Die Minorca MC40 von Cabasse sind kompakte Regallautsprecher mit 3 Wegen. Sie verfügen über den koaxialen BC10-Treiber, der aus den High-End-Modellen stammt, kombiniert mit zwei Tieftönern mit Duocell-Membran. Dieses Design sorgt für eine außergewöhnliche räumliche Kohärenz und Klangpräzision, wie sie sonst oft nur bei größeren Lautsprechern zu finden ist.
Akustische Architektur und Design: Sorgfältige Verarbeitung bis ins Detail
Die Minorca MC40 besitzen ein Gehäuse mit kontrollierten Abmessungen (40 × 23 × 28 cm bei 8,5 kg), dessen leicht gewölbte Seitenflächen striktes Parallelismus vermeiden. Diese besondere Geometrie begrenzt stehende Wellen im Inneren und reduziert unerwünschte Klangverfärbungen. Die Bassreflex-Konstruktion basiert auf einer runden Öffnung auf der Rückseite, deren Position und Größe so berechnet wurden, dass der Luftstrom optimiert und Turbulenzen minimiert werden.
Auf der Front befindet sich der koaxiale BC10-Treiber im oberen Bereich, während die beiden 17-cm-Tieftöner den mittleren und unteren Teil einnehmen. Diese asymmetrische Anordnung trägt dazu bei, Beugungseffekte an den Gehäusekanten zu reduzieren. Die magnetisch befestigten Schutzgitter bewahren die klare Optik und lassen sich für kritische Hörsessions leicht abnehmen.
Das rückseitige Anschlussfeld akzeptiert Bananenstecker, Gabelschuhe und dicke Kabelquerschnitte und zeugt von einer auf Flexibilität ausgelegten Konstruktion. Die Minorca MC40 sind in mehreren Ausführungen erhältlich (gebleichte Eiche, Ebenholz, gebürstetes Schwarz, schwarzer Klavierlack) und fügen sich so harmonisch in verschiedene Hörumgebungen ein.
Koaxialtechnologie BC10: Räumliche Kohärenz im Dienst der Musikalität
Im Herzen der Minorca MC40 steht der BC10-Treiber, das Ergebnis jahrzehntelanger Cabasse-Forschung im Bereich koaxialer Schallquellen. Dieser Zweiwege-Lautsprecher integriert einen 27-mm-Kalottenhochtöner, der im Zentrum eines 12-cm-Ringmitteltöners sitzt. Diese Architektur, SCS (Spatially Coherent Source) genannt, hat den grundlegenden Vorteil, alle Frequenzen von einem einzigen Punkt im Raum abzustrahlen.
Diese Konfiguration löst mehrere Probleme, die bei herkömmlichen Mehrwegsystemen auftreten. Die zeitliche Ausrichtung erfolgt natürlich, da Hoch- und Mitteltonwellenfronten vom selben akustischen Zentrum ausgehen. Die Richtcharakteristik bleibt über den gesamten Übertragungsbereich des Treibers konstant, wodurch das tonale Gleichgewicht auch außerhalb der Hörachse erhalten bleibt. Messungen in schalltoten Räumen über 360° bestätigen diese gleichmäßige Abstrahlung – ein wesentliches Merkmal für ein kohärentes Klangfeld im Hörraum.
Der Hochtöner profitiert von technischen Lösungen, die vom Referenzsystem La Sphère übernommen wurden, insbesondere bei der Materialauswahl und der Geometrie der Kalotte. Der Ringmitteltöner sorgt dank seines speziellen Profils für einen nahtlosen Übergang zu den Tieftonfrequenzen und bewahrt dabei die Präzision im Stimmregister.
Duocell-Membran: Bretonische Innovation für den Tieftonbereich
Die beiden 17MD18LB1-Tieftöner der Minorca MC40 nutzen die Duocell-Technologie, die exklusiv in den Cabasse-Werkstätten in Plouzané entwickelt und gefertigt wird. Diese Membran entsteht durch einen thermischen Umwandlungsprozess von Rohacell, einem Hochleistungs-Schaumstoff aus der Luft- und Raumfahrt.
Cabasse-Roboter formen diesen Schaumstoff in einem patentierten Verfahren, das seine innere Struktur verändert. Das Ergebnis ähnelt dem Aufbau von Knochen: ein internes Wabennetzwerk sorgt für Leichtigkeit, bedeckt von einer steifen, absolut dichten Außenschicht. Diese biomimetische Architektur verleiht der Membran ein außergewöhnliches Verhältnis von Steifigkeit zu Masse, ermöglicht eine schnelle Impulsantwort und sorgt gleichzeitig für hervorragende innere Dämpfung.
Jede Membran benötigt etwa 20 Minuten zur Herstellung, während eine herkömmliche Polypropylenmembran in wenigen Sekunden gefertigt ist. Diese langsame Produktion garantiert die Homogenität der mechanischen Eigenschaften – eine unerlässliche Voraussetzung für ein perfektes stereofones Gleichgewicht zwischen den beiden Lautsprechern eines Paares.
Das exponentielle Profil und die variable Dicke dieser Membranen optimieren das Verhalten bei großen Auslenkungen. Die Hochleistungsantriebe können so ihren linearen Hub voll ausnutzen, ohne mechanische Verzerrungen zu erzeugen, und bewahren die Klarheit des Klangs auch bei hohen Pegeln.
Frequenzweiche und Feinabstimmung: Cabasse-Expertise in Aktion
Die Frequenzweiche der Minorca MC40 veranschaulicht den ganzheitlichen Ansatz von Cabasse. Die Übergangsfrequenzen, festgelegt bei 900 Hz und 3200 Hz, sind das Ergebnis eines iterativen Prozesses aus objektiven Messungen und Hörsitzungen. Die Flankensteilheiten, die je nach Weg zwischen 6 und 24 dB pro Oktave variieren, berücksichtigen die Gehäusegeometrie und die Eigenschaften jedes einzelnen Treibers.
Diese komplexe Abstimmung verfolgt ein einfaches Ziel: die Natürlichkeit der Musikwiedergabe zu bewahren. Die Nennimpedanz von 8 Ohm (Minimum 3,3 Ohm) erleichtert die Kombination mit einer breiten Palette von Verstärkern – von Röhrenmodellen bis zu modernen Transistorelektroniken. Die Empfindlichkeit von 89 dB bei 1 Watt/1 Meter ermöglicht komfortables Hören mit moderater Leistung und verträgt bis zu 75 Watt RMS (550 Watt Spitzenleistung) für anspruchsvolle Dynamik.