Übersicht
Die PSB Imagine B50 sind kompakte Regallautsprecher, entstanden aus fünfzig Jahren psychoakustischer Forschung von Paul Barton in den schalltoten Räumen des National Research Council of Canada. Sie sind darauf ausgelegt, trotz ihres geringen Formats eine weitreichende Klangperformance zu liefern.
Eine akustische Konfiguration, die die Regeln auf den Kopf stellt
Das Erste, was bei den Imagine B50 ins Auge fällt, ist die ungewöhnliche Anordnung der Treiber: Der 133-mm-Tieftöner aus gewebter Kohlefaser thront oberhalb des 25-mm-Titankalotten-Hochtöners. Diese umgekehrte Konfiguration ist keine ästhetische Spielerei, sondern das Ergebnis eines tiefgehenden Nachdenkens über die Ausbreitung von Schallwellen. Durch die Positionierung des Mittel-/Tieftöners über dem Hochton richtet Paul Barton die kombinierte Phasenkeule nach oben aus und schafft so eine optimale Hörzone auf Ohrhöhe für einen sitzenden Hörer bei Ständern von 60 cm. Dieser Ansatz gewährleistet eine bemerkenswerte Klangkohärenz – sowohl im Hörsessel als auch im Stehen im Raum.
Die gewebte Kohlefaser-Membran des Tieftöners bietet vorbildliche Steifigkeit bei geringer Masse und ermöglicht schnelle, präzise Übergänge im Mittel-/Tieftonbereich. Diese Technologie, direkt von der Flaggschiffserie Synchrony übernommen, verleiht den B50 eine besonders eindrucksvolle Fähigkeit zur Wiedergabe feinster Details. Der Hochtöner, ausgestattet mit einem leistungsstarken Neodym-Magneten und mittels Ferrofluid gekühlt, reicht in seiner Wiedergabe bis 23 kHz und hält dank sorgfältig geformtem Waveguide eine kontrollierte Abstrahlung aufrecht.
Die rückseitige Bassreflex-Öffnung, als Schlitz statt als herkömmliches Rundrohr ausgeführt, minimiert Luftturbulenzen und ermöglicht zugleich eine Tiefton-Erweiterung bis 36 Hz bei -10 dB – eine Leistung, die angesichts eines Innenvolumens von nur 7,7 Litern Erwartungen trotzt.

Eine ausgefeilte Weiche im Dienste der Klangkohärenz
Das Linkwitz-Riley-Filter 4. Ordnung bei 2200 Hz stellt den Höhepunkt jahrzehntelanger Forschung zur Hörwahrnehmung dar. Diese komplexe Topologie, in dieser Preisklasse selten anzutreffen, sorgt für einen nahtlosen Übergang zwischen den beiden Treibern mit einer schnellen Absenkung von 24 dB pro Oktave. Sorgfältig ausgewählte Bauteile und ein akribisches Layout halten statische wie dynamische Verzerrungen selbst bei hohen Pegeln deutlich unterhalb der Hörschwelle.
Diese technisch rigorose Herangehensweise resultiert in einem Frequenzgang von exemplarischer Linearität: 45 Hz – 23 kHz bei ±3 dB auf Achse, mit einer geringen Schwankung von ±1,5 dB zwischen 60 Hz und 20 kHz. Noch bemerkenswerter ist die 30°-Außerachsenantwort, die dieselbe enge Toleranz zwischen 60 Hz und 10 kHz beibehält und so eine stabile, kohärente Bühne über eine breite Hörzone gewährleistet.
Konstruktion: Balance zwischen Performance und Erschwinglichkeit
Das Gehäuse aus hochdichtem MDF integriert strategisch platzierte Innenverstrebungen zur Eliminierung parasitärer Resonanzen. Dicke Wände und ein internes Dämpfungssystem schaffen eine akustisch träge Plattform für die Treiber. Die doppelt ausgeführten, vergoldeten Anschlussklemmen, verbunden durch gleichwertige, abnehmbare Brücken, ermöglichen Bi-Wiring oder Bi-Amping für besonders ambitionierte Setups.
Leistungen, die physische Grenzen überwinden
Unabhängige Messungen bestätigen die außergewöhnlichen Fähigkeiten der B50 in ihrer Klasse. Die Empfindlichkeit von 85 dB im schalltoten Raum (87 dB unter realen Bedingungen) zeugt von einem respektablen Wirkungsgrad trotz des kompakten Volumens. Die Nennimpedanz von 8 Ohm mit einem Minimum von 4 Ohm macht sie mit den meisten Verstärkern kompatibel, auch wenn eine hochwertige Verstärkung ihr dynamisches Potenzial voll ausschöpft.
Die Belastbarkeit von 20 bis 150 Watt bietet einen weiten Einsatzbereich – von leistungsschwächeren Röhrenverstärkern bis hin zu kräftigen Transistor-Elektroniken. Die Programmleistung von 150 Watt gewährleistet eine kompressionsfreie Wiedergabe auch anspruchsvollster orchestraler Passagen.
Technische Daten
Audioleistung
- Frequenzgang
- Auf Achse bei 0° ±3 dB: 45 Hz – 23.000 Hz
- Auf Achse bei 0° ±1,5 dB: 60 Hz – 20.000 Hz
- 30° außerhalb der Achse ±1,5 dB: 60 Hz – 10.000 Hz
- Tieffrequenz-Grenze (-10 dB): 36 Hz
- Empfindlichkeit
- Anechoischer Raum: 85 dB
- Hörraum: 87 dB
- Impedanz
- Nennimpedanz: 8 Ohm
- Minimum: 4 Ohm
- Belastbarkeit
- Empfohlen: 20 – 150 W
- Programm: 150 W
Akustisches Design
- Tweeter: 25-mm-Titankalotte mit Ferrofluid, Neodym-Magnet
- Tieftöner: 133-mm-Kohlefaser-Membran (gewebt) mit Gummisicke
- Frequenzweiche: 2.200 Hz, LR4-Filter
- Konstruktionsart: 2-Wege, Bassreflex, rückseitiger Schlitzport
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen (B × H × T): 171 × 300 × 251 mm
- Nettogewicht: 5,13 kg pro Lautsprecher
- Versandgewicht: 11,9 kg pro Paar
Ausführungen und Anschlüsse
- Doppelte, vergoldete 5-Wege-Anschlussklemmen
- Bi-Wiring/Bi-Amping möglich
- Vergoldete Brücken
Häufig gestellte Fragen
Welcher Abstand zwischen den B50-Lautsprechern ist ideal für optimales Stereo-Hören?
Die B50 funktionieren ideal mit einem Abstand von 2 bis 2,5 Metern zwischen den Lautsprechern und bilden mit der Hörposition ein gleichseitiges Dreieck. Ihre ausgezeichnete horizontale Abstrahlung erlaubt jedoch eine gewisse Flexibilität bei der Platzierung, sodass sie sich den Gegebenheiten Ihres Raums anpassen und dennoch ein präzises, stabiles Stereobild liefern.
Benötigen die B50 unbedingt einen Subwoofer für ein zufriedenstellendes Hörerlebnis?
Anders als die meisten Regallautsprecher dieser Größe liefern die B50 überraschend tiefe und artikulierte Bässe bis 45 Hz. In Räumen bis etwa 18 m² können sie für die meisten Musikrichtungen problemlos allein betrieben werden. Ein Subwoofer bleibt für Heimkino oder Liebhaber elektronischer Musik, die die untersten Oktaven suchen, dennoch sinnvoll.
Wie verbessert Ferrofluid die Leistung des Hochtöners?
Ferrofluid füllt den magnetischen Luftspalt um die Schwingspule und erfüllt drei zentrale Funktionen: verbesserte Wärmeableitung für höhere Belastbarkeit, Dämpfung parasitärer Resonanzen für einen lineareren Frequenzgang sowie eine optimale Zentrierung der Spule im Luftspalt zur Reduzierung von Verzerrungen.
Was ist der Hauptunterschied zwischen den B50 und den Standmodellen T54/T65 der Imagine-Serie?
Abgesehen von der naturgemäß größeren Tiefton-Extension der Standlautsprecher teilen die B50 denselben Hochtöner und dieselbe Konstruktionsphilosophie mit ihren großen Schwestern. Die Towers integrieren dedizierte Mitteltöner in einer Dreiwege-Konfiguration, was zu höherer Dynamik und größerer SPL-Fähigkeit für große Räume führt.
Wie wurden die Technologien der Synchrony-Serie für die B50 adaptiert?
Die B50 übernehmen das Hochtöner-Design mit Neodym-Magnet, die Linkwitz-Riley-Filtertopologie und die akustischen Konstruktionsprinzipien der Flaggschiffserie. Wertorientiertes Engineering ermöglicht die Anpassung dieser Technologien mit materialseitigen Optimierungen für ein hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis – ohne Kompromisse bei den fundamentalen Leistungen.
Rechtfertigen die doppelten Anschlussklemmen bei Lautsprechern dieser Preisklasse wirklich Bi-Wiring?
Auch wenn Bi-Wiring in diesem Preisbereich eher eine Randerscheinung ist, bietet PSB diese Option für experimentierfreudige Audiophile. Die Vorteile bleiben mit Standard-Elektronik subtil, doch aktives Bi-Amping kann eine gesteigerte Transparenz und eine überlegene Kontrolle des Mittel-/Tieftons offenbaren.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.







