iFi Audio Neo Stream 3
Übersicht
Dritte Generation der Netzwerk-Streamer von iFi Audio: Der Neo Stream 3 übernimmt die Wandlerstufe des Neo iDSD 2 und kombiniert sie mit einer erneuerten Streaming-Engine. Das Gerät ergänzt das bewährte Konzept um zwei wesentliche Elemente: die Unterstützung von Qobuz Connect, die beim Vorgängermodell fehlte, sowie die von JVCKENWOOD entwickelte K2HD‑Technologie. Das Format bleibt kompakt (214 × 151 × 41 mm bei 1 kg) mit einem Aluminiumgehäuse, das mit dem seines Vorgängers identisch ist.
Ein Burr-Brown-DAC mit getrennten Signalwegen
Der Neo Stream 3 verwendet einen Burr-Brown-Chip, dessen Architektur PCM und DSD über separate Schaltkreise verarbeitet. Diese Konstruktionsentscheidung erhält die Signalintegrität bis zur Analogwandlung, ohne zwischengeschaltetes Transcoding. Die unterstützten Formate reichen bis PCM 768 kHz und DSD512 (22,6 MHz) – Auflösungen, die das Angebot aktueller Streaming-Dienste deutlich übertreffen, aber eine kompromisslose Wiedergabe von Dateien aus der eigenen Bibliothek ermöglichen.
Der Analogausgang liefert 4 V RMS symmetrisch über eine 4,4‑mm‑Klinke und 2 V RMS unsymmetrisch über einen Cinch-Anschluss. Das Signal-Rausch-Verhältnis erreicht 106 dBA, und der gesamte harmonische Klirrfaktor bleibt bei 0 dBFS unter 0,0025 %, Messwerte, die zum Anspruch des Produkts passen.
K2HD-Technologie zur Aufbereitung digitaler Aufnahmen
iFi Audio integriert mit der K2HD-Technologie erstmals in seinen Streamern ein Verfahren, das aus einer Zusammenarbeit mit JVCKENWOOD hervorgeht. Zwei Modi stehen zur Verfügung: K2 erhält die native Auflösung der Datei und rekonstruiert gleichzeitig einen Teil des harmonischen Inhalts, der bei der digitalen Codierung verloren geht; K2HD geht einen Schritt weiter, indem PCM-Dateien unterhalb von 192 kHz auf diese Abtastrate hochgerechnet werden.
Diese Technologie basiert auf einem Algorithmus, den JVC‑Ingenieure durch den Vergleich mit ursprünglichen analogen Masterbändern entwickelt haben. Das Ergebnis variiert je nach Aufnahme: Manche gewinnen an Wärme und Körper, andere profitieren weniger von dieser Behandlung. Der Modus lässt sich deaktivieren, wenn ein unverfälschtes Signal bevorzugt wird.
Netzwerkanschlüsse: drei Ethernet-Eingänge, darunter einer optisch
Die Rückseite des Neo Stream 3 weist für ein Gerät dieser Größe eine ungewöhnlich hohe Anschlussdichte auf. Auf Netzwerkseite stehen drei Optionen zur Wahl: ein klassischer RJ45-Port, ein M12-Eingang (ein Format aus der industriellen Ethernet-Welt) und ein optischer SC-Eingang, der mit der mitgelieferten OptiBox verbunden ist.
Die OptiBox ist ein kleines Gerät, das per RJ45 mit dem Router verbunden wird und das Signal per Glasfaser an den Neo Stream 3 überträgt. Diese Verbindung sorgt für eine vollständige galvanische Trennung zwischen Netzwerk und Gerät und eliminiert elektrische Störungen, die potenziell über ein Kupferkabel eingekoppelt werden. Das Signal wird dabei neu aufbereitet, neu getaktet und neu ausbalanciert. Die optische Übertragung funktioniert über Strecken von bis zu 1 km ohne nennenswerte Qualitätseinbußen – im Wohnumfeld zwar eher theoretisch relevant, aber ein Hinweis auf die Robustheit des Systems.
Vielfältige Digitalausgänge zur Ansteuerung eines externen DAC
Trotz integriertem Wandler kann der Neo Stream 3 als reiner Digitaltransport für einen externen DAC dienen. Die Digitalausgänge umfassen koaxiales und optisches S/PDIF, AES/EBU über XLR sowie eine I2S-Schnittstelle über HDMI-Anschluss. Zwei USB-A-Ports ergänzen das Angebot, darunter ein dedizierter Audio‑Ausgang mit ANC‑Technologie (Active Noise Cancellation) zur Reduzierung von Leitungsrauschen.
Die S/PDIF-Ausgänge integrieren die iPurifier‑Technologie, eine Signalregenerationsschaltung, die iFi auch als eigenständige Produkte anbietet. Eine Femto‑Clock (Genauigkeit im Bereich der Femtosekunde) steuert sämtliche Digitalausgänge.
Streaming-Dienste und Softwarekompatibilität
Die Streaming-Engine unterstützt Qobuz Connect, Tidal Connect, Spotify Connect und AirPlay 2 im nativen Betrieb. Die Qobuz‑Connect‑Integration, neu in dieser Generation, ermöglicht eine bit‑perfekte Wiedergabe direkt aus der Qobuz‑App, ohne zwischengeschalteten Server. Die Roon‑Ready‑Zertifizierung sorgt für eine nahtlose Einbindung bei Nutzern dieser Software.
Zur Wiedergabe lokaler Dateien akzeptiert der Neo Stream 3 NAS-Systeme über DLNA/UPnP und USB-Speichermedien an seinen drei Ports (zwei USB-A hinten, ein USB‑C an der Front). Das auf Audio optimierte Betriebssystem Volumio 3 übernimmt die Verwaltung.
Die iFi-Nexis-App vereinfacht die Einrichtung
Eine der häufig geäußerten Kritiken am ursprünglichen Neo Stream betraf die Komplexität der Ersteinrichtung. iFi Audio hat dies mit einem neuen IoT‑Chip überarbeitet, der eine vereinfachte WLAN‑Kopplung über die iFi‑Nexis‑App ermöglicht. Nach der Verbindung dient die App als Bedienoberfläche, ohne dass ein Browserzugriff oder das Hantieren mit IP-Adressen nötig wären.
Die „Exclusive Modes“ erlauben es, nicht benötigte Systemprozesse während der Wiedergabe zu deaktivieren, um Software‑Jitter zu minimieren. Diese Option richtet sich an Nutzer, die für kritische Hörsessions das letzte Quäntchen Leistung ausschöpfen möchten.
Verbesserte Passivkomponenten
Im Vergleich zur vorherigen Generation hat iFi Audio die Stromversorgung mit Polymer-Kondensatoren und ELNA Silmic II überarbeitet. Letztere sind für ihr vorteilhaftes Verhalten im Hochtonbereich bekannt und tragen laut Hersteller zu einem geschmeidigeren Hochtonverlauf und einem niedrigeren Rauschpegel bei.
Das externe Netzteil iPower X, das dem Gerät beiliegt, integriert ebenfalls Schaltungen zur Rauschunterdrückung (ANC, HF‑Filterung), um Störungen schon vor dem Gerät zu minimieren.
Einsatz mit Aktivlautsprechern oder vorhandener Verstärkung
Der Neo Stream 3 verfügt über eine digitale Lautstärkeregelung und kann daher als Vorverstärker verwendet werden. In direkter Verbindung mit einem Paar Aktivlautsprecher entsteht ein komplettes System für die netzwerkbasierte Wiedergabe. Alternativ lässt sich die Lautstärke auf Maximum fixieren, sodass die Pegelregelung allein durch den Vollverstärker erfolgt.
Der symmetrische Ausgang im 4,4‑mm‑Klinkenformat erfordert ein geeignetes Kabel (auf XLR oder ein anderes Format), wenn der Verstärker nicht über einen entsprechenden Eingang verfügt – einen solchen Adapter bietet iFi optional an.
Dokumentationen
Französisch
Technische Merkmale
Audioarchitektur
- Hochleistungs-D/A-Wandler von Burr-Brown
- Bit-perfekte Architektur mit getrennten PCM- und DSD-Signalwegen
- Native Unterstützung von High-Resolution-Formaten
- PCM bis 768 kHz
- DSD bis DSD512 (22,6 MHz)
- JVCKENWOOD K2HD-Technologie zur Wiederherstellung von Obertönen und Musikalität
- Präzisions-Femto-Clock zur Reduzierung von Jitter
- Integrierte ANC- und iPurifier-Technologien zur Rauschunterdrückung
- Optimierte audiophile Polymer- und ELNA Silmic II-Kondensatoren
Audioleistung
- Analoge Ausgangsspannung
- Symmetrisch: 4 V RMS
- Unsymmetrisch: 2 V RMS
- Ausgangsimpedanz
- Symmetrisch: ≤ 74 Ohm
- Unsymmetrisch: ≤ 37 Ohm
- Signal-Rausch-Verhältnis: ≥ 106 dBA
- Gesamtklirrfaktor (THD+N): ≤ 0,0025 % bei 0 dBFS
Streaming-Funktionen
- Unterstützte Dienste: Qobuz Connect, TIDAL Connect, Spotify Connect, AirPlay 2
- Netzwerk-Streaming über WLAN oder Ethernet
- iFi Nexis Steuerungs-App für Konfiguration und Verwaltung
- Betriebssystem Volumio 3, für Audio optimiert
Anschlüsse
- Digitale Eingänge
- WLAN
- Ethernet RJ45
- Industrielles Ethernet M12-X
- OptiBox-Optikeingang (galvanische Trennung)
- USB-C (Frontseite)
- 2 × USB-A
- Digitale Ausgänge
- 2 × USB-A
- Optisches S/PDIF
- Koaxiales S/PDIF
- AES/EBU
- I2S
- Analoge Ausgänge
- 1 × unsymmetrischer RCA
- 1 × symmetrische 4,4-mm-Klinke
Netzwerkverbindung und Steuerung
- Integriertes WLAN mit externer Antenne
- Gigabit-Ethernet
- Steuerung über spezielle App auf dem Smartphone
- Exklusive, optimierte Betriebsmodi zur Reduzierung von Jitter und Verbesserung der Klangqualität
- OptiBox galvanische Trennung zur Eliminierung von Netzwerkstörungen
Stromversorgung und physikalische Eigenschaften
- Stromversorgung: 9–15 V DC
- Abmessungen (B × T × H): 21,4 × 15,1 × 4,1 cm
- Gewicht: 1 kg
- Ausführung: Mattschwarz
Häufig gestellte Fragen
Worin unterscheidet sich der ZEN Stream 3?
Der ZEN Stream 3 verfügt über keinen integrierten DAC und ist auf die Funktion als Digitaltransport beschränkt. Er unterstützt den K2‑Modus, aber nicht K2HD mit Oversampling. Sein Preis liegt etwa 60 % niedriger.
Kann der Neo Stream 3 ohne den integrierten DAC als reiner Digitaltransport betrieben werden?
Ja. Über die Digitalausgänge (USB Audio, S/PDIF, AES/EBU, I2S) kann er ausschließlich als Quelle für einen externen Wandler dienen. Der interne DAC bleibt in dieser Konfiguration einfach ungenutzt.
Verändert die K2HD-Technologie die Dateien dauerhaft?
Nein. Die Verarbeitung erfolgt in Echtzeit während der Wiedergabe und verändert die Quelldateien nicht. Sie kann jederzeit über die Benutzeroberfläche deaktiviert werden.
Welche Dateiformate lassen sich von einem USB-Stick abspielen?
Das Gerät unterstützt gängige Formate (FLAC, WAV, AIFF, ALAC, MP3, AAC, OGG) sowie Hi-Res‑Formate (DSD in DSF und DFF, DXD). Die Auflösung ist durch den DAC begrenzt: PCM 768 kHz und DSD512.
Verfügt der Neo Stream 3 über einen Kopfhörerausgang?
Nein. Für Kopfhörerbetrieb ist ein dedizierter Kopfhörerverstärker nötig, der an die Analogausgänge angeschlossen wird, oder Sie wählen den Neo iDSD 3, der diese Funktion integriert.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 5061043051805















