Electrocompaniet AW800M
Electrocompaniet AW 800 M, der Referenz-Monoblock
Norwegen, 1976: Electrocompaniet bringt seinen ersten Verstärker auf den Markt, einen Zweikanalverstärker mit 25 Watt, der schnell wegen seiner Transparenz auffällt. Ein halbes Jahrhundert später positioniert der Hersteller einen Referenz-Monoblock an der Spitze seines Katalogs, der diese Linie fortführen soll. Achthundert Watt an 8 Ohm, ein überdimensioniertes Netzteil und drei umschaltbare Betriebsarten: Das aktuelle Flaggschiff der Marke wird weiterhin vollständig in ihrem norwegischen Werk gefertigt.
Fünfundzwanzig Jahre nach dem NEMO AW 600
Ein Vierteljahrhundert lang besetzte der AW 600 NEMO die Spitze der Electrocompaniet-Produktpalette. Bekannt dafür, selbst als schwierig geltende Lautsprecher anzutreiben, wurde er in mehreren führenden Tonstudios eingesetzt. Nach drei Jahren Entwicklungszeit löst ihn der AW 800 M ab – seine Markteinführung fällt mit dem fünfzigjährigen Jubiläum der Marke und dem fünfundzwanzigjährigen Bestehen des NEMO zusammen.
Der Hersteller hat die Elektronik von Grund auf neu entwickelt und beansprucht zugleich dieselbe Klangsignatur wie bei den vorherigen Generationen. Die Silhouette bleibt wiedererkennbar, mit der dunklen Front und dem erhabenen Logo, die für das Haus typisch sind, sodass sich das Gerät optisch sowohl in ein älteres als auch in ein aktuelles Electrocompaniet-System einfügt.
Eine Ausgangsstufe, die die Last ignoriert
Im Kern basiert die Konstruktion auf einer direkt gekoppelten Topologie mit großer Open-Loop-Bandbreite, kombiniert mit einer hohen Slew-Rate (270 V/μs) und Stufen mit sehr großer Bandbreite. Die Gegenkopplung bleibt gering, wodurch die Phasenkohärenz des Signals erhalten bleibt.
Neu ist die Ausgangsstufe. Sie vereint 32 bipolare Transistoren mit hoher Bandbreite und hoher Strombelastbarkeit, die mühelos sehr hohe Ströme liefern können. Ihre Struktur isoliert die Eingangs- und Treiberstufen von der Last, sodass der Ausgang stabil bleibt und praktisch unempfindlich gegenüber dem angeschlossenen Lautsprecher ist. Eine weniger gestörte Stufe benötigt entsprechend weniger Gegenkopplung, und die Verzerrungen sinken auf ein sehr niedriges Niveau: 0,0006 % Gesamtklirrfaktor plus Rauschen, 0,001 % Intermodulation.
Das gesamte Gerät arbeitet in Klasse AB, mit rund zehn Watt in reiner Klasse A vor dem Umschalten; auch alle der Ausgangsstufe vorgeschalteten Stufen arbeiten in Klasse A. Der Dämpfungsfaktor übersteigt 1000 an 8 Ohm: Der Verstärker behält eine starke elektrische Kontrolle über die Tieftonmembran, was bei der Kontrolle anspruchsvoller Lautsprecher hilft und den Bass strafft.
Ein überdimensioniertes Netzteil im Dienst der Stille
Die Versorgung einer solchen Ausgangsstufe erfordert Reserven. Electrocompaniet hat die Siebung auf insgesamt 210 000 μF erhöht und den Strom zwei Ringkerntransformatoren anvertraut, die magnetisch und elektrostatisch geschirmt sind, um Störungen fernzuhalten. Der Netzeingang wird vor den Transformatoren kontinuierlich gegen Netz- und Hochfrequenzstörungen gefiltert.
Die interne Masseführung wurde sehr großzügig dimensioniert und von Gleichricht- und Ausgangsströmen ferngehalten. Das angekündigte Ergebnis: ein sauberes Signal unabhängig von der geforderten Leistung, mit stabiler Klangbühne und einem möglichst schwarzen Hintergrund bei jeder Lautstärke. Der Signal-Rausch-Abstand erreicht 95 dB bezogen auf 1 W an 8 Ohm und 122 dB bezogen auf die volle Leistung. Zu beachten ist, dass der Hersteller die besten Ergebnisse erzielt, wenn das Gerät direkt ans Stromnetz statt an einen Netzfilter angeschlossen wird, da die Filterung bereits integriert ist.
Mono, Stereo, Bi-Amping: ein skalierbares Gehäuse
Ein Schalter auf der Rückseite wechselt den Verstärker zwischen Mono-, Stereo- und Bi-Amping-Betrieb. Diese Flexibilität ermöglicht es, ein System weiterzuentwickeln, ohne von vorn beginnen zu müssen: Ein einzelner AW 800 M versorgt bereits ein Lautsprecherpaar in Stereo mit jeweils 300 Watt pro Kanal an 8 Ohm. Um die 800 Watt des Mono-Betriebs zu nutzen, wird ein Exemplar pro Lautsprecher benötigt, also insgesamt zwei. Im Bi-Amping-Betrieb versorgt ein Block die beiden Wege eines Lautsprechers.
Die Leistung steigt deutlich, wenn die Impedanz sinkt – ein Zeichen für ein großzügig ausgelegtes Netzteil und hohe Stromreserven:
| Last | Stereo (pro Kanal) | Mono |
|---|---|---|
| 8 Ω | 300 W | 800 W |
| 4 Ω | 600 W | 1500 W |
| 2 Ω | 1000 W | 2200 W |
Die Verbindung erfolgt symmetrisch über XLR, mit separaten Eingängen für Mono-Betrieb und Bi-Amping. Vorhanden sind Lautsprecheranschlüsse, ein Masseanschluss sowie ein 12-V-Trigger-Ein- und Ausgang, um das Einschalten mit dem Rest der Anlage zu synchronisieren. Die Eingangsimpedanz von 330 kΩ erleichtert die Kombination mit einem symmetrischen Vorverstärker.
Ein modulares, in Norwegen montiertes Gehäuse
Auch die Konstruktion wurde überarbeitet. Das Gehäuse verfügt über eine vollständig neu entwickelte modulare Struktur, die von zwei Stäben aus schwarz gebürstetem Aluminium gekrönt wird, welche die gesamte Konstruktion versteifen und zugleich die Oberseite prägen. Die getönte Acrylfront trägt ein erhabenes Logo und einen neuen Netzschalter, alles in einer matten Ausführung, die den zeitlosen Stil der Marke aufgreift. Das Gerät steht auf SoundCare SuperSpikes, die gegen Vibrationen isolieren, ohne Möbel zu beschädigen.
Die Abmessungen müssen allerdings berücksichtigt werden: 55 kg pro Block bei 406 mm Breite, 488 mm Tiefe und 292 mm Höhe. Ein Mono-System benötigt daher Platz und eine stabile Aufstellung für zwei Exemplare. Einige Komforteinstellungen erleichtern die Installation: automatisch aktivierbarer oder deaktivierbarer Standby-Modus, schaltbare Ambientebeleuchtung, Netzspannungswahlschalter 115/230 V und ein Verbrauch von unter 0,5 W im Standby.
Was die Presse darüber sagt
Obwohl die Marke manchmal den Begriff Klasse A verwendet, um den Klang der Produkte zu beschreiben, sind ihre Endstufen Verstärker der Klasse A/B, was angesichts der Leistungsklassen logisch ist. Die Architektur des AW 800M ist ziemlich klar, da sie auf einem Dual-Mono- und symmetrischen Prinzip basiert. Die beiden Verstärkerkanäle haben daher die gleiche Architektur, sind aber auf beiden Seiten des Verstärkers vollständig getrennt.
Automatisch übersetzt — Original anzeigen (Französisch)
Technische Daten
Audio-Leistungen
- Eingangsimpedanz: 330 kΩ
- Frequenzgang:
- Aktiver Eingangsfilter: 0,5 - 220 kHz
- Deaktivierter Eingangsfilter: 0,5 - 1,1 MHz
- Spannungsverstärkung:
- Symmetrischer Mono-Eingang: 35 dB (× 56)
- Symmetrischer Stereo-Eingang: 29 dB (× 28)
- Rauschen und Signal-Rausch-Verhältnis:
- Eingangsrauschen (20-20 kHz): < 2 μV
- Signal-Rausch-Verhältnis bei 1 W / 8 Ω Last: 95 dB
- Signal-Rausch-Verhältnis bei voller Leistung: 122 dB
- Verzerrung:
- Gesamte harmonische Verzerrung + Rauschen: 0,0006 %
- Intermodulation: 0,001 %
- Weitere Eigenschaften:
- Slew-Rate: 270 V / μs
- Gleichspannungsausgang: < 5 mV
- Dämpfungsfaktor (8 Ω): > 1000
Ausgangsleistung
Stereo-Modus
- 2 × 300 W bei 8 Ω
- 2 × 600 W bei 4 Ω
- 2 × 1000 W bei 2 Ω
Mono-Modus
- 800 W bei 8 Ω
- 1500 W bei 4 Ω
- 2200 W bei 2 Ω
Anschlüsse
- Eingänge: Symmetrisches XLR, symmetrischer Mono-Eingang, Bi-Amping
- Ausgänge: Lautsprecherklemmen
- Sonstiges: Netzanschluss, 12 V Trigger (Ein-/Ausgang), Masseanschluss
Physikalische Eigenschaften
- Abmessungen (B × T × H): 406 × 488 × 292 mm
- Gewicht: 55 kg
- Schutzfunktionen: Gleichstrom, Überlast, Temperatur
- Standby-Verbrauch: < 0,5 W
Häufig gestellte Fragen
Benötigt man zwei AW 800 M, um in Stereo zu hören?
Nein. Ein einzelnes Exemplar genügt im Stereobetrieb: Es liefert dann 300 Watt pro Kanal an 8 Ohm und versorgt ein Paar Lautsprecher. Der zweite Block wird nur für den Monobetrieb benötigt, bei dem jeder Lautsprecher seinen eigenen 800-Watt-Verstärker erhält.
Unterstützt der Verstärker einen unsymmetrischen RCA-Eingang?
Der Anschluss ist symmetrisch über XLR-Stecker vorgesehen, entsprechend der vollständig symmetrischen Auslegung der Elektronik. Eine Quelle oder ein Vorverstärker mit XLR-Ausgängen ist daher der logische Partner. Bei einer Komponente, die nur mit RCA-Anschlüssen ausgestattet ist, ist eine Anpassung erforderlich – zulasten der Symmetrie des Signals.
Kann man es an einen Netzfilter anschließen?
Das ist möglich, aber der Hersteller gibt an, die besten Ergebnisse beim direkten Anschluss an die Wandsteckdose zu erzielen. Der Netzeingang verfügt bereits über eine kontinuierliche und hochfrequente Filterung, und die Transformatoren sind abgeschirmt, was den Nutzen einer zusätzlichen vorgeschalteten Aufbereitung begrenzt.
Wie verhält er sich an anspruchsvollen Lautsprechern?
Die Leistung verdoppelt sich bei jeder Halbierung der Impedanz nahezu und erreicht im Monobetrieb 2200 Watt an 2 Ohm; der Dämpfungsfaktor liegt über 1000. Der Verstärker behält somit eine hohe Kontrolle über niedrige oder schwankende Lasten, bei denen viele Elektronikgeräte nachlassen.
Worin besteht der Bi-Amping-Modus?
Er weist den beiden Sektionen desselben Lautsprechers einen einzigen Block zu, dem Bass auf der einen und den Höhen auf der anderen Seite, wobei jede ihre eigene Verstärkung vom selben Chassis erhält. Dies setzt einen Lautsprecher voraus, dessen Frequenzweiche diese getrennte Verkabelung ermöglicht.
Ist es darauf ausgelegt, mit dem Rest einer Electrocompaniet-Kette zu kommunizieren?
Sein optischer Stil passt zu aktuellen und älteren Electrocompaniet-Geräten, und der 12-V-Trigger-Ein- und -Ausgang ermöglicht die Verkettung des Einschaltvorgangs mit einem Vorverstärker der Marke oder einer anderen kompatiblen Quelle.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.




