Der schwedische Hersteller Primare, gegründet 1985, hat sich auf das Kompaktformat spezialisiert. Der SC15 Prisma vereint in einem Aluminiumgehäuse mit drei Vierteln der Standardbreite (350 mm) die Funktionen eines Netzwerkspielers, Digital-Analog-Wandlers und Vorverstärkers. Dieser „All-in-One“-Ansatz erfüllt den Wunsch nach weniger platzraubenden Hi-Fi-Systemen, ohne die Anschlussvielfalt zu opfern.
Ein Gehäuse, das sich unauffällig ins Interieur einfügt
Der SC15 Prisma übernimmt die ästhetischen Codes der Primare-Produktlinie: eine massive Aluminiumfront, die leicht vom Hauptgehäuse abgesetzt ist – ein Designdetail, das zur Signatur der Marke geworden ist. Das zentrale, einfarbige OLED-Display zeigt Wiedergabeinformationen, den gewählten Eingang und die Lautstärke an. Vier unauffällige Tasten auf der Front übernehmen die Grundbedienung; durch die Menüs navigiert man über die mitgelieferte Fernbedienung oder die Prisma-App. Mit seinen 6,4 kg und einer Tiefe von 329 mm lässt sich das Gerät problemlos in ein Regal oder Möbel integrieren.
Die schwarze Ausführung (auch in Titan-Silber erhältlich) fügt sich in eine schlichte, typisch skandinavische Ästhetik ein.
Audiokonvertierung: der AKM AK4490 als Schaltzentrale
Das digitale Herz des SC15 Prisma basiert auf einem AKM AK4490-Wandler, einem Chip, der für seine tonale Ausgewogenheit und Musikalität geschätzt wird. Die Wandlung akzeptiert PCM-Ströme bis 384 kHz bei 24 Bit über den USB-B-Eingang und 192 kHz/24 Bit über die Netzwerk-, optischen und koaxialen Eingänge. Das DSD-Format wird bis DSD128 (5,6 MHz) unterstützt.
Die angegebenen Messwerte weisen ein Signal-Rausch-Verhältnis von über 90 dB im digitalen und 80 dB im analogen Betrieb aus, mit einem linearen Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz (± 0,5 dB). Die Ausgangsimpedanz von 150 Ohm erlaubt den Anschluss der meisten Endverstärker oder Aktivlautsprecher.
Die Prisma-Plattform: ein Kreuzungspunkt für Protokolle
Die Stärke des SC15 liegt in seinem Prisma-Netzwerkmodul, das die wichtigsten Standards für Audiostreaming vereint. Die Einbindung ins Heimnetzwerk erfolgt kabelgebunden (Ethernet 10/100 Mbit) oder drahtlos (Wi-Fi 802.11ac, Dualband 2,4/5 GHz). Einmal verbunden, ist das Gerät über AirPlay 2, Chromecast, Bluetooth, Spotify Connect und DLNA/UPnP erreichbar. Die Roon-Ready-Zertifizierung (nach Firmware-Update) eröffnet den Zugang zu dieser besonders ausgereiften Oberfläche zur Verwaltung der Musiksammlung.
Die Integration von Chromecast verdient Beachtung: Sie ermöglicht das direkte Streaming aus Hunderten kompatibler Apps (Qobuz, Tidal, Deezer, YouTube Music …), wobei das Signal über das Netzwerk statt per Bluetooth übertragen wird, was die native Auflösung des Dienstes erhält. Sprachsteuerung über Google Assistant ist ebenfalls möglich, sofern sich ein Google-Home-Gerät im selben Netzwerk befindet.
Die Prisma-App, verfügbar für iOS und Android, bündelt die Eingangswahl, Lautstärkeregelung, Wiedergabe von einem NAS und den Zugriff auf integrierte Streamingdienste (Qobuz, Tidal). Die Oberfläche ist zurückhaltend gestaltet: schwarzer Hintergrund, gut lesbare Typografie, flüssige Navigation. Sie bietet jedoch nicht die Raffinesse mancher Konkurrenz-Apps, ein Punkt, den Primare anerkannt hat und über regelmäßige Updates weiter verbessert.
WiSA: kabellose Lautsprecher in hoher Auflösung
Der SC15 Prisma integriert einen WiSA-Sender (Wireless Speaker and Audio), eine kabellose Audiotechnologie, die Signale mit bis zu 96 kHz/24 Bit an kompatible Lautsprecher überträgt. Das Protokoll arbeitet im 5-GHz-Band mit dynamischer Frequenzwahl zur Vermeidung von Störungen und weist eine nahezu inexistente Latenz auf (weniger als eine Mikrosekunde Synchronisation zwischen den Kanälen).
Das Pairing erfolgt über eine eigene Taste auf der Geräterückseite. Nach der Konfiguration kann der SC15 ein Stereo-Lautsprecherpaar oder ein 2.1-System mit Subwoofer steuern – ganz ohne Lautsprecherkabel. Der analoge RCA-Ausgang bleibt parallel nutzbar und ist als Subwoofer-Ausgang konfigurierbar, wenn die Hauptlautsprecher per WiSA verbunden sind.
WiSA-Lautsprecher werden unter anderem von System Audio, Buchardt Audio, Klipsch oder Bang & Olufsen angeboten. Diese Konnektivität macht den SC15 zur eigenständigen Quelle für ein minimalistisches Hi-Fi-System.
Umfassende Konnektivität trotz kompakter Bauform
Die Rückseite vereint eine Vielzahl von Ein- und Ausgängen:
- Drei optische TOSLINK-Eingänge (darunter einer kombiniert mit einer 3,5-mm-Miniklinke) und drei koaxiale S/PDIF-Ein-/Ausgänge, praktisch für den Anschluss von Fernseher, Spielekonsole oder externem CD-Player
- Ein USB-B-Eingang (bis 384 kHz/24 Bit, DSD128) für den Anschluss an einen Computer
- Ein USB-A-Eingang für die Wiedergabe von USB-Stick oder externer Festplatte
- Ein analoger RCA-Eingang und -Ausgang
- Ein RJ45-Ethernet-Anschluss
Service-Schnittstellen ergänzen das Ganze: 12V-Trigger-Ausgang, Infrarot-Ein-/Ausgang und RS232-Port für die Hausautomation.
Der RCA-Ausgang ist zwischen variablem Modus (Vorverstärker mit Lautstärkeregelung) und festem Modus (Line-Pegel zum Einbinden in eine bestehende Kette) umschaltbar. Im variablen Modus steuert der SC15 direkt eine Endstufe oder Aktivlautsprecher.
Integration in die Primare 15 Series
Der SC15 Prisma teilt seine Abmessungen mit den anderen Geräten der 15er-Serie: dem CD-Transport DD15, dem Vollverstärker I15 und dem Phono-Vorverstärker R15. Das Stapeln mehrerer Komponenten ergibt ein visuell stimmiges System. Der DD15, der keine DAC-Sektion besitzt, findet im SC15 einen logischen Partner: koaxiale Verbindung, Wandlung durch den AK4490, Ausgabe an die Verstärkung.
Häufige Fragen
Kann der SC15 Prisma allein mit Passivlautsprechern betrieben werden?
Nein. Der SC15 ist ein Vorverstärker ohne Leistungsverstärkersektion. Er benötigt einen externen Verstärker zur Ansteuerung passiver Lautsprecher. Er kann jedoch Aktivlautsprecher direkt steuern (über RCA oder WiSA) oder in eine bestehende Kette eingebunden werden.
Welche Dateiformate werden von einem USB-Stick unterstützt?
Der USB-A-Eingang akzeptiert die Formate WAV, LPCM, AIFF, FLAC, ALAC, MP3, MP4 (AAC), WMA, OGG und DSD, bis 192 kHz/24 Bit in PCM und DSD128.
Funktioniert die Prisma-App unter Android und iOS?
Ja. Die App ist für beide Plattformen verfügbar und ermöglicht die vollständige Steuerung des Geräts, die Navigation in Netzwerkbibliotheken und den Zugriff auf integrierte Streamingdienste.
Ist der SC15 Prisma MQA-kompatibel?
Der ursprüngliche SC15 Prisma dekodiert MQA nicht nativ. Für die Wiedergabe von MQA-Dateien über Tidal kann das erste „Unfolding“ von der Tidal-App selbst vorgenommen werden, bevor das Signal an den SC15 übertragen wird.
Wie viele WiSA-Lautsprecher können gleichzeitig verbunden werden?
Der SC15 verwaltet eine Stereo-Konfiguration (zwei Lautsprecher) oder 2.1 (zwei Lautsprecher plus Subwoofer). Er kann bis zu 16 WiSA-Geräte speichern, aber die gleichzeitige Wiedergabe ist auf ein Stereo-Paar plus Subwoofer begrenzt.
Verfügt der SC15 Prisma über einen Phono-Eingang?
Nein. Für den Anschluss eines Plattenspielers ist ein externer Phono-Vorverstärker erforderlich. Der Primare R15 mit identischem Format übernimmt diese Funktion.