Pro-Ject MC Step Up Box S3 : Übertrager für MC-Tonabnehmer
Statt eines aktiven MC-Phonovorverstärkers bevorzugen manche Musikliebhaber einen älteren und direkteren Ansatz: den Übertrager (oder SUT, für Step-up-Transformer). Die MC Step Up Box S3 ist der erste Übertrager dieses Typs, den Pro-Ject in seiner S-Serie anbietet. Vollständig passiv, ohne Stromversorgung, wird sie zwischen einem MC-Tonabnehmer mit niedrigem Ausgangspegel und einem MM-Phonovorverstärker eingesetzt, um das Signal auf ein nutzbares Niveau anzuheben.
Ein Signalweg ohne aktive Verstärkung
Das Prinzip eines Übertragers unterscheidet sich grundlegend von dem eines klassischen MC-Phonovorverstärkers. Während eine aktive Stufe das Signal mit elektronischen, netzbetriebenen Bauteilen verstärkt, nutzt die MC Step Up Box S3 das Übersetzungsverhältnis ihrer Wicklungen (1:16), um einen hohen Strom in eine höhere Spannung umzuwandeln. In den Prozess greift keine äußere Energie ein: Die Spannungserhöhung wird durch eine entsprechende Stromverringerung erzielt, gemäß den grundlegenden Gesetzen des Transformators.
Der konkrete Vorteil dieses Ansatzes liegt im Rauschen. Ein aktiver MC-Vorverstärker muss eine hohe Verstärkung anwenden (oft 60 dB und mehr), um das sehr schwache Signal eines MC-Tonabnehmers nutzbar zu machen, dessen Ausgangspegel etwa zehnmal niedriger ist als der eines MM-Tonabnehmers. Diese hohe Verstärkung kann Rauschen und Verzerrungen erzeugen. Der Übertrager hingegen hebt das Signal je nach gewählter Impedanzeinstellung um 21 oder 24 dB an, wodurch die Ausgangsspannung auf ein Niveau gebracht wird, das mit dem eines MM-Tonabnehmers vergleichbar ist. Der nachgeschaltete MM-Phonovorverstärker muss dann nur noch eine moderate Verstärkung anwenden, unter deutlich günstigeren Bedingungen in Bezug auf das Signal-Rausch-Verhältnis.
Pro-Ject empfiehlt diese Kombination (Übertrager + MM-Vorverstärker) vorzugsweise gegenüber einem dedizierten MC-Vorverstärker und erwähnt, dass die Kombination sehr gut mit Röhren-Phonovorverstärkern funktioniert.
Zwei Impedanzstellungen je nach Tonabnehmer
Ein Schalter auf der Rückseite des Gehäuses erlaubt die Wahl zwischen zwei Bereichen der Impedanzanpassung: 10-40 Ω und 40-150 Ω. Die Verstärkung variiert entsprechend: 21 dB bei 1 kHz für die erste Stellung, 24 dB für die zweite. Diese Unterscheidung entspricht den zwei großen Familien von MC-Tonabnehmern mit niedrigem Ausgangspegel.
Tonabnehmer, deren Innenimpedanz ungefähr zwischen 2 und 15 Ω liegt (Ortofon Cadenza, Dynavector DV-20X2 usw.), finden ihre beste Anpassung in der Stellung 10-40 Ω. Tonabnehmer mit höherer Innenimpedanz, zwischen 30 und 100 Ω, verwenden die Stellung 40-150 Ω. Die korrekte Impedanzanpassung bestimmt sowohl den Frequenzgang als auch das dynamische Verhalten des an den Vorverstärker übertragenen Signals.
Die empfohlene Last am Ausgang beträgt 47 kΩ / 100 pF, was dem Standard der meisten MM-Phonoeingänge entspricht.
Dual-Mono-Aufbau und Mu-Metall-Abschirmung
Jeder Kanal verfügt über seinen eigenen Transformator, eingeschlossen in eine Mu-Metall-Abschirmung. Diese Dual-Mono-Anordnung fördert die Kanaltrennung und begrenzt die Wechselwirkungen zwischen den beiden Kanälen. Mu-Metall, eine Nickellegierung mit sehr hoher magnetischer Permeabilität, schützt die Wicklungen vor störenden Magnetfeldern, die Rauschen im Signal verursachen könnten.
Das Gehäuse aus massivem Aluminium ergänzt den Schutz gegen äußere elektromagnetische Störungen. Die Wahl von Aluminium sorgt außerdem für die mechanische Steifigkeit des Ganzen und begrenzt die Empfindlichkeit gegenüber Vibrationen, ein Parameter, der nicht zu vernachlässigen ist, wenn man mit Signalen sehr geringer Amplitude arbeitet. Das Ganze wiegt 940 g bei Abmessungen von 206 x 65 x 153 mm (164 mm einschließlich Anschlüsse), ein kompaktes Format, das sich leicht neben einem Phonovorverstärker unterbringen lässt.
Anschlüsse und Integration in die Kette
Die Anschlüsse bestehen aus einem Paar RCA-Eingängen und einem Paar RCA-Ausgängen, alle vergoldet. Der Signalweg ist einfach: Phonokabel vom Plattenspieler zum Eingang der MC Step Up Box S3, dann Verbindungskabel zum MM-Eingang des Phonovorverstärkers. Kein Netzkabel, kein Ein-/Ausschalter.
Dieses Installationsschema setzt voraus, dass der nachgeschaltete Phonovorverstärker über einen MM-Eingang verfügt (oder einen Eingang, der auf MM-Parameter eingestellt ist: 47 kΩ, Standardverstärkung). Die MC Step Up Box S3 ersetzt keinen Phonovorverstärker: Sie ergänzt ihn, indem sie die erste Stufe der Anhebung des MC-Signals übernimmt. Die MM-Phonostufe wendet anschließend die RIAA-Entzerrungskurve und die verbleibende Verstärkung an.
Besitzer von Vollverstärkern mit MM-Phonoeingang finden darin eine Möglichkeit, einen MC-Tonabnehmer zu nutzen, ohne den Verstärker zu wechseln oder einen externen Phonovorverstärker hinzuzufügen.
Bandbreite und Frequenzverhalten
Der angegebene Frequenzgang reicht von 10 Hz bis 55 kHz mit einer Toleranz von ± 1 dB. Die untere Grenze bei 10 Hz deckt das gesamte nützliche Audiospektrum ab und reicht sogar unter die musikalischen Frequenzen hinab, sodass die Infraschallanteile der Schallplatte ohne Dämpfung passieren können. In der Praxis bleibt jedoch ein nachgeschalteter Subsonic-Filter (oft in den Phonovorverstärker integriert) für Plattenspieler, die empfindlich auf verwellte Schallplatten reagieren, empfehlenswert.
Die obere Grenze bei 55 kHz, weit jenseits des Hörbaren, zeigt an, dass der Transformator weder die Harmonischen der Instrumente noch schnelle Transienten begrenzt. Das ist ein guter Indikator für die Verarbeitungsqualität der Wicklungen.
Dokumentationen
Englisch
Technische Merkmale
Hauptvorteile
- Klangverbesserung für Ihr MC-System
- Besonders empfohlen für Röhren-Phono-Vorverstärker
- Vollständig passiver Signalweg, ohne Stromversorgung
- Überlegene Klangqualität
- Dual-Mono-Aufbau
- Maximale Kanaltrennung
- Massives Aluminiumgehäuse zum Schutz vor Interferenzen
Technische Spezifikationen
- Frequenzgang 10 Hz - 55 kHz : +/- 1 dB
- Verstärkung bei 10-40 Ohm : 21 dB bei 1 kHz
- Verstärkung bei 40-150 Ohm : 24 dB bei 1 kHz
- Empfohlene Last : 47 kOhm / 100 pF
- Übersetzungsverhältnis : 1:16
- Anpassung der Eingangsimpendanz : 10 oder 100 Ohm
- Transformator mit Mu-Metall-Abschirmung
Anschlüsse
- MC-Eingang : 1 Paar RCA-Phono-Buchsen
- Ausgang : 1 Paar RCA-Phono-Buchsen
- Vergoldete RCA-Anschlüsse
Abmessungen und Gewicht
- Abmessungen : 206 x 65 x 153 mm (164 mm mit den Anschlüssen)
- Gewicht : 940 g
Häufig gestellte Fragen
Benötigt die MC Step Up Box S3 eine Stromversorgung?
Nein. Der Betrieb ist vollständig passiv. Der Transformator nutzt das Wicklungsverhältnis, um die Signalspannung ohne jede externe Energiequelle anzuheben. Es genügt, ihn zwischen den Plattenspieler und den MM-Phonovorverstärker zu schalten.
Kann man sie mit jedem beliebigen MC-Tonabnehmer verwenden?
Der Impedanzwahlschalter deckt zwei Bereiche ab (10-40 Ω und 40-150 Ω), die die große Mehrheit der auf dem Markt erhältlichen MC-Tonabnehmer mit niedrigem Ausgangspegel umfassen. MC-Tonabnehmer mit hohem Ausgangspegel (High Output MC), deren Signal bereits mit dem eines MM-Tonabnehmers vergleichbar ist, benötigen keinen Übertrager.
Was ist der Unterschied zwischen dem S3 und dem DS3 B?
Der DS3 B verwendet Lundahl LL 1678 Transformatoren, bietet symmetrische XLR-Anschlüsse, erlaubt die Wahl zwischen 24 und 30 dB Verstärkung und bietet eine erweiterte Impedanzeinstellung. Der S3 beschränkt sich auf RCA-Anschlüsse mit einem festen Übersetzungsverhältnis von 1:16 und einer Verstärkung von 21 oder 24 dB je nach Impedanzstellung.
Benötigt man zusätzlich zur MC Step Up Box S3 einen Phonovorverstärker?
Ja. Der Übertrager übernimmt keine RIAA-Entzerrung. Er hebt das MC-Signal auf das Niveau eines MM-Signals an, danach übernimmt ein MM-Phonovorverstärker (extern oder im Verstärker integriert) die RIAA-Entzerrung und die finale Verstärkung.
Hat die Wahl der Impedanzstellung einen hörbaren Einfluss?
Ja, und nicht nur in Bezug auf die Lautstärke. Eine falsche Impedanzanpassung kann den Frequenzgang (Abrollen der Höhen oder Anhebung im Bass), die Dynamik und das allgemeine Verhalten des Tonabnehmers beeinflussen. Man sollte sich an der Innenimpedanz des verwendeten MC-Tonabnehmers orientieren: Liegt sie unter 15-20 Ω, ist die Stellung 10-40 Ω in der Regel die richtige; darüber ist die Stellung 40-150 Ω besser geeignet.
Wo sollte die MC Step Up Box S3 physisch platziert werden?
So nah wie möglich am Plattenspieler, damit das Kabel, das das MC-Signal (sehr schwach) überträgt, kurz bleibt. Die Mu-Metall-Abschirmung und das Aluminiumgehäuse schützen vor Störungen, aber die Nähe zu einem Leistungstransformator, einem Netzteil oder einem Bildschirm kann Rauschen verursachen. Ein wenig Abstand zu diesen Quellen ist vorzuziehen.
- Öko-Beitrag von 0,12 € im Verkaufspreis enthalten.
- GTIN / EAN : 9120129860390



