iFi Audio Zen Air Dac 2
Übersicht
Im Jahr 2022 hatte der erste Zen Air DAC eine einfache Mission: das Wesentliche der Zen-Reihe in einem Polymergehäuse anzubieten, ohne symmetrischen Ausgang und zum niedrigstmöglichen Preis. Der Zen Air DAC 2 schlägt nun einen neuen Kurs ein. Neuer Cirrus-Logic-Chip, symmetrischer 4,4-mm-Ausgang, Front aus Metall, nachtblaues Finish und dedizierter Netzschalter: Diese zweite Generation übernimmt die meisten Vorzüge, die iFi Audio bislang der Standard-Zen-Reihe vorbehalten hatte.
Ein neuer Wandler von Cirrus Logic
Seit seinen Anfängen stattet iFi Audio nahezu alle seine Wandler mit Burr-Brown-Chips (Texas Instruments) aus. Der Zen Air DAC 2 wechselt den Lieferanten und setzt auf einen 32-Bit-DAC von Cirrus Logic, den die Marke unter der Bezeichnung MasterHIFI vermarktet. iFi Audio begründet diese Wahl mit einem Zugewinn an Klarheit und Dynamik.
Die Zahlen bestätigen diesen Anspruch. Das Signal-Rausch-Verhältnis und der Dynamikbereich erreichen beide 118 dBA, gegenüber 113 dBA beim ersten Modell. Die gesamte harmonische Verzerrung (THD+N) sinkt auf 0,0011 % am 6,35-mm-Ausgang und 0,0015 % am 4,4-mm-Ausgang, während der ursprüngliche Zen Air DAC 0,04 % auswies. Die Wandlung unterstützt PCM bis 384 kHz und natives DSD bis DSD256, ohne Veränderung des Datenstroms (bitgenaue Verarbeitung für DSD und DXD).
Der Frequenzgang erstreckt sich von 20 Hz bis 90 kHz (-3 dB), was das hörbare Spektrum deutlich übertrifft und ein lineares Verhalten über den gesamten Nutzbereich hinweg sicherstellt.
Der symmetrische 4,4-mm-Ausgang, endlich
Das war der sichtbarste Kompromiss des ersten Zen Air DAC gegenüber dem Zen DAC V2 und dem Zen DAC 3: das Fehlen eines symmetrischen Ausgangs. Der Zen Air DAC 2 behebt dies mit einer 4,4-mm-Pentaconn-Buchse an der Front, neben der unsymmetrischen 6,35-mm-Buchse.
Die Audioschaltung ist in symmetrischer Topologie aufgebaut, was Übersprechen und Grundrauschen im Vergleich zu einem klassischen unsymmetrischen Design reduziert. Die Ausgangsimpedanz bleibt niedrig: unter 0,7 Ω am 6,35-mm-Ausgang (und 3,5 mm per Adapter), unter 1,4 Ω am 4,4-mm-Ausgang. Diese Werte gewährleisten eine korrekte Kontrolle selbst bei In-Ears, die empfindlich auf die Quellimpedanz reagieren.
Dreimal mehr Leistung als das Vorgängermodell
iFi Audio kündigt bis zu 300 % mehr Leistung im Vergleich zum ersten Zen Air DAC an. Die Berechnung basiert auf Spitzenwerten: 741 mW an 32 Ω für den Zen Air DAC 2 (am symmetrischen Ausgang), gegenüber 280 mW an 32 Ω für das Originalmodell (am einzigen unsymmetrischen Ausgang). In RMS-Werten liefert der 4,4-mm-Ausgang mindestens 484 mW an 64 Ω, und der 6,35-mm-Ausgang mindestens 286 mW an 32 Ω.
Dieser Leistungszuwachs resultiert zu einem großen Teil aus der Ergänzung des symmetrischen Ausgangs, der die verfügbare Ausgangsspannung konstruktionsbedingt verdoppelt. Planarmagnetische Kopfhörer und Modelle mit hoher Impedanz profitieren davon konkret: mehr verfügbarer Strom für dynamische Auslenkungen und eine straffere Kontrolle des Wandlers.
PowerMatch (Gain-Schalter) bleibt an der Front vorhanden. In der niedrigen Position ist der Ausgang auf hochempfindliche In-Ears abgestimmt, um Rauschen zu vermeiden. In der hohen Position steigt die Verstärkung für leistungshungrigere Over-Ear-Kopfhörer.
XBass+ und analoge Lautstärkeregelung
XBass+ verstärkt die tiefen Frequenzen im analogen Bereich nach der Wandlung. Der Vorteil dieser rein analogen Bearbeitung besteht darin, dass weder die Auflösung noch die Integrität des digitalen Quellsignals beeinträchtigt werden. Der Effekt lässt sich per Taste an der Front aktivieren. Er kann bei offenen Kopfhörern oder In-Ears nützlich sein, deren Frequenzgang im Bassbereich schwächer ausfällt, kann aber bei Kopfhörern, die unter 100 Hz bereits kräftig abgestimmt sind, zu ausgeprägt wirken.
Die Lautstärke wird über ein analoges Potentiometer an der Front geregelt. Im Gegensatz zu einer digitalen Lautstärkeregelung, die die Signalauflösung reduziert, wenn man den Pegel absenkt, bewahrt ein analoges Potentiometer die Integrität des gewandelten Signals.
Nachtblaues Finish und Front aus Metall
Der erste Zen Air DAC hatte ein vollständig aus hellgrauem Polymer gefertigtes Gehäuse („Soft Ash“), was ihn sehr leicht machte, ihm aber ein etwas nüchternes Erscheinungsbild verlieh. Der Zen Air DAC 2 setzt auf ein nachtblaues Finish („Midnight Blue“) mit einem strukturierten Rautenmuster auf der Gehäuseoberseite und einer Front aus gebürstetem Metall. Das Ergebnis liegt optisch näher am Zen DAC 3 als an seinem direkten Vorgänger.
Ein dedizierter Netzschalter erscheint nun links auf der Front. Das ist eine von den Nutzern des ersten Modells gewünschte Ergänzung: Sie ermöglicht es, das Gerät auszuschalten, ohne das USB-Kabel abzuziehen. Die kHz-LED-Anzeige, die das Format des empfangenen Audiostreams anzeigt, bleibt daneben erhalten.
Die Abmessungen bleiben kompakt (158 × 100 × 35 mm) bei einem Gewicht von 315 g, was mit der Präsenz metallischer Elemente an der Front stimmig ist.
Anschlüsse und Kompatibilität
Der USB-C-Eingang ersetzt den bisherigen USB-Type-B-Anschluss. Er dient sowohl der Übertragung der Audiodaten als auch der Stromversorgung (5 V, Stromstärke über 1 A). Das Gerät funktioniert per Plug-and-Play an PC und Mac, ohne Treiber.
Auf der Rückseite ermöglicht ein Paar Stereo-Cinch-Ausgänge den Anschluss des Zen Air DAC 2 an einen Verstärker, Receiver oder Aktivlautsprecher. Die Line-Ausgangsspannung erreicht nominal 2 V und in der Spitze 3,4 V, bei variabler Verstärkung. Es gibt keinen Umschalter fest/variabel wie beim Zen DAC 3: Der Ausgangspegel wird immer über das Potentiometer an der Front geregelt.
Der einzige Eingang ist USB. Kein optisches S/PDIF, kein Koaxialanschluss, kein Bluetooth. Das Gerät unterstützt hochauflösende Streams von Apple Music, Tidal, Spotify, Qobuz und anderen Hi-Res-Audio-kompatiblen Diensten.
Technische Daten
Architektur und Design
- Symmetrische Audio-Schaltung (Balanced circuitry)
- Rausch- und verzerrungsarmes Design
- Optimierte Analogstufen für eine saubere und natürliche Wiedergabe
Digital-/Analog-Wandlung
- 32-Bit-DAC MasterHIFI (Cirrus Logic)
- Hi-Res Audio-kompatibel
- Unterstützte Formate:
- PCM bis zu 384 kHz
- DSD bis zu DSD256
Audioleistung
- Kopfhörer-Ausgangsleistung (RMS):
- ≥ 484 mW @ 64 Ω (symmetrischer 4,4-mm-Ausgang)
- ≥ 286 mW @ 32 Ω (6,35-mm-Ausgang)
- Line-Ausgangsspannung: 2 V nominal / 3,4 V max. (variabler Gain)
- Kopfhörer-Ausgangsimpedanz:
- < 0,7 Ω (3,5 mm / 6,35 mm)
- < 1,4 Ω (4,4 mm symmetrisch)
- Signal-Rausch-Verhältnis (SNR): 118 dBA
- Dynamikbereich: 118 dBA
- Gesamtharmonische Verzerrung + Rauschen (THD+N):
- ≤ 0,0011 % (6,35 mm, 1,27 V @ 16 Ω)
- ≤ 0,0015 % (4,4 mm, 2,4 V @ 32 Ω)
- Frequenzgang: 20 Hz – 90 kHz (-3 dB)
Integrierte Audiofunktionen
- PowerMatch: Gain-Anpassung für anspruchsvolle Kopfhörer
- XBass (analog): Anhebung der tiefen Frequenzen, ohne digitale Beeinträchtigung
- Verbesserte Dynamik und Klangpräsenz
Konnektivität
- USB-C-Eingang (Audio + Stromversorgung)
- Kopfhörer-Ausgänge:
- 6,35-mm-Klinke (unsymmetrisch)
- 4,4-mm-Klinke (symmetrisch)
Kompatibilität
- PC und Mac (Plug & Play)
- Kompatibel mit Hi-Res-Streaming-Diensten: Apple Music, Tidal, Qobuz und andere
Stromversorgung und Verbrauch
- Stromversorgung: USB-C 5 V / > 1 A
- Verbrauch:
- ~ 0,55 W (ohne Signal)
- ~ 3,55 W (max. Signal)
Physische Eigenschaften
- Abmessungen: 158 x 100 x 35 mm
- Gewicht: 315 g
Häufig gestellte Fragen
Kann der Zen Air DAC 2 mit einem Smartphone verbunden werden?
Ja, per USB-C. Bei einem iPhone mit USB-C-Anschluss oder über einen Lightning-auf-USB-C-Adapter bei älteren Modellen sowie per Direktverbindung mit den meisten Android-Smartphones. Das Telefon muss über seinen USB-Anschluss ausreichend Strom liefern (über 1 A), was nicht bei allen Modellen gewährleistet ist.
Kann man ihn als Vorverstärker mit Aktivlautsprechern verwenden?
Ja. Die Cinch-Ausgänge auf der Rückseite liefern ein Line-Signal, dessen Lautstärke über das Potentiometer an der Front geregelt wird. Es genügt, ein Cinch-Kabel mit den Eingängen der Aktivlautsprecher oder eines Vollverstärkers zu verbinden.
Was ist der konkrete Unterschied zwischen dem 6,35-mm-Ausgang und dem 4,4-mm-Ausgang?
Der 4,4-mm-Ausgang ist symmetrisch: Er überträgt das Signal auf getrennten Leitern für die positive und negative Phase, was Störungen und Übersprechen reduziert. Er liefert außerdem mehr Leistung (484 mW an 64 Ω RMS gegenüber 286 mW an 32 Ω für den 6,35-mm-Ausgang). Um davon zu profitieren, benötigt man einen Kopfhörer mit einem auf 4,4 mm Pentaconn endenden Kabel.
Was rechtfertigt den Wechsel von Burr Brown zu Cirrus Logic?
iFi Audio hat über mehr als ein Jahrzehnt hinweg in seiner gesamten Produktreihe Burr-Brown-Chips verwendet. Die Wahl eines Cirrus-Logic-MasterHIFI-DACs für den Zen Air DAC 2 wird laut der Marke durch einen Zugewinn an Klarheit und Dynamik motiviert. Die veröffentlichten Messwerte (THD+N um einen Faktor von mehr als 30 reduziert, SNR um 5 dB erhöht) bestätigen auf dem Papier einen bemerkenswerten technischen Fortschritt.
- Öko-Beitrag von 3,10 € im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: IFI0051
- GTIN / EAN : 5061043053298









