Marantz CD6007, CD 60, CD 50n oder SACD 30n: Welchen CD-Player wählen?
10. Juni 2026

Inhalt
Die Compact Disc hat die Kataloge von Marantz nie wirklich verlassen. Während andere Hersteller das physische Medium aufgegeben haben, hält die japanische Marke an einem vollständigen Sortiment fest, vom erschwinglichsten Player bis zu Maschinen, die SACD lesen und Streaming verwalten können. Vier Referenzen strukturieren dieses Angebot heute: der CD6007, der CD 60, der CD 50n und der SACD 30n. Sie teilen eine klangliche Verwandtschaft, die auf jahrzehntelanger Arbeit rund um die Digitalwandlung basiert, bedienen aber Nutzungen und Budgets, die kaum vergleichbar sind. Zu verstehen, was sie unterscheidet, verhindert, dass man für Funktionen bezahlt, die man nicht nutzen wird, oder auf eine Fähigkeit verzichtet, die man später brauchen wird.
Eine gemeinsame Signatur, unterschiedliche Mittel
Die vier Player basieren auf demselben Prinzip der Verstärkung des Analogsignals. Die HDAM-Module (High Definition Amplifier Modules) ersetzen handelsübliche integrierte Operationsverstärker durch Schaltungen mit diskreten Bauteilen. Marantz verwendet sie seit Langem sowohl in seinen Quellen als auch in seinen Verstärkern. Ihr Vorteil liegt in einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit und einem geringeren Grundrauschen, was zum weichen und vollen Charakter beiträgt, den man mit der Marke verbindet. Höher in der Produktreihe entwickeln sich diese Module weiter: Das HDAM-SA2 ist bereits im CD6007 verbaut, der SACD 30n ergänzt es in seiner Ausgangsstufe um das HDAM-SA3.
Diese Verwandtschaft darf die tatsächlichen Unterschiede nicht verdecken. Die Art des Netztransformators, das Vorhandensein oder Fehlen digitaler Eingänge, die Fähigkeit, SACDs zu lesen oder Musik im Netzwerk zu streamen, zeichnen vier Geräte, deren Preise von 449 bis 2.900 Euro reichen. Der Klangcharakter bleibt von Anfang bis Ende erkennbar, aber Betriebsruhe, Dynamik und Instrumententrennung verbessern sich mit jeder Stufe.
Marantz CD6007: der Einstiegspunkt
Der CD6007 eröffnet die Produktreihe bei 449 Euro. Er konzentriert sich auf eine einzige Aufgabe, das Abspielen von CDs und von auf einem USB-Stick gespeicherten Dateien, und erfüllt sie mit der Ernsthaftigkeit, die man von einem ersten ernsthaften Hi-Fi-System erwartet. Der USB-A-Anschluss an der Front akzeptiert hochauflösende Dateien bis 24 Bit/192 kHz und DSD 5,6 MHz. Auf der Rückseite verbindet ein vergoldeter analoger RCA-Ausgang das Gerät mit einem Verstärker, während die optischen und koaxialen Ausgänge den Anschluss eines externen Wandlers ermöglichen, um die Anlage weiterzuentwickeln. Eine in dieser Preisklasse seltene Funktion erlaubt die vollständige Deaktivierung der Digitalausgänge, wenn sie nicht genutzt werden, was Störungen begrenzt.
Ein Punkt verdient bei seiner Wandlersektion Aufmerksamkeit. Die ersten Serien des CD6007 waren mit einem AK4490-Wandler des japanischen Herstellers Asahi Kasei ausgestattet. Der Brand im AKM-Werk Ende 2020 unterbrach diese Versorgung, und Marantz wechselte bei den danach produzierten Einheiten zu einem ESS ES9010K2M-Chip. Beide Versionen sind daher je nach Herstellungsdatum im Umlauf, ohne dass die Marke einen nennenswerten klanglichen Unterschied zwischen ihnen kommuniziert hätte. In beiden Fällen bleibt die Auflösung identisch, und zwei digitale Filter bleiben wählbar: eines mit sanfter Absenkung für eine größere Bühne, das andere mit steiler Absenkung für eine direktere Wiedergabe. Der Kopfhörerverstärker deckt mit seinen drei Gain-Einstellungen die meisten am Markt erhältlichen Modelle ab. Wer eine Sammlung von Discs besitzt und eine zuverlässige Quelle ohne Streaming oder SACD sucht, für den erfüllt der CD6007 den Bedarf ohne Überflüssiges.
Marantz CD 60: die sorgfältige Disc-Wiedergabe
Zum Preis von 990 Euro bewahrt der CD 60 die Ausrichtung des CD6007, die Wiedergabe von Discs und USB-Dateien, setzt dafür jedoch mehr Mittel ein. Die Front übernimmt das texturierte Wabenmuster der aktuellen Marantz-Verstärker, was ihn optisch stimmig mit einem Model 30, 40n oder 50 macht. Die Audioplatine wurde neu gestaltet: Die Komponenten sind symmetrisch angeordnet, um den Signalweg zu verkürzen und Interferenzen zwischen den Kanälen zu begrenzen. Das Ergebnis zeigt sich in einer besser gezeichneten Klangbühne und einer präziseren Wiedergabe von Mikrodetails als beim CD6007, mit einem etwas transparenteren Klang und ausgeprägterer Dynamik.
Auch der Wandler ändert sich. Der CD 60 verwendet von Haus aus einen ESS ES9016K2M-Chip, denselben wie der Verstärker Model 40n. Auf dem Papier sind seine Leistungen solide: Die harmonische Verzerrung sinkt bei USB-Wiedergabe auf 0,0005 % und der Signal-Rausch-Abstand erreicht 118 dB, zwei Werte, die sich beim Hören in einer guten Lesbarkeit von Mikrodetails niederschlagen. Auch die Stromversorgung wurde sorgfältig ausgeführt, mit einem Transformator vom Typ EI, unterstützt von Schottky-Dioden, während der Kopfhörerverstärker die drei Gain-Stufen des kleineren Modells übernimmt. Eine Grenze unterscheidet den CD 60 jedoch vom Rest der Auswahl: Er besitzt keinerlei digitale Eingänge, seine optischen und koaxialen Buchsen sind ausschließlich Ausgänge. Es ist also nicht möglich, einen Computer oder einen externen Streamer anzuschließen, um seine Wandlung zu nutzen, anders als beim CD 50n und beim SACD 30n. Das ist eine bewusste Entscheidung, um den Preis zu begrenzen und das Budget auf die Disc-Wiedergabe zu konzentrieren, wodurch der CD 60 denjenigen vorbehalten ist, deren Hauptquelle die CD ist.
Marantz CD 50n: der vernetzte Wohnzimmer-Player
Der CD 50n wechselt die Kategorie. Für 1.790 Euro angeboten, kombiniert er ein sorgfältig ausgeführtes CD-Laufwerk mit einer vollständigen Netzwerkplattform. Die integrierte HEOS-Plattform bietet Zugriff auf gängige Streaming-Dienste, Internetradio und im lokalen Netzwerk freigegebene Dateien. Die Verbindung erfolgt über Wi-Fi oder Ethernet, und das Gerät unterstützt außerdem Bluetooth und AirPlay 2 zum Streamen von einem Telefon oder Tablet. Seine Wandlersektion basiert auf einem ESS ES9038Q2M-Chip in Verbindung mit hauseigenen Digitalfiltern und kann PCM bis 32 Bit/384 kHz sowie DSD 11,2 MHz verarbeiten, also Auflösungen weit über denen einer CD.
Die Anschlüsse machen den Unterschied zu den beiden vorherigen Playern. Der CD 50n verfügt über optische, koaxiale und USB-B-Digitaleingänge, wodurch er als Wandler für einen Computer oder eine andere Quelle dienen kann. Hinzu kommt ein HDMI-ARC-Anschluss, ein einzigartiger Vorteil in dieser Auswahl: Ein einziges Kabel genügt, um den Ton des Fernsehers zur Hi-Fi-Anlage zu leiten. Bei den Ausgängen kommt zu dem festen Ausgang ein variabler RCA-Anschluss hinzu, was einen direkten Anschluss an eine Endstufe oder an Aktivlautsprecher erlaubt, wobei der CD 50n dann die Lautstärkeregelung übernimmt. Das ist das Gerät der Wahl für alle, die ein modernes und kompaktes System wollen, ohne auf ihre CDs zu verzichten, denn es vereint in einem einzigen Gehäuse Disc-Wiedergabe, Streaming und den Anschluss an den Fernseher, wo eine klassische Installation drei separate Elemente erfordern würde.
Marantz SACD 30n: die einzige Quelle
An der Spitze der Produktreihe wird der SACD 30n für 2.900 Euro verkauft. Er ist der einzige der vier, der SACDs lesen kann. Dieses Medium basiert auf einer 1-Bit-DSD-Codierung, die sich vom 16 Bit/44,1 kHz-PCM der Audio-CD unterscheidet, mit größerer Bandbreite und reduzierter Filterung, was ihm den Ruf einer flüssigeren Wiedergabe eingebracht hat. Sein metallisches SACD-M3-Laufwerk ist präziser als das der kleineren Modelle.
Der SACD 30n zeichnet sich auch durch seine Wandlersektion aus, die keinen handelsüblichen ESS-Chip wie der CD 60 oder der CD 50n verwendet. Marantz setzt hier seine Marantz Musical Mastering-Technologie ein: Die MMM-Stream-Stufe wandelt eingehende PCM-Ströme in DSD 11,2 MHz um, danach ersetzt die MMM-Conversion-Stufe einen Standardwandler. Diese Kette wird von einem großen Ringkerntransformator gespeist, der leiser als ein EI-Transformator ist und zu Stabilität und Dynamik beiträgt. Nicht alle digitalen Eingänge sind gleichwertig: Die optischen und koaxialen Buchsen sind auf 24 Bit/192 kHz begrenzt, während der USB-B-Port deutlich schwerere Datenströme akzeptiert, bis zu 32 Bit/384 kHz und DSD 11,2 MHz. Im Übrigen übernimmt der SACD 30n das HEOS-Netzwerkökosystem des CD 50n und ergänzt zum festen Ausgang einen variablen RCA-Ausgang, was den direkten Anschluss an eine Endstufe ermöglicht. Eine Nuance ist jedoch wichtig: Er verfügt nicht über einen HDMI-ARC-Anschluss. Teurer und ambitionierter als der CD 50n bei Wandlung und Stromversorgung, verzichtet er auf den Anschluss an den Fernseher, was ihn als hochwertige Wohnzimmerquelle bestätigt und nicht als Gerät, das rund um die Fernsehnutzung gedacht ist.
Welches Modell für welches System?
Die Wahl hängt weniger von einer Qualitätsrangfolge ab als von einer Frage der Nutzung und des Budgets. Der CD6007 passt zu einem ersten Hi-Fi-System, bei dem die CD die einzige Quelle bleibt. Der CD 60 richtet sich an dasselbe Profil, mit einem zusätzlichen Maß an Verarbeitung und Transparenz, vorausgesetzt, man akzeptiert das Fehlen digitaler Eingänge.
Der CD 50n und der SACD 30n decken einen anderen Bedarf ab, nämlich den eines Geräts, das physische Disc und Streaming zusammenführt. Zwischen beiden ist die Abwägung nicht nur eine Preisfrage. Der CD 50n bietet den HDMI-ARC-Anschluss und einen leistungsfähigen ESS-Wandler für 1.790 Euro. Der SACD 30n ergänzt SACD-Wiedergabe, eine Stromversorgung mit Ringkerntransformator und die Marantz Musical Mastering-Wandlung, verzichtet aber auf HDMI ARC. Ein Hörer, der keine SACDs besitzt und seinen Fernseher anschließen möchte, hat allen Grund, beim CD 50n zu bleiben, auch wenn der SACD 30n in strikt audiophiler Hinsicht das ausgereifteste Gerät ist.
Übersichtstabelle
| Modell | Preis | SACD-Wiedergabe | HEOS-Streaming | Wandler | Digitaleingänge | HDMI ARC |
|---|---|---|---|---|---|---|
| CD6007 | 449 € | nein | nein | AK4490 oder ES9010K2M je nach Serie | keine | nein |
| CD 60 | 990 € | nein | nein | ESS ES9016K2M | keine | nein |
| CD 50n | 1.790 € | nein | ja | ESS ES9038Q2M | optisch, koaxial, USB-B | ja |
| SACD 30n | 2.900 € | ja | ja | Marantz Musical Mastering | optisch, koaxial, USB-B | nein |
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einem klassischen CD-Player und einem Marantz-Netzwerkplayer?
Ein klassischer CD-Player wie der CD6007 oder der CD 60 liest Compact Discs und je nach Modell Dateien, die auf einem USB-Stick gespeichert sind. Ein Netzwerkplayer wie der CD 50n oder der SACD 30n ergänzt die HEOS-Plattform, die Zugriff auf Streaming-Dienste, Internetradios und im lokalen Netzwerk freigegebene Dateien bietet.
Bringt SACD im Vergleich zur CD einen hörbaren Gewinn?
SACD verwendet eine 1-Bit-DSD-Codierung mit größerer Bandbreite und weniger digitaler Filterung als das 16 Bit/44,1 kHz-PCM der CD. Auf einem Player von der Qualität des SACD 30n beschreiben viele Hörer eine flüssigere Wiedergabe. Der Unterschied hängt auch von der Qualität der Aufnahme und vom Rest der Kette ab. Der SACD-Katalog bleibt eingeschränkter als der der CD.
Kann man diese Player als Wandler für eine andere Quelle verwenden?
Nur der CD 50n und der SACD 30n verfügen über digitale Eingänge (optisch, koaxial, USB-B) und können das Signal eines Computers oder eines externen Streamers wandeln. Der CD6007 und der CD 60 haben nur digitale Ausgänge und erfüllen diese Funktion nicht.
Sollte man den SACD 30n dem CD 50n vorziehen, wenn man keine SACDs abspielt?
Nicht unbedingt. Ohne SACD-Sammlung beschränkt sich das Interesse am höheren Modell auf seine Marantz Musical Mastering-Wandlung und seine Stromversorgung mit Ringkerntransformator. Der CD 50n behält dagegen den HDMI-ARC-Anschluss zum Verbinden eines Fernsehers, den der SACD 30n nicht bietet. Die Wahl hängt also von der Bedeutung ab, die der Fernsehnutzung und dem Zugewinn an audiophiler Ausarbeitung beigemessen wird.












