Der CDP-9 markiert das fulminante Comeback des CD-Formats in der modernen Hi-Fi-Welt. Dieses vielseitige Gerät vereint das Abspielen von Compact Discs, eine D/A-Wandlung der neuesten Generation und eine hochwertige Vorverstärkung – alles in einem kompakten Gehäuse mit 235 mm Breite. Über seine Primärfunktion als CD-Player hinaus präsentiert sich das Gerät als echte digitale Plattform, die PCM-Streams bis 32 Bit/768 kHz sowie natives DSD512 dekodieren kann.
Sorgfältige Mechanik und Ergonomie
Der CDP-9 übernimmt die ästhetischen Codes der NuPrime Serie 9 mit einer eloxierten Aluminiumfront, weichen Linien und einem betont horizontalen Profil von nur 55 mm Höhe. Das aufgeräumte Frontpanel bietet links einige unauffällige, klar beschriftete Bedientasten, während rechts der Lautstärkeregler mit dem Netzschalter kombiniert ist. Ein alphanumerisches 12-Segment-LCD ersetzt die einfachen LEDs der Modelle DAC-9 und DAC-10 und ermöglicht eine klare Anzeige von Wiedergabeinformationen, Lautstärkepegel und aktuellem Dekodierformat.
Das Schubladen-Ladesystem aus Aluminium und verstärktem Kunststoff setzt sich von Slot-In- oder Vertikalladern ab. Diese bewusste Entscheidung priorisiert Robustheit und Langzeitzuverlässigkeit. Vier speziell entwickelte Dämpfungsfüße kombinieren weiche und harte Materialien, um das Laufwerk wirksam von externen Vibrationen zu isolieren – ein entscheidendes Detail für jeden CD-Player, insbesondere bei Stapelaufstellung mit weiteren Komponenten der Serie 9.
Die Fernbedienung aus gefrästem Aluminium liegt dank ihrer sphärischen Tasten mit prägnantem haptischem Feedback satt in der Hand. Auch wenn manche das ausgeprägte mechanische Klickgeräusch der Tasten und den etwas umständlichen Batteriewechsel – vier Schrauben müssen gelöst werden – bemängeln könnten, ermöglicht sie dennoch den Zugriff auf sämtliche Funktionen, einschließlich der spontanen Auswahl der Abtastrate.
Optimierter Transport und Signalverarbeitung
NuPrime hat sich für die Entwicklung eines dedizierten CD-Mechanismus an StreamUnlimited gewandt, ein österreichisches Unternehmen, gegründet von ehemaligen Ingenieuren des Philips Audio Innovation Centers. Diese Zusammenarbeit mündet in eine reine CD-Mechanik mit konstanter Drehzahl – ein eher unübliches Konzept, das sich vom traditionellen System unterscheidet, bei dem die Geschwindigkeit je nach Abtastposition kontinuierlich zwischen 500 und 200 U/min variiert. Diese feste Geschwindigkeit minimiert Vibrationen und kompensiert Unwuchten der Discs, was zu einer stabileren Wiedergabe beiträgt.
Das optische System basiert auf dem Philips SAA7824HL, der den Dreifach-Laserstrahl steuert, während ein ARM-Mikrocontroller LPC2103F die Fehlerkorrektur gemäß Red-Book-Spezifikationen übernimmt. Ein leistungsfähiger DSP überwacht den gesamten Dekodierprozess unter Master-Clock-Kontrolle und reduziert Jitter drastisch.
Der digitale Ansatz von NuPrime verdient Beachtung: Anstatt direkt zu wandeln, durchläuft das Signal zunächst eine Oversampling-Stufe bis in den Megahertz-Bereich, bevor es mittels eines im FPGA implementierten Sample-Rate-Converters (SRC) auf die Zielrate zurückgeführt wird. Diese doppelte Konvertierung mag kontraintuitiv erscheinen, ermöglicht aber eine wirksame digitale Tiefpassfilterung bei gleichzeitiger Minimierung jener Zeitverzerrungen, die üblicherweise bei der analogen Nachfilterung nach der Wandlung auftreten.
Hochmoderne D/A-Wandlung
Das Herz der Wandlung bildet der ESS Sabre ES9028PRO, ein 32-Bit-8-Kanal-DAC mit 129 dB Dynamikumfang. Obwohl nicht ganz so aktuell wie der ES9038PRO, bleibt dieser Chip in dieser Preisklasse eine äußerst sinnvolle Wahl und liefert bemerkenswerte Auflösung sowie vorbildliche Kanaltrennung. NuPrime hat die Implementierung besonders sorgfältig ausgeführt, mit unabhängigen Stromversorgungen für den linken und rechten Kanal sowie ultra-rauscharmen JFETs in den Eingangssektionen.
Die Flexibilität der digitalen Verarbeitung beeindruckt: Jedes Eingangssignal – ob vom CD-Laufwerk oder von den Digitaleingängen – lässt sich zwischen PCM (44,1 kHz bis 768 kHz) und DSD (DSD64 bis DSD512) konvertieren. Diese Umwandlung erfolgt in Echtzeit über die Fronttasten oder die Fernbedienung, sodass das Ausgangsformat optimal an die Fähigkeiten des DAC oder des nachgeschalteten Geräts angepasst werden kann.
Umfangreiche Konnektivität und integrierte Vorstufe
Das Anschlussfeld auf der Rückseite unterstreicht den vielseitigen Anspruch des CDP-9. Neben den klassischen Digitaleingängen (koaxial, optisch) gibt es einen AES/EBU-Eingang über XLR – selten in dieser Preisklasse – sowie einen asynchronen USB-B-Port für die Computeranbindung. Besonders erwähnenswert ist der proprietäre USB-A-Port: Er wurde entwickelt, um S/PDIF-Signal und 5V-Stromversorgung gleichzeitig zu übertragen und nimmt die kabellosen NuPrime-Module (Bluetooth BTR-HD, WiFi Stream Mini) über ein simples Standard-USB-Kabel auf.
Die Digitalausgänge umfassen koaxial und optisch und werden durch einen I2S-Ausgang über HDMI ergänzt, der für die Verbindung mit anderen NuPrime-Produkten vorgesehen ist. Diese zwar proprietäre Schnittstelle ermöglicht eine optimale Übertragung zu den DACs und Verstärkern der Marke.
Die Vorverstärkersektion ist ein wesentliches Plus. Die Lautstärkeregelung erfolgt über ein vom FPGA gesteuertes Widerstandsnetzwerk, wobei unabhängig von der Position stets nur ein Widerstand im Signalweg verbleibt. Dieser hybride analog/digitale Ansatz garantiert perfekte Kanalbalance und ein besonders niedriges Grundrauschen. 99 Schritte in 0,5-dB-Inkrementen bieten chirurgische Präzision, mit der Möglichkeit, den Gain jeder Eingangsquelle individuell für perfekte Pegelangleichung zu justieren.
Die Analogausgänge liefern bis zu 4 Vrms über RCA und 8 Vrms symmetrisch über XLR – hohe Pegel, die den direkten Betrieb einer Endstufe ohne zusätzlichen Vorverstärker erlauben. Der Kopfhörerausgang über 3,5-mm-Klinke, gespeist von einer OpAmp-basierten Schaltung, liefert 150 mW an 33 Ohm, ausreichend für die meisten In-Ears und hochempfindlichen Kopfhörer.
Erweiterbare externe Stromversorgung
Die Gehäusekompaktheit erfordert eine externe Stromversorgung – eine Lösung mit unerwarteten Vorteilen. Das mitgelieferte Netzteil (15V/1,2A) erfüllt Industriestandards, stellt jedoch das schwächste Glied der Kette dar. Kundige Anwender ersetzen dieses Schaltnetzteil vorzugsweise durch ein hochwertiges lineares Netzteil – ein Upgrade, das laut zahlreichen Nutzern die Klangperformance spürbar transformiert. Diese Modularität erlaubt es, die Investition dem Budget anzupassen und eine schrittweise Aufrüstung ins Auge zu fassen.