Übersicht
Einen Stereo-Leistungsverstärker in der Handfläche zu halten, bleibt im Hi-Fi-Bereich eine eher ungewöhnliche Übung. Mit der Amp Box S3 präsentiert Pro-Ject die dritte Generation seiner Serie miniaturisierter Verstärkerblöcke, basierend auf einem neuen Verstärkerchip und einer vollständig neu konzipierten Leiterplatte. Das Format bleibt das eines Taschenbuchs, der Anspruch nicht: die klanglichen Eigenschaften eines Röhrenverstärkers auf einen Bruchteil ihres üblichen Platzbedarfs zu übertragen.
Ein Format, das in die Handfläche passt
Das Gehäuse misst 103 x 36 x 118 mm und wiegt 385 Gramm ohne Netzteil. Die Konstruktion besteht aus massivem Aluminium, das Pro-Ject wegen seiner Doppelfunktion gewählt hat: Schutz vor mechanischen Vibrationen und elektromagnetische Abschirmung. Die Ausführung bleibt schlicht, mit nur einem Schalter an der Front und einer Kontrollleuchte. Im Katalog stehen zwei matte Farbtöne zur Auswahl, Silber oder Schwarz, die sich ebenso gut in ein Hi-Fi-Möbel wie in ein Büroregal einfügen.
Auf der Rückseite befinden sich ein Paar RCA-Buchsen für den Stereo-Eingang, zwei Paare isolierter Lautsprecherklemmen (kompatibel mit Bananensteckern Ø 4 mm, Gabelschuhen, Stiften oder blankem Draht), ein Trigger-Ein- und -Ausgang als 2,5-mm-Klinke sowie der Stromanschluss. Das externe 20 V / 3 A-Netzteil bleibt universell und verlagert die Spannungswandlung, um Störungen in der Nähe der Audioschaltung zu begrenzen.
Ein neuer Chip, eine vollständig überarbeitete Schaltung
Pro-Ject hat die technische Basis zwischen der Amp Box S2 und dieser dritten Generation erneuert. Der Verstärkerchip wurde vom Renesas R2A15108SP auf den Texas Instruments TPA3221 umgestellt, dessen angegebener Wirkungsgrad 90 % übersteigt. Diese Effizienz macht Kühlrippen überflüssig: Ein aus einem Stück gegossenes Aluminiumprofil übernimmt die passive Kühlung.
Auch die Leiterplatte wurde überarbeitet, mit einer Vierlagen-Topologie statt zwei Lagen in der vorherigen Version. Pro-Ject gibt an, dass diese Neugestaltung darauf abzielt, Übersprechen, Rauschen und Störungen zu reduzieren, und die Filterung der vom Netzteil gelieferten Spannung verbessert. Die Werte verändern sich: Die gesamte harmonische Verzerrung plus Rauschen soll laut Hersteller zehnmal niedriger sein als bei der Amp Box S2, und die Wiedergabe bei 20 kHz soll sich um 1,2 dB verbessern. Die angegebene Gesamtverzerrung liegt unter 0,02 % bei 10 W an 4 Ohm, und der Signal-Rausch-Abstand erreicht 87 dBV (100 dBV A-bewertet) an 4 Ohm.
Eine bewusst warme Signatur
Das Lastenheft von Pro-Ject ist eindeutig: sich den klanglichen Eigenschaften eines Röhrenverstärkers anzunähern, und das in Klasse D. Das ist eher eine Frage der Abstimmung als der Chemie und besteht darin, Sanftheit im Mittelton und eine leichte Rundung im Bassbereich zu bevorzugen, statt der analytischen Transparenz, die manchmal mit reiner Klasse D verbunden wird. Pro-Ject verweist auf eine großzügige Klangbühne, die bei Nahfeld-Setups besonders geschätzt wird.
Die verfügbare Leistung (2 x 23 W an 8 Ohm, 2 x 40 W an 4 Ohm, mit Spitzen von 50 W an 4 Ohm) bleibt auf Lautsprecher mit mittlerem bis hohem Wirkungsgrad in Räumen moderater Größe abgestimmt. In größeren Räumen wird die Dynamikreserve bei dichten Passagen zunehmend begrenzt sein.
Ein einziger RCA-Eingang, mehrere Nutzungsszenarien
Die Amp Box S3 ist ein reiner Leistungsverstärker: Sie besitzt weder Lautstärkeregler noch Quellenwahlschalter. Daher muss vorgeschaltet eine Quelle mit regelbarem Line-Pegel vorhanden sein, sei es ein Vorverstärker, ein Streamer mit Lautstärkeregelung oder ein DAC mit variablem Ausgang. Der einzige Stereo-RCA-Eingang spiegelt diese Spezialisierungslogik wider.
Die 12 V DC-Trigger-Anschlüsse, einer als Eingang und der andere als Ausgang, eröffnen mehrere Szenarien. Der Ausgang ermöglicht das Durchschleifen zu einer zweiten Amp Box S3, etwa für eine Bi-Amping-Konfiguration (ein Block pro Klemmenpaar eines Lautsprechers) oder Tri-Amping in anspruchsvolleren Installationen. Der Trigger-Eingang erlaubt das automatische Einschalten über einen kompatiblen Vorverstärker oder Prozessor.
Auf der Nutzungsseite eröffnet das Format Möglichkeiten, die klassische Verstärkerblöcke nicht abdecken: Verstärkung eines Nahfeld-Lautsprechersystems auf dem Schreibtisch, Aufwertung des Verstärkerteils eines kompakten Streamers, Versorgung von in Wand oder Decke eingebauten Lautsprechern oder zusätzliche Verstärkung für die Sekundärkanäle eines Heimkinos. Für eine klassische Wohnzimmernutzung empfiehlt Pro-Ject Räume von 10 bis 15 m². Der geräuschlose Betrieb ohne Lüfter erlaubt eine Installation in unmittelbarer Nähe zum Hörplatz.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Übersicht
- Audiophiler Stereo-Mikro-Leistungsverstärker
- Neues Leiterplattenkonzept und ausgeklügelte Topologie
- Reduzierte Verzerrung und verbessertes Signal-/Rauschverhältnis
- Ultra-kompaktes Format und audiophile Qualität
- Fortschrittliches Verstärkermodul
- Entwickelt, um die klanglichen Eigenschaften eines Röhrenverstärkers möglichst originalgetreu wiederzugeben, mit einem satten, musikalischen Klang und analoger Wärme
Audioleistung
- Ausgangsleistung: 2 x 23 W an 8 Ohm, 2 x 40 W an 4 Ohm
- Spitzenleistung: 2 x 50 W an 4 Ohm
- Frequenzgang: 20 Hz – 20 kHz (-0,7 dB an 4 Ohm)
- Kanaltrennung: > -68 dB bei 20 kHz
- Signal-/Rauschverhältnis: 87 dBV (100 dBV A-bewertet) an 4 Ohm
- Klirrfaktor (THD): < 0,02 % bei 10 W an 4 Ohm
- Verstärkung: 31 dB
Anschlüsse
- Eingang: 1 Paar RCA-Buchsen (Stereo)
- Eingangsimpedanz: 25 kOhm
- Isolierte Lautsprecherklemmen, kompatibel mit: Bananensteckern Ø 4 mm, Gabelschuhen, Stiften oder blankem Draht
- 12 V DC Trigger-Eingang: 2-polige Klinkenbuchse Ø 2,5 mm
- 12 V DC Trigger-Ausgang: 2-polige Klinkenbuchse Ø 2,5 mm, zum Anschluss eines weiteren Amp Box S3
- Ein-/Ausschalter an der Frontseite
Stromversorgung
- Stromversorgung: 20 V / 3 A DC
- Universal-Netzteil im Lieferumfang enthalten
Konstruktion und Fertigung
- Metallgehäuse aus Aluminium zum Schutz vor Vibrationen und Interferenzen
- Schlichte und sorgfältige Verarbeitung, die sich in jede HiFi-Installation integriert
- Kompaktes Format für eine einfache verdeckte Platzierung
- Verfügbare Farben: Silber, Schwarz
- Entwickelt und hergestellt in Europa
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B x H x T): 103 x 36 x 118 mm
- Gewicht: 385 g ohne Netzteil
Anwendungen
- HiFi-Verstärker für Räume von 10 bis 15 m²
- Audiophiler Verstärker für Nahfeldlautsprecher auf dem Schreibtisch
- Aufrüstung des Verstärkerteils eines Streamers
- Multiroom-Verstärkerlösung
- Aufrüstung der Verstärkung eines Heimkinosystems
- Verstärkung von in die Wand oder Decke eingebauten Lautsprechern
- Bi-Amping- oder Tri-Amping-Konfigurationen über den Trigger-Ausgang
Häufig gestellte Fragen
Arbeitet die Amp Box S3 in Klasse D?
Ja. Das Verstärkermodul basiert auf dem Texas Instruments TPA3221, einer Klasse-D-Schaltung mit einem Wirkungsgrad von über 90 % laut Pro-Ject-Dokumentation. Genau diese Effizienz macht das Miniaturformat möglich, ohne auf ein Kühlrippensystem zurückgreifen zu müssen.
Was ist der Hauptunterschied zur Amp Box S2?
Drei wesentliche Änderungen trennen die beiden Generationen: der Verstärkerchip (TPA3221 statt Renesas R2A15108SP), eine Leiterplatte mit vier Lagen statt zwei und ein überarbeiteter Bereich zur Netzteilfilterung. Pro-Ject kündigt eine zehnmal niedrigere harmonische Verzerrung plus Rauschen und ein besseres Verhalten bei 20 kHz an.
Muss ein Vorverstärker vorgeschaltet werden?
Ja. Die Amp Box S3 besitzt keine Lautstärkeregelung. Eine Quelle mit regelbarem Line-Pegel ist erforderlich, sei es ein dedizierter Vorverstärker, ein DAC mit variablem Ausgang oder ein Streamer mit hochwertiger digitaler Lautstärkeregelung.
Welche Lautsprecher sollte man im Hinblick auf die verfügbare Leistung wählen?
Pro-Ject empfiehlt Räume von 10 bis 15 m². Bei dieser Leistung liefern Lautsprecher mit mittlerem bis hohem Wirkungsgrad das ausgewogenste Ergebnis. Wirkungsgradschwache Modelle oder sehr große Standlautsprecher können bei dynamischen Passagen eingeschränkt wirken.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.





