Fünfzig Jahre nach seinem ersten Farb-Videoprojektor erreicht Sony mit diesem Modell einen Meilenstein: Es vereint endlich native 4K-Auflösung und Lasertechnologie in einem Gerät zu einem erschwinglichen Preis. Der VPL-XW5000ES tritt die Nachfolge der lampenbasierten Referenzen VPL-VW290ES und VPL-VW590ES an und übernimmt deren Preispositionierung, bietet jedoch eine nahezu verschleißfreie Lichtquelle und eine pixelgenaue Darstellung ohne Kunstgriffe.
4K-Auflösung ohne Pixel-Shifting
Der VPL-XW5000ES verwendet drei 0,61-Zoll-SXRD-Panels mit jeweils 3840 × 2160 Pixeln, eines pro Primärfarbe. Diese Sony-eigene LCoS-Technologie (Liquid Crystal on Silicon) projiziert die 8,3 Millionen Pixel gleichzeitig, ohne auf Pixel-Shifting oder „Double Flashing“ zurückzugreifen, wie es einige DLP- oder LCD-Projektoren nutzen, um aus Panels mit geringerer Auflösung ein 4K-Bild zu simulieren. Die Panels dieser Generation sind kompakter als die der Vorgängermodelle (0,74 Zoll) und setzen auf ein strikt 16:9-formatiges Raster statt auf das im professionellen Kinobereich übliche 17:9-Format. Diese Wahl vereinfacht die Installation auf standardisierten Heimkino-Leinwänden.
Die verkleinerte Panelgröße ermöglichte die Entwicklung eines kompakteren optischen Blocks. Der VPL-XW5000ES wiegt 13 kg und misst 460 × 200 × 472 mm, also rund 30 % weniger Volumen und 35 % weniger Gewicht als der frühere Laserprojektor VPL-VW915ES, der zudem deutlich teurer war.
Laserlichtquelle und verlängerte Lebensdauer
Die Z-Phosphor-Technologie basiert auf blauen Laserdioden, deren Strahl durch ein Phosphorrad geführt wird, um weißes Licht zu erzeugen, das anschließend in Rot, Grün und Blau aufgeteilt wird. Diese Lichtquelle liefert 2000 Lumen und behält ihre Helligkeit über etwa 20.000 Stunden weitgehend stabil, bevor sie auf die Hälfte ihrer ursprünglichen Intensität absinkt. Zum Vergleich: Die UHP-Lampen der älteren Modelle verloren bereits nach einigen Tausend Stunden spürbar an Leuchtkraft und mussten kostenintensiv ersetzt werden.
Der Laser bietet einen weiteren Vorteil: seine präzise, bildgenaue Modulation. Die dynamische Steuerung passt die Lichtintensität in Echtzeit an den Bildinhalt an und erzielt so ein dynamisches Kontrastverhältnis, das Sony als „unendlich“ bezeichnet. Die tiefen Schwarztöne des VPL-XW5000ES können mit denen seiner lampenbasierten Vorgänger mithalten, allerdings sollte dafür der maximale Dynamikkontrast-Modus aktiviert werden.
Die Einschaltzeit fällt etwas länger aus, als man bei einem Laserprojektor erwarten würde: Zwischen dem Einschalten und der Bildanzeige vergehen etwa 50 Sekunden. Das Ausschalten dauert hingegen nur rund 15 Sekunden.
Videoprozessierung aus den BRAVIA-Fernsehern
Der an Projektoren angepasste X1-Ultimate-Prozessor übernimmt die Bildverarbeitungsalgorithmen der hochwertigen Sony-BRAVIA-Fernseher. Er sorgt für ein überzeugendes Upscaling von Full-HD-Inhalten auf 4K – eine nützliche Funktion, da der Großteil der TV-Sendungen und Sportübertragungen weiterhin in 1080p ausgestrahlt wird.
Die HDR-Verarbeitung analysiert jedes einzelne Bildelement, um Kontrast und Farben separat zu optimieren. Der Dynamic HDR Enhancer passt das Tone Mapping szenenweise an, erhält Details in Spitzlichtern und lässt gleichzeitig Schatten nicht absaufen. Unterstützt werden HDR10 und HLG, nicht jedoch HDR10+, wofür eine HDMI-2.1-Schnittstelle erforderlich wäre, die diesem Modell fehlt.
Die Reality-Creation-Funktion schärft den subjektiv wahrgenommenen Bildeindruck, indem sie Texturen analysiert. Eine zu stark eingestellte Schärfung kann bei manchen komprimierten Inhalten Bildrauschen verstärken; es empfiehlt sich daher, mit moderaten Werten zu beginnen und je nach Quelle nachzujustieren.
TRILUMINOS PRO-Farbwiedergabe
Der TRILUMINOS-PRO-Algorithmus berechnet für jede Farbe Sättigung, Farbton und Helligkeit, um natürliche Nuancen wiederzugeben. Sony gibt eine Abdeckung von 95 % des DCI-P3-Farbraums an, unabhängige Messungen sehen diesen Wert jedoch eher bei 80 bis 85 %, je nach Gerät und Einstellungen. Für diese Preisklasse ist das ein respektabler Wert, auch wenn das höher positionierte Modell XW7000ES etwas besser abschneidet.
Der ab Werk auf den Rec.709-Standard kalibrierte Modus „Reference“ liefert bereits out of the box ein sehr naturgetreues Bild. Eine professionelle Kalibrierung ist dennoch empfehlenswert, um das volle Potenzial des Projektors auszuschöpfen – zumal bei einer stabilen Laserquelle eine einzige Kalibrierung die gesamte Lebensdauer des Geräts abdeckt.
Manuelle Installation und Einstellungen
Das Hybridobjektiv aus Glas und Kunststoff stammt aus Sonys HW-Serie (Full HD). Zoom, Fokus und Lens-Shift werden manuell über Ringe und Schrauben am Gehäuse eingestellt. Der Zoom bietet einen Faktor von 1,6×, das Projektionsverhältnis reicht von 1,38:1 bis 2,21:1. Für ein Bild mit 2,50 m Breite muss der Projektor in einer Distanz zwischen 3,45 und 5,53 m zur Leinwand stehen.
Der vertikale Lens-Shift beträgt ± 71 %, der horizontale ± 25 %, was eine gewisse Flexibilität beim Versatz des Bildes erlaubt, falls der Projektor nicht perfekt mittig positioniert werden kann. Diese Werte bleiben allerdings hinter denen der motorisierten Modelle der höheren Serien zurück.
Das Fehlen einer Motorisierung bedeutet auch, dass keine Objektiv-Positionsspeicher vorhanden sind. Nutzer von 2,35:1-Leinwänden mit Maskierung können daher nicht automatisch zwischen verschiedenen Konfigurationen umschalten. Dies ist ein bewusst in Kauf genommener Kompromiss von Sony, um den Preis niedrig zu halten.
Anschlüsse und Integration in die Hausautomation
Das Anschlussfeld an der linken Seite umfasst zwei HDMI-2.0b-Eingänge mit HDCP-2.3-Unterstützung, einen Ethernet-Port zur Netzwerksteuerung, eine RS-232C-Schnittstelle für die Einbindung in Hausautomationssysteme, einen 12-V-Trigger zum Ansteuern einer Motorleinwand sowie einen Eingang für einen externen IR-Empfänger. Ein USB-Port stellt 5 V / 500 mA zur Stromversorgung eines Streaming-Dongles bereit, unterstützt jedoch keine direkte Wiedergabe von Mediendateien.
Der VPL-XW5000ES ist kompatibel mit Control4, Crestron, Savant und AMX und unterstützt die Fernwartungsplattformen OvrC und Domotz.
Gaming-Performance
Im Modus zur Latenzreduktion sinkt der Input-Lag auf etwa 20 ms bei 4K/60 Hz und auf 12 ms bei 1080p/120 Hz. Diese Werte sind für die meisten Spiele absolut ausreichend, liegen aber noch über dem Niveau spezieller Gaming-Monitore. Das Fehlen eines HDMI-2.1-Anschlusses verhindert 4K/120 Hz: Gamer müssen sich zwischen maximaler Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde oder höherer Bildfrequenz in Full HD entscheiden.
3D wird von diesem Modell nicht unterstützt. Liebhaber stereoskopischer Inhalte müssen zum XW7000ES greifen, der über einen optionalen externen Sender 3D-fähig ist.
Geringe Betriebslautstärke
Sony gibt 24 dB im Standardbetrieb an. In der Praxis bleibt das Lüftergeräusch auch bei maximaler Laserleistung dezent, wenngleich der Schalldruck deutlich zwischen den Einstellungen „Laser 0“ und „Laser 100“ ansteigt. Das Gerät kann problemlos an der Decke montiert werden, ohne den Filmgenuss zu stören, solange man nicht direkt darunter sitzt.