Aluminiumseiten und ein gelochter Deckel unterstützen die Wärmeableitung und unterstreichen die visuelle Identität des Geräts.
Die Verstärkerplatinen sind auf großzügigen Kühlkörpern montiert, die für die Ableitung der von den Leistungstransistoren erzeugten Wärme unerlässlich sind. Die Verbindung zwischen diesen Platinen und den Ausgangsklemmen erfolgt über 4mm²-Kabel, die für die Übertragung hoher Ströme ohne Verluste dimensioniert sind. Diese Sorgfalt bei der internen Verkabelung spiegelt sich auch in der Auswahl der Bauteile wider: Metallschichtwiderstände für thermische Stabilität und Polypropylenkondensatoren, die für ihre klangliche Transparenz bekannt sind.
Die Front aus schwarzem Plexiglas integriert zwei blau beleuchtete analoge VU-Meter – ein Markenzeichen seit den ersten Verstärkern der Marke. Ein zentraler Drehgeber ermöglicht die Navigation durch die Menüs und die Lautstärkeregelung, während eine 6,35mm-Kopfhörerbuchse die rechte untere Ecke einnimmt.
Hybride Verstärkerarchitektur und High-Bias-Funktion
Die Endstufe des X-i1100 basiert auf einer Triple-Push-Pull-Konfiguration pro Kanal, bei der jeweils drei Paare bipolare Transistoren vom Typ NJW0281G und NJW0302G eingesetzt werden. Diese Topologie verteilt die thermische und elektrische Last, sorgt für bessere Linearität und eine erhöhte Stromkapazität.
Das Hauptmerkmal ist die High-Bias-Funktion, die über einen Schalter auf der Rückseite aktiviert wird. Im eingeschalteten Zustand steigt der Ruhestrom der Transistoren deutlich an, sodass der Verstärker bis zu 45W pro Kanal im reinen Klasse-A-Betrieb arbeitet. In diesem Modus leiten beide Zweige des Push-Pull-Verstärkers das Signal über den gesamten Bereich gleichzeitig, wodurch die für Klasse AB typische Übernahmeverzerrung eliminiert wird. Über 45W erfolgt der Übergang zur Klasse AB automatisch und ohne hörbare Unterbrechung.
Dieser hybride Ansatz entspricht der Hörrealität: Die meiste Zeit hören wir bei moderaten Pegeln, bei denen Klasse A ihre harmonische Fülle entfaltet. Bei dynamischen Passagen, die mehr Leistung erfordern, übernimmt die Klasse AB und liefert bis zu 220W an 8Ω (400W an 4Ω) ohne Clipping.
Die Stromversorgung basiert auf einem 700VA-Ringkerntransformator und bietet eine Siebkapazität von 60.000µF. Diese großzügigen Werte gewährleisten eine sofortige Stromreserve für musikalische Transienten und halten die Spannung auch in anspruchsvollsten Passagen stabil.
Digitalsektion und integrierter Wandler
Der X-i1100 verfügt über eine vollständige Digitalsektion und positioniert sich damit als All-in-One-Lösung für digitale Quellen. Der Digital-Analog-Wandler Burr Brown PCM1796, eine Referenz im High-End-Bereich, akzeptiert Signale bis zu 24 Bit/192kHz.
Die Verwaltung der digitalen Ströme erfolgt über zwei separate Empfänger. Für den USB-B-Eingang sorgt ein X-Mos-Prozessor in Verbindung mit einem USB3318-Controller für asynchronen Betrieb und Jitter-Korrektur, was eine optimale Übertragung vom Computer garantiert. Die anderen Digitaleingänge (AES/EBU, koaxial und optisch) werden von einem Cirrus Logic CS8416 Empfänger verwaltet.
Diese Dual-Empfänger-Architektur optimiert die Signalverarbeitung je nach Quelle: Der X-Mos ist auf USB spezialisiert, während der CS8416 für seine Robustheit bei S/PDIF-Signalen bekannt ist. Das Vorhandensein eines AES/EBU-Eingangs, dem professionellen Standard, unterstreicht den technischen Anspruch des Produkts.
Umfassende Anschlussvielfalt und vielseitige Nutzung
Die Rückseite offenbart eine besonders umfangreiche Anschlussvielfalt. Im analogen Bereich gibt es vier unsymmetrische RCA-Eingänge, einen symmetrischen XLR-Eingang und einen umschaltbaren Phono-Eingang MM/MC über einen eigenen Schalter. Der “Amp In”-Eingang ermöglicht die Nutzung des X-i1100 als reine Endstufe und umgeht die Vorverstärkersektion.
Zu den Ausgängen gehören ein Vorverstärkerausgang zum Anschluss einer externen Endstufe sowie ein konfigurierbarer REC/SUB-Ausgang. Zwei 12V-Trigger-Ausgänge ermöglichen das synchrone Einschalten kompatibler Geräte.
Im digitalen Bereich bietet das Gerät einen AES/EBU-Eingang, vier optische Eingänge, zwei koaxiale Eingänge und den bereits erwähnten USB-B-Port. Diese Vielzahl an Digitaleingängen deckt die wachsende Zahl an Quellen ab: CD-Player, Streamer, Spielkonsolen, Fernseher…
Die Lautsprecheranschlüsse, zwei Paare an der Zahl, ermöglichen Bi-Wiring durch abnehmbare Brücken. Ihre robuste Ausführung erlaubt die Verwendung von Kabeln mit großem Querschnitt, Bananensteckern oder Gabelschuhen.