Questyle CMA Fifteen
Questyle CMA Fifteen: Referenz-Kopfhörerverstärker und DAC
Fünfzehn Jahre technologischer Weiterentwicklung in einem kompakten Gehäuse: Der CMA Fifteen markiert einen wichtigen Meilenstein für Questyle. Dieser Kopfhörerverstärker mit DAC übernimmt die Grundlagen des CMA Twelve und integriert zugleich eine neue Architektur, die erstmals einen DAC-Chip mit Stromausgang mit Verstärkerstufen kombiniert, die nach demselben Prinzip arbeiten. Das Ergebnis ist eine Audiokette, in der das Signal von Anfang bis Ende zirkuliert, ohne zwischengeschaltete Wandlungen zwischen Strom und Spannung.
Eine Architektur, die überflüssige Wandlungen eliminiert
Die meisten hochwertigen Wandler geben ihr Signal in Form von Strom aus. Klassische Verstärker verlangen jedoch einen Spannungseingang, was eine zusätzliche Wandlerstufe im Signalweg erzwingt. Der CMA Fifteen umgeht diesen Schritt, indem er den ESS-ES9038PRO-Chip direkt mit vier Verstärkern im Strommodus koppelt – eine vollständig symmetrische Topologie, die sich Questyle hat patentieren lassen (US 9614483 B2). Dieser Ansatz, Current Mode² genannt, erhält die Signalintegrität von der Digital-Analog-Wandlung bis zu den Kopfhörerwandlern.
Die Wandlersektion unterstützt PCM-Formate bis 768 kHz in 32 Bit sowie DSD512 im nativen Modus. Ein vollständiges MQA-Decoding ist ebenfalls integriert und wird über spezielle LEDs an der Front angezeigt: Grün für Standard-MQA-Inhalte, Blau für MQA-Studio-Dateien.
Leistung und Einstellungen für alle Kopfhörer
An der Front befinden sich drei Kopfhörerausgänge: unsymmetrische 6,35-mm-Klinke, symmetrische 4,4-mm-Klinke und 4-poliges XLR. Im symmetrischen Betrieb liefert der Verstärker 765 mW an 300 Ohm und 2 W an 32 Ohm – Werte, die sowohl leistungshungrige planare Kopfhörer als auch hochohmige Modelle souverän versorgen. Der unsymmetrische Ausgang bietet 1,5 W an 32 Ohm, eine Leistung, die gegenüber dem CMA Twelve nahezu verdoppelt wurde.
Die Einstellmöglichkeiten erlauben es, das Verhalten des Geräts an den verwendeten Kopfhörer anzupassen. Ein Bias-Wahlschalter an der Front schaltet zwischen zwei Modi: High verlängert den Betrieb in reiner Class A, während Standard Energie spart, indem früher in Class A/B gewechselt wird. Vier Mikroschalter an der Unterseite des Gehäuses – einer für jeden der vier Verstärker – stellen die Verstärkung zwischen Standard und Low ein. Diese Anordnung mag für häufige Änderungen etwas unpraktisch erscheinen, garantiert aber eine perfekte Kanalbalance, da alle vier Stufen gleichzeitig angepasst werden müssen.
Umfassende Anschlussvielfalt und Analogeingang
Die Rückseite vereint eine Vielzahl von Eingängen, die die meisten Konfigurationen abdecken. Zwei USB-Ports sind vorhanden: Typ-C (hat Priorität, wenn beide angeschlossen sind) und Typ-B, beide kompatibel mit hochauflösenden Formaten bis DSD512. Die optischen und koaxialen Eingänge akzeptieren PCM-Ströme bis 192 kHz/24 Bit. Bluetooth 5.0 unterstützt die Codecs SBC, AAC und LDAC, wobei Letzterer Übertragungen bis 96 kHz/24 Bit ermöglicht. Der aptX-Codec wird hingegen nicht angeboten.
Eine der auffälligsten Weiterentwicklungen gegenüber dem Vorgängermodell ist der hinzugefügte analoge RCA-Eingang. Er ermöglicht die Einbindung eines Plattenspielers (über einen externen Phono-Vorverstärker) oder jeder anderen analogen Quelle in das System und macht den CMA Fifteen so zu einem echten, vielseitigen Audio-Hub.
Vorverstärkerfunktion für Aktivlautsprecher
Über den Kopfhörerbetrieb hinaus kann der CMA Fifteen als Vorverstärker zum Ansteuern von Aktivlautsprechern oder einer Endstufe dienen. Die symmetrischen RCA- und XLR-Ausgänge bieten zwei Spannungspegel: Der Standardmodus (2 V an RCA, 4 V an XLR) eignet sich für Consumer-Geräte, während der Studio-Modus (14 dBu an RCA, 20 dBu an XLR) auf professionelle Setups abzielt. Ein weiterer Schalter ermöglicht die Wahl zwischen variablem Pegel (ADJ) und festem Pegel (FIX), wobei Letzterer das Potentiometer für einen Verstärkungsfaktor von 1 deaktiviert.
Die Messwerte der Vorstufensektion weisen ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 119 dB an XLR und einen Klirrfaktor von 0,0003 % auf – Werte, die diese Sektion auf das Niveau dedizierter Vorverstärker stellen.
Konstruktion im Dienst akustischer Neutralität
Das 10 mm starke Gehäuse aus 6063er Aluminium in Luftfahrtqualität folgt nicht nur ästhetischen Überlegungen. Diese Materialstärke und die Präzision der Bearbeitung (±0,02 mm) zielen darauf ab, mechanische Resonanzen zu minimieren, die empfindliche Schaltungen beeinflussen könnten. Questyle hat außerdem die Massenverteilung vorne und hinten – mit angeschlossenen Kabeln – analysiert, um unerwünschte Vibrationen zu reduzieren.
Im Inneren offenbart die Leiterplatte eine durchdachte Organisation, die die Bereiche DAC, Verstärkung und Stromversorgung klar voneinander trennt. Die Bauteile stammen von renommierten Herstellern: Nichicon-FW- und WIMA-Kondensatoren, DALE-Widerstände in Militärqualität. Das integrierte lineare Netzteil macht ein externes Steckernetzteil überflüssig, während ein XMOS-Controller die USB-Eingänge auf einer eigenen Tochterplatine verwaltet. Ein automatischer Schutz trennt die Ausgänge bei erkannten Fehlfunktionen.
Die mitgelieferte Fernbedienung ermöglicht die Lautstärkeregelung, die Quellwahl und das Stummschalten – bequem vom Hörplatz aus.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
DAC-Sektion
- DAC-Chip: ESS ES9038Pro (High-End, Ausgang im Strommodus)
- Architektur: Current Mode² (DAC und Verstärker im Strommodus)
- Maximale PCM-Dekodierung: 768 kHz / 32 Bit
- Native DSD-Dekodierung: DSD512
- DSD DoP: DSD256
- MQA: Vollständiger Decoder (Full / Core Decoder)
Verstärkersektion
- Verstärkertyp: 4 Gruppen von Strommodus-Verstärkern (patentierte Technologie)
- Architektur: vollständig diskret, topologisch, symmetrisch
- Patent: US 9614483 B2 (weltweites PCT)
- Gesamte harmonische Verzerrung + Rauschen (THD+N):
- Unter 0,0003 % bei 300 Ω
- Unter 0,001 % bei 32 Ω
- Frequenzgang: DC – 22 kHz (± 0,2 dB) bei 48 kHz / 24 Bit
- Bauteile:
- Nichicon FW-Kondensatoren
- WIMA-Kondensatoren
- DALE-Widerstände in Militärqualität
Kopfhörerausgänge
- Verfügbare Anschlüsse:
- 6,35-mm-Klinke unsymmetrisch
- 4-poliger XLR symmetrisch
- 4,4-mm-Klinke symmetrisch
- Ausgangsleistung:
- 6,35-mm-Klinke unsymmetrisch: 188 mW bei 300 Ω, 1,5 W bei 32 Ω
- 4,4-mm-Klinke symmetrisch: 765 mW bei 300 Ω, 2 W bei 32 Ω
- 4-poliger XLR symmetrisch: 765 mW bei 300 Ω, 2 W bei 32 Ω
- Signal-Rausch-Abstand (SNR):
- 6,35-mm-Klinke unsymmetrisch: größer als 117 dB
- 4,4-mm-Klinke symmetrisch: größer als 120 dB
- 4-poliger XLR symmetrisch: größer als 120 dB
Digitale Eingänge
- USB Typ-C (prioritär): PCM 44,1 – 768 kHz / 32 Bit, natives DSD512, DoP DSD256, MQA
- USB Typ-B: PCM 44,1 – 768 kHz / 32 Bit, natives DSD512, DoP DSD256, MQA
- Optisch (OPT): PCM 44,1 – 192 kHz / 24 Bit
- Koaxial (S/PDIF): PCM 44,1 – 192 kHz / 24 Bit
- Bluetooth:
- Unterstützte Codecs: SBC, AAC, LDAC
- Maximale LDAC-Qualität: 96 kHz / 24 Bit, 990 kbps
- Zertifizierung: Sony LDAC-Partner
Analoge Anschlüsse
- Analogeingang:
- RCA: 2 Vrms
- Vorverstärkerausgänge:
- RCA: 2 V (Standardmodus), bis zu 14 dBu (Studio-Modus)
- XLR: 4 V (Standardmodus), bis zu 20 dBu (Studio-Modus)
- Vorverstärker-Spezifikationen:
- THD+N: 0,0004 % (RCA), 0,0003 % (XLR)
- SNR: größer als 116 dB (RCA), größer als 119 dB (XLR)
- Frequenzgang: DC – 22 kHz (± 0,2 dB)
Einstellungen und Anpassungen
- Bias: High / Standard (Schalter auf der Frontseite)
- Gain: Standard / Low (4 Schalter an der Unterseite des Geräts)
- Vorverstärker-Ausgangspegel: Standard / Studio (Schalter auf der Rückseite)
- Vorverstärker-Lautstärke: ADJ (variabel) / FIX (fest) (Schalter auf der Rückseite)
Systemkompatibilität
- Windows XP / Vista / 7 / 8: Questyle ASIO-Treiber erforderlich
- Windows 10 und höher: treiberlos (DoP DSD256), mit Treiber (natives DSD512)
- macOS: nativ kompatibel
- Linux: kompatibel
- Smartphones: Audio-OTG-kompatibel
- Apple Music Lossless: unterstützt
Aufbau und Design
- Gehäuse: Flugzeugtaugliches 6063-Aluminium, 10 mm Stärke
- Bearbeitungspräzision: ± 0,02 mm
- Anti-Resonanz-Design: vorderes/hinteres Gleichgewicht
- Beschriftungen: Lasergravur
- Finish: klassisches Questyle-Schwarz
- Betriebstemperatur: kleiner oder gleich 45 °C
- Anzeigen: bernsteinfarbene LED, grüne LED (MQA), blaue LED (MQA Studio)
Zusatzfunktionen
- Vorverstärkerfunktion: verwendbar mit Plattenspieler oder Aktivlautsprechern
- Ausgangsschutz: automatische Abschaltung im Fehlerfall
- USB-Priorität: Typ-C hat Priorität, wenn beide USB-Anschlüsse verbunden sind
- MQA-Anzeige: grüne LED (MQA), blaue LED (MQA Studio)
Zertifizierungen und Technologien
- Current Mode Amplification (patentierte Questyle-Technologie)
- ESS SABRE Pro / SABRE HiFi
- MQA (vollständige Dekodierung)
- Sony LDAC (zertifizierter Partner)
Häufig gestellte Fragen
Kann der CMA Fifteen unter Windows ohne Treiber betrieben werden?
Unter Windows 10 und neueren Versionen wird das Gerät nativ erkannt und unterstützt DSD256 im DoP-Modus. Die Installation des Questyle-ASIO-Treibers ist dennoch erforderlich, um auf natives DSD512 zuzugreifen. Ältere Windows-Versionen (XP bis 8) benötigen diesen Treiber zwingend.
Warum befindet sich die Gain-Einstellung an der Geräteunterseite?
Die vier Differenzverstärker müssen gleichzeitig angepasst werden, um die Kanalbalance zu wahren. Die Platzierung der Schalter an der Unterseite verhindert versehentliche Betätigungen und stellt sicher, dass alle vier Stufen synchron bleiben. Diese Entscheidung stellt Präzision über Bedienkomfort.
Worin besteht der Unterschied zwischen den Bias-Modi High und Standard?
Der High-Modus verlängert den Betrieb in reiner Class A, bevor in Class A/B umgeschaltet wird, was bei manchen Kopfhörern die Geschmeidigkeit der Wiedergabe verbessern kann. Er erzeugt allerdings mehr Wärme. Der Standardmodus schaltet schneller in Class A/B, senkt so Verbrauch und Erwärmung und bleibt dennoch mit den meisten Kopfhörern sehr leistungsfähig.
Benötigt der Analogeingang einen Phono-Vorverstärker für einen Plattenspieler?
Ja. Der RCA-Eingang des CMA Fifteen ist ein Line-Eingang (2 Vrms) und enthält keine RIAA-Entzerrung. Ein externer Phono-Vorverstärker ist nach wie vor unerlässlich, um einen Plattenspieler anzuschließen.
Bietet Bluetooth LDAC eine mit USB vergleichbare Qualität?
Der LDAC-Codec überträgt bis zu 990 kbps, also etwa das Dreifache von Standard-Bluetooth. Diese Bandbreite ermöglicht hochwertigen Klang mit Dateien bis 96 kHz/24 Bit, bleibt jedoch hinter den Möglichkeiten kabelgebundener Verbindungen zurück. Für maximale Qualität sind die USB- oder S/PDIF-Eingänge vorzuziehen.
Können Kopfhörerausgänge und Vorstufenausgänge gleichzeitig genutzt werden?
Der Wahlschalter an der Front erlaubt die Auswahl zwischen HP Amp (Kopfhörerausgänge aktiv) und DAC (Vorstufenausgänge aktiv). Beide Modi sind nicht gleichzeitig aktiv, was Impedanz- und Pegelprobleme vermeidet.
Was sind die wichtigsten Weiterentwicklungen gegenüber dem CMA Twelve?
Der CMA Fifteen bringt einen neuen DAC-Chip (ES9038PRO statt AK4497), eine höhere unsymmetrische Leistung (1,5 W statt 900 mW an 32 Ohm), einen um etwa 8 dB niedrigeren Rauschpegel, einen zusätzlichen analogen RCA-Eingang sowie universelles Bluetooth, das mit allen Geräten kompatibel ist (der CMA Twelve war auf das Questyle-Ökosystem beschränkt).
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: QY-CMAFIFT
- GTIN / EAN : 6972007012529
















