Der Marantz CD60 ist ein CD-Player, der für die Integration mit den Verstärkern Model 40n und Model 30 konzipiert wurde. Er nutzt eine spezifische Elektronikarchitektur und proprietäre, von der Marke entwickelte Schaltungen für die Disc-Wiedergabe.
Eine Verarbeitung, die schon beim ersten Kontakt Respekt einflößt
Der CD60 verabschiedet sich endgültig von der minimalistischen Herangehensweise seiner Vorgänger und setzt auf ein großzügig dimensioniertes Gehäuse (442 × 129 × 396 mm) mit einem Gewicht von 7,5 kg, das seine kompromisslose Verarbeitung unmittelbar erkennen lässt. Die Front aus gebürstetem Aluminium, je nach Marantz-Terminologie in Schwarz oder in der Ausführung “Silber-Gold” erhältlich, trägt ein charakteristisches Wabenmuster, das subtil an die Struktur eines Golfballs erinnert. Dieses visuelle Markenzeichen, das er mit den Verstärkern Model 30 und 40n teilt, erzeugt die Illusion eines schwebenden Mittelpanels und verleiht dem CD60 eine außergewöhnliche Präsenz.
Die hinter dieser eleganten Front verborgene Lade arbeitet bemerkenswert sanft und leise. Das monochrome LED-Display und die physikalischen Bedienelemente, symmetrisch beidseits der Lade angeordnet, erzeugen eine gewisse Nostalgie und bleiben zugleich perfekt ablesbar und funktional. Ein erwähnenswerter Punkt: Die Bedientasten sind nicht hinterleuchtet, was die Nutzung in schwach beleuchteten Räumen erschweren kann – eine überraschende Entscheidung für ein Gerät dieser Klasse.
Das SECC-Gehäuse (Steel Electrogalvanized Cold-rolled Coil) garantiert vorbildliche Steifigkeit und eine effektive Entkopplung gegen störende Vibrationen. Antivibrationsfüße ergänzen diese mechanische Isolation – essenziell, um die Integrität des Digitalsignals bei der Disc-Wiedergabe zu bewahren.
HDAM-Schaltungen: das verfeinerte Klang-DNA von Marantz
Im Herzen des CD60 stehen die HDAM-Module (Hyper Dynamic Amplifier Modules), weit mehr als nur ein technisches Markenzeichen. Diese proprietären, seit Jahrzehnten intern entwickelten Schaltungen ersetzen herkömmliche Operationsverstärker durch diskrete Aufbauten mit sorgfältig ausgewählten Bauteilen. Beim CD60 hat Marantz die Optimierung weiter vorangetrieben und die Bauteilplatzierung auf der Audioplatine komplett überarbeitet.
Die symmetrische Anordnung der Elemente und die Schaffung direkterer Signalwege führen zu einer spürbaren Verbesserung der räumlichen Abbildung gegenüber früheren Generationen. Das klassische HDAM-Modul treibt die Hauptstufe des analogen Ausgangs, während das HDAM-SA2 – eine speziell für empfindliche Audioanwendungen entwickelte Version – die Kopfhörerverstärkung übernimmt. Diese Dual-Modul-Architektur gewährleistet eine optimale Kanaltrennung und bewahrt die Dynamik – egal ob über die Hauptanlage oder über Kopfhörer gehört wird.
Besondere Beachtung verdient die Stromversorgung des CD60. Die Ingenieure entschieden sich für einen hochbelastbaren EI-Transformator (mit E- und I-förmigem Kern), kombiniert mit schnell schaltenden Schottky-Dioden. Diese wegen ihres geringen Spannungsabfalls und minimaler Sperrerholzeit geschätzten Dioden reduzieren das Schaltgeräusch, das die Audiokreise verunreinigen könnte, erheblich. Großzügig dimensionierte Siebkondensatoren mit höheren Kapazitätswerten als bei früheren Modellen stellen selbst in anspruchsvollsten Musikpassagen eine stabile Stromreserve sicher.
Digital-Analog-Wandlung und Signalverarbeitung: Präzision und Flexibilität
Der Digital-Analog-Wandler ES9016K2M von ESS Technology bildet das Herz der Wandlungskette. Dieser Chip, identisch mit dem im Verstärker Model 40n eingesetzten, bietet beeindruckende Messwerte: nur 0,0005 % harmonische Verzerrung bei USB-Wiedergabe von PCM 24 Bit und ein Signal-Rausch-Verhältnis von 118 dB. Diese auf dem Papier beeindruckenden Werte äußern sich in der Praxis in außergewöhnlicher Klangtransparenz und hervorragender Auflösung feinster Details.
Ein Pluspunkt des CD60 ist sein individuell wählbarer Digitalfilter, direkt über die Front erreichbar. Filter 1 mit sanfter Absenkung (Slow Roll-off) priorisiert eine tiefe Räumlichkeit und eine von Marantz als „traditionell“ bezeichnete Klangästhetik – sprich warm und umhüllend. Filter 2 mit steiler Absenkung (Sharp Roll-off) bietet eine präzisere Stereoabbildung sowie straffere, konturiertere Bässe. Diese Flexibilität erlaubt die Anpassung der Klangsignatur an persönliche Vorlieben oder Musikgenres – eine Funktionalität, die sonst eher hochwertigen externen DACs vorbehalten ist.
Der Frequenzgang reicht bei Standard-CDs von 2 Hz bis 20 kHz, steigt jedoch bei der Wiedergabe von DSD-Dateien über USB bis auf 50 kHz (-3 dB). Diese Erweiterung in den Superhochtonbereich ist zwar nicht direkt hörbar, trägt aber zu der Luftigkeit und Räumlichkeit bei, die hochauflösende Aufnahmen auszeichnet.
Quellenvielfalt: vom klassischen CD bis zum Hi-Res-Streaming
Auch wenn der CD60 als CD-Player in seiner Paradedisziplin brilliert, ist er nicht darauf beschränkt. Der USB-A-Port an der Front akzeptiert USB-Sticks und externe Festplatten (5V/1A-Versorgung), wodurch der Player zu einem echten Musik-Hub wird. Die Liste der unterstützten Formate ist beeindruckend: MP3, WMA, AAC bei den komprimierten Formaten, vor allem aber WAV, FLAC, ALAC und AIFF bis 192 kHz/24 Bit sowie DSD-Dateien (DSF und DFF) bis 5,6 MHz.
Diese breite Kompatibilität passt zu den veränderten Hörgewohnheiten vieler Musikliebhaber, die heute eine physische CD-Sammlung mit einer hochauflösenden Digitalbibliothek kombinieren. Der CD60 ermöglicht es, beide Welten auf demselben Qualitätsniveau zu genießen – ohne Gerätepark.
Der integrierte Kopfhörerverstärker auf Basis des HDAM-SA2 bietet drei Gain-Stufen (Low/Mid/High), um sich an die Impedanz Ihres Kopfhörers anzupassen. Mit einer Ausgangsleistung von 28 mW an 32 Ohm treibt er den Großteil der am Markt erhältlichen Kopfhörer souverän an – von mobilen Modellen bis hin zu anspruchsvolleren Studiohörern. Angenehmes Detail: Diese Stufe lässt sich bei Nichtgebrauch vollständig deaktivieren, um jegliche potenzielle Beeinflussung des Hauptsignals auszuschließen.
Konnektivität und Systemintegration: Einfachheit und Effizienz
Marantz hat beim CD60 bewusst auf Einfachheit gesetzt. Keine Digitaleingänge zur Nutzung des DACs mit anderen Quellen, kein integriertes Netzwerk-Streaming – diese Funktionen sind den Verstärkern der Reihe wie dem Model 40n vorbehalten. Dieser puristische Ansatz bündelt die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche: die Qualität bei CD- und USB-Wiedergabe.
Die Ausgänge beschränken sich auf ein vergoldetes Cinch-Paar für Analog sowie eine optische Toslink- und eine koaxiale S/PDIF-Schnittstelle für Digital. Letztere lassen sich im Menü deaktivieren – eine Feinheit, die die Klarheit des Analogsignals durch Eliminierung ungenutzter Digitalkreise leicht verbessert. Gekoppelte Fernbedienungsanschlüsse (Ein- und Ausgang) erlauben die Integration in ein komplettes Marantz-System, einschließlich der Möglichkeit, mehrere Geräte mit einer einzigen Fernbedienung zu steuern.
Die mitgelieferte Systemfernbedienung steuert nicht nur den CD60, sondern auch kompatible Marantz-Verstärker. Ihre ergonomische Gestaltung und die logische Tastenanordnung erleichtern den Alltag, auch wenn manche Nutzer die nicht immer intuitive Anordnung bestimmter Funktionen auf der Gerätefront bemängeln.
Entwicklung gegenüber dem CD6007: selbstbewusster Aufstieg in der Klasse
Die Positionierung des CD60 innerhalb der Marantz-Reihe bedarf einer Klarstellung. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ersetzt er nicht direkt den weiterhin verfügbaren CD6007, sondern reiht sich zwischen diesen und den SA-10 ein und schafft so eine neue Stufe in der Hierarchie. Die Unterschiede sind erheblich und rechtfertigen den Preisabstand von rund 300 Euro zwischen beiden Modellen.
Zunächst die Verarbeitung: Während der CD6007 ein Standardgehäuse mit kompakteren Abmessungen (440 × 340 × 105 mm bei 6,5 kg) nutzt, setzt der CD60 mit seinem größeren Format und edleren Materialien deutliche Akzente. Die Aluminiumfront, das verstärkte SECC-Chassis und die gesamte Montage wirken hochwertiger. Die HDAM-Schaltungen des CD60 wurden spezifisch für dieses Modell optimiert, während der CD6007 ältere Versionen verwendet.
Auch der DAC stellt einen markanten Unterschied dar. Der CD6007 erfuhr während der Produktionszeit eine erzwungene Änderung: Ursprünglich mit einem AKM AK4490 bestückt, musste er nach dem Brand im AKM-Werk 2021 auf den ESS ES9010K2M wechseln. Der CD60 setzt von vornherein auf den ES9016K2M – eine höherwertige Version mit besseren Messwerten. Klanglich überzeugt der CD60 mit gesteigerter Transparenz, besserer Bandend-Ausdehnung und mehr Nachdruck in der Dynamik, während der CD6007 eher einen weicheren, wärmeren Charakter pflegt – mitunter zulasten der Auflösung.
Nein. Anders als der SA-10 oder der SACD 30n konzentriert sich der CD60 ausschließlich auf die Wiedergabe von Standard-CDs und digitalen Dateien über USB. Marantz hat diese Entscheidung getroffen, um die Kosten zu optimieren und einen hochwertigen CD-Player zu einem zugänglicheren Preis anzubieten. SACD-Fans sollten zu den höheren Modellen der Reihe greifen.
Worin besteht der konkrete Unterschied zwischen den beiden Digitalfiltern?
+
Filter 1 (sanfte Absenkung) lässt mehr Informationen im Superhochtonbereich passieren und erzeugt ein stärkeres Gefühl von Raum und Tiefe – besonders reizvoll bei akustischen Aufnahmen und Jazz. Filter 2 (steile Absenkung) trennt oberhalb von 20 kHz konsequenter und bietet eine präzisere Stereoabbildung sowie schärfere Transienten – ideal für elektronische Musik oder Rock. Über Kopfhörer sind diese Unterschiede besonders deutlich wahrnehmbar.
Lässt sich der DAC des CD60 mit anderen digitalen Quellen nutzen?
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Nein, der CD60 verfügt über keine Digitaleingänge (USB-B, koaxial oder optisch). Wenn Sie einen vielseitigen externen DAC möchten, bietet Marantz diese Funktionalität im Model 40n oder SACD 30n. Diese bewusst gewählte Einschränkung ermöglicht es dem CD60, sich ohne kompromittierende Zusatzschaltungen auf exzellente CD- und USB-Wiedergabe zu konzentrieren.
Sind die Fronttasten hinterleuchtet?
+
Nein, und das ist in der Tat ein häufig genannter Schwachpunkt. In dunklen Räumen lassen sich die Bedienelemente schwer unterscheiden. Marantz könnte dieses Detail in einer zukünftigen Revision beheben. Bis dahin ist die Fernbedienung die praktischste Lösung für die Bedienung im Dunkeln.
Welche maximale Kapazität unterstützen USB-Speicher?
+
Das Handbuch nennt keine theoretische Grenze, jedoch berichten Nutzer von Schwierigkeiten mit sehr großen Festplatten (2 TB und mehr). USB-Sticks bis 256 GB funktionieren problemlos. Das Dateisystem muss als FAT16 oder FAT32 formatiert sein, was die Partitionsgröße unter Windows für FAT32 de facto auf 32 GB begrenzt.
Wie schlägt sich der CD60 klanglich im Vergleich zu modernen Netzwerk-Playern?
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Der CD60 liefert eine Wiedergabe, die viele selbst gegenüber Streaming in CD-Qualität (16 Bit/44,1 kHz) überlegen finden. Das Fehlen mehrfacher Wandlungen, von Netzwerk-Pufferungen und komplexer Softwareprozesse bewahrt die Signalintegrität. Bei Hi-Res-Dateien über USB erreicht die Qualität das Niveau der besten Streamer – mit der charakteristischen Marantz-Signatur, die Musikalität in den Vordergrund stellt.
Reicht die Verstärkung für hochohmige Kopfhörer?
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Mit drei Gain-Stufen und 28 mW an 32 Ohm treibt der Kopfhörerverstärker die meisten Kopfhörer bis etwa 250 Ohm souverän an. Darüber hinaus (Sennheiser HD800, Beyerdynamic DT880 600 Ohm) ist ein dedizierter Kopfhörerverstärker empfehlenswert, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Wenig empfindliche magnetostatische Kopfhörer profitieren ebenfalls von leistungsstärkerer externer Verstärkung.
Kundenbewertungen
Jean-Claude
Ein sehr guter CD-Player mit einem USB-Eingang, der das Abspielen hochauflösender Dateien ermöglicht. Die CD-Wiedergabe ist ausgezeichnet, der Klang ist sehr klar und die Bässe kommen gut zur Geltung. Dieser Player ist mit FLAC-Dateien in 24/96 oder 24/192 beeindruckend. Meine Frau war von „Time“ aus dem Film „Inception“, den Arabesken von Debussy, den Gymnopédies von Satie oder dem „Köln Concert“ von Keith Jarrett begeistert. Dieser Player hat nur einen kleinen Nachteil: Er verfügt über keine XLR-Ausgänge, sodass man sich mit RCA begnügen muss. Mittlerweile haben allerdings kaum noch Player in dieser Preisklasse XLR-Ausgänge.
Kommentar vom 15. Juli 2026 — Erfahrung vom 4. Juli 2026
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Un très bon lecteur de CD, avec une entrée USB qui permet de lire des fichiers haute définition. La lecture des CD est excellente, le son est très clair et les basses sont bien rendues. Ce lecteur est éblouissant avec des fichiers FLAC 24/96 ou 24/192.
Mon épouse a été bluffée par le "Time" du film "Inception", les arabesques de Debussy, les Gymnopédies de Satie ou le "Koln Concert" de Keith Jarrett.
Ce lecteur n'a qu'un petit défaut : il n'a pas de sorties XLR et il faut donc se contenter des RCA.
Maintenant, quasiment aucun lecteur de ce prix a des sorties XLR.
Eric
Sehr gutes Produkt und darüber hinaus sehr ästhetisch, ich bin begeistert von meinem Kauf, nochmals vielen Dank an das ganze sehr professionelle Team von Compiegne.
Kommentar vom 7. Mai 2026
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Très bon produit et de plus très esthétique ravi de mon achat,encore merci à toute l'équipe de Compiegne très professionnelle.
Jean Michel
Gekauft als Ersatz für ein sungden-Modell, das mir Zuverlässigkeitsprobleme bereitete, ich empfehle es, ein natürlicher und leistungsstarker Klang und deutlich günstiger 👌 Jean Michel.
Kommentar vom 17. April 2026 — Erfahrung vom 6. April 2026
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Acquise pour remplacer un modèle sungden qui me posait des problèmes de fiabilité,je recommande,un son naturel et performant et beaucoup moins cher 👌
Jean Michel.
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