Rega Mercury
Übersicht
Vier Jahrzehnte Entwicklung von Transistorelektronik bei Rega, und hier ist der Mercury: ein Vorverstärker, der drei Funktionen in einem einzigen Gehäuse vereint. Der britische Hersteller wollte das ambitionierteste elektronische Gerät seiner Geschichte schaffen, mit einer Rekordzahl an Komponenten. In England von Hand gefertigt in einem CNC-gefrästen Aluminiumgehäuse, ist dieser Referenz-Vorverstärker dafür bestimmt, mit der Solis-Endstufe oder jeder anderen High-End-Endstufe zusammenzuarbeiten.
Eine Schaltung aus den Rega-Referenzen abgeleitet
Die Ursprünge der Mercury-Schaltung reichen bis zum ersten Rega Elicit zurück, um 1990. Regas Ansatz ist seit dieser Zeit derselbe geblieben: ein vollständig diskreter und symmetrischer Signalweg, ohne auf vorgefertigte Module zurückzugreifen.
Die Verstärkerstufen verwenden ultra-rauscharme FET-Transistoren von Linear Systems in einer differentiellen Vier-Transistor-Konfiguration, eine Topologie, die sich auch im Aura MC Phono-Vorverstärker findet. Das Alps Blue Velvet RK27 Lautstärkepotentiometer, dasselbe wie im Osiris, ist hier mit symmetrischen Common-Base-Treiberverstärkern kombiniert. Diese aktive Konfiguration um das Potentiometer herum ermöglicht es, die notwendige Spannung und den nötigen Strom bereitzustellen, um die nächste Stufe ohne Signalverschlechterung anzusteuern.
Die Hauptausgänge sind DC-gekoppelt, um Koppelkondensatoren zu vermeiden, die den Bassbereich beeinträchtigen können. Eine Schutzschaltung überwacht die DC-Pegel, um jedes Problem zu vermeiden.
Ein großzügiges Netzteil für Dynamik
Das Netzteil verwendet eine um 60% höhere Spannung als das, was man üblicherweise in dieser Art von Vorverstärker findet. Diese zusätzliche Reserve zeigt sich in der Fähigkeit, musikalische Spitzen ohne Kompression zu verarbeiten.
Der überdimensionierte Ringkerntransformator speist ein diskretes lineares Netzteil mit symmetrischer Regelung. Jeder Abschnitt der Schaltung besitzt seine eigene lokale Kapazität, seine Multiplikatorversorgung und seine LED-referenzierten Stromgeneratoren. Auch die Steuerschaltungen, das Display und die Schutzschaltungen verfügen über ihre eigene dedizierte Versorgung, getrennt vom Audioteil.
Integrierter DAC: eine bewusst getroffene technische Entscheidung
Rega hat sich bewusst für zwei parallel geschaltete Wolfson WM8742 Chips entschieden, obwohl dieser DAC 2009 auf den Markt kam. Die Ingenieure sind der Auffassung, dass diese Chips das beste Gleichgewicht zwischen gemessener Leistung und klanglicher Wiedergabe bieten, eine Entscheidung, die das Hören den Zahlen auf dem Papier vorzieht.
Der asynchrone USB-Eingang ist galvanisch isoliert und verfügt über seine eigene dedizierte Stromversorgung, zudem profitiert er von einem aufwendigen Re-Clocking der PCM- und DSD-Takte. Zwei hochstabile Oszillatoren erzeugen jitterarme Takte für die 44,1-kHz- und 48-kHz-Familien. Die S/PDIF-Eingänge durchlaufen einen Wolfson-Empfänger mit PLL, um Daten und Takte mit geringem Jitter zurückzugewinnen.
Der DAC unterstützt PCM bis 32 Bit/192 kHz und DSD64 in DoP. Fünf digitale Filter sind für PCM und vier für DSD wählbar, mit detaillierten Beschreibungen im Handbuch. Wer exotischere Formate wie High-Speed-DSD wünscht, benötigt einen externen Wandler.
Kopfhörerverstärker auf entsprechendem Niveau
Der Kopfhörerverstärker arbeitet wie ein Mini-Solis: Er verwendet dieselbe symmetrische Common-Base-Topologie wie die Endstufe. Mit einer Leistung von 2,5 W an 33 Ω und 0,5 W an 240 Ω kann er sowohl niederohmige Kopfhörer als auch anspruchsvollere Modelle antreiben.
Die gemessene Verzerrung (0,0035% THD+N bei 1 kHz) und die Stromlieferfähigkeit bringen diesen Kopfhörerbereich auf das Niveau dedizierter High-End-Verstärker. Es handelt sich um eine substanzielle Ergänzung, nicht um eine Notfallfunktion.
Umfangreiche Anschlüsse, aber kein Phono-Vorverstärker
Der Mercury bietet fünf RCA-Line-Eingänge plus einen symmetrischen XLR-Eingang sowie eine Aufnahmeschleife. Digitalseitig: zwei koaxiale Eingänge, zwei optische und ein USB Typ B. Zu den Ausgängen gehören RCA- und XLR-Paare.
Das Fehlen eines Phono-Vorverstärkers kann bei einem Hersteller überraschen, der seinen Ruf auf Plattenspielern aufgebaut hat. Laut dem Entwickler Ashton Wagner gab es im Gehäuse nicht genug Platz, um einen Phono-Vorverstärker von ausreichender Qualität zu integrieren, ohne die Abmessungen erheblich zu vergrößern. Rega bietet für diese Funktion den externen Aura MC an.
Die unsymmetrischen RCA-Verbindungen werden von Rega für optimale Klangqualität in häuslicher Umgebung empfohlen. Die internen Schaltungen des Mercury sind unsymmetrisch; die XLR-Eingänge und -Ausgänge erfordern daher zusätzliche Schaltungen, die dem Signal eine geringe Menge an Rauschen und Verzerrung hinzufügen. Symmetrische Verbindungen bleiben für Installationen verfügbar, die sie benötigen, insbesondere bei langen Kabelwegen.
Benutzeroberfläche und tägliche Ergonomie
Das farbige IPS-Display zeigt die ausgewählte Quelle und den Lautstärkepegel an. Seine Hintergrundbeleuchtung verwendet eine einstellbare lineare DC-Stromversorgung, um zu vermeiden, dass Rauschen in die Schaltung eingekoppelt wird. Die hintergrundbeleuchtete Orbit-Fernbedienung mit Bewegungssensor ermöglicht die Steuerung von Lautstärke und Quellenwahl.
Der automatische Standby-Modus kann über die Menüs deaktiviert werden, eine nützliche Option für Systeme, die unter Spannung bleiben müssen. Der mikroprozessorgesteuerte Softstart begrenzt den Einschaltstrom des Transformators.
Dokumentationen
Französisch
Technische Daten
Design und Architektur
- High-End-Vorverstärker für extrem niedrige Grundgeräusche
- Vollständig diskrete und symmetrische Architektur im Signalweg
- Design basierend auf fast 40 Jahren Rega-Expertise in der Analogverstärkung
- Audiophile Bauteile
- Polypropylen-Kondensatoren
- Hochwertige Relais
- Alps Blue Velvet RK27 Lautstärkeregelung
- Rauscharme FET-Transistor-Analogstufen (Linear Systems)
Stromversorgung
- Überdimensionierter Ringkerntransformator
- Diskrete Linearstromversorgung mit symmetrischer Regelung
- Rauscharme Spannungsreferenzen und dedizierte Stromgeneratoren
- 60 % höhere Versorgungsspannung als der Durchschnitt zur Maximierung der Dynamik
- Unabhängige Versorgungsstufen für jeden Abschnitt
Digitalabteilung (DAC)
- Doppelter Wolfson DAC im Parallelbetrieb
- Digitaleingänge: S/PDIF koaxial, optisch, asynchrones USB
- Galvanisch getrenntes USB mit dedizierter Stromversorgung und erweitertem Re-Clocking
- Doppelter hochstabiler Oszillator zur Jitter-Reduzierung
- Kompatible Formate
- PCM bis 32 Bit / 192 kHz
- DSD64 (DoP)
Analogabteilung und Vorverstärkung
- Symmetrische Gegentaktschaltung für maximale Transparenz
- Erweiterte Frequenzganglinearität und hohe Linearität
- Für die Bewahrung von Mikrodetails und Dynamik optimierte Analogstufen
Kopfhörerverstärker
- Design abgeleitet vom Rega Solis Leistungsverstärker
- Hohe Ansteuerungskapazität (hohe Spannung und Strom)
- Kompatibel mit niederohmigen und hochohmigen Kopfhörern
- Betrieb in diskreter symmetrischer Architektur
Konnektivität
- Digitaleingänge: koaxial, optisch, USB
- Vorverstärkerausgänge
- RCA (unsymmetrisch)
- XLR (symmetrisch)
- Hochleistungs-Kopfhörerausgang
- Beleuchtete Orbit-Fernbedienung
Bedienoberfläche und Funktionen
- Farb-IPS-Display mit rauschfreier linearer Hintergrundbeleuchtung
- Automatischer Standby-Modus nach 20 Minuten ohne Signal
- Mikroprozessorgesteuertes Soft-Start-System
- Umfassende Schutzschaltungen (Ausgänge und Stromversorgung)
Audioleistung
- Vorverstärker
- THD+N: 0,001 % bei 1 kHz (2 V RCA / 4 V XLR)
- Frequenzgang: 8 Hz – 28 kHz (-0,5 dB)
- DAC
- THD+N: 0,0045 % bei 1 kHz (0 dBFS)
- Kopfhörerverstärker
- 33 Ω: 9 V / 2,5 W bei 0,1 % THD+N
- 240 Ω: 10,85 V / 0,5 W bei 0,1 % THD+N
- THD+N: 0,0035 % bei 1 kHz
Stromverbrauch und Abmessungen
- Stromverbrauch: 50 W
- Standby: 0,4 W
- Abmessungen (B x H x T): 435 x 97 x 380 mm
- Gewicht: 14 kg
Häufig gestellte Fragen
Kann man den Mercury mit einer Endstufe einer anderen Marke verwenden?
Der Mercury funktioniert mit jedem Leistungsverstärker. Rega hat das Mercury/Solis-Duo für maximale Synergie optimiert, aber die Vorverstärkerausgänge (RCA und XLR) sind mit allen Endstufen kompatibel. Rega erwähnt auch die Kompatibilität mit seinem Vollverstärker Aethos, der im Endstufenmodus verwendet wird.
Welche Audioformate werden vom integrierten DAC unterstützt?
Der DAC akzeptiert PCM von 16 bis 32 Bit mit Abtastraten von 44,1 kHz bis 192 kHz (je nach Eingang) sowie DSD64 im DoP-Modus über USB. DSD128 und höhere Formate werden nicht unterstützt. Für die Mehrheit der Dateien, die auf Streaming- und Download-Plattformen verfügbar sind, stellen diese Grenzen kein Problem dar.
Sind XLR-Eingänge den RCA-Eingängen vorzuziehen?
Rega empfiehlt unsymmetrische Verbindungen (RCA) für Standard-Heiminstallationen. Die interne Schaltung des Mercury ist unsymmetrisch, und die XLR-Ein- und -Ausgänge erfordern zusätzliche Wandlerschaltungen. XLR-Verbindungen bleiben nützlich bei langen Kabelwegen oder in Umgebungen, in denen elektromagnetische Störungen problematisch sind.
Welche Kopfhörer sind mit dem Kopfhörerausgang kompatibel?
Der Kopfhörerausgang mit 6,3-mm-Klinke kann Kopfhörer von 33 Ω bis 240 Ω und darüber hinaus antreiben. Stromhungrige magnetostatische Kopfhörer wie niederohmige audiophile Modelle funktionieren korrekt. Die verfügbare Leistung (2,5 W an 33 Ω) übertrifft das, was die meisten Vorverstärker mit integriertem Kopfhörerausgang bieten.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.











