Integra DTM-7.4
Übersicht
Nachfolger des DTM-7: Dieser Stereo-Zweikanal-Receiver setzt auf Class-G-Verstärkung und wechselt auf HDMI 2.1 mit 8K-Unterstützung. Integra hat ihn sowohl für den Hi-Fi-Betrieb als auch für die Einbindung in umfassende Smart-Home-Systeme konzipiert. Die MM/MC-Phonostufe profitiert von einer besonderen Auslegung mit separater Platine und patentierten Op-Amp-Schaltungen. Ein vielseitiges Gerät, das die Funktionen eines Streamers, Verstärkers und Videoswitches in sich vereint.
Class-G-Verstärkung mit geringer Gegenkopplung
Die Endstufe liefert 110 W pro Kanal an 8 Ohm (20 Hz – 20 kHz, 0,08 % THD). Die Class-G-Topologie arbeitet mit zwei getrennten Versorgungsschienen: Die erste versorgt Signalpassagen mit niedrigem Pegel bei reduzierter Spannung, die zweite springt bei anspruchsvolleren Transienten ein. Dieser Ansatz verringert die Wärmeentwicklung im Vergleich zu einer klassischen Class-A/B-Schaltung und erklärt teilweise die kompakte Bauform des Geräts (9 kg bei 435 × 149 × 328 mm).
Die Auslegung mit geringer Gegenkopplung (NFB) reduziert Phasenartefakte an den Enden des Frequenzspektrums. Integra gibt im Direct-Modus – also bei umgangenen Klangregelschaltungen – einen Frequenzgang von 5 Hz bis 100 kHz an. Der Transformator und die niederohmigen Kondensatoren sind Sonderanfertigungen.
Digitale Wandlung und Audioverarbeitung
Der AKM AK4452-Wandler akzeptiert PCM-Signale bis 768 kHz in 32 Bit und verarbeitet DSD-Streams. Dieser für seine geringen Verzerrungen bekannte Chip findet sich auch in mehreren höherklassigen Standalone-DACs.
Die Digitaleingänge umfassen zwei optische und einen koaxialen Eingang, alle auf Stereo-PCM beschränkt. Die vorderen und hinteren USB-Ports lesen von Sticks gespeicherte Dateien (MP3, FLAC, WAV, AIFF, DSD) mit Abtastraten bis 192 kHz für PCM. Die Klangregelung greift bei den Bässen bei 100 Hz und bei den Höhen bei 10 kHz ein, mit einem Regelbereich von ±10 dB in beiden Fällen.
Eine Phonostufe, die es ernst meint
Viele Stereo-Receiver bieten nur einen einfachen MM-Phonoeingang, fast schon aus Pflichtgefühl. Der DTM-7.4 geht weiter mit einem MM- und MC-tauglichen Vorverstärker, der auf einer separaten, abgeschirmten Platine zur Reduktion von Störeinflüssen untergebracht ist. Die von Integra patentierten diskreten Op-Amp-Schaltungen schützen die empfindlichen Signale von Moving-Coil-Tonabnehmern, deren Ausgangsspannung teilweise kaum 0,2 mV überschreitet.
Diese Sorgfalt beim Thema Vinyl ist alles andere als nebensächlich: Sie ermöglicht den Einsatz hochwertiger Tonabnehmer, ohne dass ein externer Phonovorverstärker erforderlich ist.
Vier HDMI-2.1-Eingänge mit 8K-Kompatibilität
Die vier HDMI-Eingänge und der HDMI-Ausgang unterstützen 8K-Video mit 60 Hz oder 4K mit 120 Hz (bis zu 40 Gbit/s) sowie HDCP 2.3, HDR und 4:4:4-Chroma-Subsampling. Der Ausgang verfügt über ARC (Audio Return Channel), sodass der Fernsehton ohne zusätzliches Audiokabel zurück zum Receiver geführt werden kann.
Der Receiver verarbeitet das Videosignal nicht, sondern leitet es unverändert an das Display weiter. HDMI-Quellen können nicht an Zone 2 ausgegeben werden – eine Einschränkung, die man bei Multiroom-Konfigurationen im Blick behalten sollte.
Streaming und Netzwerk: Roon Ready, AirPlay 2, Chromecast
Die Roon-Ready-Zertifizierung gewährleistet eine nahtlose Einbindung in die Musikverwaltungssoftware. Zu den integrierten Diensten zählen Spotify, Amazon Music HD, Tidal, Deezer, Pandora und TuneIn. Chromecast Audio und AirPlay 2 decken die Google- und Apple-Ökosysteme ab. Bluetooth (SBC und AAC) komplettiert das kabellose Angebot, ausschließlich im Empfangsbetrieb.
Die Netzwerkverbindung erfolgt über Dual-Band-WLAN (2,4 und 5 GHz, 802.11ac MIMO 2×2) oder Ethernet. Die IP-Adresse lässt sich durch einen einfachen Druck auf die Display-Taste an der Front abrufen – ein praktisches Detail für die Einrichtung.
Integrationswerkzeuge für Installateure
Hier setzt sich der DTM-7.4 von seinem Verwandten Onkyo TX-8470 ab. Das rückseitige Anschlussfeld ergänzt einen RS232-Port, IR-Ein- und -Ausgänge sowie zwei 12-V-Trigger. Die Weboberfläche ermöglicht die vollständige Konfiguration, das Laden von Einstellungsdateien und den Zugriff auf Diagnosewerkzeuge (Testpattern, EDID/HDCP-Einstellungen, virtuelle Fernbedienung).
Die Kompatibilität mit Control4, Crestron, Josh, Savant, OvrC und Domotz erleichtert die Einbindung in bestehende Smart-Home-Systeme. Die dokumentierte API stellt diskrete Befehle für nahezu alle Funktionen bereit. Die Sprachassistenten Google Assistant und Siri werden über Drittplattformen unterstützt.
Multiroom-Konfiguration und A/B-Lautsprecherklemmen
Der Zone-2-Ausgang speist einen externen Verstärker in einem zweiten Raum. Die Quellenwahl ist dabei auf den Tuner, die analogen Eingänge, die optischen/koaxialen Digitaleingänge (Stereo-PCM), USB, Netzwerk und Bluetooth beschränkt. Die Lautstärke dieser Zone bleibt auf Seiten des DTM-7.4 fest eingestellt – sie wird vom externen Verstärker geregelt.
Die vergoldeten Lautsprecherklemmen akzeptieren zwei Lautsprecherpaare in A/B-Konfiguration. Zwei Subwoofer-Ausgänge ermöglichen den Anschluss eines oder zweier aktiver Subwoofer.
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich der DTM-7.4 vom Onkyo TX-8470?
Beide Geräte basieren auf derselben Plattform und bieten identische Audio-Spezifikationen. Der DTM-7.4 ergänzt einen RS232-Port, IR-Ein- und -Ausgänge, zwei 12-V-Trigger sowie eine erweiterte Kompatibilität mit Haussteuerungssystemen (Control4, Crestron usw.). Diese Funktionen rechtfertigen den Preisunterschied bei professionellen Installationen.
Kann man den DTM-7.4 ausschließlich als Vorverstärker nutzen?
Ja. Über die Haupt-Pre-Outs lässt sich eine externe Endstufe anschließen. Diese Konfiguration umgeht die interne Leistungsverstärkung, während DAC, Phonovorverstärker und Netzwerkfunktionen erhalten bleiben.
Dekodiert der Receiver Dolby-Atmos- oder DTS:X-Streams?
Nein. Der DTM-7.4 ist ein strikt stereophones Gerät. Mehrkanal-Audiostreams, die über HDMI zugeführt werden, werden je nach Quelle ignoriert oder auf zwei Kanäle heruntermischt.
Welche Hi-Res-Audioformate werden über USB unterstützt?
PCM-Dateien (WAV, FLAC, AIFF) bis 192 kHz/24 Bit und DSD-Dateien (2,8 MHz) können von einem USB-Stick wiedergegeben werden. Das System akzeptiert bis zu 20.000 Titel pro Ordner und eine Verzeichnisstruktur mit bis zu 16 Ebenen.
Technische Daten
Audio
- Ausgangsleistung: 110 W / Kanal × 2 Kanäle (8 Ω, 20-20 kHz, 0,08 % THD)
- Frequenzgang: 5 Hz - 100 kHz (+1 / - 3 dB im Direktmodus)
- Lautsprecherimpedanz: 4-16 Ω
- Klangregelung:
- Bass (100 Hz): ± 10 dB
- Höhen (10 kHz): ± 10 dB
- Digital-Analog-Wandler: 768 kHz / 32 Bit - AK4452
Anschlüsse
- HDMI-Eingänge: 4 (8K-kompatibel bis zu 40 Gbit/s und eARC)
- HDMI-Ausgang: 1 (8K-kompatibel bis zu 40 Gbit/s und eARC)
- Audioeingänge:
- 3 analog
- 2 optisch
- 1 koaxial
- 1 Phono MM / MC
- USB vorne und hinten
- Audioausgänge:
- Hauptausgang und Subwoofer-Vorverstärker-Ausgang
- Vorverstärker-/Line-Ausgang Zone 2
- Netzwerkverbindung: Wi-Fi, Ethernet
- AM/FM-Tuner
- Lautsprecheranschlüsse vergoldet
Netzwerk
- Roon Ready zertifiziert
- Streaming: Integriertes Chromecast Audio, AirPlay 2
- Unterstützte Dienste: Spotify, Amazon Music HD, Tidal, Deezer, Pandora, TuneIn Radio
- Bluetooth: SBC, AAC (Empfang von mobilen Geräten und Computern)
Steuerung und Wartung
- Weboberfläche für Konfiguration und Datei-Downloads
- Anzeige der IP-Adresse an der Front
- Konnektivität: IP, RS232, IR-Ein-/Ausgang, 12-V-Trigger
- Kompatible Steuerungsplattformen: Control4 (C4), Crestron, OvrC, Domotz
- Integrierte Diagnosewerkzeuge:
- Testbilder
- EDID-/HDCP-Einstellungen
- Virtuelle Fernbedienung
- Vollständige Programmierschnittstelle (API) mit diskreten Befehlen
- Benutzerdefinierte Steuerungstreiber
Allgemeine Merkmale
- Abmessungen: 435 × 149 × 328 mm
- Gewicht: 9,0 kg
- Stromverbrauch:
- Im Betrieb: 275 W
- Im Standby: 35 W
- Im Tiefschlaf: < 2 W
- Zubehör: Optionales Rack-Montage-Kit (IRK-155-3D)
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: DTM7.4BMMM
- GTIN / EAN : 4573211155709
























