Drei Kanäle, 300 Watt an 4 Ohm, ein leistungsstarker Ringkerntransformator und 20 kg auf der Waage: Die AVXP 3-300 tritt die Nachfolge der AVXP 3-230 mit einer deutlich erweiterten Auslegung an. IOTAVX treibt Leistung und Netzteilarchitektur seines 3-Kanal-Endverstärkers weiter voran und bleibt dabei der Philosophie treu, die den Ruf der britischen Marke begründet hat: hochwertige Bauteile, ein simples, direktes Design ohne überflüssige Funktionen.
Mehr Leistung für die Frontkanäle
Die AVXP 3-300 liefert 300 Watt pro Kanal an 4 Ohm bei gleichzeitiger Ansteuerung aller drei Kanäle, gegenüber 230 Watt beim Vorgängermodell. An 8 Ohm erreicht die Leistung 190 Watt pro Kanal (drei Kanäle) bzw. 220 Watt im Monobetrieb. Dieser zusätzliche Spielraum sorgt für eine bessere Kontrolle in anspruchsvollen dynamischen Passagen – Explosionen, orchestrale Crescendi, tiefe Bässe – ohne dass der Verstärker Anzeichen von Überforderung zeigt.
Der Klirrfaktor bleibt mit 0,015 % oder weniger bei voller Leistung und 1 kHz sehr niedrig. Der Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 35 kHz mit einer Toleranz von einem Dezibel, und das Signal-Rausch-Verhältnis liegt bei 112 dBA. Diese Messwerte positionieren die AVXP 3-300 auf dem Niveau, das man von einer Endstufe dieser Klasse erwartet.
Ein Netzteil, ausgelegt auf Stabilität
Das Verhalten eines Verstärkers hängt ebenso sehr von seiner Ausgangsstufe ab wie von seiner Fähigkeit, augenblicklich Strom zu liefern. IOTAVX hat die Netzteilarchitektur überarbeitet, um der gestiegenen Leistung Rechnung zu tragen: ein geschirmter Ringkerntransformator, der bis zu 1.320 Watt bereitstellen kann, kombiniert mit einer Siebkapazität von 120.000 µF.
Diese Energiereserve ermöglicht es dem Verstärker, die Spannung bei schnellen Transienten stabil zu halten – ein großer Vorteil insbesondere bei Lautsprechern mit variabler Impedanz oder schwierigen Lasten. Der Betrieb erfolgt passiv, ohne Lüfter, was einen absolut lautlosen Betrieb sicherstellt.
Anschlüsse und Integration in ein Mehrkanalsystem
Die AVXP 3-300 bietet auf jedem ihrer drei Kanäle sowohl Cinch- (RCA) als auch symmetrische XLR-Eingänge. Die XLR-Verbindung bietet eine bessere Störsicherheit bei langen Kabelstrecken – ein Vorteil in Installationen, bei denen der Verstärker weit vom Prozessor oder Vorverstärker entfernt steht.
Das Gerät findet seinen natürlichen Platz hinter einem Heimkino-Prozessor, um die linken, rechten und Center-Frontlautsprecher zu übernehmen. Indem diese drei leistungshungrigen Kanäle aus dem Hauptverstärker ausgelagert werden, wird dessen Leistung für die Surround-Kanäle und Höhenlautsprecher frei. IOTAVX bietet insbesondere den AVX17 an, einen 17-Kanal-Vorverstärker mit Dolby Atmos- und DTS:X-Unterstützung, der zusammen mit der AVXP 3-300 ein stimmiges Duo für anspruchsvolle Konfigurationen wie 9.1.4 oder 7.1.6 bildet.
Es spricht jedoch nichts dagegen, die AVXP 3-300 mit jedem beliebigen Prozessor auf dem Markt zu kombinieren, der über Pre-Outs verfügt; die Standardanschlüsse gewährleisten eine universelle Kompatibilität.
Weiterentwicklung gegenüber der AVXP 3-230
Anwender, die mit dem Vorgängermodell vertraut sind, werden die gleiche Konstruktionsphilosophie wiederfinden: Class-AB-Betrieb, passive Kühlung, einfache analoge Konnektivität. Die Unterschiede liegen bei der Ausgangsleistung – 300 Watt gegenüber 230 Watt an 4 Ohm – sowie in der Optimierung des Netzteils. Abmessungen und Gewicht bleiben ähnlich, was den Austausch in einer bestehenden Installation erleichtert.
Die AVXP 3-230 wurde von der deutschen Fachpresse als Referenz ausgezeichnet. Die AVXP 3-300 führt diese Linie mit erweiterten Leistungsreserven fort, ohne das bewährte Konzept zu verändern.
Ein spezialisierter Verstärker, kein Allround-Gerät
Die AVXP 3-300 integriert weder DAC, noch Streaming, noch Raumkorrektur. Sie verstärkt ein analoges Signal – Punkt. Dieser minimalistische Ansatz folgt der Logik einer klaren Aufgabenverteilung: Die Signalverarbeitung bleibt dem Prozessor überlassen, die Verstärkung einem dedizierten Endverstärker. Für alle, die bereits über eine hochwertige digitale Quelle oder einen Heimkino-Prozessor verfügen, ist dies eine sinnvolle Wahl. In einer einfachen Anlage ohne externen Vorverstärker kann die AVXP 3-300 hingegen nicht alleine betrieben werden.