Technics SL-100CEG-K, Direktantrieb ohne Vorverstärker
Den Phono-Vorverstärker eines Plattenspielers zu entfernen, bedeutet, auf einen Komfort zu verzichten, um dem Hörer eine Wahlmöglichkeit zu geben. Technics hat sich bei dieser Variante des SL-1500C dafür entschieden: Die Mechanik bleibt identisch, mit eisenkernlosem Direktantriebsmotor und S-Tonarm auf Präzisionslagern, doch die RIAA-Entzerrung erfolgt außerhalb des Chassis. Ein Audio-Technica-Tonabnehmer wird montiert und werkseitig eingestellt geliefert.
Ein eisenkernloser Motor aus der SL-1200-Serie
Der Motor ist ein bürstenloses, eisenkernloses Gleichstrommodell mit Einzelrotor. Das Fehlen eines Eisenkerns beseitigt das Rastmoment (Cogging), jene Mikroimpulse, die durch die Anziehung zwischen Spulen und Magneten entstehen und die Gleichmäßigkeit des Laufs bei niedriger Geschwindigkeit beeinträchtigen. Gemessenes Ergebnis: 0,025 % Gleichlaufschwankungen als bewerteter Effektivwert.
Das Anlaufdrehmoment erreicht 0,18 N·m, sodass der Teller in 0,7 Sekunden vom Stillstand auf 33 1/3 U/min beschleunigt. Eine elektronische Bremse übernimmt das Anhalten. Kein Riemen muss überwacht oder ersetzt werden: Das ist eines der langfristigen Argumente des Direktantriebs gegenüber riemengetriebenen Plattenspielern derselben Preisklasse.
Der Plattenteller aus Aluminiumdruckguss misst 332 mm und wiegt einschließlich Plattenmatte etwa 2 kg. Der vollflächig aufgebrachte Gummi dämpft Resonanzen und verbessert die Ankopplung an die Schallplatte. Das Chassis kombiniert zwei Schichten, einen Sockel aus Aluminiumdruckguss und ein glasfaserverstärktes ABS-Verbundmaterial; die gesamte Konstruktion ruht auf höhenverstellbaren Feder- und Gummiisolatoren. Mit 9,9 kg auf der Waage benötigt der Plattenspieler eine stabile Unterlage, verkraftet Bodenvibrationen jedoch besser als ein leichtes Chassis.
Der S-Tonarm und seine abnehmbare Headshell
Der universelle, statisch ausbalancierte Tonarm übernimmt die Kardangelenkaufhängung und das Lagergehäuse der SL-1200. Seine effektive Länge beträgt 230 mm bei einem Überhang von 15 mm und einem Kröpfungswinkel von 22°, eine Geometrie, die den Spurfehlwinkel an der äußeren Rille einer 30-cm-Platte auf unter 2° 32′ und an der inneren Rille auf unter 0° 32′ begrenzt.
Die Headshell lässt sich per Bajonett im Universalformat abnehmen und verfügt über eine Halbzoll-Tonabnehmerbefestigung. Sie wiegt 7,6 g. Der Wechsel des Tonabnehmers oder der Wechsel zwischen zwei Tonabnehmern, die jeweils auf einer eigenen Headshell montiert sind, erfolgt in wenigen Sekunden ohne erneute Justierung. Die Auflagekraft lässt sich direkt am Gegengewicht von 0 bis 4 g einstellen, und die Tonarmhöhe kann über 6 mm korrigiert werden: Diese Einstellung erfolgt durch manuelles Ziehen oder Drücken des Tonarms und nicht über den Drehring der SL-1200, bedingt durch den in der Basis untergebrachten Tonarmliftmechanismus.
Das Phonokabel ist nicht fest mit dem Chassis verbunden. Zwei RCA-Buchsen und ein Masseanschluss befinden sich auf der Rückseite, sodass das mitgelieferte Kabel durch ein kapazitätsarmes Kabel ersetzt werden kann, das besser auf den Tonabnehmer abgestimmt ist.
Die Unterschiede zum SL-1500C
Beide Plattenspieler teilen sich Motor, Plattenteller, Chassis und Tonarm. Drei Unterschiede trennen sie. Der SL-1500C verfügt über einen umschaltbaren MM-Phono-Vorverstärker, der hier fehlt: Der SL-100CEG-K wird an den Phono-Eingang eines Verstärkers oder an einen separaten Phono-Vorverstärker angeschlossen. Er wird mit einem Audio-Technica AT-VM95C geliefert, während sein Schwestermodell einen Ortofon 2M Red erhält. Außerdem ist das Zusatzgegengewicht, das beim SL-1500C mitgeliefert wird, nicht im Karton des SL-100CEG-K enthalten.
Dieser letzte Punkt ist wichtig, wenn der Plattenspieler aufgerüstet werden soll. Ohne dieses Gegengewicht akzeptiert der Tonarm Tonabnehmer von 5,6 bis 12,0 g, also 14,3 bis 20,7 g einschließlich Headshell und Befestigungsmaterial. Das Zusatzgegengewicht verschiebt den Bereich auf 10,0 bis 16,4 g. Gängige MM-Tonabnehmer passen problemlos; schwere Modelle benötigen das separat erhältliche Zubehör.
Das Fehlen eines integrierten Vorverstärkers ist nicht nur eine Einsparung. Es lässt die Wahl der dem Tonabnehmer präsentierten Impedanz und Lastkapazität offen, zwei Parameter, die den Frequenzgang im Hochtonbereich beeinflussen und die eine integrierte Stufe festlegt.
Der AT-VM95C-Tonabnehmer und seine austauschbaren Nadeln
Der werkseitig montierte AT-VM95C ist ein Dual-Magnet-Tonabnehmer mit geklebter konischer Nadel auf Aluminium-Nadelträger und einem Ausgangspegel von etwa 4 mV, der mit allen MM-Eingängen kompatibel ist. Die konische Nadel bleibt das Einstiegsprofil: Sie folgt der Rille weniger präzise als eine elliptische oder MicroLine-Nadel, und die Verzerrungen am Plattenende sind bei stark bespielten Schallplatten stärker hörbar.
Hier wird die Entscheidung von Technics sinnvoll. Die gesamte VM95-Serie verwendet denselben Tonabnehmerkörper, und die Nadeln lassen sich ohne Löten oder Neujustieren aufstecken: elliptisch, elliptisch nackt, MicroLine oder Shibata. Der Wechsel zu einem höherwertigen Profil kostet nur den Preis einer Nadel, nicht den eines Tonabnehmers, und erfordert kein Werkzeug. Der Tonarm akzeptiert ebenso einen MC-Tonabnehmer, falls man die Tonabnehmerart wechseln möchte, vorausgesetzt, ein entsprechender Vorverstärker ist vorhanden.
Drei Geschwindigkeiten und die Frage der 78 U/min
Der Geschwindigkeitswahlschalter bietet per Tastendruck 33 1/3, 45 und 78 U/min, ohne Riemen oder Riemenscheibe handhaben zu müssen. Die 78-U/min-Funktion erfordert eine Präzisierung: Schellackplatten haben eine breite Rille, die eine Nadelspitze von 2,5 bis 3 mil benötigt. Die mit dem Plattenspieler gelieferte konische 0,6-mil-Nadel ist für Mikrorillenplatten ausgelegt, dringt in diese Rillen zu tief ein und liest sie nicht korrekt ab.
Audio-Technica bietet eine 3-mil-Nadel an, die auf denselben Tonabnehmerkörper montiert wird. Sammler von Schellackplatten verfügen somit über die passende Geschwindigkeit und Nadel, während sie für beide Anwendungen nur einen Tonabnehmerkörper verwenden.
Der Tonarmlift am Plattenende
Am Ende einer Plattenseite hebt sich der Tonarm automatisch an und die Nadel verlässt die Auslaufrille. Der Mechanismus sitzt in der Tonarmbasis und arbeitet ohne den Motor, eine Lösung, die verhindert, dass in der Nähe des Tonabnehmers eine Quelle von Vibrationen oder elektrischen Störungen entsteht.
Zwei Nuancen sind zu beachten. Dieses System hebt den Tonarm an, führt ihn jedoch nicht auf seine Ablage zurück, und der Plattenteller dreht weiter: Der SL-100CEG-K ist ein manueller Plattenspieler mit Tonarmlift, kein Halbautomat. Ein Schalter auf der Rückseite deaktiviert die Funktion vollständig, für diejenigen, die während der Wiedergabe kein mechanisches Element am Tonarm haben möchten.
Häufige Fragen
Kann dieser Plattenspieler direkt an Aktivlautsprecher angeschlossen werden?
Nur wenn die Lautsprecher über einen MM-Phono-Eingang verfügen, was selten der Fall ist. In allen anderen Fällen muss ein Phono-Vorverstärker zwischen Plattenspieler und Lautsprecher geschaltet werden, oder es ist ein Verstärker mit Phono-Eingang erforderlich. Das mitgelieferte Massekabel muss an den dafür vorgesehenen Anschluss des Vorverstärkers oder Verstärkers angeschlossen werden, sonst kann es zu Brummen kommen.
Welche Auflagekraft sollte mit dem mitgelieferten Tonabnehmer eingestellt werden?
Audio-Technica empfiehlt für den AT-VM95C 2 g mit einer Toleranz von plus oder minus 0,2 g. Das Tonarmgegengewicht wird direkt eingestellt: Zuerst wird der Tonarm waagerecht ausbalanciert, dann der Skalenring auf null zurückgestellt und anschließend bis zum gewünschten Wert gedreht. Das Antiskating wird auf denselben Wert eingestellt.
Wie lange hält die Originalnadel?
Audio-Technica gibt für eine konische Nadel etwa 500 Stunden an, gegenüber 300 Stunden für eine elliptische Nadel und bis zu 1.000 Stunden für eine MicroLine-Nadel. Diese Lebensdauer hängt von der Sauberkeit der Schallplatten, der Einstellung der Auflagekraft und der Häufigkeit des Hörens ab. Eine Kontrolle mit einer Lupe ermöglicht es, Verschleiß zu erkennen, bevor die Rillen beschädigt werden.
Eignet sich dieser Plattenspieler zum DJ-Mixen?
Er verfügt über das Drehmoment, das mit dem der Referenz-SL-1200 identisch ist, jedoch nicht über die Ausstattung: weder Pitch-Regler noch Stroboskopmarkierungen auf dem Plattenteller noch Tonarmlampe. Die Gummimatte haftet an der Schallplatte, statt sie gleiten zu lassen, im Gegensatz zu den Filzmatten der DJ-Modelle. Technics ordnet den SL-100CEG-K seiner Hi-Fi-Reihe zu; der DJ-Katalog ist separat erhältlich.
Kann der Deckel während des Hörens montiert bleiben?
Er ist mit Scharnieren befestigt und kann hochgeklappt oder vollständig abgenommen werden. Wenn er während der Wiedergabe geschlossen bleibt, schützt er vor Staub, doch die Haube wirkt dann wie ein Resonanzkörper, der den Klang der Lautsprecher aufnimmt. Bei einer Anlage, die empfindlich auf akustische Rückkopplungen reagiert, sorgt das Hören mit geöffnetem oder abgenommenem Deckel für präzisere Bässe.
Was sollte bei der Installation überprüft werden?
Zuerst die Nivellierung: Die Isolatoren unter dem Chassis sind höhenverstellbar, und eine kleine Wasserwaage auf dem Plattenteller genügt, um die Ausrichtung zu kontrollieren. Anschließend der Standort, in Abstand zu den Lautsprechern und möglichst auf einer vom Boden entkoppelten Unterlage; die 9,9 kg des Plattenspielers reichen nicht aus, um durch einen Holzboden übertragene Vibrationen aufzuheben. Schließlich sollten Netzkabel und Phonokabel getrennt verlegt werden, um induziertes Brummen zu begrenzen.