Bryston BDP-3
Übersicht
Ein Netzwerk-Audioplayer, der eine Brücke zwischen der Strenge der professionellen Welt und den Ansprüchen des häuslichen Hörens schlägt. Der BDP-3 stellt den Höhepunkt mehrjähriger Entwicklungsarbeit bei Bryston dar – von den Anfängen mit dem BDP-1 im Jahr 2011 bis hin zu dieser dritten Generation, die 2017 erschien. Der kanadische Hersteller, seit den 1970er-Jahren für seine in zahlreichen Tonstudios eingesetzten Verstärker bekannt, verfolgt hier dieselbe Philosophie: eine quellgetreue Wiedergabe ohne überflüssige Signalverarbeitung, kombiniert mit einer robusten Konstruktion.
Stromversorgung und Architektur konsequent auf Audio ausgelegt
Der BDP-3 basiert auf einem Motherboard mit einem Intel-Celeron-Quad-Core-Prozessor, unterstützt von 8 GB RAM. Diese Rechenleistung garantiert eine flüssige Navigation, selbst in sehr umfangreichen Musikbibliotheken mit mehreren zehntausend Titeln. Das von Bryston angepasste Linux-Betriebssystem ist ausschließlich für die Audiowiedergabe optimiert und verzichtet auf überflüssige Prozesse, die herkömmliche Computer in der Regel belasten.
Die lineare Stromversorgung ist ein zentrales Element der Konstruktion. Ein Ringkerntransformator speist eine Gleichrichterbrücke, die direkt auf dem Gehäuseboden montiert ist und diesen als Kühlkörper nutzt. Elektrolyt-Kondensatoren mit 6800 μF arbeiten im Verbund mit Spannungsreglern, die bis zu fünf Ampere absolut stabilen Strom liefern können. Diese großzügig dimensionierte Versorgung trennt die Audiokreise von Netzschwankungen und trägt dazu bei, den Rauschpegel des Geräts deutlich zu senken.
Die IAD-Karte: eine hauseigene Digitalschnittstelle
Einer der technischen Pluspunkte des BDP-3 ist die proprietäre Audiokarte namens IAD (Integrated Audio Device). Sie wurde von Bryston intern entwickelt und ersetzt die in früheren Generationen eingesetzten Fremd-Soundkarten. Die IAD wandelt das interne USB-Signal in koaxiale S/PDIF- und symmetrische AES/EBU-Ausgänge, die beide trafogekoppelt und impedanzangepasst sind. Diese sorgfältige Auslegung reduziert den Zeitjitter auf Werte, die Bryston als mit den präzisesten Messinstrumenten nahezu nicht mehr nachweisbar bezeichnet.
USB-Digitalausgänge sind ebenfalls vorhanden, um einen externen Wandler über diese Schnittstelle anzuschließen. Der BDP-3 verfügt über zwei separate USB-Busse: Der erste fasst die USB‑2.0‑Ports an Front und Rückseite zusammen, während der zweite exklusiv zwei isolierten USB‑3.0‑Ports vorbehalten ist. Diese Trennung ermöglicht den Einsatz bestimmter anspruchsvoller Wandler, die allein auf ihrem USB-Bus betrieben werden müssen, wie Modelle, die mit dem Streamlength-Protokoll von Ayre oder Berkeley Audio Design kompatibel sind.
Formate und Quellen: von lokalen Dateien bis Streaming
Der Player unterstützt PCM-Dateien bis 384 kHz bei 32 Bit sowie DSD bis DSD128 (DSD64 x2). Alle gängigen Formate werden erkannt: FLAC, WAV, AIFF, Apple Lossless, MP3, M4A und OGG. Die Wiedergabe erfolgt bitgenau (bit-perfect), ohne Konvertierung oder Oversampling: Der digitale Datenstrom, der an den externen Wandler ausgegeben wird, ist eine exakte Kopie der Quelldatei.
Die Musikquellen sind vielfältig. Der BDP-3 kann Dateien von direkt angeschlossenen USB-Medien (USB-Sticks, externe Festplatten) oder von einem über das lokale Netzwerk erreichbaren NAS abspielen, dank seiner UPnP/DLNA-Kompatibilität. Die Roon-Ready-Zertifizierung ermöglicht die Einbindung in ein Roon-System als Wiedergabepunkt und damit die Nutzung der komfortablen grafischen Oberfläche dieser Software. Die Streamingdienste Tidal und Qobuz sind direkt über die Benutzeroberfläche des Players zugänglich – in verlustfreier Qualität und High-Resolution, abhängig vom jeweiligen Abonnement. Ein Internetradio-Bereich namens bRadio, basierend auf dem Shoutcast-Verzeichnis, ergänzt das Angebot mit der Möglichkeit, nach Genre zu suchen oder direkt die URL eines Streams einzugeben.
Steuerung und Smarthome-Integration
Mehrere Steuerungsoptionen stehen parallel zur Verfügung. An der Front ermöglicht ein Display mit Transporttasten eine autonome Bedienung: Wiedergabe, Pause, Navigation in der Wiedergabeliste. Diese Möglichkeit, das Gerät auch ohne Smartphone oder Tablet zu bedienen, ist im täglichen Einsatz sehr praktisch.
Die Weboberfläche Manic Moose, über jeden Browser unter der Adresse my.bryston.com erreichbar, bietet eine vollständige Kontrolle per Tablet, Smartphone oder Computer unter iOS, Android, macOS oder Windows. Weitere MPD-kompatible (Music Player Daemon) Drittanbieter-Apps werden ebenfalls unterstützt, darunter Rigelian und Soundirok auf iOS sowie M.A.L.P. und Droid MPD Client auf Android.
Für die Einbindung in ein Smarthome-System bietet der BDP-3 einen RS232-Eingang, der mit AMX- oder Crestron-Systemen kompatibel ist, sowie einen 12V-Trigger-Eingang für automatisches Einschalten. Eine optionale Infrarot-Fernbedienung ermöglicht eine klassische Steuerung vom Sofa aus.
Verarbeitung und Personalisierungsoptionen
Das Stahlchassis mit einer gefrästen, eloxierten Aluminiumfront reiht sich optisch in die übrigen Bryston-Geräte ein. Die Ausführungen Schwarz oder Silber fügen sich in unterschiedliche Wohnumgebungen ein. Es werden zwei Frontbreiten angeboten: 17 Zoll im klassischen HiFi-Format oder 19 Zoll mit optionalen Rackohren für den Einbau in ein Rack.
Die Gigabit-Ethernet-Buchse sorgt für eine leistungsfähige kabelgebundene Netzwerkverbindung. Für Installationen, bei denen eine Netzwerkkabel-Verlegung nicht möglich ist, kann ab Werk ein internes WLAN-Modul integriert oder nachträglich ein externer USB-WLAN-Adapter hinzugefügt werden. Ein interner Schacht ermöglicht außerdem den Einbau einer Festplatte oder SSD, um einen Teil der Musiksammlung lokal zu speichern.
Das Gerät wiegt etwa 7 kg und misst – je nach gewählter Front – 43 oder 48 cm in der Breite, 7 cm in der Höhe und 30 cm in der Tiefe. Die Bryston-Garantie deckt Digitalprodukte fünf Jahre lang ab.
Technische Daten
Audioformate und Auflösung
- PCM-Unterstützung: bis zu 384 kHz / 32 Bit
- DSD-Ausgabe: bis zu DSD-128 (x2)
Konnektivität und Ausgänge
- Digitale Ausgänge: USB, AES/EBU, S/PDIF
- USB-Ports: USB 2.0 und 2 separate USB-3.0‑Busse
- Netzwerkverbindung: Gigabit-Ethernet
- WLAN:
- Interne WLAN-Option
- Externe WLAN-Option über USB-Adapter
Audioquellen
- Wiedergabe von USB-Sticks, NAS-Servern, Tidal, Qobuz, Internetradio, Roon-kompatibel und andere Quellen
Stromversorgung
- Lineares Netzteil für optimale Audioqualität
Steuerung und Bedienung
- Vollständige Steuerung über Infrarot, RS-232, 12-V-Trigger oder Web-App
- Web-App kompatibel mit iOS, Android, macOS, Windows und anderen Plattformen
Konfigurationsoptionen
- Breite: 43,2 cm oder 48,3 cm
- Optionale Rack-Ohren für 43,2-cm-Geräte
- Interner Speicher: Festplatte oder SSD
Allgemeine Informationen
- Stahlgehäuse mit gefräster und eloxierter Aluminiumfront
- Abmessungen: 43,2 cm oder 48,3 cm B x 7 cm H x 30,5 cm T
- Gewicht: 7 kg
Häufig gestellte Fragen
Verfügt der BDP-3 über einen integrierten D/A-Wandler?
Nein, der BDP-3 ist ausschließlich ein Digitalplayer und -Transport. Er benötigt einen externen DAC, um das Signal in Analog umzuwandeln. Diese funktionale Trennung ermöglicht es, den am besten zum eigenen System passenden Wandler zu wählen und künftige Upgrades vorzunehmen, ohne das komplette Gerät ersetzen zu müssen.
Mit welchen Apps lässt sich der BDP-3 von einem iPhone oder iPad aus steuern?
Die Weboberfläche Manic Moose funktioniert über Safari oder jeden anderen Browser. Es können auch MPD-kompatible Drittanbieter-Apps verwendet werden, insbesondere Rigelian, Soundirok oder die Roon-App, sofern Sie ein Abonnement dieses Dienstes besitzen. Die Bryston-App sucht automatisch nach Geräten im lokalen Netzwerk.
Kann der BDP-3 ohne Netzwerkverbindung genutzt werden?
Ja, indem man ein USB-Speichermedium (Stick oder Festplatte) direkt an einen der verfügbaren Ports anschließt. Die Navigation und Wiedergabe erfolgt dann über die Bedienelemente an der Front oder über den optionalen WLAN-Adapter, der ein eigenes lokales Netzwerk aufspannt, um auf die Steueroberfläche zugreifen zu können.
Worin besteht der Unterschied zwischen den USB‑2.0‑ und USB‑3.0‑Ports des BDP-3?
Die USB‑3.0‑Ports bieten höhere Datenraten für externe Festplatten und sind an einen separaten Bus angeschlossen. Diese Isolation ist für bestimmte USB-DACs erforderlich, die das Streamlength-Protokoll (Ayre, Berkeley Audio Design, Wavelength) nutzen und für einen korrekten Betrieb allein auf ihrem USB-Bus sein müssen.
Kann der BDP-3 MQA-Dateien wiedergeben?
Nein, Bryston hat kein MQA-Decoding in den BDP-3 integriert. MQA-Dateien werden wie normale FLAC-Dateien ohne „Entfaltung“ wiedergegeben. Um MQA zu dekodieren, ist ein nachgeschalteter, MQA-kompatibler DAC erforderlich.
Lässt sich ein BDP-2 auf den Stand eines BDP-3 aufrüsten?
Ja, Bryston bietet ein Upgrade-Programm an, mit dem ein BDP-2 im Werk zum BDP-3 umgerüstet werden kann. Diese Option umfasst den Austausch des Motherboards, der Stromversorgung sowie die Ergänzung der neuen USB‑3.0‑Ports.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.










