Übersicht
Ein Jahr nach dem DM13 kehrt FiiO mit einem vollständig neu konzipierten tragbaren CD-Player zurück. Der DM15 R2R verabschiedet sich von der Delta-Sigma-Wandlung zugunsten eines intern entwickelten R2R-Digital-Analog-Wandlers, erhält einen USB-DAC-Modus, eine deutlich kräftigere Kopfhörerverstärkung und ein Aluminiumgehäuse mit einer Abdeckung aus gehärtetem Glas. Das Format bleibt kompakt und das Ganze funktioniert mit Akku: Wir sind weit entfernt von einem bloßen nostalgischen Augenzwinkern.
Ein R2R-DAC mit diskretem Widerstandsnetzwerk
Der DM13 verwendete zwei Cirrus Logic CS43198 Chips in Delta-Sigma-Technik. Der DM15 R2R geht den entgegengesetzten Weg mit einem proprietären R2R-Wandler, der von dem abgeleitet ist, den FiiO in seinen Desktop-DACs K11 R2R und K13 R2R einsetzt.
Das Prinzip ist im Konzept einfach, in der Umsetzung anspruchsvoll: Ein Leiternetzwerk aus Widerständen wandelt jeden digitalen Wert direkt in eine analoge Spannung um, ohne auf das massive Oversampling oder die komplexe digitale Filterung zurückzugreifen, die für Delta-Sigma-DACs typisch sind. Der DM15 R2R verfügt über 192 Dünnschichtwiderstände, verteilt auf vier Kanäle (48 pro Kanal), ausgewählt wegen ihrer Toleranz von 0,1 % und ihrer geringen thermischen Drift (30 ppm). Die Topologie ist vollständig differentiell und arbeitet mit 24 Bit.
Das klangliche Ergebnis tendiert zu einer dichteren und organischeren Wiedergabe als beim DM13, mit einer leichten Wärme in den Mitten und einem sanfteren Hochton. Das ist eine Frage der Signatur: Anhänger analytischer Neutralität bevorzugen vielleicht einen Delta-Sigma-DAC, aber der R2R-Ansatz verleiht CDs eine besondere, flüssige und natürliche Textur, die an gute CD-Player vergangener Zeiten erinnert.
Eine Kopfhörerverstärkung, die es ernst meint
Die Verstärkerstufe, aufgebaut rund um zwei SGM8262 Operationsverstärker, legt gegenüber dem DM13 bei der Leistung deutlich zu. Der symmetrische 4,4-mm-Ausgang liefert bis zu 1.150 mW pro Kanal an 32 Ω (815 mW im Akkubetrieb), also 74 % mehr als sein Vorgänger. Der unsymmetrische 3,5-mm-Ausgang erreicht 315 mW an 32 Ω, gegenüber zuvor 180 mW.
Diese Zahlen sind nicht rein theoretisch. Der DM15 R2R kann problemlos Wohnraum-Kopfhörer wie den Sennheiser HD 600 antreiben, was für einen tragbaren CD-Player selten ist. Die Ausgangsimpedanz bleibt unter 1 Ω, die Kanaltrennung liegt symmetrisch über 100 dB und der Signal-Rausch-Abstand bei mehr als 112 dB. Der unterstützte Kopfhörerimpedanzbereich reicht von 8 bis 350 Ω.
Die Lautstärkeregelung wechselt von einem Drucktaster (beim DM13) zu einem Drehpotentiometer, eine willkommene Änderung für eine feinere Pegeldosierung. Die Lautstärkestufen wurden für eine gleichmäßigere Abstufung neu kalibriert.
Vier Geräte in einem 471-g-Gehäuse
Der DM15 R2R beschränkt sich nicht auf die CD-Wiedergabe. Er vereint mehrere Funktionen im selben Gehäuse, die jeweils über die Schalter an der Front zugänglich sind.
Im USB-DAC-Modus, angeschlossen an einen Computer, ein Smartphone oder ein Tablet über USB-C, unterstützt er PCM-Streams bis 32 Bit / 384 kHz und natives DSD256. Er funktioniert ohne Treiber (Plug and Play) und profitiert vom selben R2R-Wandler wie bei der CD-Wiedergabe, was dem USB-Signal dieselbe klangliche Signatur verleiht.
Im Bluetooth-Sendemodus überträgt er dank des Qualcomm QCC3095 Chips und Bluetooth 5.4 das Signal (CD oder USB) an einen kabellosen Kopfhörer oder Lautsprecher. Die unterstützten Codecs umfassen SBC, aptX, aptX HD, aptX Low Latency und aptX Adaptive, wobei Letzterer die Bitrate dynamisch anpasst, um eine stabile Verbindung aufrechtzuerhalten. Achtung: Die Bluetooth-Übertragung läuft über den Qualcomm-Chipsatz und nicht über den R2R-DAC, das Signal wird also erneut verarbeitet.
Als digitaler Transport ermöglichen die koaxialen und optischen Ausgänge (gemeinsam auf einer 3,5-mm-Klinke mit mitgeliefertem Adapter) den Anschluss eines externen DACs. Der koaxiale Ausgang geht bis 24 Bit / 192 kHz, der optische bis 24 Bit / 96 kHz.
Der DM15 R2R kann CDs auch als WAV-Dateien auf einen USB-C-Stick extrahieren (rippen), und zwar während des Hörens der Disc. Es werden nur FAT32-Medien mit 32 GB oder weniger unterstützt, und für die Extraktion steht ausschließlich das WAV-Format zur Verfügung.
Ein Gehäuse, das für zwei Nutzungsarten konzipiert ist
Das Aluminiumgehäuse misst 144 × 137 × 25,5 mm. Das ist dicker als ein Discman aus den 1990er-Jahren, aber 2 mm dünner als der DM13. Das Gewicht von 471 g vermittelt Solidität, ohne in einer Tasche sperrig zu werden.
Die Abdeckung aus gehärtetem Glas gibt den Blick auf die rotierende Disc frei, ein ansprechendes ästhetisches Detail, das an transparente CD-Player der 1990er-Jahre erinnert. Der Zentriermechanismus verwendet federnd gelagerte Stahlkugeln, um das Einlegen und Entnehmen der Disc zu erleichtern, ohne sie zu zerkratzen. FiiO kündigt eine nahezu geräuschlose Rotation an, ein Punkt, der bei einigen Exemplaren des DM13 problematisch war.
Ergonomisch gesehen sind alle Bedientasten an die Front gewandert: Wiedergabe, Pause, nächster und vorheriger Titel, Stopp, Auswahl des Equalizers und das Lautstärkepotentiometer. Ein kleines 0,96-Zoll-TFT-LCD-Display (80 × 160 Pixel) zeigt Wiedergabeinformationen, den aktiven Modus, den Akkustand und die Equalizer-Einstellungen an. Es bleibt zwar bescheiden in der Größe, ist aber gut lesbar und funktional. Physische Schalter übernehmen die Auswahl von Ein- und Ausgang, den Basspegel und den Wiedergabemodus.
Die mitgelieferte Infrarot-Fernbedienung deckt die meisten Funktionen ab (Transport, Lautstärke, Ausgabemodus) und macht die stationäre Nutzung komfortabler, insbesondere wenn der Player an einen Verstärker oder Lautsprecher angeschlossen ist. Die CR2025-Batterie der Fernbedienung ist nicht enthalten.
Desktop-Modus und Akkumanagement
Der Lithium-Kobalt-Akku mit 4.700 mAh (3,85 V) ermöglicht etwa 7 Stunden kontinuierliche CD-Wiedergabe und bis zu 11 Stunden im USB-DAC-Modus. Das Aufladen erfolgt in etwa 2 Stunden über USB-C mit PD 2.0 / PD 3.0 Schnellladung.
Der Desktop-Modus (D.MODE), aktivierbar über einen physischen Schalter auf der Rückseite, umgeht den Akku, um den Player direkt über den USB-C-Port zu versorgen. Der Akku wird dann weder beansprucht noch geladen, was seine Lebensdauer bei längerer Nutzung auf einem Schreibtisch oder in einer Hi-Fi-Kette schont. Wenn der Akku auf 0 % fällt, lädt der Player ihn unabhängig von der Einstellung des Desktop-Modus automatisch auf, um Schäden zu vermeiden. Im Desktop-Modus liefert die Kopfhörerverstärkung ihre maximale Leistung (1.150 mW symmetrisch), gegenüber 815 mW im Akkubetrieb.
Stoßschutz und Wiedergabe unterwegs
Der ESP-Schalter (Electronic Skip Protection) aktiviert einen Speicherpuffer, der die Disc vorliest: 60 Sekunden Vorlauf bei Audio-CDs, 120 Sekunden bei Discs mit MP3-Dateien. Dieses System reduziert Aussetzer bei Vibrationen oder Bewegungen. Man sollte im Hinterkopf behalten, dass ESP eine Komprimierung des im Puffer gespeicherten Signals bedeutet. Bei stationärer Nutzung kann es deaktiviert werden.
Der Player unterstützt handelsübliche Audio-CDs, CD-R und CD-RW, einschließlich gebrannter Discs mit FLAC-, WAV-, MP3-, AAC- oder WMA-Dateien. FiiO präzisiert, dass die Wiedergabefähigkeiten des DM15 R2R mit denen des DM13 nach Firmware-Update vergleichbar sind und dass einige CDs mit hoher Kapazität leichte Sprünge verursachen können, bedingt durch die Einschränkungen eines tragbaren Mechanismus.
Equalizer und Klangprofile
Der DM15 R2R bietet drei Stufen der Bassanhebung (Magic Bass), die über einen physischen Schiebeschalter aktiviert werden. Die erste Stufe fügt im unteren Frequenzbereich eine leichte Betonung hinzu, die zweite verstärkt deutlicher alles unterhalb von 300 Hz. Die zweite Stufe kann Mitten und Höhen verschleiern, wodurch sie vor allem mit bassschwachen Kopfhörern oder Ohrhörern sinnvoll ist.
Acht vordefinierte Equalizer-Profile ergänzen das System: Jazz, Pop, Rock, Dance, Klassik, Hip Hop, ein Standardprofil und ein Retro-Modus, der versucht, die Signatur von CD-Playern aus der Zeit vor der Ära hochauflösender Formate nachzubilden. Die Kombination der drei Bassstufen und der acht Profile ergibt bis zu 24 mögliche Kombinationen. Der Equalizer ist in allen Modi aktiv (CD, USB, Bluetooth).
Umfassende Anschlüsse an Front und Rückseite
An der Front befinden sich die beiden Kopfhörerausgänge (3,5 mm unsymmetrisch und 4,4 mm symmetrisch) sowie die Schalter. Auf der Rückseite konzentrieren sich die Anschlüsse und sekundären Schalter: ein USB-C für den DAC-Eingang und die CD-Extraktion, ein USB-C für die Stromversorgung, ein kombinierter Line-/Koaxial-/Optikausgang in 3,5 mm (mit mitgeliefertem Koaxialadapter), ein symmetrischer 4,4-mm-Line-Ausgang, der Schalter für den Desktop-Modus und der ESP-Schalter.
Die Line-Ausgänge bieten einen Pegel von 3,3 Vrms bei 3,5 mm und 6,5 Vrms bei 4,4 mm symmetrisch, was ausreicht, um die meisten Vollverstärker oder Aktivlautsprecher anzusteuern.
Was sich gegenüber dem DM13 ändert
Der Wechsel vom DM13 zum DM15 R2R ist nicht nur ein einfaches kosmetisches Update. Der Wandler wechselt die Technologie (Delta-Sigma zu R2R), die Kopfhörerleistung steigt um 66 % unsymmetrisch und um 74 % symmetrisch, der USB-DAC-Modus kommt hinzu, die Lautstärke wechselt auf ein Drehpotentiometer, das Display wird größer, die Abdeckung wird transparent, eine Fernbedienung ist enthalten und der Codec aptX Adaptive wird bei Bluetooth ergänzt. Das Aluminiumgehäuse ersetzt ein leichteres Gehäuse, und das Format wurde leicht verschlankt (2 mm weniger in der Dicke). Der DM13 bleibt für eine einfachere Nutzung oder ein kleineres Budget im Sortiment.
Was die Presse darüber sagt
In einer vollkommen von Logik bestimmten Welt ergibt der FiiO nur sehr wenig Sinn, aber verbringt man etwas Zeit mit ihm, sorgen die kleinen Zusatzfunktionen, die FiiO eingebaut hat, dafür, dass dies nicht ganz so ein seltsames und abseitiges Gerät ist, wie man vielleicht denkt.[...] Der allgemeine Verarbeitungsstandard ist für den verlangten Preis allerdings ziemlich gut.[...] Ob als CD-Player oder DAC genutzt, der FiiO ist größer und hat eine kürzere Akkulaufzeit als Geräte, die nicht um einen CD-Mechanismus herum gebaut sind
Automatisch übersetzt — Original anzeigen (Englisch)
Technische Daten
Design und Architektur
- Proprietärer R2R-Widerstandsnetzwerk-Digital-Analog-Wandler (DAC) (192 Widerstände)
- Kopfhörerverstärkung basierend auf dualem Operationsverstärker SGM8262
- Hauptcontroller: GD32F305RET6
- Bluetooth-Empfänger: Qualcomm QCC3095
- Maßgefertigter CD-Mechanismus und Optikblock
- Aluminiumgehäuse
- 0,96-Zoll-LCD-Display (80 × 160 px)
Hauptfunktionen
- CD-Wiedergabe und USB-DAC-Funktion
- Bluetooth-Sender-Modus
- Treiberloses Betrieb (Plug and Play)
- CD-Ripping-Funktion
- Bassregelung: 3 Stufen
- Equalizer: 8 integrierte DSP-Profile
- Programmierbares automatisches Abschalten
- Firmware-Update über USB
Audiokompatibilität
- USB-DAC: bis zu 32 Bit / 384 kHz
- DSD: DSD256 (nativ)
- Koaxialausgang: bis zu 24 Bit / 192 kHz
- Optischer Ausgang: bis zu 24 Bit / 96 kHz
Bluetooth
- Version: Bluetooth 5.4
- Unterstützte Codecs: SBC, aptX, aptX HD, aptX Low Latency, aptX Adaptive
Kopfhörerverstärkung
- Unsymmetrischer Ausgang (3,5 mm)
- Leistung: bis zu 315 mW / 32 Ω
- Signal-Rausch-Verhältnis: ≥ 111 dB
- THD+N: < 0,025 %
- Übersprechen: ≥ 72 dB
- Frequenzgang: 20 Hz – 80 kHz (± 2,9 dB)
- Ausgangsimpedanz: < 1 Ω
- Symmetrischer Ausgang (4,4 mm)
- Leistung: bis zu 1150 mW / 32 Ω
- Signal-Rausch-Verhältnis: ≥ 112 dB
- THD+N: < 0,025 %
- Übersprechen: ≥ 100 dB
- Kompatible Kopfhörerimpedanz: 8 bis 350 Ω
Linienausgänge
- Ausgangspegel
- 3,5 mm: bis zu 3,3 Vrms
- 4,4 mm symmetrisch: bis zu 6,5 Vrms
- Frequenzgang: 20 Hz – 80 kHz
- THD+N: < 0,025 %
- Dynamikumfang: ≥ 106 dB
Stromversorgung und Akkulaufzeit
- Integrierter Akku: 4700 mAh
- Akkulaufzeit
- CD-Wiedergabe: bis zu 7 h
- USB-DAC-Modus: bis zu 11 h
- Schnellladen: PD 2.0 / PD 3.0
- Ladezeit: ca. 2 h
Anschlüsse
- 1 × USB-C (USB-DAC)
- 1 × USB-C (Stromversorgung)
- 1 × Kopfhörerausgang 3,5 mm
- 1 × symmetrischer Kopfhörerausgang 4,4 mm
- 1 × Linienausgang 3,5 mm (kombinierter Linie-/Koaxial-/Optikausgang)
- 1 × symmetrischer Linienausgang 4,4 mm
Bedienelemente und Ergonomie
- Physische Tasten: Wiedergabe / Pause, nächster / vorheriger Titel, Stop, Equalizer
- Lautstärkeregler
- Dedizierte Schalter: Eingang / Ausgang, Bass, ESP, Wiedergabemodus
Mitgeliefertes Zubehör
- USB-A-auf-USB-C-Kabel
- 3,5-mm-Klinke-auf-Koaxial-Adapter
- Infrarot-Fernbedienung
- Schnellstartanleitung
Allgemeine Informationen
- Abmessungen: 144 × 137 × 25,5 mm
- Gewicht: ca. 471 g
Häufig gestellte Fragen
Kann der DM15 R2R gebrannte CDs und Discs mit komprimierten Dateien lesen?
Ja. Er unterstützt CD-R und CD-RW, mit Wiedergabe von WAV-, FLAC-, MP3-, AAC- und WMA-Dateien, die auf Disc gebrannt wurden. Handelsübliche Audio-CDs werden im Standardformat Red Book gelesen, und FiiO gibt HDCD-Kompatibilität sowie die CD-Schicht von SACDs an.
Kann man den DM15 R2R als USB-DAC mit einem Smartphone verwenden?
Ja, vorausgesetzt, das Smartphone unterstützt USB-Audioausgabe (USB OTG). Der Player funktioniert ohne Treiber. Es genügt, ihn über USB-C anzuschließen, damit das Audiosignal durch den R2R-Wandler geleitet wird.
Verschlechtert der Desktop-Modus die Klangqualität?
Nein. Der Desktop-Modus versorgt den Player direkt über USB und liefert sogar die maximale Leistung der Kopfhörerverstärkung (1.150 mW symmetrisch gegenüber 815 mW im Akkubetrieb). Er wird für längere Nutzung empfohlen, um den Akku zu schonen.
Welche hochauflösenden Formate werden im USB-DAC-Modus unterstützt?
Der USB-DAC-Modus akzeptiert PCM bis 32 Bit / 384 kHz und natives DSD256. Diese Auflösungen betreffen nur den USB-Eingang; die CD-Wiedergabe bleibt auf den Red-Book-Standard 16 Bit / 44,1 kHz beschränkt (oder auf den Inhalt von auf CD-R gebrannten Dateien).
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 6953175761464

















