Projeo PullUP HD 90
Übersicht
Eine Filmsession im Wohnzimmer improvisieren und nach dem Film alles in wenigen Sekunden wieder wegräumen: Genau darauf zielt eine manuell ausziehbare Leinwand mit Standfuß ab. Projeo setzt hier auf eine Diagonale von 89 Zoll, untergebracht in einem Aluminiumgehäuse, das zugleich als Bodenbasis dient. Das Ganze lässt sich mit einer Hand tragen und ohne Werkzeug aufstellen, dort, wo eine feste Leinwand eine Wand und Befestigungen erfordern würde.
Aufbau in wenigen Sekunden, ganz ohne Werkzeug
Das Prinzip kommt ohne jede Stromversorgung aus. Das Tuch rollt sich im auf dem Boden stehenden Gehäuse auf; zum Ausziehen greift man die obere Stange und zieht sie nach oben. Eine hinten angebrachte Teleskopstütze hält die Leinwand, sobald sie aufgerichtet ist. Es gibt weder Motor noch Kabel noch Fernbedienung, und das ist eine bewusste Entscheidung: weniger Teile, die ausfallen können, und die Freiheit, die Leinwand fern von einer Steckdose aufzustellen.
Der Nachteil liegt in der Handhabung. Jede Sitzung erfordert es, das Tuch von Hand hochzuziehen und anschließend wieder einzufahren – eine schnelle, aber wiederkehrende Bewegung. Für den täglichen Einsatz an einem festen Platz bleibt ein motorisiertes Modell komfortabler. Der PullUp HD 90 zielt auf einen anderen Bedarf, nämlich den der gelegentlichen Projektion, die von Raum zu Raum verlegt oder nur abends hervorgeholt wird.
Das PET-Tuch und sein Bildverhalten
Projeo bietet diese Mechanik in zwei Diagonalen an: 80 Zoll für den PullUp HD 80, 89 Zoll für diesen HD 90, dessen nutzbares Bild 196 Zentimeter breit und 110 Zentimeter hoch ist. Die Projektionsfläche besteht aus einem weißen PET-Film, einem gespannten Kunststoff, der plan bleibt und das Licht gut reflektiert. Der Gain wird mit 1,1 angegeben. Der Gain misst die Lichtmenge, die im Vergleich zu einer weißen Referenzfläche mit dem Wert 1,0 zu den Zuschauern zurückgeworfen wird. Bei 1,1 gibt das Tuch also etwas mehr Licht zurück als eine neutrale Fläche, was Kontrast und Lebendigkeit leicht anhebt, ohne die Farben zu verfälschen.
Dieser moderate Gain hat eine direkte Auswirkung auf den Betrachtungswinkel. Ein Tuch mit hohem Gain bündelt das Licht in einem schmalen Kegel direkt vor der Leinwand und verliert an Homogenität, sobald man sich davon entfernt. Projeo gibt hier eine Richtwirkung von 170 Grad an, also ein Bild, das auch für seitlich sitzende Zuschauer gut sichtbar und gleichmäßig bleibt. In einem Wohnzimmer, in dem das Sofa nicht immer mittig steht, fällt dieser Kompromiss zugunsten der richtigen Seite aus.
Die Wahl des Long-Throw-Projektors
Dieses Tuch ist für Long-Throw-Projektoren abgestimmt, also für Geräte, die in einiger Entfernung von der Leinwand aufgestellt werden, auf einem Möbelstück am Ende des Raums stehen oder an der Decke befestigt sind. Das ist der im Heimkino am weitesten verbreitete Projektortyp.
Diese Präzisierung ist beim Kauf wichtig. Ultra-Short-Throw-Projektoren, die direkt vor der Fläche stehen und nach oben projizieren, benötigen ein spezielles Tuch, das mit diesem streifenden Lichteinfall umgehen kann. Der PullUp HD 90 gehört nicht in diese Kategorie. In Verbindung mit einem Long-Throw-Projektor hingegen trifft das Licht in einem nahezu senkrechten Winkel auf das Tuch, dort, wo das weiße PET die beste Wiedergabe liefert.
Warum das Bild hoch auf dem Tuch sitzt
Bei dieser Art von Leinwand nimmt die Bildfläche nicht das gesamte Tuch ein. Ein schwarzer Streifen sitzt auf der einen Seite darüber und trennt sie auf der anderen vom Gehäuse, und dieser untere Streifen bestimmt die Höhe des Films. Da das Ausziehen manuell erfolgt, wird diese Einstellung beim Aufbau vorgenommen: Der untere schwarze Streifen kann fast 80 Zentimeter erreichen, wodurch das Bild deutlich über dem Boden angehoben wird. Der Vorteil zeigt sich sofort, sobald sich mehrere Sitzreihen im Raum befinden oder ein niedriges Möbelstück vor der Leinwand steht, denn Köpfe und Hindernisse ragen dann nicht mehr in den unteren Teil der Projektion hinein.
Die schmalen schwarzen Ränder, die das Bild an den Seiten und oben umgeben, haben noch einen weiteren Effekt. Das Auge nimmt einen stärkeren Kontrast wahr, wenn das Bild von Schwarz eingefasst ist, obwohl das Tuch dadurch kein zusätzliches Licht zurückwirft.
Die Leinwand bewegen und sicher verstauen
Eingefahren bildet die Leinwand eine Stange von etwas mehr als zwei Metern Länge, bei einem Querschnitt von etwa 13 Zentimetern mal 5. Das schwarz lackierte Gehäuse aus Aluminiumlegierung erfüllt zwei Funktionen: Es schließt das Tuch und die Beschwerungsstange beim Transport ein und dient als stabile Bodenbasis, sobald die Leinwand aufgerichtet ist. Die Länge bleibt ihre Hauptbeschränkung. Zwei Meter passen in die meisten Kofferräume und entlang eines Flurs, dennoch benötigt der Gegenstand etwas Platz zum Bewegen.
Bei der Lagerung ist eine bestimmte Vorsichtsmaßnahme zu beachten: Die Leinwand muss waagerecht aufbewahrt werden. Wird sie über längere Zeit stehend gelagert, konzentriert sich das Gewicht des Tuchs und der Beschwerungsstange auf nur eine Auflage und kann das PET markieren oder den Aufrollmechanismus belasten. Ein Regal, die Oberseite eines Schranks oder der Platz unter einem Sofa sind geeignet. Die von Projeo angekündigte zweijährige Garantie deckt diese Nutzung unter normalen Bedingungen ab.
Dokumentationen
Englisch und Französisch
Technische Eigenschaften
Bildschirmtyp
- Manueller, tragbarer Standbildschirm (kompaktes Mini-Format)
- Kompatibler Projektortyp: Langdistanz
- Format: 16 / 9
Projektionsfläche
- Projektionsfläche: weißes PET
- Gain: 1,1
- Betrachtungswinkel: 170°
Konstruktion
- Gehäuse: schwarz lackierte Aluminiumlegierung
- Bediensystem: manuell
Modell
- Pull-Up HD 90
- Diagonale: 89”
- Nutzbare Bildgröße (B × H): 196 × 110,3 cm
- Gehäusegröße (L1 × L2 × L3): 210,5 × 12,6 × 5,1 cm
- Größe der oberen Stange (L4): 206,8 × 2,65 × 1,55 cm
- Schwarze Ränder: B1 20 mm, B2 800 mm, B3 20 mm
- Länge des Standfußes (S): 28,36 × 5 × 0,2 cm
- Gesamthöhe des Produkts (F): 202 cm
- Verpackungsmaße: 220 × 20 × 12 cm
Häufig gestellte Fragen
Welchen Abstand sollte man für den Projektor einplanen?
Ein für das Heimkino bestimmter Long-Throw-Projektor benötigt in der Regel einen Abstand von etwa 2,5 bis 4 Metern, um ein Bild von 89 Zoll zu füllen; der genaue Wert hängt vom Projektionsverhältnis des Geräts ab. Das Datenblatt des Projektors gibt diesen Distanzbereich an. Es ist besser, dies vor dem Kauf zu prüfen, denn die Leinwand wird dort aufgestellt, wo Platz ist, während der Projektor einen genauen Abstand einhalten muss, damit das Bild das gesamte Tuch ausfüllt, ohne darüber hinauszuragen.
Eignet sich die Leinwand für den Einsatz im Freien?
Nichts spricht gegen eine gelegentliche Projektion im Garten oder auf einer Terrasse, sofern man auf zwei Dinge achtet. Zunächst der Wind: Eine freistehende Leinwand mit Standfuß bietet eine große Angriffsfläche und kann bei Böen umkippen. Dann die Feuchtigkeit: Das Aluminiumgehäuse und das Tuch sind nicht für eine längere Witterungseinwirkung vorgesehen. Eine Nutzung am Abend bei ruhigem Wetter und anschließendes Verstauen im Trockenen nach Ende der Vorführung – das ist der vernünftige Rahmen.
Braucht man einen dunklen Raum, um ein schönes Bild zu bekommen?
Ein weißes Tuch mit einem Gain von 1,1 reflektiert das Licht, ohne es zu selektieren: Es unterscheidet nicht zwischen dem Licht des Projektors und dem Umgebungslicht. Je dunkler der Raum ist, desto stärker kommen Kontrast und Schwarztiefe zur Geltung. Eine Projektion am Abend bei geschlossenen Rollläden liefert das beste Ergebnis. Tagsüber oder bei Zusatzbeleuchtung bleibt das Bild sichtbar, verliert aber an Dichte. Für den Einsatz in einem hellen Raum wäre eine Leinwand mit grauem Tuch oder mit Lichtrejektion besser geeignet, allerdings auf Kosten eines engeren Betrachtungswinkels.
- Öko-Beitrag im Verkaufspreis enthalten.
- Herstellerreferenz: PROPUL90HD
- GTIN / EAN : 3700795165126














