Die Klipsch [Forte IVist] ist ein Dreiwege-Lautsprecher, positioniert zwischen der Heresy IV und der Cornwall IV. Dieses Modell, die vierte Generation einer seit 1985 aufgelegten Serie, verbindet traditionelle Konstruktion mit zeitgemäßen akustischen Verbesserungen und bewahrt zugleich die Klangsignatur der Heritage-Serie.
Handwerkliche Verarbeitung, die der Zeit trotzt
Die Forte IV führt eine Fertigungstradition fort, die bis ins Jahr 1946 zurückreicht, als Paul Wilbur Klipsch sein Unternehmen in einem bescheidenen Schuppen in Hope, Arkansas, gründete. Jedes Exemplar wird bis heute in eben dieser Stadt von Hand montiert – von Fachleuten, die diese Kunst seit Jahrzehnten pflegen. Das Gehäuse aus 19 mm starkem MDF erhält ein echtes Holzfurnier im Book-Matching-Verfahren: Die Furnierblätter werden in ihrer Schnittreihenfolge bewahrt und spiegelbildlich angeordnet, um eine beeindruckende visuelle Symmetrie zu erzeugen.
Das Finish Auburn (amerikanisches Mahagoni) zeichnet sich durch warme Töne zwischen tiefem Braun und kupfernen Reflexen aus, die besonders zur Geltung kommen, wenn das natürliche Licht die Maserung des Holzes hervorhebt. Diese Nuance ist merklich dunkler als amerikanischer Nussbaum, bleibt jedoch wärmer als schwarzer Esche. Das Frontbespannungsgewebe Salt and Pepper, eine subtile Mischung aus grauen und weißen Fäden, verleiht der neo-vintage Ästhetik eine unaufdringlich moderne Note.
Jedes Paar wird sorgfältig gematcht (Grain-Matching) und dabei Furnierplatten aus demselben Baum verwendet. Beide Lautsprecher durchlaufen gemeinsam die Produktion und erhalten fortlaufende Seriennummern – ein Garant für perfekte visuelle und akustische Kohärenz. Dieser handwerkliche Ansatz erklärt mitunter das beträchtliche Gewicht von 32,7 kg pro Lautsprecher und die imposanten Abmessungen von 90,81 cm Höhe, 42,24 cm Breite und 33 cm Tiefe.
Mit Feingefühl neu durchdachte Akustik-Architektur
Die Dreiwege-Konfiguration der Forte IV verbirgt hinter einer vertrauten Erscheinung signifikante Innovationen. Der neue 44,5-mm-Kompressionstreiber K-702 mit Polyimid-Membran ersetzt das frühere Modell und stellt die wesentlichste Änderung dieser Generation dar. Montiert auf einem Tractrix-Horn K-703-M mit der patentierten Mumps-Technologie von Klipsch liefert dieses Mitteltonsystem eine homogenere polare Abstrahlung der Mittenfrequenzen und erweitert den optimalen Hörbereich deutlich.
Der Hochton-Kompressionstreiber K-100-TI behält seine 25,4-mm-Titanmembran, profitiert nun aber von einem ABS-Phase-Plug mit breiter Abstrahlung. Diese scheinbar kleine Änderung transformiert die Hochtonwiedergabe, indem sie die horizontale Abstrahlung in dem kritischen Bereich von 500 Hz bis 1 kHz um rund 20 Grad gegenüber der Heresy IV verbreitert. Das aufnehmende Horn K-79T behält seine Abmessungen von 15 cm × 10 cm und ist für kontrollierte Direktivität ohne Schärfe optimiert.
Der Tiefton basiert auf einem 30,5-cm-Woofer K-281 mit Faserverbundmembran, unterstützt von einem rückseitigen Passivstrahler KD-15 mit 38 cm Durchmesser. Diese hybride Konfiguration, 1985 vom Ingenieur Gary Gillum im ursprünglichen Forte-Modell eingeführt, ermöglicht eine Bass-Erweiterung bis 38 Hz, ohne ein überdimensioniertes Gehäuse zu benötigen. Der Passivstrahler arbeitet – im Gegensatz zu einem herkömmlichen Bassreflexkanal – durch den vom aktiven Woofer erzeugten Schalldruck, bietet eine überlegene Kontrolle der tiefen Frequenzen und vermeidet Strömungsgeräusche.
Eine ausgefeilte Weiche, die den Unterschied macht
Das Frequenzweichennetzwerk stellt die tiefgreifendste Veränderung dieser vierten Generation dar, obwohl die Übergangsfrequenzen mit 650 Hz und 5,2 kHz unverändert bleiben. Roy Delgado, seit vier Jahrzehnten leitender Akustikingenieur bei Klipsch, hat die Topologie vollständig überarbeitet – inspiriert von den steilen Flanken der legendären Klipschorn und La Scala. Dieser Ansatz minimiert die Überlappungsbereiche der Treiber und reduziert dadurch Interferenzen und Verzerrungen.
Die neue Schaltung setzt auf Premium-Bauteile und asymmetrische Flankensteilheiten: Die Hochpassfilter folgen mit tatsächlich steilen Flanken der Philosophie von Paul W. Klipsch, während die Tiefpassfilter für Woofer und Mitteltöner mit sanfteren Flanken arbeiten. Diese hybride, sorgfältig optimierte Architektur erklärt mit, warum die Forte IV kultivierter und kohärenter klingt als ihre Vorgängerin.
Das massive Aluminiumsingle-Wire/bi-Wire/bi-Amp-Terminal akzeptiert Kabel mit großem Querschnitt. Die robusten, vielseitigen Anschlussklemmen stehen exemplarisch für eine Konstruktion, die auf mehrere Generationen ausgelegt ist. Diese Bauqualität zeigt sich im gesamten Produkt – von den strukturellen Klebstoffen bis zu den überdimensionierten mechanischen Befestigungen.
Akustische Performance zwischen Kraft und Finesse
Mit einem Wirkungsgrad von 99 dB bei 2,83 V/1 m gehört die Forte IV zu der rar gesäten Klasse sehr hochwirkungsgradiger Lautsprecher. Diese außergewöhnliche Effizienz erlaubt einen Dauerpegel von 116 dB mit nur 100 Watt und bleibt zugleich perfekt kompatibel mit Verstärkern geringer Leistung. Ein Single-Ended-Triode-Röhrenverstärker mit 2,5 Watt reicht theoretisch aus, um in einem mittelgroßen Raum einen komfortablen Pegel zu erreichen.
Der Frequenzgang erstreckt sich von 38 Hz bis 20 kHz (±3 dB), mit einer bemerkenswerten Besonderheit im Bereich 2–4 kHz, der im Vergleich zu den üblichen Klipsch-Standards leicht zurückgenommen wirkt. Diese weniger aggressive Präsenz im oberen Mittelton trägt paradoxerweise zu langzeittauglichem Hören bei, auch wenn manche Puristen eine leicht verringerte Stimmpräsenz bemängeln. Die Nennimpedanz von 8 Ohm verbirgt ein Minimum von 3,1 Ohm, weshalb ein Verstärker gefragt ist, der an komplexen Lasten stabil bleibt.
Die Bühne entfaltet sich mit bemerkenswerter Breite und überschreitet die physischen Grenzen der Lautsprecher deutlich. Diese großzügige Räumlichkeit geht gegenüber der Forte III mit größerer Tiefenstaffelung einher und erzeugt eine dreidimensionale Klangblase, die insbesondere bei Live-Aufnahmen überzeugt. Die Dynamik – eine historische Stärke von Klipsch – bewahrt selbst bei geringer Lautstärke Mikro-Kontraste und macht das nächtliche Hören besonders reizvoll.
Aufstellung und akustische Optimierung
Entgegen verbreiteter Annahmen toleriert die Forte IV eine relativ geringe Distanz zur Rückwand. Klipsch empfiehlt 5 bis 25 cm Abstand; der rückseitige Passivstrahler benötigt mindestens 2,5 cm, um korrekt zu arbeiten. In der Praxis sorgt eine Positionierung in etwa 90 cm Abstand zur Rückwand oft für die beste tonale Balance, vermeidet Maskierungseffekte im Mittelton und erhält zugleich die Tiefbass-Extension.
Der optimale Abstand zwischen den beiden Lautsprechern variiert je nach Raumgröße zwischen 1,8 und 4,5 Metern. Eine deutliche Einwinkelung auf den Hörplatz wird empfohlen, um die Kohärenz der Stereoabbildung zu maximieren. Diese stärkere Ausrichtung kompensiert die natürliche Direktivität der Hörner und vergrößert den Sweet Spot – besonders vorteilhaft, wenn mehrere Hörer den Raum teilen.
Mittelgroße Räume (15 bis 25 m²) sind ideal geeignet, im Gegensatz zu den größeren Modellen der Heritage-Reihe, die großzügigere Volumina verlangen. Eine aufwendige Raumakustik ist dank der kontrollierten Direktivität der Hörner zweitrangig. Meist genügt ein einfacher Teppich zwischen Lautsprechern und Hörplatz, um die Wiedergabe zu optimieren.
Maximale Flexibilität bei der Verstärkerkonfiguration
Aufbau und Abmessungen
Gehäuse aus 19 mm MDF (Mitteldichte Faserplatte)
Abmessungen (H × B × T): 90,81 × 42,24 × 33 cm
Gewicht: 32,7 kg
Robuste Konstruktion, montiert mit hochwertigen Klebstoffen und Befestigungen
Verfügbare Ausführungen
Black Ash (schwarze Esche)
American Walnut (amerikanischer Nussbaum)
American Auburn (kastanienbraun)
Red Oak (Roteiche)
Herstellung und Design
Handgefertigt in den USA, spiegelbildlich gematchte Holzfurniere
Auf optische Kohärenz abgestimmte Paare
Auf Langlebigkeit über Generationen ausgelegt
Häufig gestellte Fragen
Benötigt die Forte IV eine lange Einspielzeit?
+
Im Gegensatz zu vielen anderen Lautsprechern klingt die Forte IV bereits in den ersten Betriebsstunden stimmig. Eine leichte Entwicklung zeigt sich während der ersten 50 Stunden – vor allem eine subtile Lockerung im Bass und eine sanfte Abrundung der Höhen. Diese Phase ist im Vergleich zu den teils hunderten Stunden anderer Konzepte vernachlässigbar.
Welche minimale Verstärkerleistung empfehlen Sie?
+
Dank des Wirkungsgrads von 99 dB spielen die Forte IV bereits mit 8–10 Watt in Class A bemerkenswert gut. Für vielseitige Nutzung inklusive sinfonischer Musik bei hohem Pegel sind 20–30 Watt optimal. Jenseits von 50 Watt werden die Zugewinne marginal, während das Risiko von Schäden bei Fehlbedienung steigt.
Eignen sich diese Lautsprecher für den Home-Cinema?
+
Die explosive Dynamik und die Fähigkeit, Transienten präzise abzubilden, machen die Forte IV zu exzellenten Frontlautsprechern im Heimkino. Die breite Abstrahlung erleichtert die Integration mit einem Center, idealerweise einer horizontal positionierten Heresy IV. Dank des 38-cm-Passivstrahlers wird ein Subwoofer für die meisten Soundtracks überflüssig.
Wie verhalten sie sich bei geringer Lautstärke?
+
Paradoxerweise ist das eine der Stärken dieser an sich pegelstarken Lautsprecher. Der hohe Wirkungsgrad bewahrt Mikro-Dynamik selbst bei Zimmerlautstärke und erhält die emotionale Anbindung, wo konventionelle Lautsprecher flach und leblos wirken. Das macht nächtliches Hören besonders angenehm.
Wird der Klang auf Dauer ermüdend?
+
Die Forte IV markiert einen Bruch mit der Klipsch bisweilen nachgesagten Aggressivität. Die neue Weiche und der K-702-Mittelton liefern eine sanftere, kultiviertere Wiedergabe als frühere Generationen. Mehrstündige Hörsessions bleiben komfortabel, auch wenn der direkte, lebendige Charakter die Aufmerksamkeit des Hörers wach hält.
Sollte Bi-Wiring bevorzugt werden?
+
Bi-Wiring bringt subtile, aber reale Vorteile: bessere Registertrennung, eine minimal luftigere Bühne und straffer definierter Bass. Die Verbesserung bleibt jedoch moderat im Vergleich zu einem Wechsel von Verstärker oder Quelle. Bei begrenztem Budget ist die Investition in ein einzelnes, hochwertigeres Kabel sinnvoller als zwei Einsteigerkabel.
Kundenbewertungen
Jean-Michel
Nach dem Kauf vor 2 Jahren der klipsch "The Fives", die für den Preis großartig sind, mache ich mit den " Forte IV " einen großen Sprung. Heute habe ich mein bestes Musikhörsystem seit 50 Jahren. Wenn die Form des Lautsprechers auch sehr klassisch ist, ist die Musik, die er mir bietet, jeden Tag eine Wonne. Ich hatte darum gebeten, den Salle Pleyel in meine 16 m² zu versetzen, das ist nun geschehen, danke HomeCinéSolutions für dieses vollbrachte Wunder.
Kommentar vom 13. Juni 2026 — Erfahrung vom 2. Juni 2026
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Après l'achat,il y a 2 ans, de klipsch "The Fives ",formidables pour le prix, je fais un grand saut avec les " Forte IV ".j'ai aujourd'hui mon meilleur système d'écoute musicale en 50 ans.Si la forme de l'enceinte est très classique, la musique qu'elle m'offre est un ravissement chaque jour.
J'avais demandé de transposer la salle Pleyel dans mes 16 m2,c'est chose faite, merci HomeCinéSolutions pour ce miracle accompli.
Didier
Sehr schönes Lautsprecherpaar, sie sind noch in der Einspielphase, der Klang hat nichts mit meinen alten gemeinsam, der Klang ist weich, schöne, weiträumige Wiedergabe, kurzum ich bin sehr zufrieden mit diesem Kauf, keinerlei Reue 😉👍👍
Kommentar vom 5. März 2026 — Erfahrung vom 22. Februar 2026
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Très belle paire d'enceintes, toujours en rodage le son n'a rien à voir avec mes anciennes, le son est doux belle diffusion ample , enfin très content de cet achat aucun regrets😉👍👍
Rémy
Hervorragend in allen Kriterien. Fantastische Dynamik, sublimes Stereobild, Schönheit der Klangfarben und Transparenz! Funktionieren wunderbar mit einem kleinen Röhrenverstärker. Feliks Audio Arioso 300B mit 2 x 8 Watt… Uneingeschränkt zu empfehlen!
Kommentar vom 28. Oktober 2024 — Erfahrung vom 17. Oktober 2024
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Excellentes sur tous les critères. Superbe dynamique, image stéréo sublime, Beauté des timbres et transparence ! Fonctionnent à merveille avec un petit ampli à tubes. Feliks Audio Arioso 300B de 2 fois 8 Watts… A recommander sans réserves !
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