Paulo
Ausgezeichnetes Gerät angesichts des Preises.
Kommentar vom 19. Mai 2026 — Erfahrung vom 30. April 2026
Als Google 2019 den Chromecast Audio einstellte, entstand eine Lücke für alle, die ihre Hi-Fi-Anlage ohne Neukauf ins Streaming-Zeitalter bringen wollten. Der WiiM Mini schließt diese Lücke. Der kleine, schwarze 69-mm-Streamer macht aus jedem Verstärker ein vernetztes System, mit nativer Unterstützung für Spotify, Qobuz, Tidal, Deezer und Amazon Music. Gesteuert wird das Ganze per Mobile-App oder Sprachbefehl.
Der WiiM Mini passt in eine Handfläche. Seine Abmessungen (69 × 69 × 24 mm bei 40 g) erlauben es, ihn hinter einem Verstärker oder einem Paar Aktivlautsprecher zu verstecken, ohne Platz zu beanspruchen. Auf der Oberseite befinden sich drei kapazitive Touch-Tasten (Wiedergabe/Pause, Lautstärke +/-) sowie eine mehrfarbige LED, die den Betriebszustand anzeigt.
Am Rand ist die Anschlussvielfalt für diese Preisklasse einfach, aber vollständig. Es gibt einen analogen 3,5-mm-Miniklinken-Ausgang, einen optischen Toslink-Ausgang, einen analogen Miniklinken-Eingang und einen USB-C-Port für die Stromversorgung. Das Fehlen eines Ethernet-Anschlusses zwingt zur Nutzung von WLAN im 2,4- und 5-GHz-Dualband. Bluetooth 5.2 ergänzt die kabellosen Verbindungsoptionen.
Der optische Toslink-Ausgang ist ein entscheidender Vorteil gegenüber vielen Einstiegs-Streamern. Er erlaubt es, den WiiM Mini als reinen Digitaltransport zu einem externen Wandler zu nutzen und den internen DAC zu umgehen. Diese Konfiguration liefert klanglich die besten Ergebnisse.
Die WiiM-Home-App bündelt den Zugang zu den Streaming-Plattformen: Spotify, Deezer, Qobuz, Amazon Music, Tidal, Napster, TuneIn und iHeartRadio. Sie ermöglicht das Durchsuchen der Kataloge, das Erstellen von Wiedergabelisten/Warteschlangen und die Verwaltung der Geräteeinstellungen. Die Oberfläche ist funktional, aber nicht so ausgefeilt wie die nativen Apps der Streaming-Anbieter.
In der Praxis empfiehlt sich die Nutzung von Spotify Connect oder Tidal Connect. Diese Protokolle ermöglichen die direkte Steuerung der Wiedergabe aus der jeweiligen Dienst-App, mit einer komfortableren Bedienoberfläche und der Garantie einer unterbrechungsfreien Wiedergabe. Der WiiM Mini erscheint in der App als Wiedergabeziel – wie jeder andere Netzwerklautsprecher.
AirPlay 2 öffnet die Tür zum gesamten Apple-Ökosystem. Jede iOS- oder macOS-App kann ihr Audiosignal an den WiiM Mini senden: Apple Music, YouTube, Podcasts, Videos. Die Auflösung ist über AirPlay 2 auf 16 Bit/48 kHz begrenzt, gegenüber 24 Bit/192 kHz über direktes WLAN-Streaming aus der WiiM-Home-App.
Im WiiM Mini arbeitet ein Burr-Brown PCM5121-Wandler, ein bewährter Texas-Instruments-Chip aus dem Einstiegssegment. Die Herstellerangaben nennen ein Signal-Rausch-Verhältnis von 102 dB und einen Klirrfaktor von 0,009 % am Analogausgang. Diese Werte liegen im oberen Mittelfeld für ein Gerät dieser Preisklasse.
Der Analogausgang ist für den Alltagsgebrauch völlig ausreichend: Schreibtischlautsprecher, Zweitanlage, Hintergrundbeschallung. Für eine anspruchsvollere Hi-Fi-Anlage holt der optische Ausgang zu einem externen DAC das klangliche Potenzial des Gerätes deutlich besser heraus. Der Digitalsignalstrom wird dann unverändert, „bitgenau“ („bit-perfect“), bis 24 Bit/192 kHz ausgegeben.
Der Analogeingang fügt eine unerwartete Funktion hinzu: Er digitalisiert das eingehende Signal und gibt es an die Ausgänge oder an andere WiiM-Geräte in einem Multiroom-Setup weiter. Praktisch, um den Klang eines CD-Players oder eines vorverstärkten Plattenspielers in mehreren Räumen zu teilen.
Der WiiM Mini kann auf mehreren Wegen in eine Multiroom-Gruppe eingebunden werden. Über AirPlay 2 lässt er sich mit HomePods, kompatiblen Sonos-Lautsprechern oder anderen zertifizierten Geräten synchronisieren. Über Amazon fügt er sich in Echo-Lautsprechergruppen ein. Über die WiiM-Home-App kann er mit anderen Geräten der Marke gekoppelt werden, um synchronisierte Wiedergabe zu ermöglichen.
Ein unauffällig integriertes Mikrofon dient ausschließlich dazu, die zeitliche Verzögerung zwischen mehreren Lautsprechern in einem Multiroom-Setup automatisch zu kalibrieren. Es ist kein Mikrofon für Sprachbefehle: Diese laufen über ein iPhone, einen HomePod oder einen bereits im Raum vorhandenen Echo.
Alexa und Siri können Wiedergabe, Lautstärke und Titelauswahl per Sprachbefehl steuern, sofern sie in der App eingerichtet wurden. Der WiiM Mini besitzt kein integriertes Mikrofon für direkte Spracherkennung.
Die WiiM-Home-App bietet 26 Equalizer-Voreinstellungen nach Musikgenre, ergänzt durch einen grafischen 10-Band-Equalizer und einen parametrischen Equalizer. Letztere, technischere Option erlaubt gezielte Eingriffe bei bestimmten Frequenzen, um Raumprobleme zu korrigieren oder die Eigenheiten von Lautsprechern auszugleichen.
Die Funktion „Adaptive EQ“ passt die Frequenzkurve automatisch anhand der Metadaten des aktuellen Titels an. Das Resultat ist Geschmackssache: Manche werden die gesteigerte Dynamik bei Rockmusik schätzen, andere bevorzugen eine neutrale Wiedergabe und schalten die Funktion ab.
Der Pegel des Analogausgangs lässt sich je nach verwendetem Verstärker-Eingang auf 2 Vrms, 1 Vrms, 800 mVrms oder 500 mVrms festlegen. Im Modus „variabel“ wird die Lautstärke über die App oder die Tasten am Gerät geregelt. Im Modus „fest“ gibt der WiiM Mini das Signal mit konstantem Pegel aus, die Lautstärkeregelung übernimmt dann ausschließlich der Verstärker.
Kann der WiiM Mini einen Chromecast Audio ersetzen?
Teilweise. Er übernimmt die WLAN-Streaming-Funktionen und die App-Steuerung, mit höherer Audioqualität (24 Bit/192 kHz gegenüber 24 Bit/96 kHz). Er unterstützt jedoch nicht das Google-Cast-Protokoll. Nutzer, die von Android-Apps per Chromecast streamen, sollten zum WiiM Pro greifen.
Braucht man einen externen DAC, um den WiiM Mini voll auszunutzen?
Nein, der integrierte DAC reicht für die meisten Anwendungen aus. Ein externer DAC am optischen Ausgang verbessert die Wiedergabe an einer hochwertigen Hi-Fi-Anlage deutlich, ist aber eine zusätzliche Investition, die in Relation zu Lautsprechern und Verstärker bewertet werden sollte.
Funktioniert der WiiM Mini mit Apple Music?
Ja, über AirPlay 2. Apple Music ist nicht direkt in die WiiM-Home-App integriert, aber das Streaming funktioniert über die Apple-Music-App auf iPhone, iPad oder Mac. Die maximale Auflösung über AirPlay 2 beträgt 16 Bit/48 kHz.
Welche Audioformate kann der WiiM Mini wiedergeben?
Der WiiM Mini decodiert die Formate MP3, AAC, ALAC, APE, FLAC, WAV, WMA und OGG. Er verarbeitet Hi-Res-Dateien bis 24 Bit/192 kHz über WLAN. Das Format AIFF-C wird nicht unterstützt.
Paulo
Ausgezeichnetes Gerät angesichts des Preises.
Kommentar vom 19. Mai 2026 — Erfahrung vom 30. April 2026
Menelaos
Bester Einstiegs-Streamer, um von Bluetooth auf ein echtes Streaming-Erlebnis (App plus Transport) umzusteigen. Verschwindet komplett in der Anlage, und selbst mit einem mittelmäßigen DAC erzielt man eine deutliche Verbesserung.
Kommentar vom 19. Januar 2026 — Erfahrung vom 26. Dezember 2025
Khoyratty
Sehr guter Streamer. Unschlagbares Preis-Leistungs-Verhältnis.
Kommentar vom 4. April 2025 — Erfahrung vom 24. März 2025