Vierunddreißig Jahre nach der Einführung des ersten Elex-Modells im März 1991 stellt Rega die vierte Generation seines mittelklassigen Vollverstärkers vor, den MK4. Er bewahrt die Klangphilosophie der Marke und integriert erstmals einen Digitalsektor. Der Verstärker liefert 72 W pro Kanal an 8 Ohm, verfügt über einen Wolfson-Wandler mit 24 Bit/192 kHz sowie einen Kopfhörerausgang. Diese Version modernisiert den Elex, ohne seine analogen Tugenden aufzugeben.
Neu gestaltete Leiterplatte bei beibehaltener Class-AB-Verstärkung
Die Ingenieure in Southend-on-Sea haben für diese vierte Generation die Leiterplatte vollständig überarbeitet und den Signalweg optimiert, um Störeinflüsse auf ein Minimum zu reduzieren. Die Verstärkung bleibt dem Class-AB-Schaltungskonzept treu, das Rega in der gesamten Produktpalette verwendet; Unterschiede bestehen hauptsächlich in der Größe der Stromversorgung je nach Modell.
Die Ausgangsleistung erreicht 72 Watt pro Kanal an 8 Ohm und steigt auf 90 Watt an 6 Ohm. Rega macht keine Angaben für 4-Ohm-Lasten und weist stattdessen auf die thermischen Grenzen des Geräts bei niedrigen Impedanzen hin. Diese technische Transparenz kennzeichnet den Ansatz des Herstellers, der realistische Spezifikationen den geschönten Zahlen vorzieht, die unter wenig repräsentativen Bedingungen erzielt werden.
Der angegebene Gesamtklirrfaktor von 0,005 % positioniert den Elex MK4 im aktuellen Standard seiner Preisklasse. Der Frequenzgang reicht an den Line-Eingängen von 10 Hz bis 65 kHz und am Phono-Eingang von 15 Hz bis 65 kHz – Werte, die das gesamte Hörspektrum mit komfortabler Reserve abdecken.
Die getrennte Stromversorgung für die analogen und digitalen Sektionen zeugt vom Aufwand, die Reinheit des Signals zu bewahren. Diese galvanische Trennung verhindert, dass die Digitalschaltungen den Analogteil beeinträchtigen – eine berechtigte Sorge bei der Integration eines Wandlers in einen traditionell rein analogen Verstärker.
Integration eines Wolfson-D/A-Wandlers
Die wichtigste Neuerung dieser Generation ist die Ergänzung eines Digitalsektors, der auf der Schaltung des eigenständigen Markenwandlers DAC-R basiert. Herzstück ist ein Wolfson WM8742, der PCM-Signale bis 24 Bit/192 kHz verarbeitet. Die gewählte Architektur scheint eine Dual-DAC-Konfiguration zu nutzen, auch wenn Rega zu den genauen technischen Details zurückhaltend bleibt.
Es stehen zwei Digitaleingänge zur Verfügung: ein optischer Toslink und ein koaxialer RCA S/PDIF. Das Fehlen eines USB-Eingangs oder von Bluetooth mag im Jahr 2025 überraschen, spiegelt aber Regas Entscheidungen wider: Diese Schnittstellen seien entweder zu kostspielig für eine korrekte Implementierung oder klanglich unzureichend. Der Wolfson-S/PDIF-Empfänger sorgt für die optische und galvanische Isolation der Digitaleingänge, während eine von Rega entwickelte diskrete Ausgangsstufe die finale Wandlung ins Analoge übernimmt.
Diese digitale Sektion, identisch mit der des Elicit MK5, dem höher positionierten Modell der Reihe, ist ein starkes Argument für das Preis-Leistungs-Verhältnis des Elex MK4. Nutzer profitieren so von hochwertiger Wandlung für den Anschluss von Netzwerkspielern, CD-Playern ohne Analogausgang oder Fernsehern, ohne einen externen Wandler hinzufügen zu müssen.
Phono-Vorverstärker und bewahrte analoge Konnektivität
Der Phono-Eingang für Moving-Magnet (MM) behält seinen privilegierten Status und belegt die erste Position der Eingänge. Dieser Phono-Vorverstärker verwendet eine zweistufige RIAA-Entzerrung, um Wechselwirkungen zwischen Bauteilen zu minimieren. Polyesterkondensatoren im Signalweg und Polypropylenkondensatoren in den RIAA-Entzerrkreisen gewährleisten eine originalgetreue Wiedergabe von Vinylschnitten. Mit einer Empfindlichkeit von 1,6 mV an 47 kOhm kommt dieser Phonovorverstärker mit der Mehrheit der MM-Tonabnehmer am Markt zurecht.
Vier RCA-Line-Eingänge vervollständigen die analoge Konnektivität und erlauben den Anschluss verschiedener Quellen wie eines CD-Players mit Analogausgang, eines Tuners oder eines externen Wandlers. Der Record-Out-Ausgang mit festem Line-Pegel, unbeeinflusst von der Lautstärkeregelung, erhält die Möglichkeit, das Eingangssignal aufzuzeichnen. Der Vorverstärkerausgang (Pre-amp Output) hingegen folgt der Lautstärke und ermöglicht die Ergänzung um eine externe Endstufe oder einen aktiven Subwoofer – eine Flexibilität, die den kleineren Modellen Brio und Io der Reihe fehlt.
Die vergoldeten Schraubklemmen für Lautsprecher optimieren den elektrischen Kontakt und akzeptieren Kabel mit großem Querschnitt, Bananenstecker und Gabelschuhe. Diese universelle Kompatibilität erleichtert die Integration in bestehende Systeme, ohne die Wahl der Lautsprecherkabel einzuschränken.
Kopfhörerausgang: eine willkommene Ergänzung
Die Ergänzung einer 6,35-mm-Klinke an der Front ist die zweite bemerkenswerte Weiterentwicklung gegenüber dem Elex-R. Das Signal stammt direkt aus der Leistungsstufe; beim Einstecken eines Kopfhörers werden die Lautsprecherausgänge automatisch stummgeschaltet. Die Spezifikationen nennen eine Ausgangsspannung von 2,4 V an 32 Ohm, 3,6 V an 54 Ohm und 8,1 V an 300 Ohm – ausreichend, um eine breite Palette von Kopfhörern, von leicht anzutreibenden Modellen bis hin zu anspruchsvolleren Referenzen, adäquat zu versorgen.
Diese Funktion trägt dem wachsenden Bedarf an Kopfhörerwiedergabe Rechnung – aus Wahl oder Notwendigkeit. Sie erspart einen separaten Kopfhörerverstärker und ermöglicht es, die Rega-Klangsignatur in einem intimeren Hörkontext zu genießen.