Uni Box S3: der integrierte Streaming-Verstärker von Pro-Ject
Vernetzter Streamer und analoger Verstärker finden sich selten in einem so kompakten Format zusammen. Pro-Ject vereint beides in einem nur knapp 20 cm breiten Aluminiumgehäuse und übernimmt dabei die bewährte Architektur des MaiA S3 für den Verstärkerteil sowie das System WiiM OS für den Netzwerkteil. Auf dem Programm: acht Eingänge, darunter ein MM-Phonoeingang ganz im Stil des hauseigenen Know-hows, Dualband-WLAN, Bluetooth und ein HDMI-eARC-Eingang für den Fernseher.
Eine analoge Dual-Mono-Verstärkung
Vorverstärker und Endstufe sind vollständig analog ausgelegt, mit einer Dual-Mono-Konstruktion, die rechten und linken Kanal trennt. Die nutzbare Leistung beträgt 2 x 23 W an 8 Ohm und 2 x 40 W an 4 Ohm (bei 1 % THD), mit einer gemessenen Verzerrung von weniger als 0,05 % bei 10 W an 4 Ohm. Auf dem Papier ist das bescheiden. In der Praxis reichen diese Watt für empfindliche Regallautsprecher, Nahfeldmonitore oder Standlautsprecher mit ordentlichem Wirkungsgrad in einem Raum vernünftiger Größe. Für schwierige Lasten oder große, sehr offene Räume sollte man besser eine komfortablere Leistungsreserve einplanen.
Die Lautstärkeregelung bleibt analog und wird über ein motorisiertes Potentiometer gesteuert, das sich mit der mitgelieferten Fernbedienung bedienen lässt. Die Kanaltrennung erreicht -67 dB bei 10 kHz, das Signal-Rausch-Verhältnis 94 dB an 4 Ohm.
Ein Punkt, den Pro-Ject hervorhebt: Analoge Quellen, die an die Line-RCA-Eingänge oder an den Phonoeingang angeschlossen werden, durchlaufen keinerlei Digitalwandlung. Das Signal eines Plattenspielers, eines CD-Players oder eines Tuners bleibt vom Eingang bis zu den Lautsprecherklemmen vollständig im Analogbereich. Eine Ausnahme gibt es allerdings, wenn die analoge Quelle in einen anderen Raum des Multiroom-Netzwerks übertragen wird: Dann wird für die drahtlose Übertragung digitalisiert.
Streaming und Pro-Ject Home App
Für den Netzwerkteil hat sich Pro-Ject mit WiiM zusammengetan, dessen Betriebssystem im Uni Box S3 zum Einsatz kommt. Die neue Pro-Ject Home App, die auf dieser Basis entwickelt wurde, verwaltet die Wi-Fi-Konfiguration, den Equalizer, die Lautstärke und die Multiroom-Funktionen. Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz, Amazon Music, Deezer, Napster, Pandora und TuneIn sind direkt zugänglich. Hochauflösende Wiedergabe reicht bis 24 Bit / 192 kHz über kompatible Dienste oder eine lokale Bibliothek vom Typ NAS.
Das Dualband-WLAN (2,4 und 5 GHz) unterstützt die Standards 802.11 b/g/n/ac. Bluetooth 5.0 unterstützt die Codecs SBC und AAC. Die Digital-Analog-Wandlung basiert auf einem Cirrus Logic CS4344, Multi-Bit Delta Sigma, angeschlossen an die koaxialen und optischen S/PDIF-Eingänge.
Die Funktion True Wireless Sending and Receiving verdient eine Erwähnung. Sie ermöglicht die Übertragung jedes beliebigen Eingangs des Verstärkers, einschließlich eines Plattenspielers, eines CD-Players oder des TV-Tonausgangs, an andere kompatible Pro-Ject-Geräte im ganzen Haus. Umgekehrt kann der Uni Box S3 einen Stream von einer entfernten Quelle wie dem Plattenspieler T2 W empfangen. Die Ökosystem-Logik entfaltet ihren vollen Sinn, wenn mehrere vernetzte Pro-Ject-Produkte zusammen genutzt werden.
Umfangreiche Anschlussvielfalt für dieses Format
Insgesamt acht Eingänge, was für ein Gehäuse dieser Größe großzügig bleibt. Drei davon sind analog: zwei Line-RCA-Paare und ein Phonoeingang für Moving Magnet (MM) in RCA, mit hohem Gain von 46 dB und geringem Eigenrauschen. Drei sind kabelgebundene Digitaleingänge: ein koaxialer RCA und zwei optische Toslink, alle mit 24 Bit / 192 kHz kompatibel. Der achte ist der Wi-Fi-/Bluetooth-Eingang.
Neu bei diesem Modell ist der HDMI-eARC-Eingang, über den sich ein Fernseher direkt anschließen und die Lautstärke mit dessen Fernbedienung steuern lässt. Dieses Szenario passt zu einem Wohnzimmer-Setup, in dem der Uni Box S3 sowohl Musik als auch den Fernsehton übernimmt, ohne auf einen optischen Adapter zurückzugreifen.
Bei den Ausgängen gibt es ein Paar vergoldeter Klemmen für 4-mm-Bananenstecker, Gabelschuhe oder blanken Draht; einen 6,3-mm-Kopfhörerausgang an der Front (70 mW an 32 Ohm bei 1 % THD); einen variablen RCA-Ausgang, nutzbar als Pre-Out zu einem Subwoofer oder einem Verstärker für eine zweite Zone.
Dokumentationen
Englisch
Technische Merkmale
Verstärkung
- Vollständig analoges Design des Vorverstärkers und der Endstufe
- Dual-Mono-Designprinzip
- Ausgangsleistung: 2 x 23 W an 8 Ohm, 2 x 40 W an 4 Ohm (1 % THD)
- Endstufe: Texas Instruments TPA3221DDV
- Frequenzgang (20 Hz - 20 kHz): < 0,4 - 0,9 dB an 4 Ohm
- Kanaltrennung: -67 dB bei 10 kHz
- Signal-Rausch-Verhältnis: 94 dB (9 dB A-bewertet) an 4 Ohm
- THD: < 0,05 % bei 10 W an 4 Ohm
- Analoge Lautstärkeregelung mit motorisiertem Potentiometer
Digital-Analog-Wandlung
- D / A-Wandler: Cirrus Logic CS4344, 24 Bit / 192 kHz Multi-bit Delta Sigma
- S / PDIF-Eingänge mit Unterstützung für bis zu 24 Bit und 192 kHz
Streaming und Netzwerkkonnektivität
- Markführende Streaming-Technologie WiiM OS
- Pro-Ject Home App (Neuheit)
- Erweiterte Multiroom-Funktionen
- Pro-Ject True Wireless Sending and Receiving: Streamen Sie jeden beliebigen Eingang in Ihr Netzwerk
- Kabelloses Streaming von Vinyl vom T2 W
- Unzählige kompatible Streaming-Dienste: Spotify, Tidal, Amazon Music, Qobuz, Napster, Pandora, TuneIn, Deezer und viele mehr
- Tidal Connect, Spotify Connect, Qobuz usw.
- Musik-Streaming bis zu 24 Bit / 192 kHz von Streaming-Plattformen oder Ihrer eigenen Bibliothek
- Integrierte Equalizer-Funktionen zur Personalisierung Ihres Klangerlebnisses
- Drahtlose Konnektivität: Wi-Fi 5, 802.11 b / g / n / ac, Dualband 2,4 GHz und 5 GHz, Bluetooth 5.0, SBC und AAC
Eingänge
- 8 Eingänge insgesamt
- 3 analoge Eingänge: 2 RCA-Line-Paare, 1 MM-Phono-Eingang (RCA)
- 3 digitale Eingänge: 1 koaxialer RCA, 2 optische Toslink
- 1 TV-eARC-Eingang (Neuheit)
- 1 Wi-Fi / Bluetooth-Eingang
- Hochwertiger MM-Phono-Eingang mit sehr geringem Rauschen und hoher Verstärkung (46 dB)
Ausgänge
- Kopfhörerausgang auf 6,3-mm-Klinke
- Kopfhörerverstärker: 70 mW an 32 Ohm (1 % THD)
- Variabler Ausgang: 1 RCA-Paar für Subwoofer oder Verstärker einer zweiten Zone
- Vergoldete Lautsprecheranschlüsse: 4-mm-Bananenstecker, Gabelschuhe oder blanker Draht
Stromversorgung
- Stromversorgung: 20 V / 3 A DC; 100 - 240 V, 50 / 60 Hz
- Standby-Verbrauch: < 0,5 W
Gehäuse und Ausführung
- Steifes Aluminiumgehäuse zum Schutz vor Interferenzen
- Erhältlich in Silber oder Schwarz
- Abmessungen (B x H x T): 206 x 55 x 153 mm (176 mm mit Anschlüssen)
- Gewicht: 1100 g ohne Stromversorgung
Mitgeliefertes Zubehör
- Fernbedienung zur Steuerung der analogen Lautstärke, zum Wechseln des Eingangs und zum Aktivieren / Deaktivieren der Stummschaltung
Häufig gestellte Fragen
Welche Lautsprecher sollte man mit dem Uni Box S3 bevorzugen?
Die begrenzte Leistung legt nahe, Lautsprecher mit ordentlichem Wirkungsgrad zu wählen, idealerweise über 88 dB, und sehr schwierige Lasten zu vermeiden (Impedanzen, die deutlich unter 4 Ohm fallen). In einem kleinen bis mittelgroßen Raum sind empfindliche Regallautsprecher oder leicht anzutreibende Standlautsprecher ein guter Ausgangspunkt. In einem großen, sehr offenen Wohnraum oder mit leistungshungrigen Lautsprechern stößt man schnell an die Leistungsgrenze.
Unterstützt der Uni Box S3 AirPlay oder Roon?
Nein. Die integrierte WiiM-OS-Plattform bietet Zugriff auf Spotify Connect, Tidal Connect, Qobuz, Amazon Music, Deezer, TuneIn und Bluetooth, aber nicht auf AirPlay 2, Chromecast, Qobuz Connect oder Roon Ready. Lokale Bibliotheken, die über DLNA und UPnP zugänglich sind, funktionieren dagegen, von einem NAS oder einem Medienserver aus.
Kann man einen Subwoofer oder einen zweiten Verstärker anschließen?
Ja, über den variablen RCA-Ausgang auf der Rückseite. Er eignet sich sowohl für einen aktiven Subwoofer als auch für einen Verstärker in einer zweiten Zone. Das Potentiometer des Uni Box S3 wirkt gleichzeitig auf die Lautsprecher und auf diesen Ausgang. Die aktive Filterung (Trennfrequenz, Phase, Pegel) wird am Subwoofer selbst eingestellt, da der Uni Box S3 keine dedizierte Crossover-Verwaltung bietet.
Was ist der Unterschied zum MaiA S3?
Die Verstärkerstufe ist identisch mit der des MaiA S3 (gleiche analoge Dual-Mono-Architektur, gleiche Leistungsstufen). Der Uni Box S3 ergänzt Wi-Fi-Netzwerkkonnektivität mit WiiM OS, die Multiroom-Funktion und den HDMI-eARC-Eingang, während sich der MaiA S3 beim drahtlosen Teil auf Bluetooth beschränkt.
Braucht man ein Ethernet-Kabel oder reicht Wi-Fi aus?
Der Uni Box S3 verfügt nicht über eine Ethernet-Buchse: Die Netzwerkverbindung erfolgt ausschließlich über Dualband-WLAN (2,4 und 5 GHz, 802.11 b/g/n/ac). Eine gute Funkabdeckung ist daher vorzuziehen, insbesondere für hochauflösendes Streaming in 24 Bit / 192 kHz und für die Übertragung in andere Räume.
Wie gut ist der Kopfhörerausgang?
Er liefert 70 mW an 32 Ohm bei 1 % THD über eine 6,3-mm-Klinkenbuchse an der Front. Das reicht für Kopfhörer mit mittlerer Impedanz und vernünftiger Empfindlichkeit aus. Wenig empfindliche Modelle oder magnetostatische Planar-Kopfhörer mit hohem Strombedarf werden unterversorgt bleiben; in diesem Fall ist ein dedizierter Kopfhörerverstärker die bessere Wahl.
- Öko-Beitrag von 2,58 € im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 9120129869171





















