Cardas HP Crosslink (2 x 2,5m)
Übersicht
Der Crosslink von Cardas Audio ist ein Lautsprecherkabel, das seit etwa 25 Jahren auf dem Markt ist. In den USA entwickelt, nutzt es Prinzipien aus der Telekommunikationstechnik und eine Geometrie auf Basis des Goldenen Schnitts. Konzipiert für Stereo- und Heimkinoanlagen der Einsteiger- bis Mittelklasse, bietet es eine einfache Installation und eine ausgewogene Audiowiedergabe.
Eine Konstruktion rund um den Goldenen Schnitt
Das HP Crosslink basiert auf einer Vierleiter-Konfiguration mit 14,5 AWG aus OFHC-Kupfer der Güteklasse 2. Jeder dieser Leiter vereint 28 Stränge aus reinem Kupfer, insgesamt also 108 Einzellitzen im gesamten Kabel. Diese Vielzahl feiner Litzen optimiert den Signaltransfer über das gesamte Audiospektrum von Bass bis Hochton.
Die Besonderheit des Crosslink liegt in der Anwendung des Goldenen Schnitts (1,618…) auf die Anordnung seiner Leiter. Dieses mathematische Verhältnis, das sich in spiralförmigen Muscheln und großen Konzertsälen wiederfindet, dient hier der Kontrolle der internen Resonanzen des Kabels. Die feinsten Litzen liegen im Zentrum, während die Querschnitte gemäß einer präzisen geometrischen Progression zum Außenbereich hin zunehmen. Diese Anordnung soll verhindern, dass die verschiedenen Litzen in gemeinsame Resonanz geraten – ein Phänomen, das die Klangwiedergabe verfärben kann.
Die sogenannte „Star-Quad“-Struktur ordnet die vier Leiter konzentrisch an. Dazwischen sorgen Naturbaumwollfäden für mechanische Dämpfung ohne Memory-Effekt. Die Isolation verwendet ein Dielektrikum aus EEA (Ethylen-Acrylsäure) und Baumwolle, das aufgrund seiner günstigen elektrischen Eigenschaften gewählt wurde. Das Ganze wird von einem flexiblen Außenmantel aus PVC mit 9,27 mm Durchmesser geschützt, der dem Kabel trotz seines großzügigen Querschnitts eine gute Biegsamkeit verleiht.
Position im Cardas-Portfolio
Der Crosslink nimmt die zweite Stufe in der Cardas-Hierarchie ein, direkt über dem 101 Speaker. Darüber positionieren sich die Serien Iridium, Parsec und anschließend die Clear-Kabel (Sky, Cygnus, Reflection, Clear und Clear Beyond). Diese Einstiegsposition darf nicht täuschen: Anders als die höher positionierten Modelle, die das ultrareine Cardas-Kupfer der Güteklasse 1 nutzen, verwendet der Crosslink Kupfer der Güteklasse 2 und profitiert dennoch von derselben auf dem Goldenen Schnitt basierenden Designphilosophie.
Die Einstiegsserien von Cardas sind speziell darauf ausgelegt, die typischen Schwächen der Systeme zu berücksichtigen, für die sie gedacht sind. Viele Mehrkanal-Setups oder Geräte der Mittelklasse neigen dazu, die Höhen zu betonen oder eine gewisse Schärfe aufzuweisen. Der Crosslink setzt diesen Eigenschaften ein natürliches Gegengewicht entgegen. Im Gegensatz dazu legen die Clear-Kabel von Cardas die Stärken und Schwächen der High-End-Systeme, für die sie bestimmt sind, kompromisslos offen.
Vielseitige Verwendung und Installation
Dank der vier separaten Leiter ist der Crosslink besonders anpassungsfähig. Für eine klassische Verbindung werden die Leiterpaare miteinander verdrillt, wodurch ein einem 10 AWG entsprechendes Kabel entsteht. Bei Lautsprechern mit Bi-Wiring-Terminals lassen sich die vier Leiter auf Bass- und Hochtonklemmen aufteilen, sodass Bi-Wiring möglich ist, ohne mehrere Kabelstränge verlegen zu müssen.
Blankes Kupfer erleichtert die Vorbereitung erheblich. Ein Lötbad ist nicht erforderlich: Es genügt, das Ende abzuisolieren, die Litzen zu verdrillen und sie in Fünf-Wege- oder Federklemmen einzusetzen. Diese Einfachheit überzeugt sowohl vielbeschäftigte Profis als auch ambitionierte Anwender, die ihre Kabel selbst konfektionieren möchten. Cardas bietet den Crosslink übrigens in zwei Versionen an: entweder ab Werk mit Steckern vormontiert oder als Meterware für maßgeschneiderte Installationen.
Die CL2-Zertifizierung erlaubt die Verlegung in Wänden, ohne Bauvorschriften zu verletzen. Das erklärt, warum der Crosslink in vielen individuellen Heiminstallationen zu finden ist, in denen die Kabel unauffällig zwischen den Räumen verlaufen. Man begegnet ihm zudem in professionellen Kontexten: Beschallungssysteme, Installationen für Konzerte oder sogar Wettbewerbe im High-End-Car-Audio-Bereich.
Die ab Werk montierten Stecker zeugen von der Sorgfalt, die Cardas walten lässt. Die GRS-Gabelschuhe und CABE-Bananen werden aus massiven Kupferrohlingen gefertigt und anschließend mit Silber beschichtet sowie mit einem finalen Hauch Rhodium veredelt. Diese Behandlung sorgt für optimale Leitfähigkeit und verhindert Oxidation. Die Kaltverpressung, die in Handarbeit in Bandon erfolgt, bewahrt die Integrität des Kupfers, indem sie thermische Beeinflussungen vermeidet. Ein flexibler Schutzschlauch überdeckt die Verbindung zwischen Kabel und Steckern.
Klangsignatur und elektrisches Verhalten
Die elektrischen Messwerte des Crosslink zeigen eine Kapazität von 168 pF/m und eine Induktivität von 0,54 µH/m. Diese moderaten Werte ermöglichen die problemlose Anpassung an eine große Bandbreite von Verstärkern und Lautsprechern, ohne riskante elektrische Wechselwirkungen zu provozieren. Der Q-Faktor von 10,6 weist auf ein stabiles Verhalten gegenüber Impedanzschwankungen hin.
Klanglich zeichnet sich der Crosslink durch ein insgesamt ausgewogenes Auftreten ohne besondere Betonung aus. Die Mitten behalten eine gewisse Dichte und Natürlichkeit, was insbesondere bei Stimmen geschätzt wird. Die Höhen bleiben mild, ohne jene mitunter übertriebene Brillanz, die manche Digitalsysteme oder Lautsprecher mit Metallkalotte erzeugen können. Die Bässe bieten Körper und Definition mit einer Standfestigkeit, die Kabeln dieser Kategorie bisweilen fehlt.
Dieser ausgewogene Ansatz macht den Crosslink zu einer klugen Wahl, um leicht aggressive oder analytische Systeme zu beruhigen. Er fügt keine starke Färbung hinzu, bringt aber eine gewisse Rundheit ein, die langes Hören angenehm macht. Die räumliche Abbildung entfaltet sich natürlich, mit guter Staffelung, ohne einen überzeichneten Tiefeneffekt zu erzeugen. Feine Details treten hervor, ohne nach vorn gedrückt zu werden: Der Zupf einer Kontrabassaite offenbart sowohl den Attack der Saite als auch die Resonanz des Korpus.
Technische Daten
Leiter und Materialien
- 4 × 14,5 AWG aus OFHC-Kupfer (sauerstofffreies Kupfer mit hoher Leitfähigkeit), Güteklasse 1
- Luftschlauchkern
- Querschnitte nach dem Goldenen Schnitt kalibriert
- Isolierung unter Polyethylen-Mantel
- Außenmantel aus Polyvinylchlorid (PVC)
Aufbau und Geometrie
- Vierleiter-Stern-Quad-Konfiguration
- Polsterung aus natürlicher Baumwolle
- Fixierung durch fluoriertes Ethylen-Propylen-Band (FEP)
- Kreuzschichtgeometrie
- Außendurchmesser: 9,27 mm
Anschlüsse und Installation
- Verfügbare Stecker: GRS-Gabelschuhe oder CABE-Bananenstecker
- Kompatibel mit Bi-Wiring oder Einzelanschluss
- Als Meterware für individuelle Installationen erhältlich
- CL2-Zertifizierung für Wandmontage
- Ideal für DIY-Projekte und architektonische Integration
Anwendungen und Klangleistung
- Ausgewogener und detailreicher Klangcharakter
- Empfohlen für Einsteiger- bis Mittelklasse-Systeme
- Kompatibel mit Stereo- oder Heimkino-Installationen
- Geeignet für preisbewusste Anwender
- Optimale Leistung bei maßgeschneiderter Installation
Häufig gestellte Fragen
Kann der Crosslink auch mit leistungsstarken Lautsprechern betrieben werden?
Mit seinem Gesamtquerschnitt von 10 AWG (ca. 5 mm²) eignet sich der Crosslink für die meisten Heimanlagen bis etwa hundert Watt pro Kanal. Darüber hinaus oder bei Lautsprechern mit sehr niedriger Impedanz (unter 4 Ohm) empfiehlt sich ein Kabel mit größerem Querschnitt oder eine doppelte Verlegung, um die Stromübertragungskapazität zu erhöhen.
Worin besteht der Unterschied zwischen dem Kupfer der Güteklasse 2 im Crosslink und der Güteklasse 1 in den höherwertigen Modellen?
Das ultrareine Cardas-Kupfer der Güteklasse 1 weist eine Reinheit von 99,9999 % auf, gegenüber 99,99 % bei Güteklasse 2. Dies führt zu einer leicht höheren Leitfähigkeit und einer noch homogeneren Kristallstruktur. Cardas stellt sein Güteklasse-1-Kupfer nach einem proprietären Verfahren selbst her, während Güteklasse 2 von spezialisierten Anbietern für hochwertiges OFHC-Kupfer stammt.
Wie lange dauert es, bis das Kabel seine optimale Leistung erreicht?
Wie viele Kabel benötigt der Crosslink eine Einspielzeit, in der sich die Dielektrika stabilisieren. Die ersten Hörstunden können leicht trocken wirken oder es kann an Kohärenz fehlen. Nach einigen Dutzend Stunden Nutzung gewinnt die Wiedergabe an Natürlichkeit und Flüssigkeit. George Cardas weist zudem darauf hin, dass ein Kabel nach dem Umstecken oder Bewegen einige Stunden braucht, um wieder sein bestes Klangniveau zu erreichen.
Ist der Crosslink in einer Anlage mit anderen Kabeln kompatibel?
Cardas entwickelt seine Kabel so, dass sie harmonisch miteinander, aber auch mit denen anderer Hersteller funktionieren. Sie können also problemlos den Crosslink für die Lautsprecher verwenden und zugleich Verbindungen einer anderen Marke oder einer höheren Cardas-Serie einsetzen. Wichtig ist die Gesamtkohärenz des Systems und das Hörergebnis.
Eignet sich der Crosslink für bi-ampte Installationen?
In einer bi-ampften Konfiguration, bei der jeder Weg des Lautsprechers seinen eigenen Verstärker erhält, kann der Crosslink sehr gut eingesetzt werden. Seine Vierleiterstruktur bietet sich dafür geradezu an. Um den Nutzen der Bi-Amping-Lösung zu maximieren, kann man sogar den Einsatz von zwei kompletten Crosslink-Kabeln erwägen, wodurch eine vollständige Trennung zwischen Bass- und Hochtonwegen entsteht – ähnlich einem „Shotgun“-Bi-Wiring.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
