Die Klipsch Heresy IV sind Drei-Wege-Lautsprecher, die 1957 eingeführt wurden und bis heute im Programm der Marke stehen. Sie verbinden traditionelle Konstruktion mit aktuellen technischen Weiterentwicklungen und zählen zu den ikonischen Modellen von Klipsch.
Amerikanische Handarbeit im Dienst des Klangs
Die Heresy IV entstammen den Werkstätten in Hope, Arkansas, wo jedes Paar in Handarbeit gefertigt wird – mit Methoden, die sich seit der Zeit von Paul W. Klipsch kaum verändert haben. Das Gehäuse aus 20 mm starkem MDF-Sperrholz erhält eine besondere Behandlung: Die Vorder- und Rückseite sind mit einer körnigen, dämpfenden Harzbeschichtung versehen, während die übrigen Flächen mit echtem Holzfurnier belegt sind.
Für diese Konstruktion werden ausschließlich paarig gematchte Furnierblätter aus demselben Baum verwendet. Die Holzmaserung wird spiegelbildlich angeordnet und schafft eine visuelle Symmetrie, die jedes Paar unverwechselbar macht. Diese sogenannte „Book-Matched“-Technik gewährleistet eine ästhetische Kohärenz zwischen beiden Lautsprechern und unterstreicht den handwerklichen Charakter der Fertigung. Es stehen vier Ausführungen zur Wahl: gealterte Eiche, amerikanischer Nussbaum, naturfarbene Kirsche und seidenmattes Schwarz-Esche – jede betont die natürliche Maserung des Holzes mit einer Authentizität, die sich deutlich von standardisierten Industrieproduktionen abhebt.
Der abnehmbare, geneigte Sockel – ein Markenzeichen der Heresy-Reihe – richtet die Lautsprecher um etwa 10 Grad nach oben aus. Diese natürliche Neigung lenkt den Schall zur Hörzone und ist besonders sinnvoll, wenn die Lautsprecher auf dem Boden stehen. Der Sockel kann für die Platzierung in einem Möbel oder auf dedizierten Ständern entfernt werden und bietet so erfreuliche Flexibilität für verschiedene Hörsituationen.
Technische Evolution einer bewährten akustischen Architektur
Die bedeutendste Veränderung der vierten Generation ist die Einführung einer Bassreflexabstimmung – ein Bruch mit der Tradition der geschlossenen Bauweise, die die drei vorherigen Generationen prägte. Die rückwärtige Bassreflexöffnung nutzt die Tractrix-Geometrie, eine technische Signatur von Klipsch, mit speziell profilierten Innenaufweitungen zur Minimierung von Strömungsturbulenzen. Diese Änderung ermöglicht den Heresy IV eine untere Grenzfrequenz von 48 Hz (zuvor 58 Hz) – ein substantieller Gewinn, der den Bassbereich deutlich bereichert.
Der Tieftöner K-28-E behält seinen Durchmesser von 30,5 cm bei, profitiert jedoch von einer steifen Verbundfaser-Membran, die einen straffen, kontrollierten Tiefton gewährleistet. Dieses Chassis arbeitet bis 850 Hz, wo es an den neuen Mittelhochtontreiber K-702 übergibt.
Der Mitteltontreiber K-702 zählt zu den wichtigsten Innovationen dieser Generation. Seine 44,5-mm-Polyimid-Membran ersetzt das zuvor verwendete Titan und bietet laut Messungen eine bessere Linearität bei geringerer Verzerrung. In Kombination mit dem Tractrix-Horn K-704 deckt dieser Treiber den kritischen Mitteltonbereich von 850 Hz bis 4500 Hz ab – dort, wo der Großteil musikalischer und stimmlicher Information liegt.
Der Hochtöner K-107-TI behält seine 25-mm-Titanmembran bei, integriert jedoch ein neues Phase-Plug mit erweiterter Abstrahlung. Diese technische Modifikation verbessert die Homogenität der Hochtonwiedergabe im Raum und vergrößert die optimale Hörzone deutlich. Hörer sind nicht mehr an eine starre Position gebunden, um eine kohärente Stereoabbildung zu genießen.
Das Prinzip des Kompressionstreibers: Effizienz und Dynamik
Die in Mittel- und Hochton eingesetzten Kompressionstreiber arbeiten nach einem grundlegend anderen Prinzip als konventionelle Direktstrahler. Die Membran mit kleinem Durchmesser komprimiert die Luft in einer kleinen Druckkammer, bevor sie diese durch ein Phase-Plug in das Horn leitet. Diese Architektur ermöglicht deutlich höhere Wirkungsgrade als bei Direktstrahlern.
Das Horn wirkt als akustischer Transformator und passt die Impedanz zwischen dem hohen Druck in der Kompressionskammer und der niedrigeren Impedanz der Umgebungsluft an. Die Tractrix-Geometrie der Klipsch-Hörner optimiert diesen Übergang und sorgt für eine effiziente Kopplung über einen breiten Frequenzbereich. Diese Technologie, die ihren Ursprung in professionellen Beschallungssystemen der 1930er-Jahre hat, ermöglicht den Heresy IV eine Empfindlichkeit von 99 dB bei 1 Watt/1 Meter – ein außergewöhnlicher Wert in der Welt der Heim-HiFi.
Diese bemerkenswerte Effizienz bringt konkrete Vorteile. Leistungsverstärker mit geringer Ausgangsleistung – insbesondere die von vielen Audiophilen geschätzten Röhrenverstärker – können diese Lautsprecher souverän antreiben. Ein 10-Watt-Verstärker genügt, um in einem mittelgroßen Raum komfortable Lautstärkepegel zu erreichen. Zudem begünstigt diese Eigenschaft eine getreue Darstellung von Mikrodynamik – jenen feinen Pegelnuancen, die einer musikalischen Interpretation Leben einhauchen.
Eine neue Weiche für mehr Kohärenz
Das Frequenzweichen-Netzwerk wurde für diese vierte Generation vollständig neu entwickelt. Klipsch ließ sich dabei von den Architekturen der Modelle Klipschorn und La Scala inspirieren – absoluten Referenzen der Marke. Die Übergangsfrequenzen bei 850 Hz und 4500 Hz wurden optimiert, um eine harmonische Integration der drei Treiber sicherzustellen.
Die Komponenten der Weiche wurden aufgrund ihrer Qualität ausgewählt, um Verluste zu minimieren und die Signalreinheit zu bewahren. Die interne Verkabelung setzt auf AudioQuest Type 4 mit Star-Quad-Geometrie – eine Konfiguration, die elektromagnetische Störeinflüsse verringert und die Signalintegrität erhält. Diese Liebe zum technischen Detail, die bei Massenproduktionen oft vernachlässigt wird, unterstreicht den kompromisslosen Ansatz bei diesen Lautsprechern.
Aufstellung und Positionierung: der Schlüssel zum optimalen Hörerlebnis
Die Heresy IV lassen sich flexibler platzieren als die größeren Modelle der Heritage-Serie. Ihr relativ kompaktes Format (630 × 394 × 337 mm mit Sockel) erleichtert die Integration in moderaten Wohnräumen, während ihre physische Präsenz ihre dynamischen Fähigkeiten erahnen lässt.
Die rückseitige Tractrix-Bassreflexöffnung benötigt mindestens 30 cm Abstand zur Rückwand, um optimal zu arbeiten. Eine zu wandnahe Positionierung kann den Bass überbetonen und das sorgfältig austarierte Klangbild verfälschen. Auch der Abstand zu den Seitenwänden beeinflusst die Breite der Bühne und die Präzision der Stereoabbildung.
Das doppelte Aluminium-Anschlussfeld akzeptiert Lautsprecherkabel mit großem Querschnitt und ermöglicht Bi-Wiring oder Bi-Amping. Diese Konfiguration erlaubt es Audiophilen, die Performance weiter zu optimieren – etwa durch den Einsatz unterschiedlicher Verstärker für Tiefton- und Mittel/Hochton-Bereich, jeweils abgestimmt auf ihren spezifischen Frequenzbereich.
Hochtöner K-107-TI (25-mm-Titan-Kompression, Waveguide mit breiter Abstrahlung)
Hochleistungs-Kompressionstreiber, dynamische und detailreiche Wiedergabe
Elektrische Eigenschaften
Belastbarkeit: 100 W kontinuierlich / 400 W Spitze
Nennimpedanz: 8 Ohm
Anschlüsse: Doppelanschlussklemmen für Bi-Wiring / Bi-Amping
Hoher Wirkungsgrad, geeignet für Verstärker geringer Leistung
Abmessungen und Aufbau
Abmessungen (H × B × T): 63,01 × 39,37 × 33,66 cm
Gewicht: 20,41 kg
Gehäusematerial: Hochwertiges MDF
Abnehmbarer, geneigter Sockel für flexible Aufstellung
Auf dem Boden, im Möbel oder auf einem Ständer
Verfügbare Ausführungen
Black ash (Schwarz-Esche)
American walnut (Amerikanischer Nussbaum)
American auburn
Red oak (Roteiche)
Häufig gestellte Fragen
Was ist der wichtigste Unterschied zwischen den Heresy IV und den Heresy III?
+
Die bedeutendste Änderung ist der Wechsel von der geschlossenen Bauweise zur Bassreflexabstimmung mit rückwärtiger Tractrix-Öffnung. Dadurch reichen die Heresy IV im Bass 10 Hz tiefer hinab (48 Hz statt 58 Hz). Zudem ersetzt der neue Mitteltöner K-702 mit Polyimid-Membran das frühere Titan-Modell und bietet mehr Klarheit und weniger Verfärbungen im Mittelton.
Benötigen diese Lautsprecher einen leistungsstarken Verstärker?
+
Keineswegs. Mit einer Empfindlichkeit von 99 dB zählen die Heresy IV zu den effizientesten Lautsprechern am Markt. Ein 10-Watt-Verstärker reicht für komfortable Pegel. Das macht sie besonders geeignet für niederleistungsstarke Röhrenverstärker, die für ihre Musikalität geschätzt werden.
Eignen sich die Heresy IV für kleine Räume?
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Ihr kompaktes Format (63 cm Höhe) und die kontrollierte Abstrahlung machen sie für kleine bis mittelgroße Räume geeignet. Hinter den Lautsprechern sollte jedoch ein Abstand von mindestens 30 cm für die Bassreflexöffnung eingeplant werden. Vermeiden Sie eine zu wandnahe Aufstellung, die unerwünschte Resonanzen hervorrufen kann.
Warum der Name „Heresy“ („Häresie“)?
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Als Paul W. Klipsch 1957 diesen kompakten Lautsprecher als Center zwischen zwei Klipschorn entwickelte, wiesen ihn Kollegen darauf hin, dass er damit seine eigenen, auf Eckhörnern basierenden Konstruktionsprinzipien verletze. Er antwortete: „Zum Teufel, genau so werde ich ihn nennen!“ Ironischerweise wurde das Modell ein großer Erfolg bei der Beschallung von Kirchen.
Wie vergleichen sich die Heresy IV mit anderen Modellen der Heritage-Serie?
+
Die Heresy IV sind die kompaktesten der Heritage-Reihe. Die Forte IV bieten dank eines zusätzlichen Passivradiators eine tiefere Bassextension, während die Cornwall IV und die imposanten Klipschorn noch größere Dynamikreserven bereitstellen, aber mehr Platz benötigen. Die Heresy sind die ideale Wahl für alle, die den Heritage-Sound in wohnraumfreundlichem Format suchen.
Bereitet die rückseitige Öffnung Probleme bei der Aufstellung im Regal?
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Eine beengte, eingebaute Aufstellung wird nicht empfohlen. Die Tractrix-Bassreflexöffnung benötigt Freiraum, um korrekt zu arbeiten. Für eine Einbauinstallation wären die Cornwall IV mit ihren frontseitigen Öffnungen besser geeignet. Die Heresy IV sind dafür konzipiert, auf ihrem Sockel oder auf Ständern mit ausreichendem Freiraum rundherum platziert zu werden.
Kundenbewertungen
Jérome
Diese Lautsprecher überraschen durch ihre Größe und die realistische Klangbühne. Als Ersatz für große Standlautsprecher fügen sie sich perfekt ein, und ihr Vintage-Charme ist einfach wunderschön.
Kommentar vom 18. August 2025 — Erfahrung vom 7. August 2025
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Ces enceintes sont surprenantes par la taille et le réaliste de la scène sonore. Remplaçant de grosses colonnes, elles s intégrent parfaitement et leur côté vintage est juste magnifique
Stephane
Lieber Hi-Fi-Freund. Bezüglich der Klipschs = Top-Lautsprecher, betrieben mit einem Röhrenverstärker Primaluna Evo 200 - Wundervoller Klang. Verkabelung: Wireworlds Oasis 8.
Stef aus Belgien.
Kommentar vom 17. Februar 2025 — Erfahrung vom 6. Februar 2025
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Cher Ami de la Hi-Fi . Concernant les Klipschs = Top Enceintes alimentés par un Ampli a lampes Primaluna Evo 200 - Magnifique son. Câblage : Wireworls Oasis 8.
Stef de Belgique.
Dylan
Absolut verliebt in die Klipsch Heresy IV! Ich habe ein altes Paar Klipsch-Standlautsprecher ersetzt, und die Klangbühne, die Klarheit und die Gesamtklangqualität dieser Lautsprecher sind unglaublich. Außerdem sehen sie genauso gut aus, wie sie klingen.
Kommentar vom 10. Februar 2025 — Erfahrung vom 30. Januar 2025
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Absolument amoureux des Klipsch Heresy IV ! J'ai remplacé une ancienne paire d'enceintes colonnes Klipsch, et la scène sonore, la clarté et la qualité sonore globale de celles-ci sont incroyables. En plus, elles sont aussi belles qu'elles sonnent.
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