Lambert
Zu zufällige Inbetriebnahme und unvorhergesehene Verbindungsabbrüche
Kommentar vom 17. Mai 2026 — Erfahrung vom 19. April 2026
Mit dem Zen Stream 3 hebt iFi Audio seinen Einstiegs-Streamer direkt auf die dritte Generation, um ihn mit dem Rest der Zen-Serie in Einklang zu bringen. Dieser Digitallaufwerk ohne integrierten DAC übernimmt die Philosophie des ursprünglichen Modells: einen möglichst sauberen Audiostream an einen externen Wandler zu senden. Das Gerät integriert nun die K2‑Technologie von JVCKENWOOD, die bislang den DACs der Marke vorbehalten war, und führt eine neue Steuerungs-App ein, die die Einrichtung grundlegend vereinfacht.
Der Zen Stream 3 ist ein reines Digitallaufwerk. Er empfängt Musik aus dem Netzwerk oder von einem USB-Speichermedium, verarbeitet sie und überträgt sie dann über seine USB- oder koaxiale S/PDIF-Ausgänge an einen externen Wandler. Im Gerät selbst findet keine Digital-Analog-Wandlung statt.
Dieser Ansatz ist sinnvoll, wenn bereits ein geschätzter DAC vorhanden ist. Anstatt einen All-in-One-Streamer zu kaufen, dessen Wandlersektion ein Kompromiss wäre, behält man seinen vorhandenen Wandler und ergänzt ihn lediglich um die fehlenden Netzwerkfunktionen. Der Zen Stream 3 kann sowohl einen kompakten Desktop-DAC als auch einen High-End-Wandler speisen.
Die Anschlussvielfalt spiegelt diesen Einsatzzweck wider: Zwei USB-A-Ports dienen als Audioausgang zum DAC (mit Priorität für den zuerst belegten Anschluss), während ein koaxialer S/PDIF-Ausgang eine Alternative für Wandler ohne USB-Eingang bietet. Unterstützt werden Formate bis PCM 384 kHz / 32 Bit und DSD256 über USB, gegenüber 192 kHz und DSD64 über den koaxialen Ausgang.
Das integrierte Streaming erhält einen wichtigen Neuzugang: Qobuz Connect funktioniert jetzt nativ, neben Tidal Connect, Spotify Connect und AirPlay. Die Wiedergabe wird direkt aus der Qobuz-App auf Smartphone oder Tablet gestartet, der hochauflösende Stream wird ohne Transkodierung oder Qualitätsverlust an den Zen Stream 3 weitergeleitet.
Für persönliche Mediatheken liest der Streamer Dateien, die auf einem NAS via DLNA oder auf einer Festplatte gespeichert sind, die an einen der hinteren USB-Ports angeschlossen ist. Die Roon-Ready-Kompatibilität ermöglicht zudem die Einbindung in ein Roon-System als Wiedergabepunkt.
JVCKENWOOD entwickelt seit über zwanzig Jahren eine Technologie namens K2, entstanden in den Victor-Studios in Japan. Ihr Prinzip: Analyse der Wellenformen im Zeitbereich (nicht im Frequenzbereich), um bei der Digitalisierung oder Kompression verlorengegangene Obertöne wiederherzustellen. Die Ingenieure wählten die optimalen Parameter aus mehreren Billionen möglichen Kombinationen aus, gestützt auf Vergleichshören mit den originalen Masterbändern.
Bisher war diese Technologie bestimmten iFi-DACs vorbehalten. Der Zen Stream 3 setzt sie weiter vorn in der Kette ein, bevor das Signal an den Wandler geschickt wird. Die Verarbeitung wirkt auf den digitalen Stream, ohne die ursprüngliche Abtastrate zu verändern. Dabei handelt es sich um die Variante K2 (und nicht K2HD, die auf 192 kHz hochsamplt): Ziel ist es, digitalen Aufnahmen mehr Dichte zu verleihen, ohne ihr natives Format zu verändern.
Die Einrichtung des ursprünglichen Zen Stream erfolgte über einen Webbrowser und die Eingabe einer IP-Adresse, was mitunter umständlich war. Die iFi-Nexis-App (iOS und Android) ändert dies dank eines integrierten IoT-Chips grundlegend: Das Smartphone erkennt den Streamer, verbindet ihn mit dem heimischen WLAN und bietet Zugang zur Wiedergabeoberfläche ohne technische Klimmzüge.
Ist die Kopplung erfolgt, dient Nexis als Fernbedienung, um Quellen zu durchsuchen, Titel zu starten und Einstellungen anzupassen. Die Weboberfläche bleibt für diejenigen verfügbar, die sie bevorzugen, wird aber optional.
iFi hat die Stromversorgung mit Polymer-Kondensatoren und ELNA Silmic II-Elektrolytkondensatoren überarbeitet. Erstere filtern Störgeräusche auf den Versorgungsschienen, letztere sind für ihre sanfte Hochtonabstimmung bekannt. Gemeinsam sollen sie eine stabilere und sauberere Stromversorgung ermöglichen.
Die digitalen Ausgänge profitieren jeweils von einer spezifischen Behandlung. Am USB-Ausgang filtert die ANC-Technologie (Active Noise Cancellation) elektromagnetische Störungen und Gleichtaktgeräusche. Am S/PDIF-Ausgang reduziert die iPurifier-Schaltung Jitter und säubert das Signal vor der Übertragung. Eine femtopräzise Clock (gemessen in Femtosekunden, also 10⁻¹⁵ Sekunden) synchronisiert das Ganze, um zeitliche Schwankungen im Audiostream zu minimieren.
Ein kleiner Drehschalter auf der Rückseite des Geräts erlaubt die Auswahl sogenannter „Exklusivmodi“. Jeder Modus deaktiviert ungenutzte Softwareprozesse, um das, was iFi als „Software-Jitter“ bezeichnet, zu reduzieren – jene Mikro-Unterbrechungen, die entstehen, wenn das Betriebssystem mehrere Aufgaben parallel verwaltet.
Der Modus „All-in-One“ aktiviert alle Funktionen. Die dedizierten Modi (DLNA, Roon, Tidal, NAA für HQPlayer) führen nur das absolut Notwendige aus. Laut Rückmeldungen von Nutzern des Vorgängermodells bleiben hörbare Unterschiede subtil, doch die Option existiert für all jene, die jeden Parameter optimieren möchten.
Das gebürstete Aluminiumgehäuse übernimmt die charakteristischen Linien der Zen-Serie: 15,8 cm Breite, 10 cm Tiefe, 3,5 cm Höhe bei einem Gewicht von 578 Gramm. Die externe WLAN-Antenne ragt nach hinten heraus und kann zur Verbesserung des Empfangs ausgerichtet werden.
Das mitgelieferte Netzteil (9 bis 15 V DC) wird an eine eigene Buchse angeschlossen. Ein USB‑C‑Eingang dient ausschließlich Systemupdates. Optisch passt der Zen Stream 3 zum kürzlich erschienenen Zen DAC 3, beide teilen sich die gleiche Designsprache.
Ja. Das Gerät kann Dateien lesen, die auf einer USB-Festplatte oder einem lokalen NAS gespeichert sind, ohne Zugang zum externen Netzwerk. Es erzeugt sogar seinen eigenen WLAN-Hotspot zur Steuerung per App – praktisch im Wohnmobil oder auf einem Boot.
Die K2-Technologie lässt sich über die Oberfläche der Nexis-App oder die Weboberfläche ein- und ausschalten. So kann man je nach Aufnahme den Klang mit und ohne Verarbeitung vergleichen.
Über USB werden Signale bis PCM 384 kHz und DSD256 übertragen. Der koaxiale S/PDIF-Ausgang ist auf 192 kHz und DSD64 begrenzt. Verfügt Ihr DAC über einen USB-Eingang, sollte dieser bevorzugt werden, um die höchsten Formate nutzen zu können. Der S/PDIF-Ausgang profitiert von der iPurifier-Technologie, der USB-Ausgang von ANC.
Ja, das Gerät ist Roon Ready zertifiziert. Es erscheint als Wiedergabepunkt in der Roon-App und kann direkt in der Software ausgewählt werden.
iFi hat sich entschieden, die Nummerierung zu überspringen, um die Produktreihe zu vereinheitlichen. Der Zen DAC, der Zen CAN und die anderen Produkte der Serie sind ebenfalls auf die dritte Generation umgestellt worden. Es handelt sich um eine Frage der Marketingkonsistenz.
Lambert
Zu zufällige Inbetriebnahme und unvorhergesehene Verbindungsabbrüche
Kommentar vom 17. Mai 2026 — Erfahrung vom 19. April 2026