Auszeichnungen
Übersicht
Weniger als einen Meter hoch, kaum breiter als eine CD-Hülle und dennoch zu einer klanglichen Präsenz fähig, die ihre Abmessungen Lügen straft: Die Prophecy7 verkörpert die PMC-Philosophie auf einer neuen Entwicklungsstufe. Als Nachfolgerin der Serie Twenty5i, die lange Zeit den Kern des Sortiments des britischen Herstellers bildete, übernimmt diese Drei-Wege-Standbox Technologien, die für professionelle Studiomonitore entwickelt wurden. Sie profitiert insbesondere vom LaminairX-System, einer Weiterentwicklung der von PMC patentierten aerodynamischen Vorrichtung, sowie von einem Mitteltonlautsprecher mit Softdome in einem markanten Waveguide.
Kompaktes Format mit klaren Ambitionen
Die Prophecy7 präsentiert sich mit einer schlanken Silhouette, die eine Integration in Räume erlaubt, in denen größere Standlautsprecher störend wirken würden. Ihre Höhe von 965 mm und ihre Breite von 165 mm machen sie besonders geeignet für mittelgroße Hörzimmer. Diese Kompaktheit ist kein Kompromiss, sondern eine bewusste Entscheidung: PMC hat sich dafür entschieden, die Proportionen kontrolliert zu halten, anstatt das Gehäusevolumen zu vergrößern, selbst wenn dies bedeutet, einen relativ bescheidenen 125-mm-Tieftöner einzusetzen.
Das von Hand im Vereinigten Königreich gefertigte Gehäuse ist in drei Echtholzoberflächen erhältlich: Natural Walnut, Mediterranean Oak und Black Walnut. Die Oberflächenbehandlung setzt auf schonende Verfahren, die Haptik und Maserung des Holzes natürlich zur Geltung bringen. Die Abdeckungen, die von verdeckten Magneten gehalten werden, sind mit einem strukturierten, offenmaschigen Gewebe bespannt, das zum zeitgenössischen Erscheinungsbild beiträgt.
ATL und LaminairX im Dienst des Tieftons
Das Sockelmodul der Prophecy7 fällt durch sein massives Profil aus stranggepresstem Aluminium ins Auge. Es handelt sich nicht um ein bloß dekoratives Element: Es integriert das LaminairX-System, die jüngste Weiterentwicklung der aerodynamischen Bassreflex-Technologie von PMC. Inspiriert von Prinzipien aus der Formel 1 und dem Langstrecken-Motorsport, verfügt dieses Metallelement über längliche Kanäle, die den Luftstrom am Ausgang der Transmissionline stabilisieren.
Die erweiterte Transmissionline (ATL – Advanced Transmission Line) ist seit der Gründung der Marke im Jahr 1991 das akustische Markenzeichen von PMC. In der Prophecy7 erstreckt sie sich über eine akustische Länge von 1,91 Metern, gefaltet im Inneren des Gehäuses. Das Prinzip besteht darin, den Tieftöner am Anfang eines Tunnels zu platzieren, der mit absorbierenden Materialien ausgekleidet ist, die so abgestimmt sind, dass sie die vom Treiber rückwärtig abgestrahlten Mittel- und Hochfrequenzen absorbieren, während die tiefen Frequenzen passieren und in Phase mit der nach vorne abgestrahlten Welle austreten. Diese Architektur ermöglicht eine Tiefton-Erweiterung (40 Hz bei -3 dB), die mit einem herkömmlichen Bassreflex in einem vergleichbaren Volumen nur schwer zu erreichen wäre.
LaminairX reduziert Turbulenzen und Strömungswiderstand am Ausgang der Line, was laut Messungen des Herstellers die harmonische Verzerrung um bis zu 3 dB senkt. Die gesamte Einheit ist durch eine Schicht aus reinem Kork von dem Hauptgehäuse entkoppelt – ein nachhaltiges Material, das die Stabilität und Standfestigkeit der Box verbessert und gleichzeitig unerwünschte Körperschallübertragung minimiert.
Drei Wege mit Softdome-Mitteltöner
Die Drei-Wege-Konfiguration unterscheidet die Prophecy7 von den Modellen Prophecy1 und Prophecy5, die als Zwei-Wege-Systeme ausgelegt sind. Die Ergänzung um einen dedizierten Mitteltöner entlastet Tieftöner und Hochtöner, sodass sich jeder Treiber auf seinen optimalen Frequenzbereich konzentrieren kann.
Der Mitteltöner ist ein 55-mm-Softdome, der in einem blütenförmigen Waveguide montiert ist, den PMC als „n-compass“ bezeichnet. Diese skulpturale Anordnung ist beim Hersteller nicht neu: Man findet sie auch bei den Midfield-Studiomonitoren PMC6-2 und PMC8-2, die in zahlreichen Mastering-Studios als Referenz dienen. Ihre Funktion besteht darin, die Abstrahlung im Mittelton zu kontrollieren, um ein stabiles Stereobild über eine erweiterte Hörzone und einen sanften Übergang zum Hochtöner zu erzielen.
Der 27-mm-Softdome-Hochtöner verfügt über ein spezielles Diffusorgitter, das eine sekundäre Druckkammer bildet. Diese Konstruktion kompensiert den üblichen Abfall im Superhochton und ermöglicht eine kontrollierte Richtwirkung bis zu 180 Grad.
Der 125-mm-Tieftöner verwendet eine mit Glimmerpartikeln (Mica) verstärkte Polypropylenmembran – ein leichtes und steifes Material, das schnell auf Transienten reagiert. Sein Druckgusskorb gewährleistet die mechanische Steifigkeit, die für die großen Auslenkungen nötig ist, die der Betrieb mit einer Transmissionline erfordert. Dieser LTXL-Treiber (Long Throw XL) wurde speziell für die Prophecy-Serie entwickelt; seine Parameter sind für die Ankopplung an die ATL optimiert.
Eine von Hand aufgebaute Frequenzweiche
Das Frequenzweichen-Netzwerk trennt bei 600 Hz zwischen Tiefton und Mittelton und bei 3,1 kHz zwischen Mittelton und Hochton. PMC setzt auf steile Flanken, die jeden Treiber in seinem linearen Arbeitsbereich halten und zur Kohärenz des Abstrahlverhaltens außerhalb der Achse beitragen.
Die Leiterplatte entspricht militärischen Spezifikationen: starke Kupferbahnen, vergoldete Durchkontaktierungen, sorgfältig selektierte und gepaarte Bauteile. Jede Frequenzweiche wird in den britischen Werkstätten der Marke von Hand aufgebaut und feinjustiert. Dieser handwerkliche Ansatz ermöglicht eine optimale Integration der drei Treiber – ein Aspekt, der in Hörtests regelmäßig als eine der besonderen Stärken dieser Lautsprecher hervorgehoben wird.
Aufstellung und Verstärkerwahl
Mit einem Wirkungsgrad von 88 dB und einer Nennimpedanz von 6 Ohm zeigt sich die Prophecy7 kompatibel mit einer breiten Palette von Verstärkern – von kompakten Vollverstärkern (25 W genügen) bis hin zu kräftigen Endstufen (empfohlenes Maximum 250 W). Die Drei-Wege-Konstruktion und der im Vergleich zu früheren Generationen verbesserte Wirkungsgrad erleichtern die Kombination mit unterschiedlichsten Elektroniken.
Diese Flexibilität schließt eine gewisse Anspruchshaltung nicht aus: Die Transparenz der Lautsprecher legt die klanglichen Charakteristika des eingesetzten Verstärkers offen. Ein sorgfältiger Vergleichshörtest bei der Elektronik-Auswahl hilft, die gewünschte tonale Balance zu finden.
Die Anschlussklemmen akzeptieren 4-mm-Bananenstecker oder Gabelschuhe und sind in satiniertem Nickel ausgeführt. Die Position der Anschlüsse auf der Rückseite erhöht die Gesamttiefe um etwa 23 mm. Zum Lieferumfang gehören Spikes zur Entkopplung, die die Gesamthöhe im montierten Zustand auf 985 mm bringen.
Integration ins Heimkino
Die Prophecy-Serie umfasst mit der ProphecyC einen dedizierten Center-Lautsprecher, der dieselben Technologien und dieselbe Klangsignatur teilt. Diese Kohärenz ermöglicht den Aufbau eines homogenen Multikanal-Systems, bei dem Prophecy7 als Front- und Surround-Lautsprecher und die ProphecyC als Center zum Einsatz kommen. Das frontseitige LaminairX-Bassreflexsystem des Centers erlaubt eine wandnahe Aufstellung, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.
Dokumentationen
Englisch
Technische Daten
Akustische Leistung
- Frequenzgang: 40 Hz – 20 kHz (-3 dB)
- Empfindlichkeit: 88 dB SPL bei 1 W / 1 m
- Impedanz: 6 Ω
- Effektive ATL™-Länge: 1,91 m
Verstärkung
- Empfohlene Verstärkerleistung: 25 – 250 W
Treiberbestückung
- Tieftöner: PMC 12,5 cm / 125 mm LTXL-Treiber mit Mineralmembran und Druckgusskorb
- Mitteltöner: PMC 5 cm / 55 mm Präzisions-Weichkalotten-Treiber
- Hochtöner: PMC 2,7 cm / 27 mm Weichkalotten-Treiber
Frequenzweiche
- Übergangsfrequenzen: 0,6 kHz und 3,1 kHz
Anschlüsse
- Eingangsanschlüsse: ein Paar Anschlussklemmen 4 mm, satiniertes Nickel-Finish
Abmessungen und Gewicht
- Höhe: 965 mm (mit Spikes: 985 mm)
- Breite: 165 mm
- Tiefe: 310 mm (mit Klemmen: 333 mm, mit Frontabdeckung: 343 mm)
- Gewicht: 23,7 kg pro Lautsprecher
Häufig gestellte Fragen
Welche Raumgröße eignet sich für die Prophecy7?
Die Prophecy7 spielt ihr volles Potenzial in Räumen von etwa 15 bis 35 m² aus. In größeren Räumen bietet die Prophecy9 mit ihren zwei Tieftönern mehr dynamische Souveränität. Umgekehrt können in kleineren Räumen die zweiwege Prophecy5 oder die kompakte, auf Ständern betriebene Prophecy1 sinnvolle Alternativen darstellen.
Kann man die Prophecy7 mit einem Röhrenverstärker betreiben?
Ja, vorausgesetzt, der Verstärker stellt ausreichend Leistung zur Verfügung (mindestens 25 W) und seine Ausgangsimpedanz ist an die 6 Ohm der Lautsprecher angepasst. Der Wirkungsgrad von 88 dB bleibt moderat, was kleine Single-Ended-Verstärker mit nur wenigen Watt ausschließt.
Ersetzt die Prophecy7 die Twenty5.24i?
Die Prophecy-Serie tritt tatsächlich die Nachfolge der Twenty5i-Reihe für passive Heimlautsprecher an. Die Prophecy7 positioniert sich im Drei-Wege-Segment, das zuvor von der Twenty5.26i besetzt wurde, und bietet aktualisierte Technologien (LaminairX, neuer Mittelton-Waveguide) sowie ein überarbeitetes Design.
- Öko-Beitrag von 0,75 € im Verkaufspreis enthalten.











