Cardas RCA Crosslink 1,5m
Übersicht
Der Crosslink ist das Einstiegsmodell in die Cardas‑Reihe von Signalkabeln. Weit davon entfernt, nur ein Lockangebot zu sein, integriert er die von George Cardas seit 1987 entwickelten Kabeltechnologien in einem zugänglichen, vielseitigen Format. Gefertigt in der Werkstatt in Bandon an der Küste Oregons, profitiert dieses ein Meter lange Stereokabel von dem Know-how, das auch bei den höherpreisigen Modellen der Marke zum Einsatz kommt.
Ein Litz-Leiter nach dem Prinzip des Goldenen Schnitts
Die Besonderheit der Cardas‑Kabel liegt in der Anordnung ihrer Leiter. George Cardas, ehemaliger Telekommunikationsingenieur und späterer Hersteller von Audiokabeln, erhielt zwei US‑Patente (4,628,151 und 4,980,517) für seine „Golden Section“-Verdrilltechnik. Das Prinzip: 68 Kupferlitzen mit ansteigendem Durchmesser gemäß dem Verhältnis 1:1,618, die feinsten Drähte im Zentrum, die dicksten außen. Jede Schicht nimmt gemäß dieser aus der Fibonacci-Reihe abgeleiteten Proportion schrittweise zu.
Das ist nicht nur eine mathematische Kuriosität. Wenn ein Wechselstromsignal einen Leiter durchfließt, entstehen Mikro-Resonanzen zwischen den Litzen. Indem verhindert wird, dass zwei benachbarte Litzen eine gemeinsame Resonanzfrequenz teilen, zerstreut diese Geometrie die Störenergie, anstatt sie zu verstärken. Das verwendete Kupfer ist ein entoxidiertes Grade‑2‑Material mit 99,99 % Reinheit, überzogen mit einem transparenten SPN‑Lack (Litz‑Technologie), der jede Litze einzeln isoliert, um elektrische Wechselwirkungen zwischen den Leitern zu begrenzen.
Doppelte Schirmung für störungsreiche Umgebungen
Der Crosslink besitzt eine verdrillte Paarstruktur um einen Füllkörper aus Naturbaumwolle. Ein FEP‑Band fixiert das Ganze, gefolgt von einer spiralförmigen Abschirmung aus verzinntem Kupfer. Der Außenmantel aus PVC schützt das Kabel insgesamt und führt zu einem Außendurchmesser von 7,69 mm und einem Querschnitt von 2 × 20,5 AWG.
Diese doppelte Schirmkonstruktion (Kupfer und Mylar) isoliert das Signal wirksam von umgebenden elektromagnetischen Störungen. Das Dielektrikum kombiniert Teflon und Baumwolle, zwei Materialien mit komplementären Eigenschaften: Teflon für seine elektrischen Isolationseigenschaften, Baumwolle zur Dämpfung mechanischer Vibrationen. Die Kabelkapazität beträgt in der RCA‑Konfiguration 36,9 pF pro Fuß – ein vernünftiger Wert, der verhindert, dass hohe Frequenzen an Ausgängen mit hoher Impedanz bedämpft werden.
GRCM‑Steckverbinder mit Silber‑/Rhodium‑Beschichtung
Die GRCM‑Cinchstecker (RCA), mit denen dieses Kabel ausgestattet ist, werden von Cardas gefertigt. Sie bestehen aus einem nichtmagnetischen Messing mit hohem Kupferanteil und erhalten auf den Kontaktflächen eine Versilberung, überzogen mit einer dünnen Rhodiumschicht. Die vergoldete, verschraubte Außenschale erleichtert die Handhabung. Für die Lötverbindungen kommt die hauseigene quadri-eutektische Legierung (Quad Eutectic Solder) zum Einsatz, bekannt für ihre gute Fließfähigkeit und ihren geringen Widerstand.
Rhodium, ein Metall aus der Platingruppe, ist äußerst korrosionsbeständig und erhält seine Leitfähigkeit über lange Zeit. Das darunterliegende Silber sorgt für eine optimale elektrische Leitfähigkeit. Diese Kombination aus Beschichtungen ist bei allen Cardas‑Signalkabeln üblich, auch bei deutlich teureren Modellen.
Ein warmer, gutmütiger Klangcharakter
Cardas beschreibt die klangliche Signatur des Crosslink als „warm and forgiving“: warm, gutmütig, ohne dabei auf Detailreichtum oder Musikalität zu verzichten. Dieses Kabel will nicht mit klinischer Präzision jedes kleinste Detail schonungslos offenlegen. Es bevorzugt ein ausgewogenes Klangbild, das die Rauheiten weniger ausgereifter Digitalquellen oder nicht perfekt produzierter Aufnahmen abmildert.
Dieser Klangcharakter ist zum Teil auf die Wahl des Dielektrikums und die Leitergeometrie zurückzuführen. Cardas‑Kabel galten lange als hervorragendes Mittel, um die Härte der ersten CD‑Player zu „zähmen“. Der Crosslink steht in dieser Tradition, auch wenn die höherwertigen Modelle (Clear, Parsec) heute auf modernere Technologien wie die „Matched Propagation“‑Übertragung setzen.
Flexibilität und vielseitige Einsatzmöglichkeiten
Der Crosslink ist das einzige Signalkabel von Cardas, das auch als Meterware, unkonfektioniert, für Installateure und DIY‑Enthusiasten angeboten wird. Diese Verfügbarkeit unterstreicht seinen vielseitigen Einsatzzweck: Stereo‑Anlagen im Wohnzimmer, Heimkino‑Installationen, hochwertige Autoradios, Unterputz‑Verkabelungen (CL2‑Zertifizierung für die Verlegung in Wänden). Seine Flexibilität und das geringe Gewicht erleichtern die Verlegung in beengten Umgebungen.
Technische Daten
Anschlüsse
- Standard-Steckverbinder: Cardas GRCM
Leiter
- Sauerstoffarmes Kupfer der Güteklasse 2 (Reinheit 99,99 %)
- Transparente SPN-Ummantelung (Litz-Technologie)
- Querschnitte nach dem goldenen Schnitt dimensioniert
- Mehrlagige Geometrie mit Kreuzfeld
- Isolation durch Polyurethan-Mantel
Kabelgeometrie
- Verdrilltes Paar mit Füllung aus natürlicher Baumwolle
- Aufbau mit FEP-Band fixiert
- Spiralabschirmung aus verzinntem Kupfer
- Außenmantel aus PVC
Abmessungen
- Querschnitt: 2 × 20,5 AWG
- Außendurchmesser: 7,69 mm
Klangeigenschaften
- Warme, gutmütige Klangsignatur
- Detailreiche und musikalische Wiedergabe
Häufig gestellte Fragen
Muss das Kabel eingespielt werden, bevor es seine optimale Leistung erreicht?
Cardas empfiehlt eine Einspielzeit von etwa 100 Betriebsstunden, damit sich die dielektrischen Eigenschaften stabilisieren. Die wahrnehmbaren Unterschiede bleiben subtil; das Kabel arbeitet bereits ab der ersten Inbetriebnahme einwandfrei.
Worin unterscheidet sich der Crosslink vom direkt darüber angesiedelten Modell Parsec?
Der Parsec verwendet Kupfer des Grades 1 (höhere Reinheit) und profitiert von einigen Technologien, die für die Clear‑Serie entwickelt wurden. Sein Air‑Tube‑Dielektrikum bietet eine noch bessere Isolation. Der Crosslink setzt auf einen klassischeren Aufbau, passend zu seiner Preispositionierung.
Ist dieses Kabel geeignet, um einen Plattenspieler mit einem Phono‑Vorverstärker zu verbinden?
Ja, vorausgesetzt, Ihr Phono‑Vorverstärker verfügt über RCA‑Eingänge. Die geringe Kapazität des Crosslink (36,9 pF/ft) ist mit den meisten Moving‑Magnet‑Tonabnehmern (MM) kompatibel. Für MC‑Tonabnehmer mit sehr geringer Ausgangsspannung kann in stark belasteten Umgebungen ein Kabel mit noch stärkerer Abschirmung von Vorteil sein.
Schützt die Abschirmung wirksam vor Störungen durch WLAN oder Schaltnetzteile?
Die doppelte Kupfer‑/Mylar‑Abschirmung dämpft gängige elektromagnetische Störungen deutlich. Gegen besonders starke Störquellen (Dimmer, leistungsstarke Schaltnetzteile) kann jedoch kein handelsübliches Kabel absolute Immunität garantieren.
Kann man dieses Kabel für Mehrkanal‑Heimkino einsetzen?
Ja, der Crosslink ist ausdrücklich für Mehrkanalsysteme ausgelegt. Sie benötigen so viele Paare, wie Kanäle verbunden werden sollen (beispielsweise drei Paare für ein 5.1‑System mit analogem Kanalmanagement).
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.


