Übersicht
Im Jahr 2021 hat Canton sein mittleres Sortiment mit der Townus-Serie neu aufgestellt, die die Chrono- und Chrono-SL-Modelle ablöst. Die Townus 30, das Regalmodell der Serie, übernimmt die hauseigenen Technologien und tritt zugleich mit einem zeitgemäßeren Design auf. Ihre Positionierung ordnet sie eine Stufe unterhalb der Vento 30 ein, von der sie einige Komponenten übernimmt.
Ein Gehäuse, das ebenso für die Akustik wie fürs Auge gedacht ist
Die Townus 30 weist für eine Kompaktbox ungewöhnliche Proportionen auf: Mit 21 cm ist sie an der Front eher schmal, streckt sich dafür aber 28 cm in die Tiefe. Diese Wahl reduziert störende Reflexionen an der Vorderseite und schafft mehr Innenvolumen für den Tiefton. Die großzügig abgerundeten Kanten helfen, Beugungseffekte an den Rändern der Schallwand zu verringern – ein klassischer, aber wirksamer Ansatz.
Mit 8,1 kg bringt die Box ein ordentliches Gewicht auf die Waage. Das durch innere Verstrebungen ausgesteifte Gehäuse ist wahlweise in schwarzem Hochglanzlack, weißem Satinlack oder mit echtem Nussbaumfurnier erhältlich. Die Treiber werden von hinten verschraubt, sodass an der Front keinerlei Schrauben sichtbar sind. Gefräste Aluminiumringe umgeben jeden Wandler, eine Ausführung, die Canton „Seamless Diamond Cut“ nennt. Das ovale Stoffgitter, gehalten von Magneten, lässt sich mühelos abnehmen.
Auf der Rückseite nimmt ein Single-Wiring-Anschlussfeld Kabel mit einem Querschnitt von bis zu 10 mm² oder Bananenstecker auf. Die vergoldeten Anschlüsse mit feinem Gewinde sorgen für eine dauerhaft stabile Klemmung. Die rückseitige, röhrenförmige Bassreflexöffnung erfordert einen Mindestabstand zur Wand: Rund 15 Zentimeter genügen, um ein übermäßiges Aufdicken des Tieftonbereichs zu vermeiden.
Titanmembran und Keramik-Kalotte: hauseigene Technologien
Canton entwickelt und fertigt seine Wandler selbst. Die Townus 30 ist mit einem 174-mm-Tiefmitteltöner ausgestattet, der über eine Titanmembran und eine „Wave Sicke“-Sicke mit Mehrfachwulst verfügt. Diese Geometrie erlaubt große Auslenkungen und hält gleichzeitig die Verzerrungen bei hohen Pegeln gering. Die von der Marke patentierte DC-Technologie (Dispersion Control) unterstützt die Basskontrolle, indem sie verhindert, dass die Membran bei anspruchsvollen Signalen anschlägt.
Der 25-mm-Hochtöner arbeitet mit einer Kalotte aus Aluminiumoxid-Keramik, einem steifen und leichten Material. Ein kurzer Waveguide verbessert die Ankopplung an die Luft und erweitert die horizontale Abstrahlung. Canton gibt einen Übertragungsbereich bis 40 kHz an, was ausreichend Reserven für hochauflösende Audiodateien bietet. Die Übergangsfrequenz zwischen den beiden Wegen liegt bei 3000 Hz.
Auf dem Papier reicht der Frequenzgang bis 38 Hz (−3 dB hinab), ein respektabler Wert für dieses Volumen. Die Nennbelastbarkeit beträgt 90 W, die Musikleistung 140 W. Die Impedanz schwankt je nach Frequenz zwischen 4 und 8 Ohm – ein Verstärker, der auch bei niedrigen Lasten stabil arbeitet, ist daher ratsam.
Ein Klangcharakter mit Fokus auf Musikalität
Mehrere Vergleichshörtests verorten die Townus 30 eher auf der musikalischen als auf der analytischen Seite. Der Bass überrascht durch Fülle und Tiefe, was in dieser Größenklasse nicht selbstverständlich ist. Die teurere Vento 30 bietet mehr Feindetail und höhere Auflösung, doch die Townus überzeugt durch ihr ausgewogenes Klangbild und ihre Langzeittauglichkeit ohne Hörermüdung.
Die Klangbühne spannt sich großzügig zwischen den Lautsprechern auf. Die breite horizontale Abstrahlung gestattet eine leicht außermittige Hörposition, ohne dass das Stereoabbild stark leidet. Der Hochton ist etwas weniger scharf gezeichnet als bei der Vento und vermeidet jede Aggressivität bei schlechter gemasterten Aufnahmen.
In Sachen Leistung verlangt die Townus 30 nach einem Verstärker, der ausreichend Strom liefern kann. Eine einfache Elektronik funktioniert, aber ein kräftigeres Gerät holt das dynamische Potenzial der Box deutlich besser heraus. Im Heimkino-Betrieb empfiehlt sie sich in Kombination mit den Standlautsprechern Townus 90, dem Center Townus 50 und dem Subwoofer Townus Sub 12, die alle auf dieselben Titan- und Keramiktreiber setzen.
Verfügbare Ausführungen und Varianten
Drei Ausführungen stehen zur Wahl: schwarzer Hochglanz, weißer Satin und Nussbaum. Die Nussbaum-Version ist mit einem Aufpreis verbunden. Zu jeder Ausführung gehört ein identisches schwarzes Stoffgitter.
Canton bietet außerdem eine aktive Variante dieser Serie unter dem Namen Smart Townus 2 an. Sie integriert Verstärkung und kabellose Konnektivität, setzt aber auf einen anderen Hochtöner (Aluminium-Magnesium statt Keramik) und einen leicht kleineren Tieftöner (15 cm statt 17 cm).
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Lautsprecherbestückung
- Hochtöner
- Anzahl: 1
- Durchmesser: 25 mm
- Material: Keramik
- Mittel-/Tieftöner
- Anzahl: 1
- Durchmesser: 174 mm
- Material: Titan
Akustische Konstruktion
- Typ: 2-Wege-Regallautsprecher
- Gehäuseprinzip: Bassreflex mit Passivmembran
- Ausrichtung der Passivmembran: hinten (Backfire)
Leistungen
- Nennbelastbarkeit: 90 W
- Musikleistung: 140 W
- Frequenzgang: 38 Hz – 40000 Hz
- Übergangsfrequenz: 3000 Hz
- Impedanz: 4 bis 8 Ohm
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B x H x T): 21 × 36 × 28 cm
- Gewicht: 8,1 kg
Häufig gestellte Fragen
In welchem Abstand zur Wand sollte die Townus 30 aufgestellt werden?
Die rückseitige Bassreflexöffnung erfordert einen Abstand von mindestens 15 cm zwischen Lautsprecher und Wand. Ein größerer Abstand (20 bis 30 cm) ermöglicht eine feinere Abstimmung des Klangbilds und verhindert eine übermäßige Betonung des Basses.
Welcher Verstärkertyp eignet sich für diesen Lautsprecher?
Empfohlen wird ein Verstärker, der an 4-Ohm-Lasten stabil arbeitet. Die Townus 30 weist keinen besonders hohen Wirkungsgrad auf: Planen Sie mindestens 50 W pro Kanal ein, und mehr, wenn der Raum größer als 20 m² ist oder Sie gerne laut hören.
Kann man die Townus 30 als Surround-Lautsprecher in einem Heimkino-System verwenden?
Ja. Canton positioniert diesen Lautsprecher ausdrücklich als natürlichen Surround-Partner innerhalb eines Townus-Systems. Die klangliche Abstimmung mit den Standlautsprechern Townus 90 und dem Center Townus 50 wird durch die Verwendung identischer Membranmaterialien gewährleistet.
Worin unterscheidet sie sich von der Vento 30?
Die Vento 30 setzt auf eine aufwendigere Titan-Graphit-Membran und erzielt vor allem im Mitteltonbereich eine höhere Auflösung. Die Townus 30 bevorzugt eine rundere, weniger analytische Wiedergabe. Der Preisunterschied zwischen beiden Modellen spiegelt diese unterschiedliche Positionierung wider.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: 04234
- GTIN / EAN : 4010243042343












