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Michell Engineering Cusis S

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Übersicht

Die Cusis S repräsentiert das goldene Mittel in der von Michell Engineering entwickelten Trilogie aus Moving-Coil-Tonabnehmern. Der britische Hersteller ist seit über einem halben Jahrhundert für seine ikonischen Plattenspieler bekannt. Dieser MC-Tonabnehmer kombiniert einen Shibata-Schliff auf einem Bor-Cantilever mit einem ausgeklügelten Magnetkreis und bietet für seine Preisklasse eine bemerkenswert feinsinnige Klangwiedergabe.

Mechanischer und magnetischer Aufbau: die Obsession fürs Detail

Die Cusis S basiert auf einem für die gesamte Cusis-Reihe gemeinsamen Magnetgenerator, der jedoch speziell auf ihre Eigenschaften optimiert wurde. Im Herzen des Systems sorgt ein Samarium-Kobalt-Magnet in Verbindung mit Reineisen für ein besonders stabiles Magnetfeld. Diese magnetische Stabilität bildet die Grundlage für eine präzise und konstante Abtastung der Rille und minimiert Störschwankungen, die das Signal verfälschen könnten.

Die Wicklung verwendet 30 Mikrometer dünnen Kupferdraht, der mit äußerster Präzision auf einen ultraleichten Anker gewickelt ist. Dieser Anker ist auf einem maßgeschneiderten Dämpfer gelagert, der speziell berechnet wurde, um die ideale Stütze für das bewegte System zu bieten. Anzahl der Windungen, resultierende Ausgangsspannung und selbst das Gehäusematerial wurden exakt auf die Anforderungen des Shibata-Schliffs abgestimmt – eine technische Synergie, in der jede Komponente die Qualitäten der anderen verstärkt.

Das groß dimensionierte Aluminiumchassis absorbiert unerwünschte Vibrationen und bietet zugleich eine steife Plattform für die Montage der Innenkomponenten. Der Hauptkörper, aus hochdichtem Acetal (auch bekannt als Delrin oder Polyoxymethylen) gefertigt, vereint Leichtigkeit mit akustischen Dämpfungseigenschaften. Diese Materialkombination wurde sorgfältig daraufhin abgestimmt, parasitäre Resonanzen zu eliminieren, die die Klangwiedergabe verfärben könnten.

Der Shibata-Schliff: ein Profil auf Exzellenz getrimmt

Die Shibata-Nadel der Cusis S verdient besondere Beachtung. Ursprünglich in den 1970er-Jahren für die Quadrophonie entwickelt, weist dieser hyperelliptische Diamantschliff eine deutlich größere Kontaktfläche zu den Rillenflanken auf als konische oder Standard-elliptische Nadeln. Diese größere Kontaktfläche erlaubt nicht nur, mehr Informationen aus der Rille zu extrahieren – vor allem im Hochtonbereich –, sondern reduziert dank einer optimalen Druckverteilung auch den Verschleiß der Schallplatte.

Das Shibata-Profil folgt den feinsten Rillenmodulationen mit chirurgischer Präzision und offenbart Klangdetails, die mit konventionellen Schliffen verborgen bleiben. Diese außergewöhnliche Abtastfähigkeit resultiert in einer Kanaltrennung von 25 dB und einem Frequenzgang bis 35.000 Hz. Der Bor-Cantilever, auf dem die Nadel montiert ist, bringt Steifigkeit und Leichtigkeit mit – zwei essenzielle Eigenschaften für eine verlustarme Übertragung der Schwingungen zum Generator.

Strategische Positionierung innerhalb der Cusis-Reihe

Die Cusis S nimmt innerhalb der Cusis-Trilogie eine zentrale Position zwischen dem Einstiegsmodell Cusis E und dem Flaggschiff Cusis M ein. Diese Mittelposition ist kein Kompromiss, sondern ein sorgfältig austariertes Gleichgewicht zwischen Leistung und Zugänglichkeit.

Im Vergleich zur Cusis E mit elliptischer Nadel auf Aluminium-Cantilever profitiert die Cusis S von substantiellen Verbesserungen. Ihr Frequenzgang reicht von 20 Hz bis 35.000 Hz gegenüber 20–25.000 Hz beim E-Modell, während die Kanaltrennung von 23 auf 25 dB steigt. Der Bor-Cantilever ersetzt Aluminium und verbessert das Tracking komplexer Rillenmodulationen deutlich.

Gegenüber dem höher positionierten Modell Cusis M mit MicroLine-Schliff und einem mit Carbon gefüllten Acrylgehäuse bewahrt die Cusis S den Kern der klanglichen Qualitäten, bleibt dabei jedoch deutlich erschwinglicher. Die Cusis M treibt die Performance bis 15–45.000 Hz mit 28 dB Kanaltrennung, doch der hörbare Unterschied bleibt bei den meisten Anlagen und Aufnahmen subtil.

Inbetriebnahme und Kompatibilität

Mit einer Ausgangsspannung von 0,40 mV zählt die Cusis S zu den MC-Tonabnehmern mit relativ geringer Ausgangsleistung und erfordert einen passenden Phonovorverstärker oder einen hochwertigen Übertrager. Die empfohlene Abschlussimpedanz von 100 Ohm und die Innenimpedanz von 4,5 Ohm machen sie mit der Mehrheit der am Markt erhältlichen MC-Phonostufen kompatibel.

Die Auflagekraft von 2,0 Gramm, ein Standardwert für diesen Tonabnehmertyp, erleichtert die Justage an den meisten Tonarmen. Das Gesamtgewicht von 8,9 Gramm liegt im Normbereich; bei ultraleichten Armen kann eine Anpassung des Gegengewichts erforderlich sein. Die im Chassis integrierten Gewindeeinsätze und die von Michell mitgelieferte Auswahl an Schrauben verschiedener Längen vereinfachen die Montage erheblich.

Eine Mindest-Einspielzeit von 40 Stunden wird empfohlen, damit die Aufhängung ihre optimalen Eigenschaften erreicht. Während dieser Phase verfeinern sich die klanglichen Qualitäten des Systems stetig, insbesondere hinsichtlich Geschmeidigkeit und Offenheit im Mittel-Hochton.

Technische Daten

Mechanischer Aufbau

  • Typ: Moving-Coil-Tonabnehmer (MC)
  • Nadel: Shibata
  • Nadelträger: Bor
  • Gehäuse: breites Aluminiumgehäuse
  • Korpus: hochdichtes Acetal

Audioleistung

  • Auflagekraft: 2,0 g
  • Frequenzgang: 20 Hz – 35.000 Hz
  • Kanaltrennung: 25 dB
  • Kanalgleichheit: < 1 dB
  • Abtastfähigkeit: 70 µ / 2,0 g
  • Compliance: 8 × 10⁻⁶ cm / dyne

Elektrische Eigenschaften

  • Ausgangsspannung: 0,40 mV
  • Empfohlene Last: 100 Ω
  • Innenimpedanz: 4,5 Ω
  • Wicklung: 30 μm reines Kupfer, präzisionsgewickelt

Technisches Design

  • Magnet: Samarium-Kobalt + Reineisen für optimale magnetische Stabilität
  • Dämpfer: kundenspezifisch entwickelt für perfekte Rillenverfolgung
  • Optimierung: Ausgang, Windungszahl und Materialien auf die Shibata-Nadel abgestimmt

Allgemeine Informationen

  • Gewicht: 8,9 g
  • Empfohlene Einspielzeit: > 40 Stunden

Häufig gestellte Fragen

Ist der Shibata-Schliff wirklich allen elliptischen Nadeln bei jeder Musikrichtung überlegen?

Der Shibata-Schliff brilliert bei feinen Details und hohen Frequenzen – besonders vorteilhaft für klassische Musik, akustischen Jazz und audiophile Aufnahmen. Bei abgenutzten oder durchschnittlichen Vinyls kann er mitunter stärker auf vorhandene Mängel hinweisen. Entgegen gängiger Annahmen verursacht eine gut justierte Shibata-Nadel jedoch weniger Plattenverschleiß als eine elliptische, da die größere Kontaktfläche den Druck besser verteilt.

Worin besteht der konkrete Unterschied zwischen den 0,35 mV der Cusis E und den 0,40 mV der Cusis S?

Dieser Unterschied von 0,05 mV mag gering erscheinen, entspricht aber rund 14 % zusätzlichem Signal. In der Praxis resultiert das in einem besseren Signal-Rausch-Verhältnis – besonders willkommen bei einfacheren Phonovorverstärkern, die bei sehr niedrigen Ausgangsspannungen rauschen können. Die Cusis S bietet somit mehr Flexibilität bei der Wahl des Vorverstärkers.

Eignet sich die Cusis S für mittelschwere Tonarme?

Mit einer Compliance von 8 × 10⁻⁶ cm/dyne weist die Cusis S eine für MC-Systeme typische, relativ geringe Nadelnachgiebigkeit auf. Sie harmoniert perfekt mit Tonarmen mittlerer bis höherer effektiver Masse (10 bis 25 Gramm). Arme von Rega, SME der M-Serie, Michell TecnoArm oder vergleichbare Modelle sind ideale Spielpartner für diesen Tonabnehmer.

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