Pascal
Ausgezeichneter Klang, ich denke er wird sich nach einigen Betriebsstunden noch weiter verbessern.
Kommentar vom 26. Dezember 2022 — Erfahrung vom 15. Dezember 2022
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Der Grado SR80x verkörpert die Philosophie dieser familiengeführten Manufaktur aus Brooklyn, wo seit 1953 jedes Kopfhörerexemplar in dem gleichen Gebäude von Hand montiert wird, das einst den Familienladen beherbergte. Diese vierte Generation des historischen Markenmodells, das erstmals 1991 auf den Markt kam, ist weit mehr als ein simples Update: Sie verdichtet siebzig Jahre Know-how in der Klangsynthese und bewahrt zugleich den handwerklichen Ansatz, der Grado Labs so einzigartig macht.
Der SR80x bleibt der charakteristischen offenen Bauweise von Grado treu, mit wabenförmigen Metallgittern, die die Luft beidseitig der 44-mm-Treiber frei zirkulieren lassen. Diese akustische Architektur ist weit mehr als ein stilistisches Erbe – sie ermöglicht den Membranen ein natürliches Atmen und eliminiert transiente Verzerrungen nahezu vollständig. Die Kunststoffgehäuse mögen in einem Markt überraschen, in dem Metall und Holz oft die Marketingnarrative dominieren, doch dieses sorgfältig ausgewählte Polymer bietet eine bemerkenswerte akustische Neutralität und vermeidet parasitäre Resonanzen, die edler wirkende Materialien erzeugen können.
Der Kopfhörer setzt auf ein supraaurales Format, das auf den Ohren aufliegt, statt sie zu umschließen. In Kombination mit dem geringen Gewicht von 245 Gramm ermöglicht dies lange Hörsessions ohne übermäßige Ermüdung. Die Schaumstoffpolster des Typs S, die trotz ihres schlichten Erscheinungsbilds für diese X-Generation überarbeitet wurden, optimieren ihr Verhalten bei transienten Verzerrungen. Ihr Design ermöglicht eine stabile Positionierung auf den Ohren bei zugleich maßvoller Anpresskraft.
Im Zentrum des SR80x steht ein komplett neuer 44-mm-Treiber, der speziell für dieses Modell kalibriert wurde. Diese vierte Generation Grado-Treiber integriert einen deutlich verstärkten Magnetkreis, eine bewegliche Spule mit reduzierter Masse und eine vollständig neukonfigurierte Membran. Die technischen Anpassungen dienen drei Zielen: den Wirkungsgrad zu erhöhen (99,8 dB bei 1 mW), die harmonische Verzerrung zu verringern und die Kohärenz der musikalischen Darstellung über den gesamten hörbaren Frequenzbereich zu bewahren.
Das neue Design ermöglicht insbesondere eine bessere Verwaltung der magnetischen Energie, was zu einer schnelleren Ansprache auf Transienten und einer erhöhten Fähigkeit führt, feinste Mikrodetaile in Aufnahmen offenzulegen. Die Reduktion der bewegten Masse der Schwingspule trägt direkt zu dieser Agilität bei und erlaubt es der Membran, den subtilsten Veränderungen des Audiosignals präzise zu folgen.
Der Übergang vom SR80e zum SR80x geht mit substantiellen Modifikationen einher, die weit über ein kosmetisches Facelift hinausgehen. Der Bügel, bei Grado historisch eher spartanisch, erhält nun eine großzügige Polsterung mit Kunstlederbezug – eine Veränderung, die den Komfort bei längeren Sessions transformiert. Diese von Nutzern lange geforderte Verbesserung zeigt, dass die Marke ihre Produkte weiterentwickeln kann, ohne ihre klangliche Identität aufzugeben.
Das Kabel stellt die andere große Neuerung dieser Generation dar. Statt der starren, einteiligen Ummantelung des SR80e kommt nun ein vieradriges, stoffummanteltes, geflochtenes Kabel zum Einsatz, das Robustheit und Flexibilität vereint. Die Leiter aus super-recuittem Kupfer (super annealed copper) versprechen eine reinere Signalübertragung, während die neue Vierleiter-Architektur die Kanaltrennung verbessert und Störungen reduziert. Dieses 1,8 Meter lange Kabel ist leider nicht abnehmbar – eine technische Entscheidung, die frustrieren kann, aber eine optimale Verbindung ohne Bruchstellen in der Übertragungskette sicherstellt.
Die klangliche Prägung des SR80x bewahrt die Grado-DNA und profitiert zugleich von willkommenen Verfeinerungen. Der Mitteltonbereich, historisches Lieblingsrevier der Marke, gewinnt an Textur und Natürlichkeit, ohne jene charakteristische Präsenz einzubüßen, die den Hörer in die erste Reihe der Performance versetzt. Stimmen treten mit beeindruckender Klarheit hervor, getragen von einer harmonischen Dichte, die ihnen Körper und Substanz verleiht.
Der Tieftonbereich, bei älteren Generationen traditionell zurückhaltender, profitiert von spürbar erweiterter Extension und höherem Impact. Ohne in künstliche Betonung zu verfallen, zeigen die Bassfrequenzen nun ein überzeugenderes Fundament, einen präziser definierten Punch, der das Erlebnis bereichert, ohne das tonale Gesamtgleichgewicht zu verfälschen. Diese Weiterentwicklung erweitert das dem SR80x angemessene Musikrepertoire deutlich und macht ihn vielseitiger im Umgang mit modernen Produktionen.
Die Höhen bewahren jene Lebendigkeit, die Grados Markenzeichen ist, mit einer auffälligen Betonung zwischen 2 und 10 kHz, die das Erkennen von Details, Becken und Obertönen begünstigt. Diese vom Hersteller bewusst gewählte Färbung kann polarisieren: Die einen empfinden sie als offene Fenster zu den Feinheiten der Aufnahme, die anderen als potenziell ermüdend bei ohnehin brillanten Produktionen.
Die Bühnenabbildung des SR80x nutzt die Vorteile der offenen Bauweise voll aus. Das stereofone Bild erstreckt sich großzügig in die Breite und erzeugt ein luftiges Raumgefühl, in dem jedes Instrument ganz natürlich seinen Platz findet. Diese Räumlichkeit ist zwar weniger tief als bei großformatigen ohrumschließenden Kopfhörern, kompensiert dies jedoch durch bemerkenswerte Kohärenz und Präzision in der Lokalisierung.
Die instrumentale Trennung erreicht ein Definitionsniveau, das es ermöglicht, jede melodische Linie einzeln zu verfolgen, ohne die Gesamtkohärenz zu verlieren. Live-Aufnahmen profitieren besonders von dieser Darstellung und geben die Saalambienz mit verblüffender Natürlichkeit wieder. Die fehlende passive Isolation, die der offenen Konstruktion innewohnt, wird paradoxerweise zum Vorteil, da sie ein weniger klaustrophobisches Hörerlebnis schafft als geschlossene Kopfhörer.
Mit einer Impedanz von 38 Ohm und einer Empfindlichkeit nahe 100 dB/mW zeigt sich der SR80x in Bezug auf die Verstärkeranforderungen bemerkenswert genügsam. Ein Smartphone reicht aus, um ihn adäquat zu betreiben, auch wenn ein tragbarer DAC oder ein dedizierter Verstärker noch mehr Nuancen und Dynamik offenbart. Diese leichte Antreibbarkeit ist ein starkes Argument für Einsteiger, die HiFi entdecken möchten, ohne sofort in eine komplette Kette zu investieren.
Der 3,5-mm-Miniklinkenstecker gewährleistet die Kompatibilität mit den meisten modernen Quellen, gegebenenfalls unter Einsatz eines USB-C- oder Lightning-Adapters für aktuelle Mobilgeräte. Der mitgelieferte 6,35-mm-Adapter ermöglicht die Verbindung mit klassischer HiFi-Elektronik, integrierten Verstärkern und professionellen Audio-Interfaces.
Die offene Konstruktion des SR80x prädestiniert ihn ausschließlich für den Einsatz zu Hause in ruhiger Umgebung. Die vollständig fehlende passive Isolation bedeutet, dass Sie alle Umgebungsgeräusche hören – und umgekehrt Ihre Umgebung Ihre Musik klar wahrnehmen wird. Dieses der offenen Bauweise inhärente Merkmal garantiert zwar eine luftige, natürliche Wiedergabe, schränkt die Einsatzszenarien jedoch drastisch ein.
Über den neuen, gepolsterten Bügel hinaus, der den Komfort spürbar verbessert, integriert der SR80x Treiber der vierten Generation mit erweiterter Tiefton-Extension und texturierterem Mittelton. Das geflochtene Vierleiterkabel ersetzt die frühere starre Ummantelung und bringt Flexibilität sowie Haltbarkeit. Akustisch zeigt sich der SR80x in den Höhen weniger aggressiv, behält aber die markentypische Lebendigkeit bei – was lange Sessions weniger ermüdend macht.
Dank moderater Impedanz von 38 Ohm und hoher Empfindlichkeit funktioniert der SR80x an den meisten Quellen, inklusive Smartphones, einwandfrei. Ein hochwertiger tragbarer DAC/Verstärker oder ein dedizierter Amp legt jedoch zusätzliche Dynamik, besser kontrollierte Bässe und eine größere Bühne frei. Die Investition ist für den Einstieg optional, stellt aber eine natürliche Aufrüstung dar, um das Potenzial des Kopfhörers auszuschöpfen.
Paradoxerweise deuten viele Vergleichstests darauf hin, dass der SR60x eine neutralere tonale Balance mit weniger ausgeprägten Höhen bietet als der SR80x. Der SR80x rechtfertigt seinen Aufpreis mit einer leicht hochwertigeren Verarbeitung, einem besseren Kabel und einer ausgeprägteren Dynamik, während der SR60x eine sinnvolle Alternative darstellt, um die Grado-Klangsignatur zu einem geringeren Preis kennenzulernen.
Pascal
Ausgezeichneter Klang, ich denke er wird sich nach einigen Betriebsstunden noch weiter verbessern.
Kommentar vom 26. Dezember 2022 — Erfahrung vom 15. Dezember 2022
Jacques
Hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Leichtigkeit des Kopfhörers. Ein entsprechend leistungsstarker Kopfhörerverstärker ist nicht zu vernachlässigen.
Kommentar vom 24. November 2022 — Erfahrung vom 4. November 2022