Mit der N-Serie hat Matrix Audio seine Desktop-Hi-Fi-Kette in separate Elemente aufgeteilt, von denen jedes nur einer einzigen Funktion gewidmet ist. Der im März 2025 erschienene Transport NT-1 übernahm die Quelle. Es fehlte ihm noch ein Partner für die Wandlung. Der ND-1 füllt genau diese Rolle aus: ein reiner Digital-Analog-Wandler, ohne integriertes Streaming, ohne Kopfhörerverstärkung, ganz auf die eine Aufgabe konzentriert, einen digitalen Datenstrom in ein analoges Signal umzuwandeln.
Der AKM-Chip in „1+2“-Konfiguration
Der ND-1 basiert auf dem Flaggschiff-Chip-Duo von AKM: einem Delta-Sigma-Modulator AK4191EQ in Kombination mit zwei AK4499EX-Wandlern, je einer pro Kanal. Matrix Audio spricht von einer „1+2“-Topologie: Der AK4191EQ übernimmt die digitale Verarbeitung und das Reclocking und verteilt das Signal anschließend an jeden AK4499EX, der in dediziertem Mono arbeitet. Diese physische Trennung der linken und rechten Kanäle verbessert das Übersprechen (angegeben mit -145 dB am XLR-Ausgang im Op-Amp-Modus) und die Phasenkohärenz.
Der MS-1, das Flaggschiff der Marke, nutzt ebenfalls diese AKM-Chips, jedoch in einer „2+2“-Konfiguration mit zwei AK4191 und zwei AK4499. Der ND-1 ist kein verkleinerter MS-1: Er ist eine andere Interpretation desselben Chipsets, in einem kompakteren Format und mit einer anderen Preispositionierung.
Zwei Klangsignaturen in einem einzigen Gehäuse
Das ist vermutlich das markanteste Merkmal des ND-1. Die Ausgangsstufe bietet zwei Modi, zwischen denen im laufenden Betrieb umgeschaltet werden kann:
Im Transformator-Modus läuft das Signal durch Lundahl-Transformatoren, die für ihre warme Färbung und ihre „analoge“ Textur bekannt sind. Die harmonische Verzerrung steigt leicht an (unter 0,02 % gegenüber 0,0002 % im Op-Amp-Modus), und der Frequenzgang verengt sich etwas (-3 dB bei 85 kHz statt 90 kHz), aber das Signal-Rausch-Verhältnis bleibt identisch (über 127 dB in XLR). Im Op-Amp-Modus gewinnt der Klang an Schnelligkeit, Definition und Präzision bei Transienten. Zwei klangliche Persönlichkeiten koexistieren, ohne dass Kabel oder Komponenten gewechselt werden müssen.
Diese Wahl ist kein Gimmick. Lundahl-Transformatoren sind kostspielige Bauteile, die man in hochwertigen Studio-Wandlern und Vorverstärkern findet. Ihre Präsenz hier, neben einem konventionellen Op-Amp-Ausgang, sorgt je nach Musiktyp oder nachgeschalteter Verstärkung für echte Flexibilität.
Taktung und Jitter-Management
Der ND-1 integriert eine Femto-Clock mit niedrigem Phasenrauschen, gekoppelt mit einer DPLL-Schaltung, die Matrix Audio nach eigenen Angaben vom MS-1 übernommen hat. Auf der Rückseite steht ein externer 10-MHz-Clock-Eingang (50 Ω, Sinus- oder Rechtecksignal) zur Verfügung, um die markeneigene Referenzuhr SC-1 anzuschließen.
Der Wandler verfügt außerdem über eine asynchrone Oversampling-Engine und eine PCM-zu-DSD-Wandlung mit mehreren anpassbaren Konfigurationen. Die Idee ist, das eingehende Signal neu zu takten, um Restjitter vor der Wandlung zu isolieren. Die Wandlungsparameter (PCM- oder DSD-Modus, Oversampling-Rate) sind direkt am Gerät zugänglich.
Sechs digitale Eingänge, alle isoliert
Die Rückseite umfasst sechs Eingänge: koaxiales S/PDIF, optisches Toslink, AES/EBU, IIS-LVDS (über HDMI-Anschluss), USB Typ B und USB Typ C. Alle profitieren von einer elektrischen Isolation, eine Konstruktionsentscheidung, die Erdschleifen und Störungen zwischen Quelle und Wandler unterbrechen soll.
Die IIS-LVDS-Verbindung, die in erster Linie für den Anschluss des NT-1-Transports vorgesehen ist, überträgt das I2S-Signal und akzeptiert PCM-Streams bis 32 Bit / 768 kHz sowie natives DSD bis DSD1024 (49,15 MHz). Die USB-Eingänge reichen bis zu PCM 768 kHz und nativem DSD512. Die S/PDIF- und AES/EBU-Eingänge bleiben auf PCM 192 kHz und DSD64 über DoP beschränkt, entsprechend den Protokollgrenzen.
Über die beiden USB-Ports (Typ B und Typ C) lassen sich gleichzeitig ein Computer und ein Smartphone oder Tablet anschließen, ohne dass etwas abgesteckt werden muss.
Analoge Ausgänge und Lautstärkeregelung
Der ND-1 bietet ein Paar symmetrische XLR-Ausgänge (4,5 Vrms) und ein Paar unsymmetrische RCA-Ausgänge (2,25 Vrms). Zwei alternative Ausgangspegel stehen zur Verfügung: 4 Vrms / 4,5 Vrms in XLR und 2 Vrms / 2,25 Vrms in RCA. Diese Feinanpassung ermöglicht es, den Gain an die Empfindlichkeit des Verstärkers oder der angeschlossenen Aktivlautsprecher anzupassen und eine Eingangsübersteuerung oder umgekehrt einen zu niedrigen Pegel zu vermeiden.
Die Lautstärke wird über eine digitale Dämpfung in 100 Stufen geregelt. Diese Funktion erlaubt den direkten Anschluss an einen Leistungsverstärker, ohne einen dedizierten Vorverstärker dazwischenzuschalten.
Lineares Netzteil und Trennung der Schaltungen
Die Stromversorgung ist vollständig linear: Ein Ringkerntransformator mit mehreren Wicklungen speist mehrere unabhängige LDO-Regler. Die digitalen und analogen Schaltungen sitzen auf im Gehäuse physisch getrennten Platinen, eine klassische Vorsichtsmaßnahme im High-End-Hi-Fi-Bereich, um die Beeinflussung des Analogsignals durch digitales Rauschen zu begrenzen.
Konstruktion und Antivibrationsfüße
Das Gehäuse besteht aus CNC-gefrästem Aluminium. Die Abmessungen (330 x 267 x 97 mm bei 5,6 kg) ordnen es in ein großzügiges, aber vernünftiges Desktop-Format ein, stimmig mit dem Rest der N-Serie.
Die in Zusammenarbeit mit Audio Bastion entwickelten MA-DAMPER PRO-Füße kombinieren fünf Materialien (Aluminium, Edelstahl, Gummi, Isolationskugeln, Verbundkork) zu einem mehrschichtigen Dämpfungssystem. Diese Art der mechanischen Entkopplung soll vom Möbel oder Rack übertragene Vibrationen abschwächen.
Ein Glied in einem modularen Ökosystem
Der ND-1 entfaltet seinen vollen Sinn innerhalb der N-Serie: in Kombination mit dem NT-1-Transport als Quelle (vorzugsweise über IIS-LVDS verbunden), mit dem Kopfhörerverstärker NA-1 nachgeschaltet und gegebenenfalls mit der SC-1 als Master-Clock. Über die Trigger-Verbindung (Eingang 6-12 V, Ausgang 12 V) lässt sich das Ein- und Ausschalten mehrerer Geräte synchronisieren.
Er funktioniert ebenso gut eigenständig, verbunden mit jeder beliebigen digitalen Quelle über einen seiner sechs Eingänge, am Anfang einer traditionellen Hi-Fi-Kette mit integriertem oder separatem Verstärker.
Verfügt der ND-1 über einen Streamer oder eine Netzwerkfunktion?
+
Nein. Der ND-1 ist ein reiner Wandler. Er verfügt weder über Netzwerkkonnektivität (Ethernet, Wi-Fi) noch über einen Dateiplayer. Für Streaming bietet Matrix Audio den NT-1-Transport an, der über IIS-LVDS, USB oder S/PDIF mit dem ND-1 verbunden wird.
Kann man zwischen Lundahl-Transformator- und Op-Amp-Modus umschalten, ohne die Wiedergabe zu unterbrechen?
+
Ja. Die Umschaltung erfolgt am Gerät und wird in Echtzeit wirksam, ohne Unterbrechung des Audiosignals und ohne Kabelmanipulation.
Verschlechtert die digitale Lautstärkeregelung das Signal?
+
Die digitale Dämpfung arbeitet in 100 Stufen. Bei vernünftigen Hörpegeln (oberhalb von etwa -20 dB) bleibt der Auflösungsverlust bei einem 32-Bit-Wandler vernachlässigbar. Diese Lautstärkeregelung ermöglicht es, auf einen Vorverstärker zu verzichten, aber ein hochwertiger analoger Vorverstärker kann in manchen Konfigurationen weiterhin vorzuziehen sein.
Was ist der Unterschied bei der Wandlung zwischen dem ND-1 und dem MS-1?
+
Der MS-1 verwendet eine „2+2“-Konfiguration (zwei AK4191 + zwei AK4499) in vollständigem Dual-Mono, wobei die linken und rechten Schaltungen auf getrennten Platinen auf beiden Seiten des Gehäuses untergebracht sind. Der ND-1 nutzt eine „1+2“-Konfiguration (ein AK4191 + zwei AK4499). Der ND-1 ergänzt dagegen die Lundahl-Ausgangsstufe, die beim MS-1 fehlt.
Kundenbewertungen
Steen
Ein absolut fabelhafter DAC. Großartiger Klang ohne jegliche Verzerrung. Meine wärmste Empfehlung. Ich kann jedoch die Einschaltfunktion nicht zum Laufen bringen.
Kommentar vom 14. Juli 2026 — Erfahrung vom 3. Juli 2026
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En fuldstændig fabelagtig dac. Pragtfuld lyd uden nogen form for forvrængning. Min varmeste anbefaling.
Jeg kan dog ikke få power on funktionen til at virke.
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