Übersicht
Dritte Generation des kleinen österreichischen Vollverstärkers: Der MaiA S3 (für „My Audiophile Integrated Amplifier“) vereint in einem 20 cm breiten Gehäuse einen Phono-Vorverstärker, einen Digital-Analog-Wandler, einen Bluetooth-Empfänger, einen Kopfhörerverstärker und eine Endstufe. Das alles in einem Aluminiumgehäuse, das kaum größer als ein Taschenbuch ist. Pro-Ject greift hier die Formel auf, die den Erfolg der beiden vorherigen Generationen ausgemacht hat, überarbeitet dabei aber die Schaltungskonstruktion und das Gehäuseformat.
Eine täuschende Größe
Der MaiA S3 misst 206 x 55 x 153 mm und wiegt kaum mehr als ein Kilo. Er passt in eine Hand. Dennoch wirkt sein Gehäuse aus gebürstetem Aluminium vertrauenerweckend: Die Anschlüsse sitzen fest, nichts wackelt. Dieses neue S3-Gehäuse gewinnt im Vergleich zum S2 einige Millimeter hinzu, eine bewusste Entscheidung zur Verbesserung der Anordnung der internen Schaltungen und zur Reduzierung elektromagnetischer Störungen. Der gewonnene Platz dient der Klangqualität, nicht der Ästhetik. Der MaiA S3 ist in Schwarz oder Silber erhältlich und lässt sich mit den anderen Geräten der S3-Serie (CD Box S3-Player usw.) stapeln, um ein optisch stimmiges System zu bilden.
Die Front bleibt schlicht: ein Einschaltknopf, eine 6,3-mm-Kopfhörerbuchse, ein motorisiertes analoges Lautstärkepotentiometer und zwei Tasten zum Wechseln zwischen den Quellen. Acht nummerierte LEDs zeigen den gewählten Eingang an. Kein Display, kein Menü: Die Einfachheit setzt sich durch. Die mitgelieferte Fernbedienung übernimmt dieselben Funktionen, mit einer Besonderheit, die irritieren kann: Die Links-/Rechts-Tasten regeln die Lautstärke, und Hoch/Runter wählt die Eingänge, entgegen der üblichen Konvention.
Acht Eingänge auf zwanzig Zentimetern
Die Anschlussdichte ist das auffälligste Merkmal des MaiA S3. Auf der analogen Seite gibt es einen Phono-Eingang, kompatibel mit Moving-Magnet- (MM), Moving-Iron- (MI) und High-Output-Moving-Coil-Tonabnehmern (MC), plus drei Line-Eingänge in RCA. Der integrierte Phono-Vorverstärker leitet sich von den Phono Box-Modellen von Pro-Ject ab, einem Modul, das die Marke seit Langem beherrscht.
Auf der digitalen Seite verfügt der MaiA S3 über einen koaxialen S/PDIF-Eingang und zwei optische Toslink-Eingänge, die alle Signale bis 24 Bit / 192 kHz über einen Cirrus Logic CS4344-Wandler verarbeiten können. Zu beachten ist: Der MaiA S3 unterstützt keine Dolby Digital- oder DTS-Streams. Für den Anschluss an einen Fernseher muss dessen Audioausgang auf PCM eingestellt werden.
Bluetooth 5.0 mit aptX HD-Codec (bis 24 Bit / 48 kHz) belegt den achten Eingang. Das ist ein Fortschritt gegenüber dem aptX-Bluetooth des S2: Die Übertragungsqualität übertrifft die einer Standard-CD. Der MaiA S3 speichert bis zu acht Bluetooth-Geräte, verwaltet aber jeweils nur eine Verbindung gleichzeitig.
Ein Nachteil gegenüber dem S2: der Wegfall des USB-Eingangs. Ein Computer kann nicht mehr direkt angeschlossen werden, ohne einen externen USB-zu-S/PDIF-Wandler zu verwenden.
Ausgänge und Erweiterungsmöglichkeiten
Die Lautsprecherklemmen nehmen 4-mm-Bananenstecker, Gabelschuhe oder blankes Kabel auf. Ein variabler RCA-Ausgang auf Vorverstärkerniveau ermöglicht den Anschluss eines Subwoofers oder einer externen Endstufe zur Erweiterung des Systems. Eine integrierte Aktivweiche gibt es jedoch nicht: Der Subwoofer muss seine Trennfrequenz selbst verwalten.
Der 6,3-mm-Kopfhörerausgang liefert 2 x 75 mW an 32 Ohm und unterstützt Kopfhörer mit einer Impedanz von 16 bis 600 Ohm. Es handelt sich um einen dedizierten Kopfhörerverstärker, nicht um eine einfache Ableitung der Endstufe. Er erfüllt seine Aufgabe für gelegentliches Hören ordentlich, auch wenn die anspruchsvollsten Kopfhörer an seine Grenzen stoßen werden.
Doppel-Mono-Aufbau und Klangwiedergabe
Die Verstärkerstufe basiert auf einer Doppel-Mono-Topologie: Jeder Kanal verfügt über seine eigene Schaltung, was die Stereotrennung verbessert (angegeben mit -69 dB bei 10 kHz). Die Leistung beträgt 2 x 23 W an 8 Ohm oder 2 x 40 W an 4 Ohm. Auf dem Papier mögen 23 W an 8 Ohm bescheiden erscheinen. In der Praxis füllt der MaiA S3 in einem mittelgroßen Raum (15–25 m²) und mit Lautsprechern vernünftiger Empfindlichkeit (85 dB und mehr) den Raum mühelos. Die Verzerrung bleibt bei moderater Leistung sehr niedrig (weniger als 0,04 % bei 10 W an 4 Ohm), und das Signal-Rausch-Verhältnis von 97 dB (101 dB A-bewertet) zeugt von einem sehr niedrigen Grundrauschen.
Die klangliche Abstimmung geht in Richtung Präzision und Lebendigkeit. Die hohen Frequenzen werden fein wiedergegeben, die Stereobühne ist dank der Doppel-Mono-Topologie gut differenziert. Der MaiA S3 zeigt eine Kontrolle und Schnelligkeit, die für einen Verstärker dieser Größe überraschen: Transienten sind klar, der Bass hat Gewicht, ohne nachzuschwingen. Bei sorgfältig aufgenommenen akustischen Aufnahmen ist die Wiedergabe detailreich, und die Instrumente lassen sich klar im Raum orten.
Bei Vinyl liefert der Phono-Vorverstärker ein flüssiges Ergebnis mit vollem und großzügigem Bass. Das ist übrigens eine der Betriebsarten, in denen der MaiA S3 seine besten Seiten zeigt, was für ein Pro-Ject-Produkt stimmig ist. Über die Digitaleingänge bietet der Cirrus Logic-Wandler eine etwas wärmere und rundere Wiedergabe als manche analytischeren externen DACs, ein Charakter, der je nach Geschmack von Vorteil sein kann.
Erwähnt werden muss eine leichte Härte in manchen Höhen bei rohen oder schlecht gemasterten Aufnahmen, ein Zug, der bei längerem Hören mit hoher Lautstärke spürbar werden kann. Und der MaiA S3 hat weder die räumliche Fülle noch den harmonischen Reichtum deutlich größerer und teurerer Verstärker, was angesichts seines Formats und seiner Positionierung logisch bleibt.
Vom S2 zum S3: was sich ändert
Im Vergleich zum MaiA S2 betreffen die Entwicklungen mehrere Punkte. Das S3-Gehäuse ist etwas größer und steifer, was die Abschirmung verbessert. Bluetooth wechselt von Standard-aptX zu aptX HD (Bluetooth 5.0). Das Signal-Rausch-Verhältnis steigt von 90 auf 97 dB. Die Verstärkerschaltung wurde mit neuen rauscharmen Bauteilen vollständig überarbeitet. Dagegen ist der asynchrone USB-Eingang (XMOS) des S2 verschwunden, und der variable Ausgang wechselt von einer 3,5-mm-Miniklinke zu einem RCA-Paar, besser geeignet für Subwoofer und externe Verstärker.
Dokumentationen
Englisch
Technische Eigenschaften
Highlights
- Ultra vielseitiger All-in-One-Verstärker
- Dual-Mono-Design
- Interferenzgeschütztes S3-Aluminiumgehäuse
- Europäische Fertigung
Leistung und Audio-Performance
- Ausgangsleistung
- 2 x 23 W (8 Ohm)
- 2 x 40 W (4 Ohm)
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz (< -0,5 dB @ 4 Ohm)
- Signal-Rausch-Verhältnis: 97 dB (101 dB A-bewertet)
- Harmonische Verzerrung (THD): < 0,04 % (10 W / 4 Ohm)
- Kanaltrennung: -69 dB @ 10 kHz
Konnektivität
- Eingänge
- 1 x Phono (MM / MI / MC High Output)
- 3 x RCA (Line)
- 1 x Koaxial (S / PDIF)
- 2 x Optisch (Toslink)
- Bluetooth 5.0 (aptX HD)
- Ausgänge
- Lautsprecherklemmen (Bananenstecker, Gabelschuhe oder blankes Kabel)
- 1 x variabler RCA-Ausgang (Subwoofer / externer Verstärker)
- 6,3-mm-Kopfhörerausgang
Digitalsektion und DAC
- Wandler: Cirrus Logic CS4344
- Auflösung: bis zu 24 Bit / 192 kHz
- Digitaleingänge kompatibel mit S / PDIF
Bluetooth
- Version: 5.0
- Codec: aptX HD
- Qualität: bis zu 24 Bit / 48 kHz
Kopfhörerausgang
- Leistung: 2 x 75 mW (32 Ohm)
- Unterstützte Impedanz: 16 – 600 Ohm
- Anschluss: 6,3-mm-Klinke
Stromversorgung und Verbrauch
- Stromversorgung: 20 V / 3 A
- Kompatibel mit 100 – 240 V
- Standby-Verbrauch: < 0,5 W
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B x H x T): 206 x 55 x 153 mm (176 mm mit Anschlüssen)
- Gewicht: 1,07 kg (ohne Netzteil)
Design und Fertigung
- Neues, steifes S3-Aluminiumgehäuse
- Verfügbare Farben: Schwarz, Silber
- Entwickelt und gefertigt in Europa
Mitgeliefertes Zubehör
- Fernbedienung
Ideale Verwendung
- Komplettes Hi-Fi-System ohne mehrere Geräte
- Vinyl, digitale Quellen und Streaming
- Kompakte, aber leistungsstarke Installation
- Schreibtisch, Wohnzimmer oder Hauptsystem
Wichtige Vorteile
- Sehr umfassende All-in-One-Lösung
- Hervorragende Vielseitigkeit bei den Anschlüssen
- Integrierter hochauflösender DAC
- Ausgewogener und dynamischer Klang
- Kompaktes und elegantes Format
Häufig gestellte Fragen
Kann der MaiA S3 große Standlautsprecher antreiben?
Ja, vorausgesetzt, ihr Wirkungsgrad ist ausreichend hoch (85 dB oder mehr). Mehrere Tests haben gezeigt, dass der MaiA S3 auch imposante Lautsprecher mit einem überraschenden Maß an Kontrolle und Dynamik antreiben kann. In einem sehr großen Raum oder bei sehr hoher Lautstärke stoßen seine 23 W an 8 Ohm jedoch an ihre Grenzen.
Kann man ein MC-System mit niedrigem Ausgangspegel verwenden?
Der Phono-Eingang des MaiA S3 ist für MM-, MI- und High-Output-MC-Systeme ausgelegt. Für ein Low-Output-MC-System muss zwischen Plattenspieler und Phono-Eingang ein Übertrager (Step-up) oder ein externer MC-Vorvorverstärker eingeschleift werden.
Kann der MaiA S3 den Ton eines Fernsehers über den optischen Eingang dekodieren?
Er kann ein PCM-Stereosignal empfangen (bis 24 Bit / 192 kHz). Mehrkanalformate wie Dolby Digital oder DTS dekodiert er nicht. Der Audioausgang des Fernsehers muss auf PCM eingestellt werden, damit der Ton korrekt übertragen wird.
Wie verbindet man einen Computer mit dem MaiA S3?
Der MaiA S3 hat im Gegensatz zum S2 keinen USB-Eingang. Man muss einen externen USB-zu-S/PDIF-Wandler (koaxial oder optisch) verwenden oder Bluetooth aptX HD nutzen, wenn die drahtlose Qualität als ausreichend angesehen wird.
Kann der Kopfhörerverstärker magnetostatische Planarkopfhörer antreiben?
Ja, der Kopfhörerverstärker unterstützt Impedanzen von 16 bis 600 Ohm und hat mit planaren Kopfhörern gute Ergebnisse gezeigt. Bei den leistungshungrigsten Modellen hängt das Ergebnis von deren Empfindlichkeit ab.
Was ist der Unterschied zwischen dem MaiA S3 und dem MaiA DS3?
Der MaiA DS3 ist ein leistungsstärkeres Modell (bis zu 80 W pro Kanal an 8 Ohm gegenüber 23 W beim S3), mit USB-Eingang und einem leistungsfähigeren 32-Bit-/192-kHz-Wandler. Er übernimmt das S3-Format, bietet aber eine ambitioniertere Elektronik und einen höheren Preis.
- Öko-Beitrag von 2,58 € im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 9120097829016






