Mofi Electronics StudioDeck
Übersicht
Wenn ein Audio-Presslabel beginnt, Plattenspieler zu bauen, kann das Ergebnis von einem einfachen aufgeklebten Badge auf einem generischen Produkt bis hin zu echter Ingenieursarbeit reichen. MoFi Electronics hat sich klar für den zweiten Weg entschieden. Die StudioDeck, das erste Modell der Serie, wurde über zwei Jahre zusammen mit Allen Perkins entwickelt, dem Gründer von Spiral Groove, dessen Plattenspieler im fünfstelligen Bereich gehandelt werden. Das Lastenheft: die Anforderungen des Mastering-Studios von Mobile Fidelity Sound Lab in ein Gerät für das Wohnzimmer zu übertragen.
Eine gegen Vibrationen gedachte Konstruktion
Der Kampf gegen parasitäre Vibrationen prägt die gesamte Konstruktion der StudioDeck. Das Chassis ruht auf einer 35 mm starken MDF-Basis, die an der Oberfläche mit einer verklebten Platte aus gebürstetem Aluminium versehen ist. Diese Materialkombination arbeitet mit Zwangsdämpfung: Das MDF absorbiert Resonanzen, während das Aluminium Masse und Steifigkeit hinzufügt. Das Ergebnis ist eine Basis, die das Signal nicht verfärbt.
Die vier Füße verdienen besondere Aufmerksamkeit. Sie wurden von Michael Latvis entwickelt, Chefingenieur bei Harmonic Resolution Systems (HRS), einem Unternehmen, das auf Vibrationsisolierung für Audio, Luftfahrt und Verteidigung spezialisiert ist. Jeder Fuß integriert ein kalibriertes Federsystem: Die hinteren Füße, straffer ausgelegt, bieten einen Federweg von etwa 1 mm, während die vorderen weicher sind und rund 5 mm Hub haben. Diese mechanische Entkopplung isoliert den Plattenspieler von Vibrationen, die über den Boden oder das Möbel übertragen werden.
Der Delrin-Teller und sein invertiertes Lager
Der Teller wird aus einem Block Delrin (Polyoxymethylen) gefertigt, einem von DuPont entwickelten technischen Polymer. Mit seinen 19 mm Stärke und 1,76 kg bietet er eine höhere Dichte als MDF und eine Eigenschaft, die Plattenspielerentwickler besonders interessiert: Seine mechanische Impedanz liegt nahe an der von Vinyl. Die auf dem Teller liegende Schallplatte bildet so eine enge akustische Kopplung, was parasitäre Mikrovibrationen in der Rille reduziert.
Das Lager ist als invertiertes Lager ausgeführt: Eine feste Achse aus gehärtetem Stahl greift in eine Bronzebuchse mit Teflon-Lagerspiegel. Diese Konfiguration, die man auch bei deutlich teureren Plattenspielern findet, sorgt für eine stabile und leise Rotation. Beim UltraDeck, dem höher positionierten Modell der Serie, wird der Teflon-Lagerspiegel durch Saphir ersetzt, das Prinzip bleibt jedoch identisch.
Ein 10-Zoll-Tonarm, länger als der Standard
Die meisten Plattenspieler in dieser Preisklasse verwenden 9-Zoll-Tonarme. MoFi hat sich für einen geraden 10-Zoll-Tonarm aus Aluminium (25,4 cm) entschieden, der in den USA entwickelt und gefertigt wird. Der Vorteil eines längeren Tonarms ist geometrischer Natur: Durch die größere Distanz zwischen Drehpunkt und Diamant wird der tangentiale Abtastfehler verringert. Der Kompromiss liegt bei der effektiven Masse, die 35 g (± 0,5 g) erreicht. Es ist ein schwerer Tonarm, der am besten mit Tonabnehmern niedriger bis mittlerer Compliance zwischen 5 und 10 g funktioniert.
Der Tonarm schwenkt auf Kardanlagern (gimbal) und bietet Einstellungen für Auflagekraft, Antiskating, VTA (vertikaler Abtastwinkel) und Azimut. Die Innenverkabelung besteht aus sauerstofffreiem Kupfer (OFC). Der Ausgang erfolgt über vergoldete RCA-Anschlüsse an der Rückseite des Plattenspielers: Der Nutzer wählt seine eigenen NF-Kabel, was Spielraum für Upgrades lässt.
Entkoppelter Motor und Riemenantrieb
Der Motor ist ein Wechselstrom-Synchronmotor mit 300 U/min, der hinter dem Teller in etwa auf „10 Uhr“ positioniert ist, von oben betrachtet. Er ist durch dämpfende Materialien physisch vom Chassis entkoppelt, wodurch die Übertragung seiner eigenen Vibrationen auf die Rille vermieden wird. Die Verbindung zum Teller erfolgt über einen Riemen und eine Delrin-Riemenscheibe mit zwei Rillen: eine für 33 ⅓, die andere für 45 U/min. Der Geschwindigkeitswechsel erfolgt manuell durch Umlegen des Riemens.
Die gemessenen Werte für Gleichlaufschwankungen und Flutter betragen jeweils 0,017 % und 0,025 %, ordentliche Werte für diese Klasse. Der Signal-Rausch-Abstand liegt bei 72 dB. Auch der Stromverbrauch bleibt mit unter 5 W moderat.
Klangwiedergabe und Hörcharakter
Die StudioDeck versucht nicht zu schmeicheln. Ihre Signatur ist analytisch, dem Inhalt der Rille treu. Der Bass ist kontrolliert und präzise statt üppig, die Mitten bleiben natürlich, und die Höhen entfalten sich detailreich ohne Aggressivität. Das Grundrauschen ist gering.
Dieser neutrale Charakter entspricht der Philosophie von Mobile Fidelity Sound Lab, das seit 1977 daran arbeitet, Masterbänder unverfärbt wiederzugeben. Die StudioDeck verfolgt denselben Ansatz: Sie fügt nichts hinzu. Bei einer hochwertigen Pressung offenbart diese Transparenz Mikrodetails, die stärker färbende Plattenspieler verdecken können. Bei einer schlecht aufgenommenen Platte kaschiert sie ebenfalls nichts. Das ist eine bewusste Entscheidung, die im Vergleich zu Plattenspielern mit „wärmerer“ oder dynamischerer Wiedergabe überraschen kann.
Varianten und Aufrüstbarkeit
Die StudioDeck ist in mehreren Konfigurationen erhältlich. Die Basisversion wird ohne Tonabnehmer geliefert. Die „+“-Versionen integrieren einen der drei MoFi-Tonabnehmer: StudioTracker (Einstiegsklasse, elliptische Nadel), UltraTracker (Doppelmagnet, feinere elliptische Nadel) oder MasterTracker (reineres Kupfer, feinere Nadel, 3 mV Ausgangsspannung). Alle werden in Japan nach MoFi-Lastenheft gefertigt, mit einem V-Doppelmagnet-Generator, der die Geometrie des Schneidkopfs der Rillen nachbildet.
Der Plattenspieler kann auch Tonabnehmer anderer Hersteller aufnehmen, sofern der Massenbereich (5 bis 10 g) eingehalten und Modelle mit mittlerer bis niedriger Compliance bevorzugt werden. Die RCA-Anschlüsse auf der Rückseite ermöglichen die Wahl eigener NF-Kabel. Der Super HeavyWeight Record Puck (367 g, separat erhältlich) verbessert die Kopplung zwischen Vinyl und Teller und reduziert das Grundrauschen weiter. Die HRS-Antivibrationsfüße können durch die Ultra Low Noise Feet ersetzt werden, ein Zubehör auf höherem Niveau.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Antrieb und Leistung
- Antrieb: AC-Synchronmotor 300 RPM
- Geschwindigkeiten: 33 ⅓ und 45 RPM
- Gleichlaufschwankungen: 0,017 % – 0,025 %
- Signal-Rausch-Abstand: 72 dB
- Stromverbrauch: < 5 W
Plattenteller
- Material: Hochdichtes Delrin
- Stärke: 3/4” (≈ 19 mm)
- Vorteile:
- Hervorragende Schwungmasse
- Geräuschreduzierung
- Bessere Verbindung zwischen Vinyl und Teller
Tonarm
- Typ: Gerader Aluminiumtonarm 10”
- Entwicklung und Fertigung: USA
- Gimbal-Lager
- Überhang: 18 mm
- Offset-Winkel: 22,8° (± 2° einstellbar)
- Kompatible Tonabnehmer: 5 g – 10 g
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B × H × T): 50,0 × 13,7 × 36,2 cm
- Gewicht: 8,66 kg
Schlüsseltechnologien
- Isolierter AC-Motor
- 300-RPM-Motor vom Chassis entkoppelt
- Geschwindigkeitsstabilität
- Reduzierung von Störvibrationen
- Bessere rhythmische Präzision
- Hochpräzisions-Riemenantrieb
- Mehrschichtige Dämpfungsstruktur
- Kombination aus Aluminium und MDF
- Eliminierung von Resonanzen
- Neutrale und originalgetreue Wiedergabe
- HRS-Antivibrationsfüße
- Entwickelt mit Harmonic Resolution Systems
- Fortschrittliche mechanische Entkopplung
- Reduzierung von Bodenvibrationen
Highlights
- Hochpräzisions-Riemenantrieb
- 10”-Tonarm, entwickelt und gefertigt in den USA
- Plattenteller aus hochdichtem Delrin
- AC-Motor vibrationsgedämpft
- Antivibrationsfüße, entwickelt mit HRS
- Steifes Gehäuse mit mehrschichtiger Dämpfung
Design
- Schlichtes und steifes Chassis
- Minimalistische audiophile Verarbeitung
- Professionelle Studio-Ästhetik
Klangcharakter
- Präzise und stabile Wiedergabe
- Saubere und kontrollierte Bässe
- Natürliche Mitten
- Detaillierte Höhen ohne Härte
- Sehr geringes Grundrauschen
Häufig gestellte Fragen
Verfügt die StudioDeck über einen integrierten Phono-Vorverstärker?
Nein. Ein externer Phono-Vorverstärker ist erforderlich. MoFi bietet zwei Modelle in seinem Sortiment an (StudioPhono und UltraPhono), aber jeder kompatible MM-Phono-Vorverstärker ist geeignet.
Kann man auf der StudioDeck einen Moving-Coil-Tonabnehmer (MC) verwenden?
Ja, vorausgesetzt, der Tonabnehmer wiegt zwischen 5 und 10 g und weist eine niedrige bis mittlere Compliance auf. Mehrere MC-Tonabnehmer von Ortofon, Audio-Technica, Hana oder Denon funktionieren mit diesem Tonarm. Dann ist allerdings ein MC-Phono-Vorverstärker erforderlich.
Wie erfolgt der Geschwindigkeitswechsel zwischen 33 ⅓ und 45 U/min?
Manuell, indem der Riemen an der Motorriemenscheibe von einer Rille in die andere gelegt wird. Um Zugang zur Riemenscheibe zu erhalten, muss der Teller angehoben werden. Das ist nicht der schnellste Vorgang, aber einfach.
Sind die Diamantnadeln der MoFi-Tonabnehmer vom Nutzer austauschbar?
Nein. Die MoFi-Tonabnehmer haben keine austauschbare Nadel. Wenn die Spitze verschlissen ist, muss der Tonabnehmer ersetzt werden. MoFi bietet beim Kauf eines neuen Tonabnehmers ein Rücknahmeprogramm an.
Welche Unterschiede gibt es zwischen der StudioDeck und der UltraDeck?
Die UltraDeck verwendet einen dickeren Delrin-Teller (33 mm, mehr als 2,7 kg), einen Lagerauflagespiegel aus Saphir statt Teflon, eine interne Tonarmverkabelung von Cardas statt OFC-Kupfer sowie ein aufwendigeres Chassis mit Mehrschichtdämpfung und drei separaten Aluminiumplatten.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: 00032671












