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Eine neigbare TV-Halterung befestigt den Fernseher an der Wand und ermöglicht zugleich die Einstellung seines vertikalen Winkels, meist um 5 bis 20 Grad nach unten. Diese Wandhalterung korrigiert den Blickwinkel auf einen Fernseher, der über Augenhöhe hängt, und verringert Spiegelungen von Fenstern oder Deckenleuchten, ohne den Bildschirm wie eine Gelenkhalterung von der Wand abzurücken. Mehr erfahren

Warum einen wandmontierten Fernseher neigen

Ein Fernsehbildschirm liefert sein bestes Bild, wenn man frontal darauf blickt. Sobald sich die Augen deutlich unterhalb der Bildmitte befinden, nimmt der Kontrast ab und die Farben verändern sich. Das gilt besonders für LCD-Panels vom Typ VA, die blickwinkelempfindlicher sind als IPS- oder OLED-Panels. Wird die Oberkante des Fernsehers nach vorne geneigt, steht der Bildschirm wieder senkrecht zur Blickrichtung: Das Bild gewinnt seine Tiefe zurück, der Kopf muss nicht mehr angehoben werden und der Sehkomfort verbessert sich über die Dauer eines Films. So lässt sich auch die Ermüdung der Augen an langen Fernsehabenden auf einfache Weise verringern.

Der zweite Vorteil betrifft Spiegelungen. Eine gegenüberliegende Fensterfront, eine Deckenleuchte oder eine Lampe hinter dem Sofa zeichnen sich auf dem Panel ab, umso deutlicher, je glänzender dessen Oberfläche ist. Oft reichen wenige Grad Neigung aus, um diese Spiegelung zum Boden statt zu den Augen zu lenken. Die Einstellung lässt sich in wenigen Sekunden ändern, was praktisch ist, wenn sich das Tageslicht mit den Jahreszeiten verändert.

Aufstellorte, die eine neigbare Halterung erfordern

Die gängigste Komfortregel sieht vor, die Bildmitte auf Augenhöhe einer sitzenden Person zu platzieren, also in einem Wohnzimmer etwa einen Meter über dem Boden. Solange der Fernseher diese Höhe einhält und dem Sofa gegenübersteht, eignet sich eine besonders flache starre Wandhalterung sehr gut. Eine neigbare Wandhalterung wird sinnvoll, sobald der Fernseher höher hängt. Das ist schnell der Fall, wenn Wandhalterungen über einem Möbelstück montiert werden.

Über einem Kamin, einem hohen Sideboard oder einem Aufbewahrungsmöbel liegt die Panelmitte häufig 40 bis 80 cm über Augenhöhe. Im Schlafzimmer wird der Fernseher oft hoch gegenüber dem Bett angebracht und im Liegen oder an Kissen angelehnt betrachtet. In der Küche hängt er hoch genug, um die Arbeitsfläche freizuhalten. In einem Besprechungsraum, einem Restaurant oder einem Schaufenster wird er über Kopfhöhe installiert, damit er für alle sichtbar bleibt. In jedem dieser Fälle bringt das Neigen des Fernsehers nach unten das Bild wieder in die Blickachse.

Um den passenden Winkel abzuschätzen, genügt es, den Höhenunterschied zwischen Bildmitte und Augen mit dem Betrachtungsabstand zu vergleichen. Liegt die Bildmitte 50 cm über Augenhöhe und beträgt der Abstand 3 Meter, sind etwa zehn Grad erforderlich. Bei 80 cm Höhenunterschied und 2,50 Metern Abstand sind es annähernd 18 Grad. Bei mehr als 20 Grad hängt der Fernseher vermutlich zu hoch: Dann sollte die Montagehöhe überdacht werden, statt sich allein auf die Halterung zu verlassen.

Starre, neigbare oder schwenkbare Wandhalterung: der Vergleich

Bei der Auswahl einer TV-Wandhalterung steht zunächst die Art der Bewegung im Mittelpunkt, wobei die neigbare Halterung eine Zwischenposition einnimmt. Die starre Wandhalterung ist mit nur wenigen Zentimetern Wandabstand am unauffälligsten, erlaubt nach der Montage aber keinerlei Einstellung. Die schwenkbare TV-Wandhalterung, auch Gelenkhalterung genannt, sitzt an einem schwenkbaren und häufig ausziehbaren Arm: Sie bewegt den Fernseher seitlich und rückt ihn von der Wand ab. Sie ist die richtige Wahl für einen Fernseher, der in einer Ecke montiert ist, von einer Essecke und einem Sofa aus betrachtet oder von zwei offen verbundenen Räumen aus genutzt wird. Dafür bleibt der Arm sichtbar und der Fernseher steht mehrere Zentimeter von der Wand ab: Eine schwenkbare TV-Halterung ist nur dann sinnvoll, wenn der Fernseher tatsächlich seine Ausrichtung ändern muss.

Die neigbare TV-Halterung beschränkt sich auf die vertikale Einstellung, und genau darin liegt ihr Vorteil. Ihre Konstruktion ist einfach und kompakt, der Fernseher bleibt nah an der Wand und die gesamte Halterung trägt auch schwere Modelle ohne auskragenden Arm. Wenn alle vom selben Sofa aus frontal auf den Fernseher schauen, bietet eine seitliche Schwenkbarkeit keinen Mehrwert. Für mehr Flexibilität gibt es neig- und schwenkbare TV-Halterungen, die eine leichte horizontale Drehung ermöglichen: Eine solche schwenk- und neigbare Wandhalterung gleicht einen kleinen Versatz aus, ohne den Platzbedarf eines vollständigen Arms. Für sehr hoch oder in öffentlichen Bereichen angebrachte Fernseher bieten sich neigbare Deckenhalterungen an, die an einer Säule hängen. Wenn sich keine Wand zum Bohren eignet, bleibt schließlich eine TV-Standhalterung oder ein TV-Standfuß auf einem Möbelstück als Alternative.

Neigungsbereich, Richtung und Neigemechanismus

Der vom jeweiligen Hersteller angegebene Neigungsbereich hängt von der Konstruktion der Halterung ab. Die meisten lassen sich nur nach unten neigen, bei besonders flachen Halterungen um 5 bis 15 Grad und bei anderen um bis zu etwa 20 Grad. Einige erlauben auch wenige Grad nach oben, was im seltenen Fall eines niedrig montierten Fernsehers nützlich ist, der im Stehen betrachtet wird.

Der Mechanismus bestimmt den Bedienkomfort von Wandhalterungen im Alltag weit stärker als der angegebene Neigungsbereich. Bei einfachen Halterungen wird der Fernseher über Raststufen oder eine Klemmschraube fixiert, die vor dem Verändern des Winkels gelöst werden muss. Ausgereiftere Halterungen verwenden ein einstellbares Reibungsgelenk: Der Fernseher lässt sich mit einer Hand bewegen und bleibt im gewählten Winkel. Das weiß man besonders zu schätzen, wenn man die Einstellung häufig ändert. Liegt der Drehpunkt nahe am Schwerpunkt, ist nur wenig Kraft erforderlich und der Fernseher kippt nicht zurück. Schließlich gibt es auch motorisierte Halterungen mit Fernbedienung, die seltener und platzintensiver sind. Bei den Farben dominiert Schwarz, für helle Wände sind auch Weiß oder Grau erhältlich.

Wandabstand und Zugang zu den Anschlüssen

Zum Neigen benötigt der Fernseher etwas Abstand. Eine neigbare Halterung positioniert ihn in der Regel 3 bis 8 cm von der Wand entfernt, gegenüber 2 bis 3 cm bei einer ultraflachen starren Wandhalterung. Je größer der Neigungsbereich, desto größer ist diese Tiefe. Die Unterkante des Fernsehers bleibt fast an der Wand, während sich die Oberkante nach vorne bewegt.

Dieser Abstand hat einen praktischen Vorteil: Wird der Fernseher maximal geneigt, sind die rückseitigen HDMI-, Antennen- und Stromanschlüsse zugänglich, ohne ihn abzunehmen. Das ist praktisch, um eine Konsole, einen Blu-ray-Player, einen Heimkino-Verstärker oder ein neues HDMI-Kabel zu einer Soundbar anzuschließen. Das Gleiche gilt für einen später ergänzten Netzwerkplayer oder einen Receiver: Je weniger demontiert werden muss, desto einfacher bleibt die Nutzung. Bei einem sehr dünnen OLED-Fernseher, dessen Anschlüsse in einem Modul im unteren Bereich der Rückseite sitzen, fällt dieser Vorteil beim Zugang geringer aus. Dafür ermöglicht die geringe Paneldicke eine sehr wandnahe Montage.

Prüfen, ob die Halterung mit dem Fernseher kompatibel ist

Die VESA-Norm definiert den Abstand der vier Gewindebohrungen auf der Rückseite des Fernsehers, angegeben in Millimetern, zuerst horizontal und dann vertikal: 200 x 200, 300 x 300, 400 x 400 oder 600 x 400 mm sind gängige Werte. Die Halterung muss zu diesem Lochabstand passen, der häufig als VESA max. angegeben wird. Er steht in der Bedienungsanleitung und im technischen Datenblatt des Fernsehers und lässt sich mit einem Maßband leicht von Lochmitte zu Lochmitte messen.

Die vom Hersteller angegebene maximale Traglast ist wichtiger als der Größenbereich in Zoll oder als Bildschirmdiagonale. Zwei 65-Zoll-Fernseher können je nach Technologie und verbauter Elektronik sehr unterschiedlich schwer sein. Es ist sinnvoll, zwischen dem Gewicht des Fernsehers und der Belastungsgrenze der Halterung mindestens 20 bis 30 % Reserve einzuplanen, zumal die Neigung den Schwerpunkt nach vorne verlagert und die Zugbelastung auf die oberen Schrauben erhöht. Sollen eine Soundbar oder Lautsprecher mit einem Adapter unter dem Bildschirm befestigt werden, kommt deren Gewicht hinzu und der Adapter muss mit der Halterung kompatibel sein.

Auch weitere Details verdienen einen Blick: Eine gewölbte Rückseite, ein Anschluss direkt neben den Bohrungen oder ein gekrümmtes Panel erfordern die mitgelieferten Abstandshalter, die die Schienen von der Rückseite des Fernsehers abrücken. Bei besonders dünnen OLED-Fernsehern, deren oberer Teil nur aus dem Panel besteht, liegen die Befestigungspunkte mitunter tief: Die Halterung muss dann eine versetzte Montage ermöglichen.

Installation und Befestigung einer TV-Wandhalterung

Die Beschaffenheit der Wand bestimmt die Wahl der Befestigungsdübel und manchmal auch der Halterung. Eine Wand aus Beton oder Vollziegeln trägt mit herkömmlichen Dübeln hohe Lasten. Hohlblocksteine oder Lochziegel erfordern für Hohlbaustoffe geeignete Dübel, bei einem großen Fernseher gegebenenfalls auch eine chemische Verankerung. Bei einer Gipskarton-Trennwand müssen die Metall- oder Holzständer der Unterkonstruktion getroffen oder spezielle Hohlraumdübel verwendet werden, wobei auf das Gewicht zu achten ist. Im Zweifel bietet die Beratung durch einen Fachmann die größte Sicherheit.

Die Montage erfolgt in zwei Schritten. Zuerst wird die Wandplatte angebracht und mit der häufig mitgelieferten Wasserwaage exakt waagerecht ausgerichtet. Anschließend werden die Schienen an die Rückseite des flach liegenden Fernsehers geschraubt, dessen Bildschirm auf einer weichen Unterlage liegt. Danach wird der Fernseher in die Wandplatte eingehängt, bei mehr als 40 Zoll zu zweit. Eine Verriegelung, eine Sicherungsschraube oder ein Clip verhindert, dass sich der Fernseher durch einen Stoß von unten nach oben aushängt: Sie darf niemals vergessen werden, besonders in einem Kinderzimmer oder einem Durchgangsbereich.

Um die Wandplatte richtig zu positionieren, messen Sie die gewünschte Höhe der Bildmitte und anschließend den Abstand zwischen dieser Mitte und den Bohrungen der Wandplatte, wenn sie am Fernseher eingerastet ist. Planen Sie auch die Kabelführung ein: Ein in Wandfarbe gestrichener Kabelkanal oder eine hinter dem Fernseher in die Wand eingelassene Kabeldurchführung sorgt für ein sauberes Ergebnis. Lassen Sie außerdem genügend Kabellänge übrig, damit die Kabel beim Neigen nicht gespannt werden.

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