Matthias
Perfekt für meine drei Frontlautsprecher in meinem Heimkino. Neutraler Klang.
Kommentar vom 11. Oktober 2025 — Erfahrung vom 10. Dezember 2023
Der AV500 von Atoll Electronique ist ein Mehrkanalverstärker, der für Heimkino-Installationen konzipiert wurde. Er liefert 85 Watt pro Kanal an 8 Ohm auf fünf Kanälen und kann im Zweikanal-Modus 100 Watt an 8 Ohm bereitstellen. Sein Design umfasst eine symmetrische Architektur mit diskreten Bauteilen und ein Netzteil, das auf die energetischen Anforderungen abgestimmt ist.
Der AV500 verkörpert die technische Philosophie von Atoll: vollständig symmetrische Verstärkerstufen mit diskreten Bauteilen. Dieser Ansatz ist aufwendiger als die Verwendung integrierter Operationsverstärker, ermöglicht es den Entwicklern jedoch, jeden Parameter der Schaltung präzise zu steuern. Die Transistoren werden exakt vorgespannt, oft in Klasse A für die Eingangsstufen, was eine optimale Linearität des Signals gewährleistet.
Die Wahl der MOS-FET-Transistoren für die Ausgangsstufe verdient besondere Beachtung. Diese Bauteile weisen spezielle elektrische Eigenschaften auf: Ihr sehr hoher Eingangswiderstand (mehrere Megaohm) erleichtert die Ansteuerung, während ihr Temperaturverhalten stabil bleibt. Im Gegensatz zu klassischen bipolaren Transistoren steigt beim MOS-FET der Durchlasswiderstand (RdsON) mit der Temperatur, was einen thermischen Selbstregulierungseffekt erzeugt, der der Langzeitzuverlässigkeit zugutekommt.
Das Netzteil bildet das energetische Herzstück des Geräts. Zwei Ringkerntransformatoren mit jeweils 340 VA versorgen die fünf Kanäle. Diese Doppeltransformator-Konfiguration, anstelle eines einzelnen mit 680 VA, bietet mehrere Vorteile: bessere Verteilung der Magnetfelder, Reduzierung von Kanalübersprechungen und erhöhte Stabilität bei Lastspitzen. Die Filterkapazität beträgt insgesamt 73.000 Mikrofarad, also etwa 14.600 µF pro Kanal – ein beachtlicher Wert, der eine großzügige Stromreserve für musikalische Transienten sicherstellt.
Die 4 mm starke Frontplatte aus gebürstetem Aluminium zeigt die für die Marke typische Schlichtheit. Nur das Atoll-Logo und eine Status-LED unterbrechen die leicht gewölbte, einheitliche Oberfläche. Diese für eine Front ungewöhnliche Dicke trägt zur Steifigkeit des Gehäuses bei und begrenzt unerwünschte Vibrationen.
Das 1,5 mm starke Stahlchassis bildet eine robuste Struktur, die mit zahlreichen Lüftungsöffnungen in konzentrischen Mustern auf Deckel und Seiten versehen ist. Diese passive Belüftung ist so ausgelegt, dass die Wärme der Leistungstransistoren abgeführt wird, was einen lüfterlosen Betrieb ermöglicht – ein Garant für absolute Stille im Einsatz.
Die Anschlüsse befinden sich vollständig auf der Rückseite. Fünf vergoldete Cinch-Eingänge entsprechen den fünf Kanälen, dazu kommen fünf Cinch-Ausgänge für das Durchschleifen zu weiteren Verstärkern oder für Bi-Amping. Die Schraubklemmen für Lautsprecher akzeptieren Bananenstecker und bieten ausreichend Platz für Kabel mit großem Querschnitt. Die IEC-Netzbuchse ermöglicht den Austausch des Netzkabels.
Das Gerät misst 440 mm in der Breite, 291 mm in der Tiefe und 95 mm in der Höhe bei einem Gewicht von 12 kg. Diese kompakten Abmessungen für einen Fünfkanalverstärker erleichtern die Integration in ein Standard-HiFi-Möbel.
Der AV500 findet seinen Platz idealerweise neben einem Heimkino-Verstärker mit Pre-Out-Ausgängen. In dieser Konfiguration übernimmt er die Verstärkung der Front- und Surround-Kanäle, während der Hauptverstärker nur noch die Center-, Surround-Back- oder Height-Kanäle versorgt. Diese Aufteilung verbessert die Gesamtdynamik des Systems, da die thermische und elektrische Belastung auf beide Geräte verteilt wird.
Die Verstärkung des AV500 ist auf die AM- und AV-Serien von Atoll abgestimmt, was die Integration in ein ausbaufähiges System erleichtert. Die Eingangsempfindlichkeit zwischen 1,58 und 1,77 V entspricht dem Marktstandard und gewährleistet die Kompatibilität mit den meisten Vorverstärkern und Prozessoren.
Ein praktisches Detail: Die Version ohne Trigger erfordert das manuelle Einschalten über den rückseitigen Schalter. Für anspruchsvolle Installationen bietet Atoll eine Version mit 12V-Trigger-Eingang an, die ein automatisches Einschalten über den Heimkino-Prozessor ermöglicht – diese Option kostet ab Werk 60 Euro Aufpreis.
Die Vielseitigkeit des AV500 erlaubt auch den Einsatz als leistungsstarker Stereo-Verstärker. In diesem Modus werden nur zwei Kanäle genutzt, die 100 Watt an 8 Ohm oder 140 Watt an 4 Ohm liefern. Transformatoren und Kondensatoren arbeiten dann mit großzügigen Reserven, was die Dynamik bei komplexen Passagen optimiert.
Dank seiner MOS-FET-Transistoren und der großzügigen Stromversorgung bleibt der AV500 auch bei komplexen Lasten stabil. Die Filterkapazität von 73.000 µF sorgt für ausreichende Stromreserven bei schwankenden Impedanzen. Die 100 Watt pro Kanal an 4 Ohm belegen seine Fähigkeit, auch Lautsprecher mit mittlerem Wirkungsgrad zu betreiben.
Technisch ist das möglich, allerdings müssen die Verstärkungsfaktoren aufeinander abgestimmt werden. Die Eingangsempfindlichkeit des AV500 (1,58–1,77 V) liegt im Marktstandard. Dennoch sorgt die Kombination mehrerer Atoll-Verstärker für optimale Klang- und Pegelhomogenität, da die Schaltungen aufeinander abgestimmt sind.
Das thermische Design setzt auf passive Kühlung durch das gelochte Gehäuse und interne Kühlkörper. Im normalen Betrieb, auch bei längeren Belastungen, bleibt die Temperatur im Griff. Ein Lüftungsabstand von 10 cm oben und an den Seiten ist ausreichend. Die MOS-FET-Transistoren haben zudem den Vorteil der thermischen Selbstregulierung, da ihr Widerstand mit der Temperatur steigt.
Diese Ausgänge geben das Eingangssignal unverstärkt weiter. Sie ermöglichen das Durchschleifen zu weiteren Verstärkern für Multiroom-Setups oder das Bi-Amping geeigneter Lautsprecher. Im letzteren Fall versorgt ein Kanal den Bass-, der andere den Hochtonbereich desselben Lautsprechers, wobei die Brücken am Lautsprecher entfernt werden müssen.
Absolut. Bei Nutzung von nur zwei Kanälen stehen 100 Watt pro Kanal mit einer unterforderten Stromversorgung zur Verfügung. Diese Konfiguration optimiert die Kanaltrennung und Dynamik. Viele Nutzer schätzen diese Vielseitigkeit, die einen Wechsel zwischen Musikgenuss in Stereo und Heimkino ohne Kompromisse ermöglicht.
Matthias
Perfekt für meine drei Frontlautsprecher in meinem Heimkino. Neutraler Klang.
Kommentar vom 11. Oktober 2025 — Erfahrung vom 10. Dezember 2023
Franck
Schon bei den ersten Hörproben überwiegt die Neutralität.
Ich dachte, meine Elipson Prestige 4i würden den Verstärker in die Knie zwingen, aber dem war nicht so, ganz im Gegenteil, die Stromreserve ist phänomenal.
Beim Umschalten auf 5.1 an einem NAD m15 Vorverstärker ist der Klang in ruhigen Momenten sanft und wird verheerend, sobald der Sturm kommt; man könnte fast auf einen Subwoofer verzichten, so viel Energie hat er.
Für den Preis, zu dem er verkauft wird, ist er sein Gewicht in Gold wert.
Kommentar vom 17. Februar 2024 — Erfahrung vom 3. Februar 2024
Eric
Ich habe es an Fyne Audio-Lautsprechern mit 3-Wege-Center- und Rears in einem 5-Kanal-Setup angeschlossen. Die anderen beiden Kanäle sind frei.
Kommentar vom 1. April 2023 — Erfahrung vom 25. März 2023