Übersicht
Acht Jahre liegen zwischen der 9000P und der letzten Endstufe von Audiolab, der 8300XP. Diese neue Referenz, entwickelt vom dänischen Ingenieur Jan Ertner (ebenfalls verantwortlich für die Quad-Serie), integriert die Verbesserungen der Vollverstärkers 9000A und profitiert gleichzeitig von speziell für getrennte Komponenten optimierten Schaltungen. Die 9000P setzt auf eine Doppel-Mono-Konfiguration in Class AB und bietet einen Brückenmodus, in dem sie sich in einen 300-W-Monoblock verwandelt.
Eine Verstärkungstopologie mit komplementärer Gegenkopplung
Die Verstärkerschaltung basiert auf der CFB-Technologie (Complementary Feedback), einem technischen Markenzeichen von Audiolab. In dieser Konfiguration arbeiten die Ausgangstransistoren und die Treibertransistoren gemeinsam in einer lokalen Gegenkopplungsschleife. Der Ruhestrom der Ausgangsstufe hängt von der Temperatur der Treibertransistoren statt von den Leistungstransistoren ab. Diese Besonderheit ermöglicht eine schnellere und präzisere thermische Regelung: Die Stabilisierungsschaltung muss die thermische Trägheit des Hauptkühlkörpers nicht berücksichtigen, wodurch der Ruhestrom auch bei anspruchsvollen Musikpassagen stabil bleibt.
Der gemessene Klirrfaktor liegt bei 1 kHz und zwei Dritteln der maximalen Leistung unter 0,002 %. Das Signal-Rausch-Verhältnis übertrifft 112 dB (A-bewertet), ein hoher Wert in dieser Preisklasse. Jeder Kanal kann bis zu 15 A Strom liefern, was ihm die Fähigkeit verleiht, Lautsprecher mit niedriger Impedanz oder geringem Wirkungsgrad anzutreiben.
Lineares Netzteil und Netzfilterung
Der 320-VA-Ringkerntransformator wurde speziell für dieses Modell entwickelt. Vier Kondensatoren mit je 15.000 µF ergeben eine Gesamtkapazität von 60.000 µF. Diese Siebkapazität versorgt die beiden Kanäle in Doppel-Mono-Konfiguration, wobei jeder Kanal über seine eigene Stromversorgungsschaltung verfügt.
Audiolab hat im 9000P die Netzfiltertechnologie aus seinen Zubehörgeräten DC Block und DC Block 6 integriert. Diese Schaltung dämpft RFI- und EMI-Störungen im Stromnetz, bevor sie die Verstärkerstufen erreichen. Die Leistungsaufnahme im Standby bleibt unter 0,5 W.
Stereo- und Brückenbetrieb
Im Stereo-Betrieb liefert der 9000P 100 W pro Kanal an 8 Ω und 160 W an 4 Ω. Ein Schalter auf der Rückseite des Gehäuses ermöglicht den Wechsel in den Brückenmodus: Die Endstufe wird dann zu einem Monoblock mit 300 W an 8 Ω (380 W an 4 Ω). Der Kauf von zwei Geräten eröffnet die Möglichkeit einer Monoblock-Konfiguration mit absoluter Kanaltrennung und großzügigen Leistungsreserven für besonders anspruchsvolle Lautsprecher.
Ein zweiter Schalter ermöglicht die Wahl zwischen dem unsymmetrischen Cinch-Eingang (Empfindlichkeit 1 Vrms) und dem symmetrischen XLR-Eingang (Empfindlichkeit 2 Vrms). Die Eingangsimpedanz von 10 kΩ gewährleistet eine Kompatibilität mit den meisten Vorverstärkern und Quellen mit variablem Ausgangspegel.
Aufbau und Systemintegration
Das Aluminiumgehäuse misst 444 × 90 × 327 mm bei einem Gewicht von 9,2 kg. Die extrem puristische Frontplatte trägt lediglich einen Standby-Taster und eine Status-LED. Diese Schlichtheit steht im Kontrast zum Vorverstärker 9000Q mit seinen Displays, sorgt aber dennoch für ein einheitliches Erscheinungsbild, da eine vertikale Linie an der gleichen Stelle wie das Display des Vorverstärkers platziert ist. Es stehen zwei Ausführungen zur Verfügung: Schwarz und Silber.
Der 12-V-Trigger ermöglicht das automatische Ein- und Ausschalten der Endstufe über den Vorverstärker 9000Q oder andere kompatible Quellen. Das Wärmemanagement basiert auf internen Kühlkörpern, die auch bei länger andauernder Belastung eine moderate Betriebstemperatur gewährleisten.
Klangsignatur und empfohlene Kombinationen
Die 9000P bietet eine Wiedergabe mit Fokus auf Neutralität und einer leichten Frische im Hochtonbereich. Der Bass ist straff und präzise, mit guter Kontrolle der Transienten, jedoch ohne die Fülle oder Rundheit, die manche Konkurrenzmodelle bieten. Die Klangbühne spannt sich großzügig zwischen den Lautsprechern auf, mit guter Tiefe und stabiler Abbildung der Schallquellen.
Diese Klangsignatur eignet sich für Systeme mit Lautsprechern eher warmer oder dunkler Tonalität, denen die 9000P mehr Definition und Dynamik verleiht. In Kombination mit dem Vorverstärker 9000Q, dem Netzwerkplayer 9000N oder dem CD-Transport 9000CDT entsteht ein in klanglicher wie auch optischer Hinsicht stimmiges Gesamtpaket. Die 9000P kann außerdem den Vollverstärker 9000A in einer passiven Bi-Amping-Konfiguration ergänzen oder als Hauptendstufe mit einer Quelle mit variablem Ausgangspegel dienen.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Verstärkung
- Typ: Class-AB-Leistungsverstärker
- Technologie: CFB (komplementäre Gegenkopplung)
- Betriebsarten: Stereo / Brücke (Mono)
Ausgangsleistung
- Stereo-Modus
- 2 × 100 W an 8 Ω (THD < 1 %)
- 2 × 160 W an 4 Ω (THD < 1 %)
- Brückenmodus (Mono)
- 300 W an 8 Ω (THD < 1 %)
- 380 W an 4 Ω (THD < 1 %)
Audioleistung
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz (± 0,3 dB)
- Gesamte harmonische Verzerrung: < 0,002 % bei 1 kHz
- Signal-Rausch-Verhältnis: > 112 dB (A-bewertet)
- Maximaler Ausgangsstrom: 15 A
Anschlüsse
- Eingänge
- 1 × Analoger RCA-Eingang
- 1 × Symmetrischer XLR-Eingang
- 1 × 12-V-Trigger
- Ausgänge
- 1 × Paar Stereo-Lautsprecheranschlüsse
Elektrische Eigenschaften
- Eingangsempfindlichkeit
- 1 Vrms (RCA)
- 2 Vrms (XLR)
- Eingangsimpendanz: 10 kΩ
Stromversorgung
- Netzspannung: 220 – 240 V / 50 – 60 Hz (je nach Region)
- Standby-Verbrauch: < 0,5 W
- Toroidaltransformator: 320 VA
- Kondensatoren: 4 × 15000 µF (insgesamt 60000 µF)
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen: 444 × 90 × 327 mm
- Nettogewicht: 9,2 kg
- Bruttogewicht: 10,6 kg
Ausführungen und Zubehör
- Verfügbare Ausführungen: Schwarz / Silber
- Mitgeliefertes Zubehör
- Netzkabel
- Bedienungsanleitung
Häufig gestellte Fragen
Kann die 9000P einen Vollverstärker ersetzen?
Nein, die 9000P ist eine Endstufe ohne Lautstärkeregelung und Quellwahl. Sie benötigt einen Vorverstärker wie den 9000Q oder eine Quelle mit variablem Ausgangspegel (Netzwerkplayer, DAC mit Lautstärkeregelung).
Was ist der Unterschied zwischen Stereo- und Brückenmodus?
Im Stereo-Modus treibt eine einzelne 9000P beide Lautsprecher an. Im Brückenmodus wird sie zu einer Mono-Endstufe, die einen einzelnen Lautsprecher mit der dreifachen Leistung versorgt. Für ein vollständiges Stereo-System sind in dieser Konfiguration zwei 9000P erforderlich.
Kann man die 9000P auf den Vorverstärker 9000Q stellen?
Es ist möglich, wird aber nicht empfohlen. Das Stapeln kann den Rauschpegel und die Wärmeabfuhr beeinträchtigen. Ein Abstand oder ein separates Regal erhält die optimale Performance.
Ist die 9000P für Lautsprecher mit niedrigem Wirkungsgrad geeignet?
Mit 100 W pro Kanal und einer Stromlieferfähigkeit von 15 A treibt die 9000P die meisten am Markt erhältlichen Lautsprecher mühelos an. Für besonders anspruchsvolle Modelle oder sehr hohe Lautstärken bietet die doppelte Monoblock-Konfiguration zusätzliche Reserven.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.








