Audio Technica AT-ART20
Audio Technica AT-ART20: High-End MC-Tonabnehmer
Als zweitfortschrittlichstes Modell der ART-Serie übernimmt der AT-ART20 den Magnetkreis des AT-ART9XI und bringt gleichzeitig wesentliche Verbesserungen mit sich. Audio Technica hat sich hier dafür entschieden, die typische Dynamik von Tonabnehmern mit Eisenkern mit einer Transparenz zu verbinden, die an Modelle mit nackten Spulen erinnert. Für dieses Modell nutzt die japanische Marke ultrapräzise Fertigungstechniken, die von der Brillenindustrie in Sabae in der Präfektur Fukui entwickelt wurden – einer Region, die seit über einem Jahrhundert für ihre Expertise in der Titanbearbeitung bekannt ist.
Ein Gehäuse aus Sabae-Titan
Der AT-ART20 fällt sofort durch seine organischen Linien auf, die in der Welt der MC-Tonabnehmer, in der traditionell kantige Formen dominieren, eher unüblich sind. Das Titan des oberen Gehäuseteils wurde nach Verfahren der japanischen High-End-Brillenfertigung bearbeitet und poliert, was sehr dünne Wände bei gleichzeitig hoher Steifigkeit ermöglicht. Diese Feinheit reduziert die Gesamtmasse auf 9 Gramm – ein Gewicht, das mit den meisten auf dem Markt erhältlichen Tonarmen kompatibel ist, ohne dass ein zusätzlicher Gegengewichtsblock erforderlich wäre.
Die Konstruktion kombiniert drei Materialien mit sich ergänzenden Eigenschaften: eine Basis aus Aluminium, ein Titangehäuse und eine Unterschicht aus Elastomer. Dieser „Sandwich“-Aufbau aus Materialien mit unterschiedlichen Dämpfungskoeffizienten zielt darauf ab, unerwünschte Vibrationen zu absorbieren, anstatt sie auf den Nadelträger zu übertragen. Aluminium sorgt für Stabilität, Titan für Leichtigkeit und Steifigkeit, Elastomer für die Absorption von Mikrorresonanzen.
Überarbeiteter Magnetkreis für mehr Effizienz
Der Generator des AT-ART20 basiert auf einer Doppelspulen-Architektur in umgekehrter V-Anordnung, einer Konfiguration, die Audio Technica seit Jahrzehnten einsetzt, um die Kanaltrennung zu optimieren. Die vordere Polplatte wurde im Vergleich zum AT-ART9XI um 0,6 mm verstärkt, was die Flussdichte im Luftspalt erhöht. Diese Änderung ermöglicht eine Ausgangsspannung von 0,55 mV – etwa 15 % mehr als beim Ausgangsmodell – ohne zusätzliche Windungen auf den Spulen. Jede zusätzliche Windung erhöht jedoch sowohl die bewegte Masse als auch die Impedanz: Durch den Gewinn an Effizienz statt an Komplexität behält der AT-ART20 eine Impedanz von 12 Ohm und eine Induktivität von nur 25 µH bei – Werte, die die Anpassung an die meisten MC-Phonovorverstärker erleichtern.
Die Anschlussstifte sind mit einer Goldschicht versehen, deren Dicke etwa dreißigmal höher ist als bei den gängigen Modellen der Marke. Diese stärkere Vergoldung reduziert den Kontaktwiderstand und verbessert die Langzeit-Haltbarkeit, insbesondere für Anwender, die regelmäßig den Headshell oder die Kabel wechseln.
Diamant und Nadelträger: Die Abtastkette
Der Diamant besitzt einen Special Line Contact-Schliff, ein Profil, bei dem die Kontaktfläche mit der Rille in vertikaler Richtung verlängert ist. Diese Geometrie ermöglicht es, mehr der in die Rillenflanken eingravierten Informationen auszulesen, selbst in den inneren Bereichen der Schallplatte, in denen die relative Geschwindigkeit abnimmt und Verzerrungen üblicherweise zunehmen. Die Montage erfolgt „nackt“, das heißt, der Diamant ist ohne Zwischenträger direkt auf dem Nadelträger befestigt, was die bewegte Masse reduziert.
Der Nadelträger selbst besteht aus massivem Bor – einem Material, dessen Steifigkeit pro Masseneinheit die der meisten Alternativen wie Aluminium oder sogar Saphir übertrifft. Sein Durchmesser von 0,28 mm mag zierlich wirken, doch die „Stepped Pipe“-Konstruktion, bei der das Röhrchen stufenweise dicker wird, je näher es zum Drehpunkt kommt, verstärkt die Struktur, ohne die Spitze zu beschweren. Diese Technik, die vom AT-ART1000 übernommen wurde, verbessert das Verhalten im Hochfrequenzbereich: Audio Technica gibt einen Frequenzgang bis 50 kHz an. Die Verstärkungsplatte, die den Diamanten hält, besteht ebenfalls aus Titan, was das bewegte System weiter erleichtert und die Wiedergabe von Transienten begünstigt.
Montage und Tonarm-Kompatibilität
Der AT-ART20 verfügt über Gewindebohrungen (M2,6), was die Montage im Vergleich zu Systemen, die Muttern und durchgehende Schrauben erfordern, deutlich vereinfacht. Das mitgelieferte Zubehör umfasst Schrauben in verschiedenen Längen (5, 8, 10 und 12 mm), um sich an möglichst viele Headshell-Typen anzupassen, außerdem einen nichtmagnetischen Schraubendreher, eine Reinigungsbürste und einen Stylus-Schutz.
Ein Punkt verdient bei der Montage besondere Beachtung: Die Diamantspitze sitzt relativ weit vorne im Gehäuse des Tonabnehmers. Bei einigen Tonarmen mit begrenztem Längsverstellbereich kann es schwierig sein, eine perfekte Ausrichtung zu erreichen. Qualitativ hochwertige Arme mit präziser Justage des Schlittens oder des Headshells bereiten hier keine Probleme, dennoch sollte diese Kompatibilität vor dem Kauf überprüft werden, wenn ein einfacher, integrierter Tonarm verwendet wird.
Die empfohlene Auflagekraft liegt zwischen 1,6 und 2,0 Gramm, mit einem idealen Wert von 1,8 g. Die dynamische Compliance von 13 × 10⁻⁶ cm/dyne (bei 100 Hz) weist auf eine moderate Nachgiebigkeit hin, passend für Tonarme mit mittlerer bis mittelhoher effektiver Masse. Für den elektrischen Abschluss empfiehlt Audio Technica eine Impedanz von über 100 Ohm. Je nach Phonovorverstärker und persönlichem Geschmack werden unterschiedliche Ergebnisse im Bereich von 100 bis 500 Ohm erzielt: Ein niedrigerer Abschluss tendiert dazu, die Hochtonwiedergabe leicht zu zügeln, ein höherer Abschluss bewahrt die Lebendigkeit, kann aber die Brillanz betonen.
Klangbild und Wiedergabe
Der AT-ART20 steht ganz in der Tradition der Tonabnehmer von Audio Technica: neutrale Abstimmung, keine ausgeprägten Verfärbungen, prägnante Transientenwiedergabe. Die Klangsignatur neigt leicht zur hellen Seite des Spektrums, mit einer ausgeprägten Auflösung im Hochtonbereich, die Rauminformationen und Instrumententexturen hervorhebt. Diese Eigenschaft wirkt bei hochwertigen Aufnahmen sehr schmeichelhaft, kann aber auch die Schwächen schlechter Pressungen oder abgenutzter Schallplatten deutlicher hervorheben.
Der Bass reicht mit Autorität in die Tiefe, ohne nachzuschwingen, die Mitten bleiben offen und natürlich, Stimmen behalten ihre Textur und Präsenz. Die Stereo-Bühne entfaltet sich präzise in Breite und Tiefe, und die Staffelung der Ebenen ermöglicht eine klare Lokalisierung jeder Schallquelle. Die Dynamik, sowohl makro- als auch mikrodynamisch, gehört zu den Stärken dieses Modells: Schlagzeug- oder Klavierattacken werden mit physischem Nachdruck wiedergegeben, während feinste Nuancen – ein Atemzug, das Anstreichen einer Saite – selbst in dichten Passagen hörbar bleiben.
Technische Daten
Audioleistung
- Frequenzgang: 20–50000 Hz
- Ausgangsspannung: 0,55 mV
- Kanaltrennung: 30 dB bei 1 kHz
- Herausragende Klangqualität
- Außergewöhnliche emotionale Wiedergabe mit realistischer, detailreicher Klangbühne
- Optimale Übertragung von Mikrodetails dank hoher Auflösung
- Getreue Wiedergabe von Dynamik und ursprünglichen Nuancen
Aufbau und Materialien
- Premium-Antiresonanz-Architektur
- Basis aus Aluminium
- Gehäuse aus Titan
- Elastomer-Zwischenschicht für optimale Resonanzdämpfung
- Hochleistungs-Anschlusstechnik
- Dick vergoldete Anschlussstifte (etwa 30-mal dicker als bei Standardmodellen)
- Minimierter Kontaktwiderstand
- Fortschrittliche Fertigungstechnologien
- Titan, bearbeitet und poliert mit der Präzision der jahrhundertealten japanischen Optikindustrie in der Präfektur Fukui
- Gewichtsreduzierte Struktur durch ultrafeine Fräsung und exklusives organisches Design
Abtastsystem
- Diamant: spezieller Line-Contact-Schliff mit durchgehender Montage
- Höchstpräzise Abtastung der Rille
- Nadelträger: steifer Bor-Stab mit 0,28 mm Durchmesser
- Extrem geringe Verzerrungen
- Magnetsystem der neuen Generation
- 15 % höhere Ausgangsspannung ohne Zunahme von Masse oder Impedanz
Mechanische Spezifikationen
- Empfohlene Auflagekraft: 1,6–2,0 g (Standardwert: 1,8 g)
- Dynamische Compliance: 13 × 10⁻⁶ cm / dyne bei 100 Hz
- Abtastwinkel: 20°
- Montage: Gewindebohrungen für eine einfache und sichere Installation
Elektrische Eigenschaften
- Spulenimpedanz: 12 Ohm
- Induktivität: 25 µH
Mitgeliefertes Zubehör
- Nichtmagnetischer Schraubendreher
- Reinigungsbürste
- M2,6-Schraubenset in verschiedenen Längen
- Unterlegscheiben (Menge: 2)
- Nadelschutz
Allgemeine Informationen
- Tonabnehmer-Typ: Moving Coil (MC)
- Gewicht: 9 g
- Abmessungen: 17,3 × 16,8 × 26,6 mm
Häufig gestellte Fragen
Ist die Nadel des AT-ART20 vom Benutzer austauschbar?
Nein, bei MC-Tonabnehmern mit beweglicher Spule ist ein Nadeltausch durch den Nutzer nicht vorgesehen. Audio Technica bietet ein Austauschprogramm (Moving Coil Exchange Program) an: Sie senden Ihren Tonabnehmer zurück und erhalten ein überholtes oder neues Modell gegen eine Gebühr, die etwa 80 bis 90 % des ursprünglichen Kaufpreises entspricht.
Wie lange ist die Lebensdauer des Diamanten?
Bei regelmäßiger Pflege (Reinigung mit der beiliegenden Bürste, saubere Schallplatten) und korrekter Auflagekraft kann ein Special Line Contact-Diamant zwischen 800 und 1.000 Betriebsstunden erreichen, bevor sich die Abnutzung hörbar auf die Klangqualität auswirkt. Dieses Profil nutzt sich langsamer ab als elliptische oder konische Schliffe.
Welcher Phono-Vorverstärker passt zum AT-ART20?
Die Impedanz von 12 Ohm und die Ausgangsspannung von 0,55 mV (für ein MC-System relativ hoch) machen ihn mit den meisten MC-Phonostufen kompatibel. Ein Verstärkungsfaktor von 60 bis 65 dB ist in der Regel ausreichend. Ein Vorverstärker mit einstellbarer Last (100 bis 500 Ohm oder mehr) ermöglicht es, den Klang an die eigenen Vorlieben anzupassen.
Eignet sich der AT-ART20 für leichte Tonarme?
Die Compliance von 13 × 10⁻⁶ cm/dyne und die Masse von 9 Gramm prädestinieren ihn für Tonarme mit mittlerer effektiver Masse (10 bis 18 g). An einem sehr leichten Arm (unter 8 g) könnte die Arm/System-Resonanzfrequenz zu weit in den hörbaren Bereich ansteigen. An einem sehr schweren Arm (über 25 g) könnte sie zu weit nach unten wandern und verstärkt Infraschall und Vibrationen aufnehmen.
Benötigt der AT-ART20 eine Einspielzeit?
Wie die meisten MC-Systeme gewinnt er nach einigen Dutzend Betriebsstunden an Geschmeidigkeit und Offenheit. Die Aufhängung wird etwas weicher und der Klang insgesamt fülliger. Rund 30 Stunden gelten als sinnvoller Richtwert, bevor man die Leistung abschließend beurteilt.
Kann man den AT-ART20 mit einem Übertrager (SUT) verwenden?
Ja. Seine Impedanz von 12 Ohm harmoniert gut mit Übertragern mit einem Übersetzungsverhältnis von 1:10 oder 1:20. Ein hochwertiger SUT kann – je nach persönlichem Geschmack – im Vergleich zu einem aktiven MC-Eingang für mehr Körper und Geschmeidigkeit sorgen.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.







