Erbe des Quadlink, dem Bestseller der amerikanischen Marke über nahezu drei Jahrzehnte, ist das Parsec das erste Cardas-Kabel außerhalb der Clear-Flaggschiffserie, das Matched-Propagation-Leiter einsetzt. Diese von George Cardas 2010 patentierte Technologie war bislang den teuersten Modellen im Katalog vorbehalten. Das Parsec bietet eine spezifische Ausführung davon, kombiniert mit der historischen Klangsignatur des Hauses: Wärme, Musikalität und klare Wiedergabe der Klangfarben.
Leiter zur Synchronisierung von Signal und Dielektrikum
Das Problem herkömmlicher Audiokabel liegt in einer Geschwindigkeitsdifferenz: Das elektrische Signal bewegt sich im Leiter mit Lichtgeschwindigkeit, während sich die im Dielektrikum (Isolierung) gespeicherte Ladung langsamer ausbreitet, bei etwa 78 % dieser Geschwindigkeit. Diese Differenz verursacht eine leichte zeitliche Aufweitung, die die Mikrodaten im Signal verwischt.
Die Lösung von George Cardas besteht darin, die Ausbreitung im Leiter zu verlangsamen, um sie an die des Dielektrikums anzugleichen. Wie? Durch Kontrolle der Steigerung des Verseilwinkels der aufeinanderfolgenden Litzen in einem konzentrischen Leiter mit einzeln isolierten Drähten. Das Ergebnis ist ein Leiter, dessen Ausbreitungsgeschwindigkeit derjenigen des Isolators entspricht und der damit die zeitliche Verschiebung eliminiert, die konventionelle Kabel beeinträchtigt.
Aufbau nach dem Goldenen Schnitt
Die Leiter des Parsec bestehen aus sauerstofffreiem Kupfer der Güteklasse 1 mit einer Reinheit von 99,9999 % und SPN-Beschichtung (Litz-Technologie). Die Litzen sind im Verhältnis 1,618:1 angeordnet – dem berühmten Goldenen Schnitt, der sich ebenso in ägyptischen Pyramiden wie in Muscheln findet. Diese Anordnung platziert die feinsten Litzen in der Mitte, mit nach außen hin zunehmender Stärke.
Der Vorteil dieser Geometrie? Jede Litze ist mit einer anderen gekoppelt, deren Resonanzfrequenz in irrationalem Verhältnis zu ihrer eigenen steht. Interne Resonanzen heben sich gegenseitig auf, statt sich aufzusummieren. Cardas spricht in diesem Zusammenhang von einem „leisen Leiter“.
Das Parsec RCA besteht aus einem verdrillten, geschirmten Paar von Leitern mit 23,5 AWG-Querschnitt und Kevlar-Kern. Luftschläuche aus Polyethylen sind mit einem FEP-Band verbunden, das mit Kohlenstoff imprägniert ist. Die äußere Schicht verwendet komprimierte Luftschläuche, um die verzinnte Kupfergeflechtabschirmung auf Abstand zu den Leitern zu halten. Der Außenmantel aus Alcryn-Gummi (TPR) verleiht dem Kabel eine höhere Flexibilität als seinem Vorgänger.
GRMO-Steckverbinder: Messing, Rhodium und Spannfeder
Die Cardas GRMO-RCA-Stecker werden aus eutektischem Messing gefertigt, einer nichtmagnetischen Legierung. Die Kontaktfläche erhält zunächst eine Silberschicht, gefolgt von einem Rhodium-Flash für erhöhte Haltbarkeit. Die Außenhülle ist vergoldet. Ein internes Federsystem hält einen konstanten Druck auf den Mittelkontakt aufrecht und gewährleistet so eine langzeitstabile Verbindung.
Der Außendurchmesser des Kabels beträgt 9,4 mm (0,370 Zoll), ein ausreichend kompaktes Format, um ohne Schwierigkeiten hinter den meisten Geräten verlegt zu werden, selbst in Konfigurationen mit beengten Platzverhältnissen.
Klangcharakter und Einsatzbereiche
Cardas beschreibt das Parsec als neutral mit einem Hauch Wärme. Der Mitteltonbereich bewahrt die für das Haus typische Fülle, während der Bass im Vergleich zum Quadlink an Schnelligkeit gewinnt und die Höhen weiter ausgedehnt sind. Auch die Stereoabbildung und die Dynamik verbessern sich.
Das Parsec fügt sich in Anlagen der Mittel- bis Oberklasse ein. Es kann als erster Schritt in Richtung des Cardas-High-End-Segments dienen oder eine bereits aus hochwertigen Komponenten aufgebaute Kette ergänzen, in der sein leicht warmes Klangbild analytisch abgestimmte Elektronik oder Lautsprecher ausbalanciert.