Bryston BDA-3
Übersicht
Dritte Generation der BDA-Serie des kanadischen Herstellers: Dieser Wandler übernimmt die Philosophie einer kompromisslosen Verarbeitung des Digitalsignals und erweitert gleichzeitig den Funktionsumfang erheblich. Der Wechsel vom BDA-2 zum BDA-3 markiert die Einführung von DSD in das Bryston-Ökosystem, mit einer erweiterten Kompatibilität zu HDMI-Quellen, die insbesondere den Weg für die native Extraktion von SACD-Streams aus einem Universalplayer ebnet.
Eine auf Transparenz ausgelegte Architektur
Der BDA-3 basiert auf zwei AKM-AK4490EQ-Wandlerchips in Dual-Mono-Konfiguration: Jeder Kanal verfügt über seinen eigenen Wandler, was die Übersprechdämpfung verbessert und das Signal-Rausch-Verhältnis erhöht. Davor nimmt ein Altera-FPGA die digitalen Daten entgegen und resynchronisiert sie mit den hochpräzisen internen Taktgebern (22,579 MHz und 24,576 MHz), um den Jitter zu minimieren. Dieser Re-Clocking-Schritt entfernt die im Originalstrom mitgeführten Zeitinformationen und erzwingt eine stabilere Zeitbasis.
Die Verarbeitung von PCM und DSD erfolgt über getrennte Signalwege bis hin zu den Wandlerchips: Es findet keine Umwandlung von einem Format ins andere statt, wodurch die Integrität des Originalsignals gewahrt bleibt. Einzige Ausnahme von dieser Nicht-Verfälschungs-Philosophie ist die Upsampling-Funktion, die der Nutzer für die S/PDIF- und AES/EBU-Eingänge aktivieren kann: Sie ermöglicht es, 44,1- und 88,2-kHz-Signale auf 176,4 kHz sowie 48- und 96-kHz-Signale auf 192 kHz anzuheben.
Die analoge Ausgangsstufe in Class A mit diskreten Bauteilen
Auf der analogen Seite spielt Bryston seine Elektronikkompetenz aus. Die Ausgangsstufe kommt ohne integrierte Schaltungen aus: Sie stützt sich ausschließlich auf bipolare Transistoren, Widerstände und Kondensatoren, die zu diskreten Operationsverstärkern verschaltet sind. Diese aufwendigere und kostenintensivere Konstruktion erlaubt es, jeden Parameter der Schaltung – Bandbreite, Linearität, Ausgangsimpedanz – zu optimieren, ohne den Zwängen monolithischer Bauteile zu unterliegen.
Der Betrieb in Class A stellt eine konstante Vorspannung der Ausgangstransistoren sicher und vermeidet so Schaltartefakte, die auftreten können, wenn aktive Elemente von leitend auf nicht leitend wechseln. Die symmetrischen XLR-Ausgänge liefern 4 V, während die Cinch-Anschlüsse (RCA) 2 V bereitstellen, bei einem angegebenen Rauschpegel von -140 dB symmetrisch und -134 dB unsymmetrisch.
Zehn Eingänge für alle digitalen Quellen
Die umfangreiche Anschlussvielfalt hebt den BDA-3 von vielen anderen Wandlern ab. Die vier HDMI-Eingänge (darunter einer mit HDCP 2.2) ermöglichen den Anschluss von Blu-ray-Playern, Spielekonsolen oder Videoplayern, mit Durchschleifung des 4K-Signals zum HDMI-Ausgang für die Wiedergabe auf Fernseher oder Projektor. Über diese Eingänge wird auch der native DSD-Stream von einem SACD-Player mit HDMI-Ausgang übertragen – eine eher seltene Funktion, die die Lebensdauer physischer Sammlungen verlängert, indem sie eine höhere Wandlungsqualität als bei Einstiegs-Playern bietet.
Die zwei asynchronen USB-Ports (Typ B) unterstützen höchste Auflösungen: PCM bis 384 kHz in 32 Bit und DSD bis DSD256. Asynchron bedeutet, dass der BDA-3 den Datenfluss vom Computer steuert und so zeitliche Unregelmäßigkeiten klassischer USB-Schnittstellen eliminiert. Ein XMOS-8U6C5-Controller verwaltet diese Verbindung. Die Eingänge AES/EBU, S/PDIF koaxial (RCA und BNC) sowie optisch Toslink vervollständigen die Ausstattung für CD-Transporte, Streamer oder professionelle Geräte. Jeder elektrische Eingang ist über einen Transformator galvanisch getrennt, um zu verhindern, dass Störströme über die Masseleitung das Audiosignal beeinträchtigen.
Separate Stromversorgung und robuste Konstruktion
Die Trennung der analogen und digitalen Stromversorgungen ist ein weiteres Grundprinzip des Designs. Ein Ringkerntransformator versorgt das gesamte Gerät, mit leistungsstarken Texas Instruments LMZ12003-Reglern und einem Kondensatorpark von mehreren tausend Mikrofarad. Empfindliche Schaltungsteile verfügen jeweils über ihre eigene Regelung, was die Wechselwirkungen zwischen den Stufen reduziert.
Das Aluminiumgehäuse mit gefräster, eloxierter Frontblende ist in silberner oder schwarzer Ausführung und in zwei Breiten erhältlich: 43,2 cm (Standardmaß) oder 48,3 cm. Das moderate Gewicht von 4 kg erleichtert die Integration in ein Rack oder auf ein dediziertes Regal. Die digitalen Produkte von Bryston werden mit einer fünfjährigen Garantie ausgeliefert.
Steuerung und Hausautomation
Über die Infrarot-Fernbedienung hinaus lässt sich der BDA-3 dank RS-232- und Ethernet-Schnittstellen in zentrale Steuersysteme einbinden. Eine über jeden Webbrowser zugängliche Webseite spiegelt die Anzeige der Frontplatte wider und ermöglicht die Eingangswahl, die Anzeige der Abtastrate und das Firmware-Update. Netzwerkplayer der Bryston-BDP-Serie erkennen einen im selben Netzwerk verbundenen BDA-3 automatisch und zeigen einen Direktlink zu seiner Steueroberfläche an. Ein 12-Volt-Trigger erlaubt das synchrone Einschalten mit einem Verstärker oder einem Automationssystem.
Unterstützte Formate und technische Grenzen
Die PCM-Kompatibilität reicht von 32 kHz bis 384 kHz bei Auflösungen bis zu 32 Bit, während DSD die Varianten DSD64, DSD128 und DSD256 abdeckt. Die S/PDIF- und AES/EBU-Eingänge sind auf 192 kHz bei 24 Bit begrenzt; der optische Eingang auf 96 kHz. Die HDMI-Eingänge akzeptieren PCM bis 192 kHz und DSD64 von SACDs. Das MQA-Format wird nicht dekodiert: Tidal-Dateien im MQA-Format erfordern eine vorherige Dekodierung durch eine Drittsoftware (Roon, Audirvana), um von der ersten Entfaltungsstufe zu profitieren. Der BDA-3 verarbeitet auch keine Mehrkanalformate wie Dolby Digital oder DTS: Es handelt sich um einen zweikanaligen Stereokonverter.
Technische Daten
Konnektivität
- 10 digitale und analoge Eingänge
- 4 HDMI-Eingänge
- 2 USB-Eingänge
- AES/EBU-Eingang
- S/PDIF-Eingang RCA
- S/PDIF-Eingang BNC
- Toslink-Eingang
Unterstützte Audioformate
- PCM-Unterstützung: bis zu 384 kHz / 32 Bit
- DSD-Unterstützung: bis zu DSD-256 (x4)
- Vom Benutzer wählbares Oversampling für bestimmte Eingänge
Audioleistung
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz ± 0,1 dB
- THD+N (20 Hz – 20 kHz): < 0,002 %
- Ausgangsspannung: XLR 4 V, RCA 2 V
- Rauschpegel: RCA -134 dB, XLR -140 dB
Aufbau und Design
- Separate Netzteile für analoge und digitale Schaltkreise
- Vollsymmetrische, vollständig diskrete Analogausgänge in Class A
- Aluminiumgehäuse mit gefräster und eloxierter Frontplatte
Steuerung und Bedienung
- Vollständige Steuerung über Infrarot, RS232, IP oder 12-V-Trigger
Allgemeine Informationen
- Abmessungen: 43,2 cm oder 48,3 cm B x 8,6 cm H x 30,5 cm T
- Gewicht: 4 kg
- Frontplattenoptionen: Silber oder Schwarz
- Verfügbare Breite: 43,2 cm oder 48,3 cm (nicht rackmontierbar)
Häufig gestellte Fragen
Kann der BDA-3 SACDs in nativem DSD wiedergeben?
Ja, sofern ein SACD- oder Blu-ray-Player mit HDMI-Ausgang verwendet wird, der den DSD-Stream (und kein PCM-Downmix) überträgt. Der BDA-3 war einer der ersten Wandler, die diese Funktion boten, und ermöglicht es, einen preisgünstigen Universalplayer als hochwertige Quelle für SACD-Discs zu nutzen.
Was ist der Unterschied zwischen den beiden USB-Eingängen?
Die beiden USB-Ports sind technisch identisch: asynchron, kompatibel mit USB 2.0 Class Audio und fähig, dieselben PCM- und DSD-Auflösungen zu verarbeiten. Zwei Eingänge zu haben, erlaubt schlicht den Anschluss von zwei Computern oder USB-Quellen, ohne die Kabel umstecken zu müssen.
Muss unter Windows oder macOS ein Treiber für den USB-Eingang installiert werden?
Unter macOS und Linux funktioniert der BDA-3 nativ ohne zusätzliche Treiber. Unter Windows ist die Installation des Bryston-Treibers (auf der Herstellerseite downloadbar) erforderlich, um auf hohe Auflösungen und DSD-Wiedergabe zugreifen zu können.
Wird das Upsampling empfohlen?
Diese Funktion ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Sie kann bei manchen CD-Aufnahmen mit 44,1 kHz die Wiedergabe leicht „sanfter“ erscheinen lassen, während andere Hörer das Signal lieber mit seiner nativen Abtastrate belassen. Upsampling ist auf den USB- und HDMI-Eingängen nicht verfügbar.
Kann der BDA-3 als Vorverstärker dienen?
Nein, der BDA-3 verfügt weder über eine Lautstärkeregelung noch über variable Ausgänge. Er muss mit einem Vorverstärker oder einem Vollverstärker kombiniert werden, um die Hörlautstärke einzustellen.
Welche HDMI-Kabel sollten für die Audioübertragung verwendet werden?
Ein hochwertiges Standard-HDMI-Kabel ist völlig ausreichend. High Speed- oder Premium-High-Speed-zertifizierte Kabel sind ideal geeignet. Die Kabellänge hat in üblichen Heimanwendungen (unter 5 Metern) keinen nennenswerten Einfluss auf die Audioübertragung.
Funktioniert das Video-Passthrough, wenn ein anderer Eingang ausgewählt ist?
Ja, das Videosignal des zuletzt genutzten HDMI-Eingangs wird weiterhin an den HDMI-Ausgang durchgeschleift, selbst wenn anschließend ein nicht-HDMI-Eingang (USB, koaxial usw.) ausgewählt wird. So bleibt das Bild des Blu-ray-Players erhalten, während man eine andere Audioquelle hört.
Unterstützt der BDA-3 MQA?
Nein, der BDA-3 dekodiert das MQA-Format nicht. Um Tidal-Masters-Dateien in MQA zu hören, kann die erste Entfaltungsstufe über eine kompatible Software (Roon, Audirvana) erfolgen; der BDA-3 empfängt dann einen PCM-Stream mit 88,2 oder 96 kHz.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.




