Quentin
Viel kritisiert, aber mit ein wenig EQ klingt er sehr gut. Bringt jede Menge Bass, Räumlichkeit und Details.
Kommentar vom 26. Januar 2026 — Erfahrung vom 13. Juni 2024
Die sichtbarste Veränderung betrifft die Ohrmuscheln. Während die offene Version ihre Treiber hinter einem flachen Metallgitter zeigte, schließt der Sundara Closed-Back seine Kapseln in massivem Buchenholz ein, das von Hand montiert und mit einem seidenmatten Lack überzogen wird. Der goldene Farbton und die zunächst gerundete, dann abgeflachte Geometrie verleihen dem Kopfhörer eine warme Ausstrahlung, fern der üblichen Strenge der Marke. Die Verarbeitung bleibt solide, ohne die Raffinesse deutlich teurerer Modelle anzustreben.
Der Rest der Konstruktion stammt direkt von der offenen Version: doppelter Aluminium-Kopfbügel und ein mit Kunstleder ummanteltes Anpassungsband. Die Einstellung erfolgt durch Verschieben der Ohrmuscheln entlang des Bügels, ohne mechanische Raststufen. Die geschlossenen Kapseln ohne sichtbare Öffnung schließen die Rückseite des Treibers ab und bieten eine ordentliche passive Isolierung, die beim offenen Modell naturgemäß fehlt.
Unter diesen Kapseln hat Hifiman nicht den runden Treiber der offenen Version übernommen. Der Sundara Closed-Back ist mit einem ovalen planarmagnetischen Antrieb von etwa 80 mal 60 Millimetern ausgestattet, dessen Magnete auf beiden Seiten der Membran angeordnet sind. Diese längliche Fläche soll trotz des geschlossenen Kapselvolumens Substanz im Bass erhalten.
Zwei hauseigene Technologien prägen diesen Treiber. Die „Stealth Magnets“, Magnete mit abgerundetem Profil, die Hifiman als nahezu transparent für den Durchgang von Schallwellen präsentiert, begrenzen Reflexionen und Beugung am Austritt der Membran. Letztere, die Neo-Supernano-Membran, ist etwa einen Mikrometer dünn, also nahezu 80 % dünner als die Membranen gängigerer Kopfhörer. Eine so leichte Membran reagiert schnell auf Signaländerungen, was der Wiedergabe von Mikrodetails und der Stabilität in hohen Frequenzen bis zu den angegebenen 50 kHz zugutekommt.
Das Schließen der Kapseln verschiebt die Klangbalance. Der Bass gewinnt gegenüber der offenen Version, die im unteren Spektrum trockener und straffer spielt, an Präsenz und Fundament. Die allgemeine Klangsignatur wird wärmer, mit einem kräftigeren unteren Mitteltonbereich, der Stimmen und tiefen Instrumenten mehr Körper verleiht.
Diese Ausrichtung hat eine Kehrseite. Die Klangbühne wird kompakter: weniger Luft, weniger Abstand zwischen den Ebenen als beim offenen Modell, dessen Treiber frei nach außen atmet. Der Sundara Closed-Back behält eine gute Durchzeichnung und eine für ein geschlossenes Modell respektable Breite, doch wer vor allem wegen Weite und Luftigkeit hört, wird diese Eigenschaften bei offenen Kopfhörern finden. Die Wahl zwischen den beiden Versionen entscheidet sich hier, bei diesem Kompromiss zwischen Isolierung und offener Klangblase.
Die Holzkapseln bringen etwas Gewicht mit: 432 Gramm auf der Waage, mehr als die offene Version. Das breite Anpassungsband verteilt dieses Gewicht über den Kopf und begrenzt Druckpunkte, wodurch lange Hörsessions gut erträglich bleiben. Die Größe macht sich jedoch immer wieder bemerkbar, mit moderatem Druck an den Schläfen und leichten Strukturgeräuschen bei Kopfbewegungen, die im Laufe der Stunden auftreten können.
Die Hybrid-Ohrpolster aus Kunstleder außen und Velours auf der Ohrseite sind tief und umschließen das Ohr, ohne es einzuengen. Die passive Isolierung bleibt durchschnittlich: Der Kopfhörer dämpft Umgebungsgeräusche, ohne vollständig von der Außenwelt abzuschirmen. Aufgrund seines imposanten Formats und des fehlenden Transportetuis findet der Sundara Closed-Back vor allem auf einem Schreibtisch oder im Wohnzimmer seinen Platz.
Die Verkabelung folgt der hauseigenen Logik: ein 3,5-mm-Miniklinkenanschluss pro Ohrmuschel, verbunden über ein 1,5 Meter langes Y-Kabel, mit einem mitgelieferten 6,35-mm-Adapter für Verstärker im Wohnzimmer. Diese getrennte Verbindung für jede Ohrmuschel ermöglicht eine symmetrische Verkabelung und lässt die Möglichkeit offen, das Kabel durch ein anderes Modell zu ersetzen.
Mit 20 Ohm Impedanz und 98 dB Empfindlichkeit lässt sich der Sundara Closed-Back ohne größere Schwierigkeiten von einem audiophilen Player oder einem kleinen USB-DAC-Kopfhörerverstärker betreiben. Ein dedizierter Kopfhörerverstärker oder eine kräftigere Quelle verschaffen ihm jedoch mehr Kontrolle und Dynamik, wie es bei planarmagnetischen Treibern häufig der Fall ist. Eine praktische Einschränkung bleibt: Mit 1,5 Metern ist das mitgelieferte Kabel für eine Wohnzimmerinstallation an einem Hi-Fi-Verstärker kurz, sodass sich ein Verlängerungskabel schnell als nützlich erweist.
Hifiman verwendet denselben Treiber wie bei der offenen Version. Es handelt sich hierbei um ein recht ambitioniertes Modell, das sowohl die Stealth Magnet-Technologie, die mit dem Arya-Kopfhörer eingeführt wurde, als auch eine Super Nano-Membran vereint, die als 80% dünner (und damit leichter) als bei der Konkurrenz beschrieben wird.
Ja, seine niedrige Impedanz und seine Empfindlichkeit von 98 dB ermöglichen einen angenehmen Hörpegel am Ausgang eines Smartphones oder Laptops. Ein Kopfhörerausgang eines DAC-Verstärkers oder eines audiophilen Musikplayers bietet ihm hingegen mehr Leistungsreserven und eine bessere Basskontrolle, insbesondere bei hoher Lautstärke.
Am besten hört man einige Stunden damit, bevor man sich ein endgültiges Urteil bildet. Die Ohrpolster werden weicher, und der Bass neigt dazu, sich im Laufe der ersten Hörsessions etwas zu setzen.
Sie lassen sich zur Reinigung oder zum Austausch leicht abnehmen. Ihre Form ist modellspezifisch, daher passen die runden Ohrpolster anderer Hifiman-Kopfhörer nicht unbedingt ohne vorherige Prüfung.
Mehr als die offene Version. Geschlossene Kopfhörer lassen nur sehr wenig Schall nach außen dringen, wodurch Nachbarn nicht gestört werden, und die passive Isolierung blockiert einen Teil der Umgebungsgeräusche. Die offene Version hingegen strahlt den Klang weit um den Hörer herum ab.
Seine warme, leicht bassbetonte Klangabstimmung macht ihn eher zu einem Kopfhörer für den Musikgenuss als zu einer streng neutralen Referenz. Für kritisches Mixing ist ein Monitor mit linearerem Frequenzgang weiterhin die sicherere Wahl, auch wenn er sich für Aufnahmen oder schnelle Kontrollen gut eignet.
Quentin
Viel kritisiert, aber mit ein wenig EQ klingt er sehr gut. Bringt jede Menge Bass, Räumlichkeit und Details.
Kommentar vom 26. Januar 2026 — Erfahrung vom 13. Juni 2024
Ludovic
Ich bin kein Spezialist für Kopfhörer und bevorzuge eher offene Kopfhörer, dennoch ist dies ein guter geschlossener Kopfhörer. Der Klang ist sanft, bleibt aber präzise und dynamisch. Gut von der Außenwelt isoliert, taucht man in die Musik ein, ohne seine Umgebung zu stören.
Die Farbe, die auf den Fotos orange erscheint, ist eher holzfarben, deutlich angenehmer.
Er ist auch ziemlich bequem und umschließt die Ohren gut.
Ein Kauf ohne Reue.
Kommentar vom 16. Juni 2024 — Erfahrung vom 30. April 2024