Übersicht
Drei Jahre nach den ursprünglichen The Sevens kehrt Klipsch mit einer tiefgreifend überarbeiteten zweiten Generation zurück. Die Elektronik wurde in Zusammenarbeit mit Onkyo vollständig neu entwickelt, Dolby Atmos hält Einzug, und die Dirac Live-Kalibrierung ermöglicht es, den Klang an jeden Raum anzupassen. Diese Aktivlautsprecher behalten das kompakte Format ihrer Vorgänger bei und gewinnen zugleich Funktionen hinzu, die bislang größeren Heimkino-Systemen vorbehalten waren.
Eine von Onkyo entwickelte Elektronik unter der Haube
Die Partnerschaft mit Onkyo, dem japanischen Spezialisten für Verstärkung, stellt die bedeutendste Veränderung dieser Generation dar. Die gesamte Audiokette wurde überarbeitet: interne Stromversorgung, Verstärkerstufen, digitale Signalverarbeitung. Diese Zusammenarbeit ermöglicht es den Sevens II, Dolby Atmos mit virtualisierten Höhenkanälen zu verarbeiten – eine Premiere für verstärkte Regallautsprecher von Klipsch.
Es stehen drei Hörmodi zur Verfügung: Musik, Film und Direct (der die Signalverarbeitung für ein unbearbeitetes Signal umgeht). Der Fünfband-Equalizer und die Dialogverbesserung ergänzen die Personalisierungsoptionen, die über die Klipsch Connect Plus App zugänglich sind.
HDMI 2.1 und natives Streaming
Aktivlautsprecher mit zwei HDMI 2.1-Ports sind selten. Einer dient als Eingang zum Anschließen einer Videoquelle (Konsole, Player), der andere als Ausgang zum Fernseher mit eARC-Unterstützung. Das Pass-through unterstützt 8K, HDR10+, Dolby Vision sowie Gaming-Funktionen wie VRR, ALLM und QFT. Konkret kann eine PS5 oder eine Xbox Series X über die Lautsprecher geschleift werden, ohne Qualitätsverlust beim Videosignal oder zusätzliche Latenz.
Das Netzwerk-Streaming erfolgt über Wi-Fi 802.11ac oder Ethernet 100 Mbps. Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect und Qobuz Connect sind nativ integriert, ohne dass ein zwischengeschaltetes Gerät erforderlich ist. Bluetooth 5.4 bleibt auf die Codecs SBC und AAC beschränkt: Nutzer von Android-Smartphones profitieren weder von LDAC noch von aptX HD.
Dirac Live und automatische Kalibrierung
Ein Messmikrofon gehört zum mitgelieferten Zubehör. Es dient der Dirac-Live-Kalibrierung, einem in der Welt der Heimkino-Verstärker renommierten Raumkorrektursystem. Der Prozess analysiert Resonanzen und Frequenzanomalien des Raums und wendet anschließend eine Echtzeitkorrektur an. Es ist nicht nötig, den Equalizer manuell zu bedienen: Einige Minuten Messung genügen, um die Wiedergabe je nach Lautsprecherposition und Möblierung zu optimieren.
Diese Dirac-Lizenz wird von Klipsch als „begrenzt“ beschrieben, was auf eine vereinfachte Version im Vergleich zu den vollständigen Implementierungen hindeutet, die auf hochwertigen Audioprozessoren verfügbar sind. Die Korrektur bleibt jedoch präziser als ein einfacher parametrischer Equalizer.
Tractrix-Hochtöner und Cerametallic-Tieftöner
Die Treiber übernehmen bei Klipsch bewährte Technologien. Der 2,5-cm-Hochtöner mit Titan-Kalotte verwendet eine belüftete LTS-Membran, gekoppelt mit dem markentypischen Tractrix-Horn. Diese von den Arbeiten von Paul W. Klipsch inspirierte Horngometrie reduziert Verzerrungen und erweitert die Schallverteilung.
Der 16,5-cm-Cerametallic-Tieftöner kombiniert Aluminium und Keramik, um eine leichte und steife Membran zu erhalten. Der Frequenzgang reicht bis 39 Hz (±3 dB) hinab, ausreichend für Musikwiedergabe ohne Subwoofer. Der Anschluss eines Subwoofers bleibt über den dafür vorgesehenen RCA-Ausgang möglich. Der maximale SPL erreicht 106 dB für das Stereopaar in einem Meter Entfernung: Diese Lautsprecher können einen Raum guter Größe beschallen, ohne an ihre Grenzen zu stoßen.
BMC-Schallwand und sorgfältige Konstruktion
Die einteilige Schallwand aus BMC (Bulk Molding Compound) ist eine Neuheit dieser Generation. Dieses Verbundmaterial, dichter und steifer als herkömmlicher Kunststoff, reduziert parasitäre Resonanzen. Der gebogene Radius der Schallwand erweitert die Klangbühne und verbessert das Außerachsverhalten: Das Hören bleibt auch dann stimmig, wenn man sich nicht exakt vor den Lautsprechern befindet.
Das MDF-Gehäuse erhält ein Furnier aus echtem Holz. Drei Ausführungen werden angeboten: Ebony (schwarz), Walnut (Nussbaum) und das neue Red Oak (Roteiche). Letztere kombiniert ein helles Furnier mit einer weißen Schallwand und abnehmbaren hellgrauen Abdeckungen und bricht damit mit der üblichen dunklen Ästhetik der Serie.
Jeder Lautsprecher wiegt je nachdem, ob es sich um die Haupt- oder Nebenbox handelt, zwischen 10,4 und 10,7 kg (die Hauptbox integriert die gesamte Elektronik und die Anschlüsse). Die Verbindung zwischen den beiden Lautsprechern kann kabellos mit 48 kHz oder per Vierleiterkabel mit 96 kHz/24 Bit erfolgen. Um die volle hochauflösende Audioauflösung zu nutzen, ist das mitgelieferte Kabel weiterhin erforderlich.
Vollständige Anschlüsse und integrierter Phono-Vorverstärker
Der Phono-RCA-Eingang ermöglicht den Anschluss eines Plattenspielers mit MM-Tonabnehmer ohne externen Vorverstärker. Die übrigen Eingänge decken nahezu alle Anforderungen ab: analoges RCA, digitale optische und koaxiale Eingänge, USB-C-Audio, USB-A für Speicher. Der Eingang für das Kalibrierungsmikrofon vervollständigt die Rückseite.
Das universelle 100-240-V-Netzteil akzeptiert alle Stromnetze. Die Netzkabel werden je nach Region mitgeliefert. Die beleuchtete Fernbedienung und das 1,5 m lange HDMI-Kabel gehören ebenfalls zum Lieferumfang.
Technische Daten
Audiosystem
- Systemtyp: Aktivlautsprecher (Stereopaar)
- Frequenzgang: 39 Hz – 25 kHz (±3 dB)
- Maximaler Schalldruckpegel: 106 dB (Stereopaar bei 1 m)
- Hochauflösendes Audio: 96 kHz, 24 Bit
- Audioverarbeitung
- Dolby Atmos mit virtuellen Höhenkanälen
- Hörmodi: Musik, Film, Direkt
- Dialogverbesserung
- 5-Band-Equalizer
- Dirac Live Lizenz enthalten
Treiber
- Hochtöner: belüftete 2,5-cm-LTS-Titankalotte mit Tractrix-Horn
- Tiefton: 16,5-cm-Jet-Cerametallic-Tieftöner
Akustikkorrektur
- Dirac Live: automatische Raumkalibrierung über das mitgelieferte Messmikrofon
Konstruktion
- Material: MDF mit Echtholzfurnier
- Gehäusetyp: Bassreflex mit rückseitiger Bassreflexöffnung
- Schallwand: einteilige BMC-Schallwand mit gebogenem Radius
Drahtlose Konnektivität
- Wi‑Fi: 2,4 GHz / 5 GHz 802.11ac (2x2 MIMO)
- Bluetooth: Version 5.4
- A2DP-Profil: SBC-, AAC-Codecs
- Drahtlose Stereo-Verbindung: optional (48 kHz)
- Kabelgebundene Verbindung erforderlich für 96 kHz / 24 Bit
Netzwerkkonnektivität
- Ethernet: 10BASE-T / 100BASE-TX
- Streaming: Google Cast, Apple AirPlay 2, Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz Connect
Eingänge
- HDMI-ARC / eARC (CEC)
- HDMI In
- Bluetooth
- RCA Phono
- RCA analog
- USB-C Audio
- USB-A
- Digital optisch
- Digital koaxial
- Kalibrierungsmikrofon
Ausgänge
- RCA Line (Subwoofer)
- HDMI
HDMI-Spezifikationen
- HDMI 2.1 Pass-Through
- Auflösung: 8K
- HDR: HDR10+, Dolby Vision
- Farbraum: BT.2020
- Gaming-Funktionen: VRR, ALLM, QFT passthrough
- eARC
- Kopierschutz: HDCP 2.3
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen: 381 mm (H) x 206,38 mm (B) x 317,5 mm (T)
- Gewicht des Hauptlautsprechers: 10,73 kg
- Gewicht des Sekundärlautsprechers: 10,4 kg
Stromversorgung
- Spannung: 100 V – 240 V, 50 / 60 Hz (internes Netzteil)
- Netzkabel: regionsspezifisch
Mitgeliefertes Zubehör
- Netzkabel (2 m)
- Hinterleuchtete Fernbedienung (2 AAA-Batterien)
- 4-adriges Lautsprecherkabel (4 m)
- HDMI-Kabel (1,5 m)
- Kalibrierungsmikrofon
Kompatibles Zubehör
- Lautsprecherständer: Klipsch KS-24
App
- Klipsch Connect Plus: Einrichtung, Equalizer-Voreinstellungen, virtuelle Fernbedienung
Häufig gestellte Fragen
Können die Sevens II eine Soundbar am Fernseher ersetzen?
Ja, dank des HDMI-ARC/eARC-Eingangs, der den Audiostream des Fernsehers übernimmt, und der Dolby-Atmos-Verarbeitung, die Höhenkanäle virtualisiert. Die Dirac-Kalibrierung optimiert anschließend die Wiedergabe je nach Raum. Der Platzbedarf ist größer als bei einer Soundbar, aber die Klangqualität wird dadurch in der Regel verbessert.
Kann man die Sevens II mit einem Plattenspieler ohne zusätzliche Geräte verwenden?
Ja. Der Phono-RCA-Eingang integriert einen Vorverstärker, der für Tonabnehmer mit beweglichem Magneten (MM) geeignet ist. Tonabnehmer mit beweglicher Spule (MC), die seltener sind, benötigen einen externen Vorverstärker.
Funktioniert Dolby Atmos wirklich mit nur zwei Lautsprechern?
Das System virtualisiert die Höhenkanäle anhand räumlicher Verarbeitungsalgorithmen. Ein räumlicher Effekt ist vorhanden, erreicht jedoch nicht die Präzision eines physischen Mehrkanalsystems mit Deckenlautsprechern. Das Klangbild wirkt dennoch umhüllender als bei klassischem Stereo.
Ist ein Subwoofer erforderlich?
Der Frequenzgang reicht bis 39 Hz hinab, was die Mehrheit musikalischer und filmischer Inhalte abdeckt. Ein Subwoofer bringt unterhalb von 40 Hz mehr Druck für Actionfilme oder elektronische Musik, ist für einen vielseitigen Einsatz jedoch nicht unverzichtbar.
Ist die Klipsch Connect Plus App Pflicht?
Nein. Die Lautsprecher funktionieren eigenständig mit der mitgelieferten Fernbedienung. Die App erleichtert die Ersteinrichtung, die Dirac-Kalibrierung und den Zugriff auf Equalizer-Voreinstellungen, bleibt aber optional, sobald das System eingerichtet ist.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: 1080259
- GTIN / EAN : 743878092820
































