Mofi Electronics StudioPhono
Übersicht
Wenn ein legendäres Presswerk-Label beginnt, Hi-Fi-Elektronik zu fertigen, erwartet man in den Komponenten dieselbe Sorgfalt in Sachen Präzision wie in den Rillen. Das StudioPhono von MoFi Electronics ist ein MM/MC-Phonovorverstärker, der in den USA von Hand montiert wird – in dem Werk in Michigan, das die Marke eröffnet hat, um ihre eigenen Geräte zu produzieren. Seine Schaltung, entwickelt mit dem Beitrag des Ingenieurs Tim de Paravicini, greift Prinzipien aus der Gain2 Ultra Analog-Schneidekette auf, die in den Mastering-Studios von Mobile Fidelity Sound Lab in Sebastopol, Kalifornien, verwendet wird.
Ein kompaktes Gehäuse und eine einfache Inbetriebnahme
Das StudioPhono steckt in einem vibrationsdämpfenden Metallgehäuse von etwa 10 × 17 × 3,2 cm und ist damit kaum größer als ein Taschenbuch. Dank seines flachen Profils (3,2 cm Höhe) lässt es sich auf einem Hi-Fi-Möbel unterbringen, ohne ein eigenes Fach zu benötigen. Das Gehäuse besitzt weder Ein-/Ausschalter noch Display: MoFi empfiehlt, es dauerhaft unter Spannung zu lassen, damit die Schaltung ihre optimale Betriebstemperatur beibehält.
Auf der Oberseite steuern zwei Drucktasten den Mono-Modus und den Subsonic-Filter. Auf der Rückseite befinden sich zwei Paare RCA-Anschlüsse (Eingang und Ausgang), eine Masseklemme und der Anschluss für das externe Netzteil. Dieses ausgelagerte, symmetrische Netzteil hält den Transformator von der Audioschaltung fern, um Störungen zu begrenzen und ein sehr niedriges Grundrauschen zu gewährleisten.
Feineinstellungen für nahezu alle Tonabnehmer
Während sich die meisten Phonovorverstärker dieser Klasse mit einem einfachen MM/MC-Schalter begnügen, geht das StudioPhono weiter. Eine Reihe von DIP-Mikroschaltern auf der Unterseite des Geräts bietet Zugriff auf deutlich feinere Einstellungen für Verstärkung und Lastimpedanz. Es wird kein Werkzeug benötigt: Gehäuse umdrehen, Schalter umlegen, fertig.
Die Verstärkung ist in vier Stufen einstellbar (40, 46, 60 und 66 dB), was sowohl Tonabnehmer mit bewegtem Magneten (MM) mit hohem Ausgangspegel als auch Tonabnehmer mit bewegter Spule (MC) mit sehr niedrigem Pegel abdeckt. Die Lastimpedanz bietet sechs Werte: 75, 100, 500, 1 000, 10 000 und 47 000 Ω. Die Eingangskapazität ist auf 100 pF festgelegt. Diese Kombination von Einstellungen ermöglicht es, das StudioPhono an nahezu alle Tonabnehmer auf dem Markt anzupassen, einschließlich einiger Modelle mit ungewöhnlicher Konfiguration wie niederohmige Grado-Systeme.
Ein Punkt, den man im Hinterkopf behalten sollte: Die Eingangskapazität von 100 pF ist nicht veränderbar. Je nach verwendetem Tonabnehmer und Verbindungskabel kann die vom Tonabnehmer gesehene Gesamtkapazität variieren, sie lässt sich jedoch ohne interne Modifikation nicht unter diesen Wert senken.
Der Mono-Modus, ein Pluspunkt für ältere Sammlungen
Nur wenige Phonovorverstärker in dieser Preisklasse bieten einen wirklich überzeugenden Mono-Modus. Bei einer Mono-Schallplatte ist das Musiksignal ausschließlich in der horizontalen Ebene der Rille eingeschnitten; vertikale Bewegungen erzeugen nur Rauschen. Durch Aktivieren des Mono-Modus des StudioPhono werden beide Kanäle summiert und das vertikale Signal ausgelöscht, was das Oberflächenrauschen hörbar reduziert.
Das Ergebnis ist sowohl bei Originalpressungen als auch bei aktuellen Mono-Neuauflagen wahrnehmbar: Das Klangbild gewinnt an Dichte und Stabilität, die Klangfarben wirken voller. Bei einer Platte mit dem Hinweis „Electronically Reprocessed for Stereo“ (die berühmte „falsche Stereo“-Aufbereitung der 60er Jahre) hilft der Mono-Modus außerdem dabei, die ursprüngliche tonale Balance wiederherzustellen.
Der Subsonic-Filter: unauffällig, aber nützlich
Die zweite Taste an der Front aktiviert einen Hochpassfilter, der Infraschallfrequenzen, in der Regel unterhalb von 20 Hz, abschwächt. Diese Störfrequenzen stammen von verwellten Schallplatten, Resonanzen des Tonarms oder von Schwingungen, die über die Stellfläche des Plattenspielers übertragen werden. Sie sind als solche nicht hörbar, verbrauchen aber Verstärkerleistung und können zu übermäßigem Membranhub der Lautsprecher führen, besonders wenn ein Subwoofer vorhanden ist.
Der Filter verändert die Wiedergabe des musikalischen Bassbereichs nicht in wahrnehmbarer Weise. Er wirkt wie eine Absicherung, die je nach Bedarf aktiviert werden kann: Manche Anlagen werden ihn nie brauchen, andere profitieren von mehr Sauberkeit und Kontrolle im unteren Frequenzbereich.
Transparenz und Dynamik: was die Schaltung aussagt
Das StudioPhono weist einen Klirrfaktor (THD) von unter 0,01 % im MM-Modus und unter 0,012 % im MC-Modus auf. Diese Werte, kombiniert mit einem sehr niedrigen Grundrauschen, spiegeln eine klare Entwicklungspriorität wider: das Signal so durchzulassen, wie es aus dem Tonabnehmer kommt, ohne zusätzliche Verfärbung.
Tim de Paravicini, der die Auswahl der Bauteile und die Topologie der Schaltung betreut hat, ist auch der Gründer von EAR Yoshino und hat für Musical Fidelity, Quad und Luxman gearbeitet. Seine Zusammenarbeit mit Mobile Fidelity reicht bis zur vollständigen Rekonstruktion der Studer A-80-Bandmaschine der Gain2™-Mastering-Kette zurück. Das StudioPhono übernimmt diesen Ansatz: große Bandbreite, Achtung der Transienten, tonale Neutralität. Der Klang tendiert weder zu übermäßiger Wärme noch zu kühler Analytik. MoFi gibt an, mehr als zwei Jahre mit dem Bau von Prototypen und dem Test verschiedener Materialien verbracht zu haben, bevor die endgültige Version festgelegt wurde.
Ein Vorverstärker, der mit dem System mitwächst
Einer der Vorteile des StudioPhono liegt in seiner Anpassungsfähigkeit. Bei einem Einstiegs-Plattenspieler mit MM-Tonabnehmer funktionieren die Standardeinstellungen (47 kΩ, 40 dB) ohne Eingriff. Wenn später auf einen MC-Tonabnehmer mit niedrigem Ausgangspegel umgestiegen wird, müssen lediglich Verstärkung und Lastimpedanz angepasst werden, ohne den Vorverstärker zu wechseln. Diese Flexibilität ermöglicht es, die analoge Quelle schrittweise weiterzuentwickeln und dabei dieselbe Phonostufe zu behalten.
Das StudioPhono arbeitet mit den Plattenspielern der MoFi-Reihe (StudioDeck, UltraDeck), wurde aber nicht mit einer bestimmten klanglichen Synergie im Hinterkopf entwickelt. Es lässt sich in jede Hi-Fi-Kette integrieren, zwischen Plattenspieler und Line-Eingang eines Verstärkers oder Receivers.
In der MoFi-Reihe: wo das StudioPhono steht
Das StudioPhono ist die erste Stufe in der Phonovorverstärker-Reihe von MoFi Electronics. Darüber verwendet das UltraPhono hochwertigere Bauteile (besseres Signal-Rausch-Verhältnis im MC-Betrieb, Klang laut Beschreibung neutraler und analytischer) und ergänzt einen Class-A-Kopfhörerverstärker. Die Phonostufe beider Modelle basiert auf demselben Entwicklungskonzept, doch das UltraPhono profitiert im MC-Bereich von stärker selektierten Bauteilen. Noch darüber richten sich das UltraPhono Pro und das MasterPhono an ambitioniertere Konfigurationen, mit vollständig diskreten Topologien und symmetrischen Ausgängen.
Dokumentationen
Englisch
Technische Eigenschaften
Design und Klangphilosophie
- Optimierter Schaltkreis mit der Expertise von Tim De Paravicini
- Inspiriert von den MoFi Gain2 Ultra Analog Mastering-Standards
- Transparenz und geringe Klangfärbung
- Kompatibel mit MM- und MC-Tonabnehmern
Einstellungen und Kompatibilität
- Einstellbarer Gain: 40 dB, 46 dB, 60 dB, 66 dB
- Einstellbare Last (Loading): 75 Ω, 100 Ω, 500 Ω, 1 kΩ, 10 kΩ, 47 kΩ
- Optimierung des Tonabnehmer-Verhaltens
- Eingangskapazität: 100 pF
- Einstellungen über Schalter an der Unterseite des Geräts zugänglich, werkzeuglos
Erweiterte Audiofunktionen
- Mono-Modus
- Optimiert die Wiedergabe von Mono-Schallplatten
- Verbessert die Stereobildstabilität bei älteren Pressungen oder Mono-Wiederveröffentlichungen
- Subsonic-Filter
- Reduzierung störender Infraschall-Frequenzen
- Verbessert die Bassstabilität und schützt die Lautsprecher
Klangcharakter
- Sehr hohe Transparenz
- Ausgezeichnete Dynamik
- Sehr geräuscharmer Hintergrund
- Natürliche Klangfarbe der Instrumente bleibt erhalten
- Stabiles und präzises Stereobild
- Originalgetreue Wiedergabe des Signals
Technische Spezifikationen
- Gain: 40 dB bis 66 dB (wählbar)
- Klirrfaktor (THD): < 0,01 % (MM), < 0,012 % (MC)
- MM-Abschlussimpedanz: 47 kΩ
- MC-Abschlussimpedanz: 75 Ω, 100 Ω, 500 Ω, 1 kΩ, 10 kΩ, 47 kΩ
- Eingangskapazität: 100 pF
Highlights
- MM- und MC-Kompatibilität
- Sehr präzise Gain- und Lasteinstellungen
- Mono-Modus für Vintage-Schallplatten
- Integrierter Subsonic-Filter
- Schaltkreis entwickelt mit der Expertise von Tim De Paravicini
- Transparenter und sehr wenig gefärbter Klang
Zielgruppe
- Anspruchsvolle Audiophile
- High-End MM- oder MC-Plattenspieler-Systeme
- Sammler von Mono-Schallplatten und Vintage-Pressungen
- Nutzer, die einen sehr neutralen und flexiblen Vorverstärker suchen
Häufig gestellte Fragen
Funktioniert das StudioPhono mit allen Phono-Tonabnehmern?
Es unterstützt MM- und MC-Tonabnehmer dank seiner Einstellungen für Verstärkung (40 bis 66 dB) und Impedanz (75 Ω bis 47 kΩ). Für die sehr große Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen Tonabnehmer gibt es eine passende Einstellung. Nur einige MC-Tonabnehmer mit sehr niedrigem Ausgangspegel (unter etwa 0,2 mV) könnten selbst bei der maximalen Einstellung von 66 dB zu wenig Verstärkung erhalten, je nach Empfindlichkeit des nachgeschalteten Verstärkers.
Beeinträchtigt der Subsonic-Filter den Klang?
Der Filter wirkt auf Infraschallfrequenzen unterhalb der Hörschwelle. Seine Wirkung auf den wahrnehmbaren musikalischen Inhalt ist vernachlässigbar. Er ist standardmäßig deaktiviert und kann je nach Schallplatte und Anlage bei Bedarf aktiviert werden.
Ist das externe Netzteil ein Vorteil oder ein Nachteil?
Es ist eine Entscheidung aus akustischen Konstruktionsgründen: Durch das Auslagern des Transformators aus dem Audiogehäuse reduziert MoFi elektromagnetische Störungen in der Schaltung. Das Netzteil wird mitgeliefert und an eine Standard-Steckdose angeschlossen. In der Nähe des Geräts sollte etwas zusätzlicher Platz eingeplant werden.
Haben das StudioPhono und das UltraPhono dieselbe Schaltung?
Die Entwicklungsbasis ist gemeinsam (dieselbe von Tim de Paravicini signierte Topologie), aber das UltraPhono verwendet hochwertigere Bauteile, was ihm im MC-Modus ein niedrigeres Grundrauschen und laut MoFi eine neutralere Wiedergabe verleiht. Das UltraPhono ergänzt außerdem einen Kopfhörerverstärker, der beim StudioPhono fehlt.
Kann man die Eingangskapazität von 100 pF verändern?
Nein, die Eingangskapazität ist fest. Wenn der verwendete Tonabnehmer eine höhere Lastkapazität erfordert, können kapazitive Laststecker an den RCA-Eingängen hinzugefügt werden, aber der Wert von 100 pF kann ohne interne Modifikation der Schaltung nicht verringert werden.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: 00032689








